Orthodoxe Gottesdienste
Übersetzer Priorisierung:

Triodion. 1. Woche nach Pfingsten. Montag.

Tag des Heiligen Geistes

Anmerkungen
Die Große Vesper mit der 9. Stunde wird meistens im Anschluss an die Sonntagsliturgie zelebriert. Am Ende der 9. Stunde wird der Vorhang geöffnet. Es gehört sich so, wie vor einem Hochfest zu Leuten.
Die Vesper wird mit Einzug und großem Prokimenon zelebriert. Einzug mit dem Rauchfass, bei Anwesenheit eines Bischofs mit dem Evangeliar.

- Zur Vesper -

GROßE VESPER

P: Gesegnet unser Gott, allezeit, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
Der Diakon ruft festlich aus:
D: Ehre Dir, unser Gott, ehre Dir.
Die Gemeinde singt zusammen:
Volk: Himmlischer König, Tröster, Du Geist der Wahrheit, überall Gegenwärtiger und alles Erfüllender, Hort der Güter und Spender des Lebens, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von jedem Makel und errette, Guter, unsere Seelen.
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4.
Überraschende Dinge habe ich heute geschaut: / Alle Völker in der Stadt Davids, / als der Heilige Geist sich in Feuerzungen herabließ, / wie der aus Gott redende Lukas kundgetan hat. / Denn er sagt: Als Christi Jünger versammelt waren, / da erhob sich ein Brausen, / wie wenn daherfährt ein gewaltiger Sturm, / und erfüllte das Haus, in welchem sie saßen. / Und alle begannen / die Stimme laut erschallen zu lassen / in neuen Worten, in neuen Lehren, // in neuen Unterweisungen über die Heilige Dreiheit.
Stets war und ist und wird sein der Heilige Geist. / Nicht hat er Anfang, nicht hat er ein Ende. / Nein, stets ist vereint er Vater und Sohn, / stets wird er zu ihnen gezählt. / Leben ist er und Leben wirkt er. / Licht ist er und Spender des Lichtes. / Selbst ist er der Gute und die Quelle der Güte. / Durch ihn wird der Vater erkannt / und verherrlicht der Sohn. / Durch ihn wird von allen erkannt / eine einzige Macht, ein Bund // und eine Anbetung der Heiligen Dreiheit.
Der Heilige Geist ist Licht und Leben / und lebender, geistiger Quell: / Geist der Weisheit, Geist der Einsicht, / der gute, gerade, geistige, lenkende, / von Fehlern läuternde Geist. / Gott und vergöttlichend. / Feuer ist er, das hervorgeht aus Feuer. / Er redet und wirkt / und teilt aus die Gnadengeschenke. / Durch ihn wurden alle Propheten und Gottesapostel / samt den Martyrern gekränzt. / Eine neue Botschaft, ein neues Schauspiel, ein Feuer, // das sich teilt zur Austeilung der Gnadengeschenke.
Ton 6.
Jetzt, Theotokion: Himmlischer König, / Tröster, Du Geist der Wahrheit, / überall bist Du zugegen und alles erfüllst Du, / Hort der Güter und Spender des Lebens, / komm und nimm Wohnung in uns, / macht und rein von jedem Makel // und rette, Du Guter, unsere Seelen.
Prokimenon zur Vesper
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.
Die Kniebeugungsgebete liest der Priester in den Königlichen Türen kniend gen Volk. Üblicherweise hält er dabei einen Strauß Blumen in der Hand.

