Ton 8. ( nach: O des unfassbaren Wunders )
Ton 6. ( nach: Am dritten Tage )
Wir sprechen kein Prokimenon. Stattdessen folgen die Lesungen der Parimien.
Erste Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Buch Genesis.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde war aber wüst und öde, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war, und Gott schied das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es ward Abend und ward Morgen: ein erster Tag.
Und Gott sprach: Es werde eine Feste inmitten der Wasser, und sie scheide die Wasser voneinander! Und es geschah also. Gott machte die Feste und schied die Wasser unter der Feste von den Wassern über der Feste. Und Gott nannte die Feste Himmel. Und es ward Abend und ward Morgen: ein zweiter Tag. Und Gott sprach: Das Wasser unter dem Himmel sammle sich an einen Ort, daß das Trockene sichtbar werde! Und es geschah also. Und Gott nannte das Trockene Land, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott sprach: Die Erde lasse sprossen junges Grün: Kraut, das Samen trägt, und Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen auf der Erde, in denen ihr Same ist! Und es geschah also. Die Erde ließ sprossen junges Grün: Kraut, das Samen trägt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist, je nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war. Und es ward Abend und ward Morgen: ein dritter Tag.
(Gen 1,1-13)
Zweite Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Mache dich auf, werde licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn strahlt auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker; doch über dir strahlt auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir, und Völker strömen zu deinem Lichte, und Könige zu dem Glanz, der über dir aufstrahlt. Hebe deine Augen auf und sieh umher: alle sind sie versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von ferne, und deine Töchter werden auf den Armen getragen. Da wirst du schauen und strahlen, dein Herz wird beben und weit werden; denn der Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden, und die Schätze der Völker werden zu dir kommen. Die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare von Midian und Epha; die Sabäer werden allzumal kommen und Gold und Weihrauch bringen und die Ruhmestaten des Herrn verkünden. Alle Schafe von Kedar sammeln sich zu dir, die Widder von Nebajoth stehen dir zu Diensten, kommen auf meinen Altar (mir) zum Wohlgefallen; und mein Bethaus will ich verherrlichen. Wer sind diese, die daherfliegen wie eine Wolke und wie Tauben nach ihren Schlägen? Ja, zu mir sammeln sich die Seefahrer, die Tharsisschiffe voran, deine Söhne aus der Ferne zu bringen; ihr Gold und Silber führen sie mit für den Namen des Herrn, deines Gottes, für den Heiligen Israels, weil er dich verherrlicht. Und Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige werden dir dienen; denn in meinem. Zorn habe ich dich geschlagen, doch in meiner Huld mich deiner erbarmt. Deine Tore werden allezeit offenstehen, werden Tag und Nacht nicht geschlossen werden, damit die Schätze der Völker zu dir eingehen unter der Führung ihrer Könige. Denn das Volk und das Königreich, die dir nicht dienen wollen, werden untergehen, und ihre Länder sollen wüste werden. Die Pracht des Libanon wird zu dir kommen, Zypresse, Platane und Buchsbaum zumal, daß sie die Stätte meines Heiligtums zieren, daß ich die Stätte meiner Füße ehre. Und tiefgebückt werden zu dir kommen die Söhne deiner Bedrücker, und alle, die dich geschmäht, werden dir zu Füßen fallen und dich nennen „Stadt des Herrn“, „Sion des Heiligen Israels“. Statt daß du verlassen bist und verhaßt, von niemandem besucht, will ich dich herrlich machen in die Äonen, zur Wonne für alle Geschlechter. Du wirst die Milch der Völker schlürfen, an der Brust der Könige trinken. Und du wirst erkennen, daß ich, der Herr, dein Heiland bin, und dein Erlöser, der Gott Israels. (Jes 60,1-16)
Dritte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Buch Exodus.