Minäon vom 22. Dezember
Vorfeier der Geburt Christi 
- Zur Vesper -
Geistliche im Altar: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Zweimal.
Das dritte Mal bis zur Hälfte:
Geistliche: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten.
Ch: Und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 6. ( nach: Ganz und gar gesetzt )
Die Sonne ohne Untergang * schickt sich an, aus jungfräulichem Schoße * hervorzugehn, um zu erhellen die ganze Erde. * Mit reinen Blicken * und lauteren Taten * lasst uns eilen, ihr entgegenzugehn. * Wir wollen uns nun rüsten, zu empfangen * ihn, der kommt in sein Eigentum * durch eine fremdartige Geburt nach seinem Wohlgefallen, * auf dass er uns, die wir waren entfremdet * von dem Aufenthalt in Eden * zurückführe als Barmherziger, zu Bethlehem geboren.
Dem dienen als Wagen * cherubische Schultern, Gott der Logos, * hat, der Person nach geeint dem Fleische, Wohnung genommen * in makellosem Mutterschoß und ist geworden * ein Sterblicher und kommt in das Land * des Juda, um geboren zu werden. * Heilige Höhle dem Allkönig dich bereite * zum allergrößten Palaste, * du aber, Krippe, zum feuergestaltigen Thron, * in welche ihn als Kindlein * die Jungfrau Maria hinein wird legen * zur Zurückrufung seines Gebildes, wie es ihm hat wohlgefallen.
Hinein in die Krippe * der Vernunftlosen wird dich legen die Jungfrau, * Gottes Logos anfanglos, der seinen Ursprung über dem Verstehn hat genommen. * Denn du kommst, um zu tilgen * meinen Unverstand, dem ich bin erlegen * durch den Neid und die Missgunst der Schlange. * Du aber lässt dich wickeln, um zu sprengen die Wickel, * will sagen die Stricke meiner Sünden, * du einzig Guter und Menschenliebender. * Deshalb ich dich ehre * und singe und huldige voll Freude * deiner Ankunft im Fleisch, durch die Freiheit mir wurde zuteil.
Jetzt, Theotokion: Unvermählte Jungfrau, * woher bist du gekommen? * Wer ist dein Vater und wer deine Mutter? * Wie trägst du den Schöpfer auf den Armen? * Wie wurde der Leib dir nicht verdorben? * Wir sehen große Mysterien, * unfassbar und schauererregend, * die auf Erden sind geschehen * an dir, du Allheilige, * und bereiten dir vor auf Erden * nach Gebühr die Höhle, * und wir bitten den Himmel, * den Stern bereitzustellen. * Die Magier kommen herbei * von den Aufgängen der Erde * zum Untergang, um zu schauen * die Errettung der Sterblichen * als ein mit Milch genährtes Kindlein.
Stichiren zur Stichovna
Ton 2. ( nach: Haus Ephratha )
Gegangen kommt Christus, * um zu zermalmen den Bösen, * um denen im Dunkel zu leuchten * und die Gefesselten zu lösen. * Lasst uns ihm entgegengehn!
Gott kommt vom Theman, * der Heilige aus dem Berge beschattet vom Walde. (Hab 3,3)
So singet, ihr Stämme * der Völker, Lob und Preis! * Mit Geschenken, ihr Magier, * und ihr Hirten auf dem Felde, * eilet herbei voll Freude.
Herr, ich vernahm die Kunde von dir und geriet in Furcht; * Herr, ich nahm wahr deine Werke und geriet außer mir. (Hab 3,2)
Ihr Berge und Hügel, * ihr Täler und Ebenen, * ihr Flüsse samt aller Schöpfung, * hochpreiset den Schöpfer, * da er wird geboren.
Ton 4. ( von Studites )
Jetzt, Theotokion: Tanze, Isaïas, empfange das Wort Gottes! * Künde voraus der Jungfrau Maria, * sie werde in Flammen stehn gleich dem Dornbusch, * doch nicht verbrennen im Feuer * durch den Glanz der Gottheit! * Bereite dich, Bethlehem! * Eden, öffne die Pforte! * Ihr Magier, macht euch auf, zu schauen das Heil, * das in Windeln gewickelt liegt in der Krippe! * Ihn zeigt an der Stern über der Höhle, * den Herrn, der gibt das Leben, * der da rettet unser Geschlecht.
Ch: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Dreimal.
- Zur Liturgie -
D: Segne, Gebieter.
P: Gesegnet das Königtum des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Ch: Amen.
Beginn der Liturgie in der Osterzeit
Die Königlichen Türen werden geöffnet. Die Geistlichen singen im Altar:
Geistliche, laut: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Zweimal.
Das dritte Mal bis zur Hälfte:
P: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten.
Ch: Und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.
Die Königlichen Türen werden geschlossen und der Diakon beginnt die Große Ektenie. Nach einer anderen Tradition wird zur Sonntagsliturgie der Osterbeginn so zelebriert, wie in der Lichten Woche, also mit Weihrauch, Dreileuchter und den Versen „Gott stehe auf“.
Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Einmal, langsam.
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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