Erstes Kniebeugungsgebet

P: Allreiner, makelloser, anfangloser, unsichtbarer, unbegreiflicher, unerforschlicher, unveränderlicher, unüberwindlicher, unermesslicher, langmütiger Herr, der Du allein Unsterblichkeit besitzest und im unzugänglichen Lichte wohnst. Du hast den Himmel geschaffen und die Erde und das Meer und alle Geschöpfe in ihnen. Du gewährst allen die Bitten bevor Du noch gebeten wirst. Dich bitten wir und Dich flehen wir an, menschenliebender Gebieter, Dich, den Vater unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus, der für uns Mensch geworden ist und zu unserem Heile vom Himmel herabgekommen ist und Fleisch angenommen hat aus dem Heiligen Geiste und der Immerjungfrau Maria, der ruhmreichen Gottesgebärerin. Er belehrte uns zuerst durch Worte, später unterwies Er aber auch durch Taten, als Er das heilbringende Leiden erduldete. Er gab uns, Deinen niedrigen und unwürdigen Knechten, ein Vorbild, Dir Gebete darzubringen, indem wir Nacken und Knie beugen wegen unserer Sünden und den unwissentlichen Vergehen des Volkes.
Du selbst, gnadenreicher und menschenliebender Gott, erhöre uns, an welchem Tage auch immer wir Dich anrufen, besonders aber an diesem Tage des Pfingstfestes, an welchem unser Herr Jesus Christus, da Er zum Himmel aufgefahren ist, und sich zu Deiner, des Gottes und Vaters Rechten gesetzt hat, den Heiligen Geist auf Seine heiligen Jünger und Apostel herabgesandt hat; der ließ sich auch auf einen jeden von ihnen nieder und sie wurden alle erfüllt mit seiner unerschöpflichen Gnade und verkündeten in fremden Zungen Deine Großtaten und weissagten.
Nun also erhöre uns, die wir Dich bitten und gedenke unser, die wir niedrig sind und verdammt, und hebe auf die Gefangenschaft unserer Seelen, der Du Erbarmen hast für uns. Nimm uns an, die wir vor Dir niederfallen und rufen: „Wir haben gesündigt.“ Zu Dir kommen wir vom Mutterschoße an, denn vom Mutterschoße an bist Du unser Gott. Doch unsere Tage sind verflossen in Eitelkeit. Wir sind Deiner Hilfe verlustig gegangen und haben jede Rechtfertigung verloren; dennoch rufen wir voll Zuversicht auf Dein Erbarmen: „Der Sünden unserer Jugend und unseres Unverstandes gedenke nicht, und reinige uns von unseren verborgenen Sünden; verwirf uns nicht im Alter, wenn unsere Kräfte schwinden, verlasse uns nicht ehe wir in die Erde zurückkehren, mache uns würdig der Umkehr zu Dir, und sei uns geneigt in Huld und Gnade; lege an unsere Sünden den Maßstab Deiner Erbarmungen und stelle den Abgrund Deiner Erbarmungen der Menge unserer Sünden entgegen. Blicke herab, o Herr, von Deiner heiligen Höhe auf Dein vor Dir stehendes Volk, welches reichliche Gnade von Dir erwartet. Komm zu uns mit Deiner Gnade, entreiße uns der Gewalt des Teufels; stärke unser Leben durch Deine heiligen und göttlichen Gebote; einem treuen Schutzengel vertraue Dein Volk an; versammle uns alle in Deinem Reich; gewähre Verzeihung denen, die auf Dich hoffen; vergib ihnen und uns die Sünden; reinige uns durch die Wirksamkeit Deines Heiligen Geistes und vernichte die gegen uns gerichteten Ränke des Feindes.“
Das folgende Gebet wird angefügt:
Gepriesen bist Du, Herr, Gebieter, Allherrscher, der Du den Tag durch das Strahlen der Sonne erleuchtest und die Nacht erhellt hast mit Feuerglanz. Du hast uns gewährt, den Lauf des Tages zu durcheilen und uns zu nähern dem Beginn der Nacht; erhöre unsere Bitten und die Deines ganzen Volkes; vergib uns all die absichtlichen und unabsichtlichen Sünden; nimm an unsere abendlichen Gebete, und sende über Dein Erbe die Fülle Deiner Gnade und Deiner Erbarmungen. Umschirme uns mit Deinen heiligen Engeln, wappne uns mit den Waffen Deiner Gerechtigkeit; umgib uns mit der Bastion Deiner Wahrheit; bewahre uns mit Deiner Macht, errette uns von jeder Drangsal und von jedem Anschlag des Widersachers, verleihe uns auch, dass der gegenwärtige Abend und die folgende Nacht vollkommen, heilig und ohne Sünde sei, frei von Kummer und Anfechtung, sowie alle Tage unseres Lebens: Auf die Fürbitten der heiligen Gottesgebärerin und aller Heiligen, die Dir von Ewigkeit an wohlgefallen haben.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Dein ist es, Dich zu erbarmen und zu erretten, Herr, unser Gott, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.

Zweites Kniebeugungsgebet

P: Herr Jesus Christus, unser Gott, Deinen Frieden hast Du den Menschen gegeben, und die auch uns noch im Leben gegenwärtige Gabe des Allheiligen Geistes den Gläubigen auf immer als unveräußerliches Erbe gewährt. Du hast Deinen Jüngern und Aposteln heute diese Gnade sichtbar herabgesandt und ihre Lippen durch Feuerzungen gestärkt. Durch diese empfing das ganze Menschengeschlecht die Erkenntnis Gottes, die ein jeder in seiner Sprache vernahm. Mit dem Lichte des Geistes wurden wir erleuchtet und dem Irrtum, gleich einer Finsternis, entzogen. Durch die Austeilung der, mit unseren Sinnen wahrnehmbaren und feurigen Zungen, und das übernatürliche Wirken, haben wir den Glauben an Dich erlernt. Wir wurden dadurch angespornt, Dich mit dem Vater und dem heiligen Geiste als Gott in der einen Gottheit und Kraft und Macht zu bekennen.
Du nun, Abglanz des Vaters, Seines Wesens und Seiner Natur unveränderliches und beständiges Ebenbild, Quelle der Erlösung und der Gnade, öffne auch mir Sünder die Lippen und lehre mich, wie und wofür ich beten soll: Denn Du kennst die große Zahl meiner Sünden, Deine Barmherzigkeit aber wird ihr Übermaß besiegen. Siehe, in Furcht stehe ich vor Dir, hinab in das Meer Deines Erbarmens werfe ich die Verzweiflung meiner Seele. Leite mein Leben, der Du durch das Wort jedes Geschöpf mit der Macht der unaussprechlichen Weisheit leitest, o stiller Hafen der vom Sturm Bedrängten, und weise mir den Weg, den ich wandeln soll. Meinen Gedanken schenke den Geist Deiner Wahrheit; den Geist des Verstandes schenke meiner Unvernunft; beschirme meine Werke mit dem Geiste der Ehrfurcht vor Dir; erneuere auch den rechten Geist in meinem Innern, und durch die Führung durch Deinen Geist lenke meine ausschweifenden Gedanken, damit wir jeden Tag durch Deinen guten Geist zu dem geführt werden, was uns nützt, und so würdig werden, Deine Gebote zu erfüllen und ewig Deiner herrlichen Wiederkunft zu gedenken, die Rechenschaft über unsere Taten fordert. Lass mich nicht verleitet werden von den vergänglichen Schönheiten dieser Welt, sondern stärke mich im Streben nach dem Erwerb der künftigen Güter. Denn Du hast ja gesagt, o Gebieter: was ein jeder in Deinem Namen erbittet, das empfängt er gewiss von Deinem mitewigen Gott und Vater. Darum flehe auch ich Sünder am Tage der Herabkunft Deines Heiligen Geistes Deine Güte an, dass alles, was ich erbitte, mir zum Heile gewährt werde. Ja, Herr, Du alle Wohltat reichlich gebender guter Spender, der Du über alles Maß gibst, was wir erbitten, Du bist der Mitleidige, der Erbarmer, der Du sündlos teilgenommen hast an unserem Fleische und der Du Dich mildherzig zu denen hernieder beugst, die ihr Knie vor Dir beugen, der Du auch zur Sühnung geworden bist für unsere Sünden: so schenke denn, o Herr, Deinem Volke Deine Erbarmungen, erhöre uns aus Deinem heiligen Himmel; heilige uns mit der Kraft Deiner erlösenden Rechten; beschirme uns im Schutz Deiner Flügel; verschmähe nicht die Werke Deiner Hände. Dir allein sündigen wir, doch Dir allein dienen wir auch; wir können keinen fremden Gott anbeten, noch einem andern Gott, o Gebieter, unsere Hände entgegenstrecken. Vergib uns die Übertretungen und nimm unsere kniefälligen Bitten an, reiche uns allen Deine helfende Hand. Nimm an das Gebet aller, wie wohlgefälligen Weihrauch, der zu Deinem allgütigen Throne emporsteigt.
Das folgend Gebet des hl. Basilius des Großen wird angefügt:
Herr, Herr, der Du uns rettest vor jedem Pfeil, der am Tage dahinfliegt, rette uns auch vor jedem Ding, das im Finstern schleicht. Nimm an das abendliche Opfer, das Erheben unserer Hände. Mache uns auch würdig, den Verlauf der Nacht ohne Makel zurückzulegen, ohne die Versuchung des Bösen, und bewahre uns von aller Unruhe und Angst, die vom Teufel zu uns kommt. Verleihe unseren Seelen Demut und unseren Gedanken Sorge ob der Prüfung in Deinem furchtbaren und gerechten Gericht. Bestärke unsere sterbliche Hülle in der Ehrfurcht zu Dir und töte ab, was uns an die Welt bindet, auf dass wir auch in der Ruhe des Schlafes erleuchtet werden durch die Schau Deines Gerichtes. Halte auch fern von uns jedes unziemliche Gesicht und jede schädliche Begierde. Wecke uns zur Zeit des Gebetes, gestärkt im Glauben und vorangekommen in Deinen Geboten.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Durch das Wohlwollen und die Gnade Deines einziggeborenen Sohnes, mit dem Du gepriesen wirst samt Deinem allheiligen und guten und lebenschaffenden Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.