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Es sprach der Herr zu Moses und Aaron im Lande Ägypten: Dieser Monat soll für euch der erste Monat sein; von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sprecht zu der ganzen Gemeinde Israels: Am zehnten Tage dieses Monats nehme sich ein jeder ein Lamm, nach der Zahl der Familien, je ein Lamm für eine Haushaltung. Wenn aber für ein Lamm in einem Hause zu wenige sind, so nehme er es zusammen mit dem Nachbar, der zunächst bei seinem Hause wohnt, nach der Zahl der Seelen; so viele, wie nötig sind, ein Lamm aufzuessen, sollt ihr auf das Lamm rechnen. Ein fehlerloses, männliches, einjähriges Lamm soll es sein; aus den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen. Und ihr sollt es aufbehalten bis zum vierzehnten Tage dieses Monats; dann soll die ganze Gemeinde Israels es schlachten um die Abendzeit. Und sie sollen von dem Blute nehmen und die beiden Türpfosten und die Oberschwelle an den Häusern, in denen sie es essen, damit bestreichen, das Fleisch aber sollen sie in derselben Nacht noch essen; am Feuer gebraten sollen sie es essen, und ungesäuertes Brot mit bittern Kräutern dazu. Ihr sollt nichts davon roh oder im Wasser gesotten, sondern am Feuer gebraten, den Kopf mitsamt den Schenkeln und den inneren Teilen. Und ihr sollt davon nichts übriglassen bis zum Morgen. Was aber bis zum Morgen davon übrigbleibt, sollt ihr verbrennen. So sollt ihr es essen: die Lenden gegürtet, die Schuhe an den Füßen und den Stab in der Hand. Ihr sollt es essen in angstvoller Eile; ein Osterlamm für den Herrn ist es. (Ex 12,1-11)
Vierte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jona.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Und es erging das Wort des Herrn an Jonas, den Sohn Amitthais: Auf, gehe nach Ninive, der großen Stadt, und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. Aber Jonas machte sich auf, aus dem Angesichte des Herrn hinweg nach Tharsis zu fliehen, und ging nach Joppe hinab. Da fand er ein Schiff, das nach Tharsis fuhr. Er bezahlte den Fahrpreis und stieg ein, um mit nach Tharsis zu fahren, hinweg aus den Augen des Herrn. Aber der Herr warf einen gewaltigen Wind auf das Meer, und es entstand ein gewaltiger Sturm auf dem Meere, so daß das Schiff zu scheitern drohte. Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrien ein jeder zu seinem Gott. Und sie warfen die Geräte auf dem Schiff ins Meer, um sich Erleichterung zu schaffen. Jonas aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich niedergelegt und schlief fest. Da trat der Schiffshauptmann an ihn heran und sprach zu ihm: Was kommt dich an, zu schlafen? Auf, rufe deinen Gott an; vielleicht nimmt er Rücksicht auf uns, daß wir nicht ver-derben. Dann sprachen sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, damit wir erfahren, um wessen willen uns dieses Unglück trifft. Und sie warfen das Los, und es fiel auf Jonas. Da sprachen sie zu ihm: Sage uns doch: was ist dein Gewerbe, und woher kommst du? wo bist du daheim, und zu welchem Volk gehörst du? Er antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. Da fürchteten die Männer sich sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan! Denn die Männer wußten, daß er vor dem Herrn floh; er hatte es ihnen nämlich gesagt. Und sie sprachen zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, daß das Meer ruhig wird und von uns läßt? Denn das Meer wurde immer stürmischer. Er antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer ruhig werden und von euch lassen. Denn ich weiß, daß dieser gewaltige Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist. Nun strengten sich die Männer an, das Schiff wieder ans Land zu bringen, aber sie vermochten es nicht; denn das Meer wurde immer stürmischer gegen sie. Da riefen sie den Herrn an und sprachen: Ach Herr, laß uns doch nicht umkommen, wenn wir diesen Mann ums Leben bringen, und rechne uns nicht unschuldiges Blut an; denn du, o Herr, hast nach deinem Wohlgefallen getan. Und sie nahmen Jonas und warfen ihn ins Meer. Da stand das Meer ab von seinem Wüten. Es kam aber große Furcht vor dem Herrn über die Männer, und sie schlachteten dem Herrn ein Opfer und taten Gelübde. Und der Herr entbot einen großen Fisch, Jonas zu verschlingen, und Jonas war drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des Fisches. Da betete Jonas im Bauche des Fisches zu dem Herrn, seinem Gott, und sprach: Aus meiner Not rief ich zu dem Herrn, und er erhörte mich. Aus dem Schoß der Unterwelt schrie ich, du hörtest meine Stimme. Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, und die Flut umschloß mich; all deine Wogen und Wellen gingen über mich hin. Schon dachte ich, ich sei verstoßen, hinweg aus deinen Augen. Wie werde ich je wieder schauen deinen heiligen Tempel? Die Wasser gingen mir bis an die Seele, die Tiefe umschloß mich, Meertang umschlang mein Haupt an den Gründen der Berge. Ich war hinabgefahren in die Erde, ihre Riegel schlössen sich hinter mir auf ewig; da zogst du mein Leben empor aus der Grube, o Herr, mein Gott! Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich des Herrn, und mein Gebet drang zu dir in deinen heiligen Tempel. Die an nichtige Götzen sich halten, verlassen (ihn), ihre Zuflucht. Ich aber will mit lautem Danken dir Opfer bringen; was ich gelobt habe, will ich erfüllen! Die Hilfe steht bei dem Herrn. Und der Herr gebot dem Fisch, und er spie Jonas ans Land.