Drittes Kniebeugungsgebet

P: Du ewig strömender Quell des Lebens und des Lichtes, Du gleichewige Schöpferkraft des Vaters, der Du die ganze Heilsordnung zur Erlösung der Sterblichen so herrlich erfüllt hast, Christus, unser Gott. Der Du die unlösbaren Bande des Todes und die Riegel des Hades zersprengt und die Menge der bösen Geister niedergetreten hast, der Du Dich selbst als makelloses Schlachtopfer für uns dargebracht hast, Deinen reinen, von aller Sünde unberührten und ihr unzugänglichen Leib zum Opfer hingebend und durch diesen furchtbaren und unaussprechlichen Priesterdienst uns das ewige Leben geschenkt hast, der Du zum Hades hinuntergestiegen bist, die ewigen Riegel zertrümmert und den in der Tiefe Sitzenden den Aufgang gewiesen, den urbösen Drachen des Abgrundes aber mit göttlicher Weisheit geködert und gefangen genommen, mit den Ketten der Finsternis im Tartarus gebunden und im unauslöschlichen Feuer und tiefster Dunkelheit durch Deine unüberwindliche Kraft gefesselt hast. Du Weisheit des Vaters, deren Name groß ist, der Du Dich den Bedrängten als großer Helfer erweisest, und erleuchtest diejenigen, die im Dunkel sitzen und im Schatten des Todes; o Du Herr der ewigen Herrlichkeit und des höchsten Vaters geliebter Sohn. Ewiges Licht vom ewigen Lichte, Sonne der Gerechtigkeit, erhöre uns, die wir Dich bitten und lasse ruhen die Seelen Deiner Diener, unserer schon entschlafenen Väter und Brüder, und der übrigen Verwandten, ja aller mit denen wir im Glauben vereint sind und deren Gedächtnis wir jetzt begehen; denn Du hast Gewalt über alles, und hältst in Deiner Hand alle Enden der Erde.
Allgebieter, Allherrscher, Gott unserer Väter und Herr des Erbarmens, Schöpfer des sterblichen und des unsterblichen Geschlechtes und aller menschlichen Natur, des entstehenden und wieder vergehenden Lebens, des Daseins, des Sterbens und des Übergangs in das Jenseits. Der Du die Jahre den Lebenden bemisst und die Zeit des Todes bestimmst, in den Hades hineinführst und wieder heraus, der Du bindest in der Schwäche und lösest in Kraft das Gegenwärtige, das Du zum Nutzen einrichtest und das Zukünftige, das Du zuträglich anordnest, der Du die mit dem Stachel des Todes Verwundeten durch die Hoffnung der Auferstehung belebtest, o Du Gebieter des Alls, Gott, unser Erlöser, Du Hoffnung aller Enden der Erde und derer, die weit draußen auf dem Meere sind, der Du auch an diesem letzten und großen und heilbringenden Tage des Pfingstfestes uns das Geheimnis der heiligen und gleichewigen und unteilbaren und unvermischbaren Dreiheit eines Wesens offenbart hast und das Daherfahren und die Ankunft Deines heiligen und lebendigmachenden Geistes in Gestalt feuriger Zungen über Deine Apostel gegossen, und sie zu Freudenboten unseres frommen Glaubens eingesetzt, und als Bekenner und Verkünder der wahren Gotteslehre erwiesen hast; der Du auch an Deinem hocherhabenen und heilbringenden Feste das Flehen um Versöhnung für die, so im Hades gehalten werden, anzunehmen geruhtest und die große Hoffnung gewährst, den von ihren Qualen Umfangenen, Nachlass und Tröstung von Dir herabzusenden: Erhöre uns Niedrige und Elende, die wir zu Dir flehen und lass die Seelen Deiner entschlafenen Diener ruhen am Ort des Lichtes, am Ort des Ergrünens, am Ort der Erquickung, wo hinwegflieht aller Schmerz, alle Trauer und Klage. Lass ihre Seelen in den Wohnungen der Gerechten weilen, und gewähre ihnen Frieden und Nachlass; denn nicht die Toten werden Dich preisen, o Herr, noch werden die es wagen Dir Dank zu sagen, die im Hades weilen; wir aber, die wir leben, preisen Dich und beten Dich an und bringen Dir dar sühnende Gebete und Opfer für ihre Seelen.
Das folgende Gebet wird angefügt:
O Gott, Du großer und Ewiger, Heiliger und Menschenliebender, der Du uns gewürdigt hast, auch in dieser Stunde zu stehen vor Deiner unnahbaren Herrlichkeit zum Besingen und zum Lobe Deiner Wunder, versöhne Dich uns, Deinen unwürdigen Dienern und verleihe uns die Gnade, zerknirschten Herzens und ohne Hochmut Dir den dreimal heiligen Lobgesang und die Danksagung darzubringen für Deine großen Wohltaten, die Du an uns getan hast und immerfort an uns noch tust. Gedenke, o Herr, unserer Schwachheit, und vertilge uns nicht in unseren Sünden, sondern übe große Gnade, nach unserer Demut, damit wir, der Finsternis Sünden entronnen, im Tage der Gerechtigkeit wandeln mögen und angetan mit der Rüstung des Lichts unangefochten verbleiben von jeglicher Arglist des Bösen, und Dich, den einzigen, wahren und menschenliebenden Gott für alles voll Zuversicht preisen. Denn Dein ist das wahrhaft und wirklich große Geheimnis, o Gebieter und Schöpfer des Alls, sowohl die zeitliche Auflösung Deiner Geschöpfe, als auch die spätere Wiederherstellung und die Ruhe in Ewigkeit. Wir sagen Dir Dank für Alles, für unsern Eingang in die Welt und für unsern Ausgang, welcher uns verheißt die Hoffnung auf die Auferstehung und auf das unsterbliche Leben nach Deiner untrüglichen Offenbarung, welches wir erlangen werden bei Deiner zweiten, einstigen Ankunft. Denn Du bist sowohl der Urheber unserer Auferstehung, als auch der unbestechliche und menschenliebende Richter derer, die gelebt haben, und der Vergeltung Gebieter und Herr. Da Du auch in höchster Herablassung in unseres Fleisches und Blutes verwandtschaftliche Gemeinschaft getreten bist, und unsere unvermeidlichen Leiden, indem Du sie freiwillig erduldetest, aus innerstem Erbarmen angenommen hast, so bist Du uns in dem, was Du selbst versuchend erlitten, ein erfahrener Helfer geworden, wenn wir in Versuchung geraten. Deshalb hast Du uns auch in Deine Freiheit vom Leiden mit eingeführt. Nimm denn nun an unsere Bitten und unser Flehen, o Gebieter, und lass ruhen alle Väter eines jeden, und Mütter und Kinder und Brüder und Schwestern und sonstige Verwandten, auch alle Seelen, die in der Hoffnung Deiner Auferstehung zu ewigem Leben vordem entschlafen sind, und versetze ihre Geister und Namen in das Buch des Lebens, in den Schoß Abrahams, Isaaks und Jakobs, in das Land der Lebendigen, in das Himmelreich, in das Paradies der Wonne; führe sie alle durch Deine Lichtengel in Deine heiligen Wohnungen; und erwecke auch unsere Leiber an dem Tage, den Du bestimmt hast nach Deinen heiligen und untrüglichen Verheißungen. So ist das nun, o Herr, kein Tod für Deine Diener, wenn wir aus dem Leibe ausgehen und zu Dir, unserm Gott, eingehen, sondern ein Hinübergesetztwerden von trübseligen zu besseren und fröhlicheren Zuständen, zu Friede und Freude. Und so wir auch in etwas gesündigt haben, sei gnädig sowohl uns als auch ihnen; denn niemand ist rein von Befleckung vor Dir, auch nicht an einem Tage seines Lebens, als Du allein, der Du ohne Sünde auf Erden erschienen, unser Herr Jesus Christus, durch den wir alle die Gnade und die Vergebung der Sünden zu erlangen hoffen. Darum erlasse und vergib und verzeihe uns und ihnen, als der gütige und menschenliebende Gott, unsere Übertretungen, die vorsätzlichen und unvorsätzlichen, die bewussten und unbewussten, die offenbaren und die geheimen, welche wir in Werken und in Gedanken und in Worten und in allen Lebensäußerungen und Bewegungen begangen haben. Denen nun, die vorangegangen, schenke Du die Befreiung und Erquickung, uns aber, die wir noch in dieser Welt sind, segne; gib uns ein gutes und friedliches Ende, sowohl uns wie auch Deinem ganzen Volk; öffne uns auch den Schoß Deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe an dem schrecklichen und furchtbaren Tage Deiner Wiederkunft und mache uns würdig Deines Reiches.
Das folgende Gebet wird angefügt:
O Gott, Großer und Allerhöchster, der Du allein Unsterblichkeit hast und wohnest im unzugänglichen Lichte, der Du die ganze Schöpfung in Weisheit erschaffen, das Licht von der Finsternis geschieden und gesetzt hast die Sonne zur Herrschaft über den Tag, den Mond aber und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht; der Du uns Sünder gewürdigt hast, auch am gegenwärtigen Tage mit Bekenntnis vor Dein Angesicht zu treten und Dir die Abendverehrung darzubringen, Du, menschenliebender Gott, lass unser Gebet vor Dich kommen wie Weihrauch und nimm es an als duftenden Wohlgeruch. Lass uns die gegenwärtige Abendzeit und die kommende Nacht in Frieden verbringen; bekleide uns mit der Rüstung des Lichts; bewahre uns vor dem nächtlichen Grauen und vor jedem Ungemach, das im Finstern schleicht; und gib uns den Schlaf, den Du zur Erholung unserer Schwachheit geschenkt hast, frei von allen teuflischen Träumen. Ja, Du Gebieter des Alls, Spender des Guten, auf dass wir auch auf unseren Schlafstätten Reue fühlen, auch bei Nacht Deines allheiligen Namens gedenken und durch die Beachtung Deiner Gebote erleuchtet, in der Freude unserer Seelen zur Lobpreisung Deiner Huld aufstehen, und Gebete und Flehen Deiner Barmherzigkeit darbringen mögen für unsere eigenen Sünden und für all Dein Volk, welches Du um der Fürbitten willen der heiligen Gottesgebärerin heimsuchen mögest mit Gnade.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Du bist der König des Friedens und der Erlöser unserer Seelen und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
Stichiren zur Stichovna
Ton 3.
Jetzt sind sichtbar zu einem Zeichen / für alle geworden die Zungen. / Denn die Juden, denen Christus dem Fleisch nach entstammt, / sind, am Unglauben krankend, göttlicher Gnade verlustig geworden, / und wir, den Heiden entstammend, / wurden selbst göttlichen Lichts gewürdigt, / gefestigt durch die Worte der Jünger, / da sie die Herrlichkeit Gottes verkündigten, des Wohltäters aller. / Mit ihnen lasset uns samt den Knien / beugen die Herzen, gläubig lasst uns huldigen, // gefestigt durch den Heiligen Geist, dem Retter unserer Seelen.
Ein reines Herz, o Gott, schaffe in mir und mach neu in mir den rechten Geist.
Jetzt ist ausgegossen / über alles Fleisch der tröstende Geist. / Denn mit der Apostel Reigen beginnend, / hat er von ihnen aus durch Teilnahme die Gnade / ausgebreitet über die Gläubigen, / und er beglaubigt seine gewaltige Ankunft, / indem er die Zungen in Feuersgestalt an die Jünger / verteilt zum Lobpreis und zur Verherrlichung Gottes. / Drum, im Herzen geistig erleuchtet, / im Glauben gefestigt durch den Heiligen Geist, // flehen wir um unserer Seelen Errettung.
Verstoß mich nicht von deinem Antlitz und deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir.
Jetzt werden Christi Apostel / mit der Kraft aus der Höhe umkleidet. / Denn sie erneuert der Tröster, der sich in ihnen / durch der Erkenntnis mystische Neuheit wieder erneuert. / Diese in neuen und erhabenen Worten verkündend, / lehren sie uns die ewige / und einfache dreipersönliche Wesenheit Gottes, / des Wohltäters aller, verehren. / Drum durch ihre Lehren erleuchtet, / lasst uns anbeten den Vater samt dem Sohn und dem Geiste, // flehend um unserer Seelen Errettung.
Ton 8.
Jetzt, Theotokion: Kommt, ihr Völker, die Gottheit in drei Personen, / wir wollen sie verehren, / den Sohn im Vater mit dem Heiligen Geiste. / Denn der Vater hat jenseits der Zeit gezeugt / den Sohn, der mit ihm ist ewig / und mit ihm sitzt auf dem Throne. / Und der Heilige Geist war im Vater / und ward mit dem Sohn verherrlicht / als eine einzige Macht, eine einzige Wesenheit / und eine einzige Gottheit, / die wir alle verehren, / indem wir sprechen: / „Heiliger Gott, der du alles / durch den Sohn hast gebildet / unter Mitwirkung des Heiligen Geistes; / Heiliger Starker, durch den wir haben kennengelernt / den Vater und den Heiligen Geist, / der in die Welt ist gekommen; / Heiliger Unsterblicher, du Tröster-Geist, / der hervorgeht aus dem Vater / und ruht im Sohne. // Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.“