Danach erging das Wort des Herrn zum zweitenmal an Jonas: Auf, gehe nach Ninive, der großen Stadt, und predige ihr, was ich dir sagen werde. Und Jonas machte sich auf und ging nach Ninive gemäß dem Befehl des Herrn. Ninive aber war eine über alle Maßen große Stadt, drei Tagereisen zu durchwandern. Und Jonas begann in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise weit; dann predigte er: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott und riefen ein Fasten aus, und groß und klein legte Trauer an. Und die Kunde drang bis vor den König von Ninive. Da stand er auf von seinem Throne, tat seinen Mantel von sich, bedeckte sich mit dem Trauergewand und setzte sich in die Asche. Dann ließ er ausrufen und verkünden in Ninive: „Auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe, sollen nichts genießen, sie sollen nicht weiden noch Wasser trinken. Sie sollen sich in Trauer hüllen, Menschen und Vieh, und mit Macht zu Gott rufen und sollen sich ein jeder bekehren von seinem bösen Wandel und von dem Frevel, der an seinen Händen ist. Wer weiß, vielleicht gereut es Gott doch noch, und er läßt ab von seinem grimmigen Zorn, daß wir nicht untergehen.“
Als nun Gott ihr Tun sah, daß sie sich von ihrem bösen Wandel bekehrten, ließ er sich das Unheil gereuen, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht. Das verdroß Jonas gar sehr, und er ward zornig. Und so betete er zum Herrn und sprach: Ach Herr, das ist's eben, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Lande war. Darum wollte ich auch das erstemal nach Tharsis fliehen. Denn ich wußte ja, daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld, und daß dich des Übels gereut. Und nun, o Herr, nimm doch meine Seele von mir; denn es ist mir lieber, ich sterbe, als daß ich noch weiterlebe. Da antwortete der Herr: Ist es recht, daß du so zürnst? Danach ging Jonas zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder. Er baute sich dort eine Hütte und saß darunter im Schatten, bis er sähe, wie es der Stadt ergehen würde. Und Gott der Herr entbot einen Rizinus; der wuchs über Jonas empor, um seinem Haupte Schatten zu geben und ihm so seinen Unmut zu nehmen. Über diesen Rizinus freute sich Jonas sehr. Als aber am folgenden Tage die Morgenröte aufstieg, entbot Gott einen Wurm; der stach den Rizinus, so daß er verdorrte. Und als die Sonne aufging, entbot Gott einen schwülen Ostwind, und die Sonne stach auf Jonas Haupt, so daß er matt wurde. Da wünschte er sich den Tod und sprach: Es ist mir lieber, ich sterbe, als daß ich noch weiterlebe. Gott aber sprach zu Jonas: Ist es recht, daß du so zürnst um des Rizinus willen? Er antwortete: Ja, mit Recht zürne ich so, daß mir das Leben verleidet ist. Da sprach der Herr: Dich jammert des Rizinus, um den du doch keine Mühe gehabt und den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht geworden und in einer Nacht verdorben ist. Und mich sollte der großen Stadt Ninive nicht jammern, in der über hundertzwanzig-tausend Menschen sind, die zwischen rechts und links noch nicht unterscheiden können, dazu die Menge Vieh? (Jona 1,1 - 4,11)
Fünfte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Buch Josua.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Als nun die Israeliten in Gilgal lagerten, hielten sie Ostern am vierzehnten Tage des Monats am Abend in der Steppe von Jericho. Und sie aßen am Tage nach Ostern vom Ertrag des Landes, ungesäuertes Brot und geröstetes Korn. An ebendiesem Tage hörte das Manna auf, als sie vom Ertrag des Landes aßen, und die Israeliten bekamen kein Manna mehr, sondern in jenem Jahre aßen sie von den Früchten des Landes Kanaan.
Als aber Josua bei Jericho war, erhob er einst seine Augen und sah, wie ein Mann ihm gegenüberstand, das blanke Schwert in der Hand. Und Josua ging auf ihn zu und sprach zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? Er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste über das Heer des Herrn; eben jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde, betete an und sprach zu ihm: Was hat mein Herr seinem Knechte zu sagen? Und der Oberste über das Heer des Herrn sprach zu Josua: Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, da du stehst, ist heilig. Und Josua tat also.
(Jos 5,10-15)
Sechste Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Buch Exodus.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Die Kinder Israels brachen von Sukkoth auf und lagerten sich in Etham am Rande der Wüste. Der Herr aber zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten. Nie wich die Wolkensäule am Tage und nie die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des Zuges.
Da sprach der Herr zu Moses: Befiehl den Israeliten, umzukehren und sich bei Pihahiroth zu lagern, zwischen Migdol und dem Meere; angesichts von Baal-Zephon, diesem gegenüber, sollt ihr euch am Meere lagern. Der Pharao aber wird von den Israeliten denken: Sie haben sich im Lande verirrt, die Wüste hält sie umschlossen. Dann will ich das Herz des Pharao verstecken, daß er ihnen nachjagt, damit ich mich am Pharao und seiner ganzen Macht verherrliche; die Ägypter sollen erkennen, daß ich der Herr bin. Und sie taten also. Als nun dem König von Ägypten gemeldet wurde, daß das Volk geflohen sei, da änderte sich der Sinn des Pharao und seiner Leute gegenüber dem Volke, und sie sprachen: Was haben wir da getan, daß wir Israel haben ziehen lassen, so daß sie- uns nicht mehr dienen! Und er ließ seinen Streitwagen anspannen und nahm seine Leute mit sich. Er nahm sechshundert auserlesene Streitwagen und alle Streitwagen Ägyptens und Wagenkämpfer auf einem jeden. Und der Herr verstockte das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, so daß er den Israeliten nachjagte, obwohl sie unter dem Schutze einer hocherhobenen Hand auszogen. So jagten ihnen die Ägypter nach und erreichten sie, als sie am Meere lagerten - alle Rosse der Streitwagen, die Reiter und die Kriegsmacht des Pharao -, bei Pihahiroth gegenüber Baal-Zephon. Als nun der Pharao schon nahe herangekommen war, erhoben die Israeliten ihre Augen, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; da fürchteten sie sich sehr. Und die Israeliten schrien zum Herrn und sprachen zu Moses: Gab es denn keine Gräber in Ägypten, daß du uns wegführen mußtest, damit wir in der Wüste sterben? Was hast du uns da angetan, daß du uns aus Ägypten weggeführt hast! Haben wir dir's nicht schon in Ägypten gesagt: „Laß uns in Ruhe! Wir wollen den Ägyptern dienen?“ Denn es wäre uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben. Moses aber sprach zum Volke: Fürchtet euch nicht! Haltet stand, so werdet ihr sehen, wie der Herr euch heute helfen wird; denn so, wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wieder sehen. Der Herr wird für euch streiten, seid ihr nur stille.