- Zur Liturgie -

D: Dass Er gnädig auf Seine Knechte und Mägde, die an den Gebrechen der Trunk- und Drogensucht seelisch und körperlich leiden, blicken und sie von den Fesseln der todbringenden Leidenschaft lösen möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass Er Seine leidenden Knechte von den verderblichen Leidenschaften der Trunk- und Drogensucht befreien und sie durch heilbringende Furcht in Reinheit, Enthaltsamkeit und Wahrheit bewahren möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass sie in Reue Zuflucht zu Gott nehmen, die verderbliche Leidenschaft besiegen und so Teilhaber der ewigen Güter werden, lasset uns zum Herrn beten.
D: Für ihre betrübten Verwandten, dass ihre Gebete und ihr Flehen erhört werden, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass sie und wir erlöst werden von aller Bedrängnis, Zorn und Not, lasst uns beten zum Herrn.
Prokimenon zur Liturgie
Ton 6.
Errette, Herr, dein Volk, // und segne dein Erbe.
Vers: Zu dir, Herr, will ich schreien; o mein Gott, sieh nicht schweigend weg von mir.
Alleluïa zur Liturgie
Ton 2.
Erbarme dich meiner, o Gott, nach deinem großen Erbarmen.
Vers: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir.
Im Anschluss der Liturgie