Danach sprach der Herr zu Moses: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, sie sollen aufbrechen. Du aber hebe deinen Stab empor und recke deine Hand aus über das Meer und spalte es, daß die Israeliten mitten im Meere auf dem Trockenen gehen können. Und ich will dann das Herz der Ägypter verstecken, daß sie ihnen nacheilen, damit ich mich verherrliche am Pharao und seiner ganzen Kriegsmacht, an seinen Streitwagen und seinen Reitern. Die Ägypter sollen erkennen, daß ich der Herr bin, weil ich am Pharao, an seinen Streitwagen und seinen Reitern mich verherrliche. Da machte sich der Engel Gottes auf, der vor dem Heere Israels einherzog, und trat hinter sie; und die Wolkensäule vor ihnen ging weg und stellte sich hinter sie. Und jener kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels zu stehen. Es geschah aber, daß die Wolke sich verfinsterte; da zogen sie während der Nacht hindurch, so daß während der ganzen Nacht keiner dem ändern nahekam. Und Moses reckte seine Hand aus über das Meer, und der Herr trieb das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind zurück und legte das Meer trocken; und die Wasser spalteten sich. So gingen die Israeliten mitten im Meere auf dem Trockenen, während die Wasser ihnen zur Rechten und zur Linken wie eine Mauer standen. Die Ägypter aber jagten nach und zogen hinter ihnen her, alle Rosse des Pharao, seine Streitwagen und Reiter, mitten ins Meer hinein. Und um die Zeit der Morgenwache schaute der Herr in der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter und verwirrte das Heer der Ägypter; er hemmte die Räder ihrer Wagen und ließ sie nur mühsam vorwärtskommen. Da sprachen die Ägypter: Laßt uns vor Israel fliehen; denn der Herr streitet für sie wider Ägypten. Und der Herr sprach zu Moses: Recke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser zurückfluten auf die Ägypter, auf ihre Wagen und ihre Reiter. Und Moses reckte die Hand aus über das Meer, und beim Anbrach des Morgens strömte das Meer in sein Bett zurück, während die Ägypter ihm entgegenflohen, und der Herr trieb die Ägypter mitten ins Meer hinein. Die Wasser strömten zurück und bedeckten die Wagen und Reiter, die ganze Streitmacht des Pharao, die ihnen ins Meer nachgefolgt war, so daß nicht einer von ihnen am Leben blieb. Die Israeliten aber waren mitten im Meere auf dem Trockenen gegangen, während die Wasser ihnen zur Rechten und zur Linken wie eine Mauer standen. So errettete der Herr an jenem Tage Israel aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Gestade des Meeres liegen. Als Israel sah, wie gewaltig sich die Hand des Herrn an den Ägyptern erwiesen hatte, da fürchtete das Volk den Herrn, und sie glaubten an den Herrn und an seinen Knecht Moses. Damals sangen Moses und die Israeliten dem Herrn dieses Lied; sie hoben an: (Ex 13,20 - 15,19)
Die Königlichen Türen werden geöffnet.
Der Leser spricht: Lasset uns singen dem Herrn:
Der Chor im 5. Ton: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Der Leser trägt weiterhin die Verse vor, wobei bei Chöre „Denn herrlich hat Er sich verherrlicht“ antworten.
Ross und Reiter warf Er ins Meer. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Helfer und Beschützer ist Er mir geworden zur Errettung. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Dieser ist mein Gott, und ich will Ihn verherrlichen; der Gott meines Vaters, ja, ich will Ihn erhöhen. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Der Herr ist es, der Kriege zerschmettert, Herr ist Sein Name. Die Wagen Pharaos und dessen Macht warf Er ins Meer. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Die auserlesenen Reiter, die Hauptleute versenkte Er im Roten Meer. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Mit hoher See bedeckte Er sie; sie sanken in die Tiefe wie Stein. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Deine Rechte, Herr, hat sich verherrlicht in Kraft. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Deine rechte Hand, Herr, zermalmte die Feinde; und in der Fülle Deiner Herrlichkeit hast Du zerschmettert die Widersacher. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Du entsandtest Deinen Zorn, und der fraß sie wie einen Halm. Und durch den Hauch Deines Grimms trat das Wasser auseinander. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Die Wasser erstarrten wie eine Mauer, die Wogen erstarrten in der Mitte des Meeres. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Da sprach der Feind: Verfolgen will ich sie und ergreifen, will die Beute verteilen, meine Seele sättigen und sie mit meinem Schwert vernichten; meine Hand wird Herr sein. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Du entsandtest Deinen Hauch, und das Meer bedeckte sie; sie versanken wie Blei in gewaltigem Wasser. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Wer ist Dir gleich unter den Göttern, Herr? Wer ist Dir gleich? Verherrlicht in den Heiligen, wunderbar in Herrlichkeiten und Wunder vollbringend. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Du strecktest Deine Rechte aus, da verschlang sie die Erde. Geleitet hast Du durch Deine Gerechtigkeit dieses Dein Volk, das Du erlöst hast. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Du beriefest es in Deiner Stärke zu Deiner heiligen Wohnung. Die Nationen hörten es und gerieten in Zorn; Wehen ergriffen die Bewohner Philistäas. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Da eilten die Führer Edoms und die Fürsten der Moabiter; Zittern ergriff sie, und alle Bewohner Kanaans schmolzen dahin. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Furcht und Zittern mögen auf sie fallen, ob der Größe Deines Arms sollen sie versteinern. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Bis vorübergezogen ist Dein Volk, o Herr, bis vorübergezogen ist dieses Dein Volk, das Du Dir erworben. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Führe sie hinauf und pflanze sie ein auf den Berg Deines Erbes zu Deiner bereiten Wohnstatt, die Du errichtet, o Herr, ein Heiligtum, das Deine Hände bereitet. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Der Herr ist König der Weltalter, auf ewig und darüberhinaus. Denn das Ross Pharaos ging samt Wagen und Reitern ins Meer, und der Herr führte wider sie das Wasser des Meeres herbei. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Die Kinder Israëls aber wandelten über trockenes Land inmitten des Meeres.