Bittgebet für Menschen, die an Alkohol- oder Drogensucht leiden

Am 25. Juli 2014 approbierte die Geweihte Synode der Russischen Orthodoxen Kirche die Ordnung des Bittgottesdienstes für Menschen, die an Alkohol- oder Drogensucht leiden. Als Tag der Nüchternheit wurde der 29. August (nach dem alten Stil) eingesetzt, am Tag des Gedächtnisses der Enthauptung des Vorläufers Johannes. Erzhirten und Geistlichen wird an diesem Tag empfohlen, dieses Bittgebet zu zelebrieren.
D: Segne, Gebieter.
P: Gesegnet unser Gott allezeit, jetzt und immerdar, und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
L: Amen. Ehre Dir, unser Gott, ehre Dir.
Himmlischer König, Tröster, Du Geist der Wahrheit, überall Gegenwärtiger und alles Erfüllender, Hort der Güter und Spender des Lebens, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von jedem Makel und errette, Guter, unsere Seelen.

Trishagion bis Vater unser:

L: Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser, dreimal.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Allheilige Dreiheit, erbarme Dich unser. Herr, sei gnädig ob unserer Sünden. Gebieter, verzeih uns unsere Gesetzlosigkeiten. Heiliger, suche unsere Schwächen heim und heile sie um Deines Namens willen.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name. Dein Königtum komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser notwendiges Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
P: Denn Dein ist das Königtum und die Macht und die Herrlichkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
L: Amen.
Herr, erbarme Dich, zwölfmal.
Ehre, jetzt.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus selbst, unserem König und Gott.

Psalm 26

     L: Der Herr ist meine Erleuchtung und mein Erretter, wen sollte ich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollte ich zagen? Zur Zeit, da Übeltäter sich wider mich nahten, um mein Fleisch zu fressen, wurden sie schwach und fielen, meine Bedränger und meine Feinde. Wenn sich ein Heerlager wider mich aufstellt, mein Herz wird sich nicht fürchten; wenn sich ein Krieg wider mich erhebt, in meinem Herzen hoffe ich. Eines habe ich erfleht vom Herrn, dies will ich suchen: zu wohnen im Hause des Herrn, alle Tage meines Lebens, zu schauen die Lieblichkeit des Herrn und zu besuchen seinen heiligen Tempel. Denn er barg mich in seinem Zelt am Tag meiner Übel, er beschützte mich im Verborgenen seines Zeltes, auf einem Felsen erhöhte er mich. Und nun, siehe, er hat mein Haupt erhöht wider meine Feinde. Ich ging ringsum und opferte in seinem Zelt ein Opfer des Lobes und des Jubelrufs: in Liedern und Psalmen will ich singen dem Herrn. Erhöre meine Stimme, Herr, mit der ich schrie: Erbarme dich meiner und erhöre mich. Zu dir sprach mein Herz: Den Herrn will ich suchen. Mein Angesicht hat dich gesucht: dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Wende nicht dein Angesicht von mir ab, und neige dich nicht weg im Zorn von deinem Knecht. Werde mein Helfer, jag mich nicht fort, und verlass mich nicht, o Gott, mein Erretter. Denn mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, der Herr aber nahm mich auf. Gib mir ein Gesetz, Herr, auf deinem Weg, und leite mich auf geradem Pfad, um meiner Feinde willen. Gib mich nicht preis den Seelen derer, die mich bedrängen; denn ungerechte Zeugen standen auf wider mich, und das Unrecht hat sich selbst belogen. Ich glaube, dass ich die Güter des Herrn sehen werde im Lande der Lebenden. Harre des Herrn, handle mannhaft; ja, stark sei dein Herz, und harre des Herrn.
Ehre, jetzt. Alleluia, alleluia, alleluia. Dreimal.

Friedensektenie

D: In Frieden lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Zu jeder Fürbitte.
D: Um den Frieden von oben und die Errettung unserer Seelen lasst uns beten zum Herrn.
D: Um den Frieden der ganzen Welt, den Wohlbestand der heiligen Kirchen Gottes und die Einheit aller lasst uns beten zum Herrn.
D: Für dieses heilige Haus und alle, die mit Glauben, Frömmigkeit und Gottesfurcht hier eintreten, lasst uns beten zum Herrn.
D: Für unseren großen Herrn und Vater, den heiligsten Patriarchen Kyrill, und unseren Herrn, den höchstgeweihten Metropoliten (oder Erzbischof, oder hochgeweihten Bischof) N., für die ehrwürdige Priesterschaft, den Diakonat in Christus, den gesamten Klerus und alles Volk, lasst uns beten zum Herrn.
D: Für unser gottgeschütztes Land und für alle, die es regieren und beschützen, lasst uns beten zum Herrn.
D: Für diese Stadt (oder dieses Dorf, oder dieses heilige Kloster), für jede Stadt, alles Land und die Gläubigen, die darin leben, lasst uns beten zum Herrn.
D: Um günstige Witterung, reichen Ertrag der Früchte der Erde und friedliche Zeiten, lasst uns beten zum Herrn.
D: Für die Reisenden, die Kranken, Notleidenden und Gefangenen und um ihre Errettung lasst uns beten zum Herrn.
D: Dass Er gnädig auf Seine Knechte NN., die seelisch und körperlich leiden, blicken und sie von den Fesseln der todbringenden Leidenschaft lösen möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass Er die Seelen Seiner leidenden Knechte NN. von der verderblichen Leidenschaft der Trunksucht (oder: Drogensucht) befreien und sie durch heilbringende Furcht in Reinheit, Enthaltsamkeit und Wahrheit bewahren möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass Er Seine Knechte NN. mit der Gnade des Heiligen Geistes aufsuchen und sie von dieser, in ihnen nistenden Sünde befreien möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass Er Seinen Knechten NN. den Geist der Weisheit und des Verstandes senden und ihren Herzen Gottesfurcht eingeben möge, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass Er ihnen Kraft zur Überwindung der verderblichen Leidenschaft verleihen möge und sie in Reue Zuflucht zu Gott nehmen, und so Teilhaber der ewigen Güter werden, lasset uns zum Herrn beten.
D: Für ihre Verwandten und Bekannten, die weinen und sich sorgen und Christi Trost ersehnen, und dass ihre Gebete und ihr Flehen erhört werden, lasset uns zum Herrn beten.
D: Dass sie und wir erlöst werden von aller Bedrängnis, Zorn und Not, lasst uns beten zum Herrn.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer¬Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
Ausrufung, P: Denn Dir gebührt alle Herrlichkeit und Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.