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen. Lasset uns singen dem Herrn:
Ch: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Und der Leser singt selbst: Denn herrlich hat Er sich verherrlicht.
Die Königlichen Türen werden geschlossen.
Siebte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Zefanja.
D: Lasst uns aufmerken.
L: So spricht der Herr: Harret auf mich, auf den Tag, da ich als Zeuge aufstehe. Denn mir kommt es zu, Völker zu sammeln und Königreiche zusammenzubringen, um meinen Grimm über sie auszuschütten, die ganze Glut meines Zorns; denn durch das Feuer meines Eiferns soll die ganze Erde verzehrt werden. Denn alsdann will ich den Völkern andere, reine Lippen geben, daß sie alle den Namen des Herrn anrufen, ihm einträchtig dienen. Von jenseits der Ströme Äthiopiens werden sie mir Speiseopfer bringen. An jenem Tage wirst du nicht zuschanden werden wegen all deiner Taten, durch die du dich an mir vergangen hast; denn ich will alsdann aus dir entfernen deine stolzen Prahler, und du wirst dich nicht mehr überheben auf meinem heiligen Berge. Und ich werde in dir übriglassen ein demütiges und geringes Volk, und es wird beim Namen des Herrn Schutz suchen der Rest Israels. Sie werden kein Unrecht tun, noch Lügen reden; in ihrem Munde wird keine trügerische Zunge gefunden werden, sondern sie werden weiden und sich lagern, ohne daß jemand sie aufschreckt. Juble, Tochter Sion, jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat deine Widersacher hinweggenommen, hat weggefegt deine Feinde. König ist der Herr in deiner Mitte, du sollst kein Unglück mehr erfahren. (Zef 3,8-15)
Achte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Es erging das Wort des Herrn an Elias: Mach dich auf und gehe nach Sarepta, das zu Sidon gehört, und bleibe daselbst; siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, daß sie dich speise. Und er machte sich auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, siehe, da war dort gerade eine Witwe am Holzlesen. Er rief sie an und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Kruge, daß ich trinke! Wie sie nun hinging, es zu holen, rief er ihr nach: Bringe mir doch auch einen Bissen Brot mit! Aber sie sprach: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Nun lese ich da ein paar Stücke Holz zusammen, dann gehe ich heim und bereite es für mich und meinen Sohn zu, und wenn wir es aufgegessen haben, müssen wir halt sterben. Elias sprach zu ihr: Sei ohne Sorge! Geh heim und tue, wie du gesagt hast; doch mache mir davon zuerst ein Brötchen und bring es mir heraus; für dich und deinen Sohn magst du hernach etwas machen. Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehl im Topfe soll nicht ausgehen, und das Öl im Kruge soll nicht versiegen, bis zu dem Tage, da der Herr dem Lande Regen spendet. Da ging sie hin und tat, wie Elias gesagt hatte. Und sie hatten zu essen, sie und er und der Knabe, Tag für Tag. Das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Krug versiegte nicht, nach dem Wort, das der Herr durch Elias geredet hatte.
Danach begab es sich, daß der Sohn der Frau, der das Haus gehörte, krank ward, und seine Krankheit wurde so heftig, daß kein Lebensodem mehr in ihm blieb. Da sprach sie zu Elias: Was habe ich mit dir zu schaffen, du Mann Gottes? Du bist ja nur zu mir gekommen, daß meiner Schuld gedacht werde und mein Sohn sterbe. Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn. Und er nahm ihn aus ihren Armen, trug ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Dann rief er den Herrn an und sprach: O Herr, mein Gott, solltest du wirklich auch über die Witwe, bei der ich zu Gast bin, Unheil beschlossen haben, daß du ihren Sohn sterben lassest ? Und er streckte sich dreimal über den Knaben hin, rief den Herrn an und sprach: O Herr, mein Gott, laß doch die Seele dieses Knaben wieder in ihm zurückkehren! Und der Herr erhörte das Gebet des Elias: Die Seele des Knaben kehrte in ihm zurück, und er wurde wieder lebendig. Nun nahm Elias das Kind, trug es vom Obergemach in das Haus hinab und gab es seiner Mutter. Und Elias sprach: Sieh da, dein Sohn lebt. Da sprach die Frau zu Elias: Jetzt weiß ich, daß du ein Gottesmann bist und daß das Wort des Herrn in deinem Munde Wahrheit ist.
(1 Kön 17,8-23)
Neunte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Laut will ich mich freuen des Herrn, meine Seele frohlocke ob meinem Gott; denn er kleidet mich mit Gewändern des Heils und umhüllt mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit, gleich dem Bräutigam, der sich den Kopfschmuck aufsetzt, und wie die Braut, die ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie der Garten seine Saaten sprossen läßt, so wird Gott der Herr Gerechtigkeit sprossen lassen und Ruhm vor allen Völkern.
Um Sions willen kann ich nicht schweigen und um Jerusalems willen nicht rasten, bis daß wie Lichtglanz sein Recht hervorbricht und sein Heil wie eine lodernde Fackel. Da werden die Völker dein Recht schauen und alle Könige deine Herrlichkeit, und man wird dich nennen mit neuem Namen, den der Mund des Herrn bestimmen wird. Du wirst eine herrliche Krone in der Hand des Herrn sein, ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes. Du wirst nicht mehr »Verlassene« heißen, noch dein Land »Einsam«, sondern du wirst heißen »Meine Lust«, und dein Land »Vermählt«; denn der Herr hat seine Lust an dir, und dein Land wird vermählt sein. Denn wie der Jüngling die Jungfrau freit, so wird dein Erbauer dich freien, und wie der Bräutigam der Braut sich freut, so wird dein Gott sich deiner freuen.
(Jes 61,10 - 62,5)
Zehnte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Buch Genesis.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Gott wollte den Abraham prüfen. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich! Er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, den Isaak, und gehe hin ins Land Moria und opfere ihn daselbst als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde. Da bepackte Abraham am anderen Morgen in der Frühe seinen Esel und nahm seine beiden Knechte und seinen Sohn Isaak mit sich; und er spaltete das Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, den ihm Gott genannt hatte. Am dritten Tage, als Abraham seine Augen erhob, sah er die Stätte von ferne. Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibet ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir zu euch zurückkommen. Dann nahm Abraham das Holz zum Brandopfer und lud es seinem Sohne Isaak auf; er selbst nahm den Feuerbrand und das Messer, und so gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Abraham antwortete: Was willst du, mein Sohn? Er sprach: Siehe, hier ist wohl der Feuerbrand und das Holz; wo ist aber das Lamm zum Opfer? Abraham antwortete: Gott wird sich das Lamm zum Opfer selbst ersehen, mein Sohn. So gingen die beiden miteinander. Als sie nun an die Stätte kamen, die Gott ihm genannt hatte, baute Abraham daselbst den Altar und schichtete das Holz darauf; dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Hierauf streckte Abraham seine Hand aus und ergriff das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm vom Himmel her der Engel des Herrn zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich! Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest: du hast deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten. Wie nun Abraham seine Augen erhob, sah er einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gebüsch verfangen hatte. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und opferte ihn als Brandopfer anstatt seines Sohnes. Und Abraham nannte die Stätte »Gottessicht«; deshalb sagt man noch heutigen Tages: auf dem Berge » Gottessicht«.
Und der Engel des Herrn rief Abraham abermals zu vom Himmel her: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr: weil du das getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorent-halten hast, darum will ich dich segnen und dein Geschlecht so zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Gestade des Meeres, und dein Geschlecht wird das Tor seiner Feinde besitzen; mit dem Namen deines Stammes werden sich Segen wünschen alle Völker der Erde, weil du mir gehorcht hast.
(Gen 22,1-18)
Elfte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Der Geist Gottes des Herrn ruht auf mir, dieweil mich der Herr gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Gebundenen Lösung der Bande, auszurufen ein Gnadenjahr des Herrn und einen Tag der Rache unseres Gottes, da alle Trauernden getröstet werden, da ihnen ein Kopfschmuck gegeben wird statt der Asche, Freudenöl anstatt der Trauerhülle, Lobgesang statt verzagenden Geistes, da man sie nennt »Terebinthen der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des Herrn« ihm zur Verherrlichung. Da werden sie die Trümmer der Vorzeit wieder bauen und die Ruinen der Altvordern aufrichten, erneuern die Städte, die verwüstet liegen, die Ruinen früherer Geschlechter. Und Fremde werden dastehen und eure Schafe weiden, und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein; ihr aber werdet Priester des Herrn heißen, Diener unseres Gottes wird man euch nennen. Ihr werdet die Schätze der Völker genießen und in ihre Herrlichkeit eintreten. Dafür, daß meines Volkes Schmach zwiefältig war und Schande ihr Erbteil, sollen sie in ihrem Lande Zwiefältiges besitzen, ewige Freude soll ihnen werden. Denn ich, der Herr, liebe das Recht und hasse frevlen Raub; ich will ihnen den Lohn getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen: ihr Geschlecht wird bei den Heiden bekannt sein und ihre Sprößlinge unter den Völkern; alle, die sie sehen, anerkennen, daß sie ein Geschlecht sind, das der Herr gesegnet hat. (Jes 61,1-9)
Zwölfte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem zweiten Buch der Könige.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Eines Tages begab es sich, daß Elisäus nach Sunam hinüberging. Dort wohnte eine reiche Frau, die nötigte ihn, bei ihr zu essen. Sooft er dann vorbeikam, kehrte er bei ihr zum Essen ein. Da sprach sie einst zu ihrem Manne: Sich, ich habe gemerkt, daß es ein heiliger Gottesmann ist, der da immer bei uns vorbeikommt. Wir wollen ein kleines gemauertes Obergemach errichten lassen und ihm Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hineinstellen; wenn er dann zu uns kommt, kann er dort einkehren. Eines Tages nun begab es sich, daß er wieder dorthin kam. Da kehrte er in dem Obergemache ein und legte sich darin schlafen. Hernach sprach er zu seinem Diener Gehasi: Rufe unsere Sunamitin! Der rief sie, und sie trat vor ihn. Da befahl er ihm: Sage doch zu ihr: Sieh, du hast dich um uns so ängstlich bemüht; was kann man für dich tun? Brauchst du etwa Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann? Sie antwortete: Ich wohne ja sicher in-mitten meines Volkes. Er aber sagte: Was kann man wohl für sie tun? Gehasi erwiderte: Nun, sie hat ja keinen Sohn, und ihr Mann ist alt. Da sprach er: Rufe sie! Er rief sie, und sie trat unter die Tür. Nun sprach er: Übers Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn ans Herz drücken. Sie aber antwortete: Ach nein, Herr, du Mann Gottes, belüge doch deine Magd nicht! Die Frau aber ward schwanger und gebar einen Sohn um dieselbe Zeit im nächsten Jahr, wie ihr Elisäus verheißen hatte.