Gott ist der Herr, Ton 4.

D: Gott ist der Herr, und Er ist uns erschienen; gesegnet, Der da kommt im Namen des Herrn.
Vers: Bekennet den Herrn: Er ist gut; denn auf ewig währet Sein Erbarmen.
Vers: Ringsum umringten sie mich, doch im Namen des Herrn habe ich sie abgewehrt.
Vers: Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn erzählen.
Vers: Der Stein, Den die Bauleute verwarfen, Dieser ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn her ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.

Tropar, Ton 4

Einziger schneller Beschützer, Christus, / zeig eilends Deine Heimsuchung Deinen leidenden Knechten, / und befrei sie von Gebrechen und Leidenschaften, / führe sie zur rettenden Enthaltsamkeit, / und richte sie auf in Deiner Liebe zum Ewigen Leben, / Dich zu besingen und zu preisen ohne Unterlass, / auf die Fürbitten der Gottesgebärerin, // Du einzig Menschenliebender.
Ehre, jetzt, im selben Ton, Tropar zur Gottesmutterikone "Vom unerschöpflichen Kelch”:
Heute wollen wir, die Gläubigen, kommen / zum göttlichen und wundersamen Bildnis der Allheiligen Gottesgebärerin, / die die Herzen der Gläubigen tränkt / aus dem himmlischen, unerschöpflichen Kelch ihres Erbarmens, / und die den Gläubigen Wunder erweist, / und wir, die sie sahen und davon hörten, / frohlocken im Herzen und rufen eifrig: / Gebieterin, Allgnädige, / heile unsere Gebrechen und Leidenschaften / indem du deinen Sohn, Christus, unseren Gott bittest / Er möge unsere Seelen erretten.

Lesung des Apostels

D: Lasst uns aufmerken.
P: Friede allen.
     Ch: Und deinem Geiste.
D: Weisheit.
     L: Prokimenon, Ton 4: Auch dort wird ja Deine Hand mich leiten und Deine Rechte mich halten.
Vers: Denn Du hast Besitz ergriffen von meinen Nieren, Herr, bist mir beigestanden vom Schoße meiner Mutter an.
D: Weisheit.
     L: Lesung aus dem Brief des hl. Apostels Paulus an die Epheser.
D: Lasst uns aufmerken.
     L: Eph 5,8-21
P: Friede dir.
     L: Und deinem Geiste.
D: Weisheit.
     L: Alleluia im vierten Ton, alleluia, alleluia, alleluia.
     Ch: Alleluia.
Vers: Meine Hilfe kommt vom Herrn, Der geschaffen den Himmel und die Erde.
Vers: Führe meine Seele heraus aus dem Gefängnis.

Lesung des Evangeliums

P: Weisheit, aufrecht. Lasst uns hören das heilige Evangelium. Friede allen.
     Ch: Und deinem Geiste.
P: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
     Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre Dir.
D: Lasst uns aufmerken.
D: In jener Zeit fuhr Jesus in das Gebiet der Gadarener, welches Galiläa gegenüber ist. Als Er aber an das Land ausgestiegen war, trat Ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit geraumer Zeit Dämonen hatte, kein Gewand anzog und in keinem Hause seine Bleibe hatte, sondern in den Grabstätten. Als er aber Jesus sah, schrie er auf, fiel vor Ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was willst Du von mir, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte Dich, quäle mich nicht. Denn Er hatte den unreinen Geist angewiesen, von dem Menschen auszufahren; denn er hatte ihn schon lange Zeiten gepackt, und er war mit Ketten und mit Fußfesseln gebunden und bewacht worden. Aber er zerriss die Bande und wurde vom Dämon an öde Orte getrieben. Jesus aber fragte ihn und sprach: Was ist dein Name? Er aber sprach: Legion; denn viele Dämonen waren in ihn gefahren. Und sie baten Ihn, dass Er ihnen nicht befehle, in den Abgrund zu fahren. Es war aber dort eine Herde ziemlich vieler Schweine, welche an dem Berge weideten. Und sie baten Ihn, dass Er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und Er erlaubte es ihnen. Die Dämonen aber fuhren von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank. Als aber die Hüter sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und auf dem Lande. Sie aber gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und bei Sinnen zu den Füßen Jesu sitzen; und sie fürchteten sich. Die es aber gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der besessen Gewesene gerettet worden war. Und die ganze Menge der Umgegend der Gadarener bat Ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie waren von einer großen Furcht erfasst. Er aber stieg in das Boot und kehrte zurück. Der Mann aber, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bat Ihn, dass er bei Ihm sein dürfe. Jesus aber entließ ihn und sprach: Kehre zurück in dein Haus und erzähle, wie viel Gott dir getan hat. Und er ging hin und verkündigte in der ganzen Stadt, wie viel Jesus ihm getan hatte. (Lk 8, 26-39)
     Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre Dir.