Als der Knabe größer wurde, ging er eines Tages seinem Vater nach zu den Schnittern hinaus. Da klagte er seinem Vater: O mein Kopf, mein Kopf! Der aber befahl dem Knechte: Trage ihn zu seiner Mutter. Dieser hob ihn auf und brachte ihn heim zu seiner Mutter. Und er saß auf ihrem Schoße bis zum Mittag, dann starb er. Da ging sie hinauf, legte ihn auf das Bett des Gottesmannes, schloß hinter ihm zu und ging hinaus. Dann rief sie ihren Mann und sprach: Schicke mir doch einen von den Knechten mit einer Eselin; ich will schnell zu dem Gottesmann und komme gleich wieder. Da fragte er: Warum willst du gerade heute zu ihm? Es ist ja weder Neumond noch Sabbat. Sie erwiderte: Schon gut! Und sie sattelte die Eselin und sprach zu ihrem Diener: Treibe nur immer zu und halte mich nicht auf im Reiten, bis ich es dir sage. Also zog sie hin und kam zu dem Gottesmann auf den Berg Karmel. Als der Gottesmann sie daherkommen sah, sprach er zu seinem Diener Gehasi: Sieb, da ist ja die Sunamitin! Nun laufe ihr doch entgegen und sprich zu ihr: Geht es dir wohl? und deinem Manne? und dem Knaben? Sie sprach: Alles wohl. Als sie aber zu dem Gottesmann auf den Berg kam, umfaßte sie seine Füße. Da trat Gehasi herzu, um sie wegzustoßen. Aber der Gottesmann sprach: Laß sie, denn ihre Seele ist betrübt. Der Herr hat es mir verborgen und es mir nicht kundgetan. Sie sprach: Habe ich denn einen Sohn von meinem Herrn erbeten? Habe ich nicht gesagt, du sollest mir nicht leere Hoffnung machen? Nun befahl er Gehasi: Gürte deine Lenden, nimm meinen Stab mit und gehe! Wenn dir jemand begegnet, so grüße ihn nicht, und grüßt dich jemand, so antworte ihm nicht, und lege meinen Stab auf das Antlitz des Knaben. Die Mutter des Knaben aber sprach: So wahr der Herr lebt und so wahr du selber lebst, ich lasse dich nicht! Da machte er sich auf und folgte ihr. Gehasi aber war ihnen vorausgeeilt und hatte dem Knaben den Stab aufs Antlitz gelegt; doch er gab keinen Laut, kein Lebenszeichen. Da kehrte er um, ihm entgegen, und meldete ihm: Der Knabe ist nicht aufgewacht. Als nun Elisäus ins Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem Bette. Er ging hinein, schloß die Tür hinter ihnen beiden zu und betete zum Herrn. Danach stieg er auf das Bett und legte sich über den Knaben, und er tat den Mund auf seinen Mund, die Augen auf seine Augen und die Hände auf seine Hände, und wie er sich so über ihn beugte, wurde der Leib des Knaben warm. Dann stand er wieder auf und ging im Hause einmal hin und her, stieg wieder hinauf und beugte sich über ihn. Da nieste der Knabe siebenmal und schlug die Augen auf. Nun rief er Gehasi und befahl ihm: Rufe die Sunamitin! Der rief sie, und als sie zu ihm hereinkam, sprach er: Hier, nimm deinen Sohn! Da kam sie, fiel ihm zu Füßen und verneigte sich zur Erde, nahm dann ihren Sohn und ging hinaus.
(2 Kön 4,8-37)
Dreizehnte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasst uns aufmerken.
L: So spricht der Herr: Wo ist er, der aus dem Strome herauszog den Hirten seiner Herde ? wo ist er, der seinen heiligen Geist in sein Inneres legte ? der seinen glorreichen Arm einherziehen ließ zur Rechten des Moses, der vor ihnen das Wasser zerteilte, sich einen ewigen Namen zu machen? der sie durch Tiefen gehen ließ wie das Roß in der Steppe, ohne Straucheln? Gleich Rindern, die ins Tal hinabsteigen, führte der Geist des Herrn sie zur Ruhe. So hast du dein Volk geleitet, dir einen glorreichen Namen zu machen. Blicke herab vom Himmel und schaue hernieder von deiner heiligen, herrlichen Wohnstatt! Wo ist dein Eifer und deine Stärke? das Wallen deiner Liebe und deines Erbarmens? Halte dich doch nicht zurück, denn du bist unser Vater! Abraham weiß ja nicht von uns, und Israel kennt uns nicht; du, Herr, bist unser Vater, »Unser Erlöser« ist dein Name von Urzeit an. Warum lassest du uns, o Herr, abirren von deinen Wegen? verhärtest unser Herz, daß wir dich nicht fürchten? Kehre wieder um deiner Knechte, um der Stämme willen, die dein eigen sind. Warum schreiten die Gottlosen durch deinen Tempel, zertreten unsre Feinde dein Heiligtum? Warum sind wir geworden wie solche, die du nie beherrscht hast, die nicht nach deinem Namen benannt sind? O daß du den Himmel zerrissest und führest herab, daß vor dir die Berge erbebten, gleichwie Feuer Reisig entzündet, wie Feuer Wasser ins Wallen bringt, damit dein Name deinen Feinden kundwürde und vor dir die Völker erzitterten, indem du furchtbare Dinge tätest, die wir nicht erhofften, wie man sie von Urzeit an nie vernommen! Kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen einen Gott außer dir, der für die wirkte, die auf ihn harren. O daß du dich annähmest derer, die Recht üben und deiner Wege gedenken! (Jes 63,11 - 64,5)
Vierzehnte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jeremias.