Ebenso spricht der Diakon die Ektenie:

D: Erbarme Dich unser, o Gott, nach Deinem großen Erbarmen, wir bitten Dich, erhöre uns und erbarme Dich.
     Ch: Herr, erbarme Dich, dreimal. Zu jeder Fürbitte.
D: Wir beten auch für unseren großen Herrn und Vater, den heiligsten Patriarchen Kyrill, und unseren Herrn, den höchstgeweihten Metropoliten (oder Erzbischof, oder hochgeweihten Bischof) N., und für all unsere Brüder in Christus.
D: Wir beten auch für unser gottgeschütztes Land und für alle, die es regieren und beschützen, auf dass wir ein stilles und ruhiges Leben führen können in aller Frömmigkeit und Lauterkeit.
D: Der Du den Tod der Sünder nicht wünschst, sondern dass sie umkehren und leben, verschone und erbarme Dich Deiner Knechte NN., heile ihre Gebrechen und die Leidenschaften ihrer Seelen und Leiber, und als Gütiger vergib ihnen alle willentlichen und unwillentlichen Verfehlungen, richte sie bald vom Weg des Verderbens auf, wir bitten Dich, erhöre uns und erbarme Dich.
D: Sieh, Herr, gnädig auf Deine Knechte NN., die von der verderblichen Leidenschaft geknechtet sind, gewähre es ihnen, die Süße der Enthaltsamkeit und der daraus erwachsenden geistlichen Früchte zu kosten, erhöre uns und erbarme Dich.
D: Dass Du Dich Deiner Knechte NN. erbarmen und ihnen jegliche willentlichen und unwillentliche Verfehlungen vergeben mögest, und an ihnen Deine große Gnade erweist, sie von der sündhaften Verstrickung und der Gewalt des Teufels befreist, darum wir bitten Dich, erhöre uns und erbarme Dich.
D: Dass Deine Knechte N. nicht eines grimmigen Todes sterben, sondern durch Dein kostbares Blut lebendig und von der Bitterkeit, mit der sie der Widersacher tränkte, geheilt werden, darum bitten wir Dich, den Arzt unserer Seelen und Leiber, erhöre uns und erbarme Dich gnädig.
D: Wie Du einst den Besessenen aus dem Lande der Gadarener durch göttliche Kraft aus der Gewalt des Teufels befreit hast, so heile auch Deine sehr leidenden Knechte N., wir bitten Dich, erhöre uns und erbarme Dich.
P: Erhöre uns, Gott, unser Erlöser, Du Hoffnung aller bis an die Enden der Erde und all derer, die auf dem hohen Meere sind, der Du gnädig bist allen, sei auch uns gnädig, Gebieter, ob unserer Sünden, und erbarme Dich unser. Denn ein barmherziger und menschenliebender Gott bist Du, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.

Gebet

D: Lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
Der Priester liest mit aller Aufmerksamkeit und Zerknirschung laut folgendes Gebet:
P: Gebieter und Herr, der Du den Menschen nach Deinem Bild und Deiner Ähnlichkeit geschaffen und ihm den Heiligen Geist geschenkt hast! Befreie Dein gefallenes Geschöpf von der Knechtschaft beim Feind, öffne ihm die Pforten der Reue, sende ihm den lichten Engel, der ihn von aller Nachstellung des Widersachers befreit. Erhöre, o Gott, die in Not und Trübsal Zuflucht zu Dir Suchenden, wende Dein Angesicht nicht ab von den der verderblichen Leidenschaft der Trunksucht (oder: Drogensucht) Anheimgefallenen, sondern gib ihnen Festigkeit, Hoffnung, Glauben, festige ihren guten Vorsatz und führe sie hin zu heilsamer Enthaltsamkeit, verbrenne die Dornen der willentlichen und unwillentlichen Verfehlungen, so dass Deine Gnade, die den ganzen Menschen erleuchtet und rein macht, in ihnen Wohnung nimmt. Heile sie vom schweren Gebrechen der Trunksucht (oder: Drogensucht), befreie sie aus geistiger Umnachtung und der Versteinerung des Herzens. Schenke ihnen Gesundheit der Seele und des Leibes, weise ihnen den Weg des Fleißes und der Frömmigkeit. Erhöre, o gnädiger Herr, das Flehen ihrer Eltern und Verwandten, die um ihre Kinder und Nächsten weinen. Denn Dein ist es, Dich zu erbarmen und uns zu erlösen, unser Gott, und Dir senden wir Lobpreisung empor, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar, und in alle Ewigkeit.
     Ch: Amen.

Entlassung

D: Weisheit.
P: Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
     Ch: Die du geehrter bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, dich, die wahrhafte Gottesgebärerin, preisen wir hoch.
P: Ehre Dir Christus Gott, Du unsere Hoffnung, Ehre Dir.
     Ch: Ehre, jetzt. Herr, erbarme Dich, dreimal. Vater segne.
Und die Entlassung, auf dem Ambo bei geschlossenen königlichen Türen:
P: Christus, unser wahrer Gott, auf die Fürbitten Seiner allreinen Mutter, durch die Kraft des kostbaren und lebenspendenden Kreuzes, auf die Fürbitten des heiligen Märtyrers Bonifatius und der gottragenden Mutter Maria von Ägypten und aller Heiligen, erbarme sich unser und errette uns als Guter und Menschenliebender.
     Ch: Herr, erbarme Dich, dreimal.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank, Übersetzungskommission der OBKD und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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