D: Lasst uns aufmerken.
L: So spricht der Herr: Siehe, es kommen Tage, da schließe ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund, nicht einen Bund, wie ich ihn mit ihren Vätern schloß zu der Zeit, da ich sie bei der Hand nahm, sie aus dem Lande Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, ich aber habe sie verworfen, spricht der Herr. Nein, das ist der Bund, den ich nach jenen Tagen mit dem Hause Israel schließen will, spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und es ihnen ins Herz schreiben; ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Da wird keiner mehr den anderen, keiner seinen Bruder belehren und sprechen: Erkennet den Herrn, sondern sie werden mich alle erkennen, klein und groß, denn ich werde ihre Schuld verzeihen und ihrer Sünden nimmermehr gedenken. (Jer 31,31-34)
Fünfzehnte Lesung
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Daniel.
D: Lasst uns aufmerken.
L: Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild machen, sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit, und es in der Ebene von Dura in der Provinz Babel aufrichten. Dann sandte der König Nebukadnezar Boten aus, um die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Generäle, Schatzmeister, Rechtsgelehrten und hohen Tempelbeamten, kurz, alle Machthaber in den Provinzen, zu versammeln, damit sie der Einweihung des Bildes beiwohnten, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen. Also versammelten sich die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Generäle, Schatzmeister, Rechtsgelehrten und hohen Tempelbeamten, kurz, alle Machthaber in den Provinzen, um das Bild, das der König Nebukadnezar hatte errichten lassen, einzuweihen, und stellten sich dem Bilde gegenüber auf. Dann rief der Herold mit mächtiger Stimme: An euch, ihr Völker aller Nationen und Zungen, ergeht der Befehl: Wenn ihr den Klang der Homer, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, so sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar hat errichten lassen. Und wer nicht niederfällt und anbetet, wird sofort in den brennenden Feuerofen geworfen. Deswegen fielen alsbald, wenn sie den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter und aller Arten von Musik hörten, die Völker aller Nationen und Zungen nieder und beteten das goldene Bild an, das der König Nebukadnezar hatte errichten lassen.
Zu derselben Zeit traten etliche Chaldäer auf und verklagten die Juden. Sie hoben an und sprachen zu König Nebukadnezar: O König, mögest du ewiglich leben! Du, o König, hast den Befehl erlassen: »Ein jeder, der den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, soll niederfallen und das goldene Bild anbeten; und wer nicht niederfällt und anbetet, wird in den brennenden Feuerofen geworfen.« Nun sind da etliche Juden, die du mit der Verwaltung der Provinz Babel betraut hast: Sidrach, Misach und Abdenago. Diese Männer kümmern sich nicht um dich, o König; sie dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du hast aufrichten lassen. Da befahl Nebukadnezar in grimmigem Zorn, Sidrach, Misach und Abdenago vorzuführen, und die Männer wurden dem König vorgeführt. Nebukadnezar aber hob an und sprach zu ihnen: Ist es wahr, Sidrach, Misach und Abdenago, daß ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Bild, das ich errichtet habe, nicht anbetet? Nun wohl, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich habe machen lassen; wenn ihr es aber nicht anbetet, so werdet ihr sofort in den brennenden Feuerofen geworfen. Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte? Sidrach, Misach und Abdenago antworteten und sprachen zu König Nebukadnezar: O König, wir haben nicht nötig, dir darauf eine Antwort zu geben. Wenn das geschieht, so vermag unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten; ja, er wird uns aus deiner Hand erretten, o König. Tut er es aber nicht, so magst du, o König, wissen, daß wir deinen Göttern doch nicht dienen und das goldene Bild, das du errichtet hast, nicht anbeten werden. Da ward Nebukadnezar voll Grimm, und der Ausdruck seines Gesichtes veränderte sich gegenüber Sidrach, Misach und Abdenago. Alsbald gab er den Befehl, den Ofen siebenmal stärker zu heizen, als man ihn in der Regel zu heizen pflegte. Auch befahl er etlichen starken Männern in seinem Heer, Sidrach, Misach und Abdenago zu binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu werfen. Da wurden die Männer in ihren Mänteln, Röcken, Hüten und ändern Kleidern gebunden und in den brennenden Feuerofen geworfen. Infolge davon nun, daß der Befehl des Königs streng war und man den Ofen über die Massen stark geheizt hatte, wurden die Männer, die Sidrach, Misach und Abdenago hinaufgetragen hatten, von der Feuerflamme getötet. Jene drei Männer aber, Sidrach, Misach und Abdenago, fielen gebunden mitten in den brennenden Feuerofen. Und sie wandelten mitten in den Flammen und lobten Gott und priesen den Herrn. Azarias stellte sich hin und betete also, er öffnete seinen Mund inmitten des Feuers und rief:
„Gesegnet bist du, Herr, Gott unserer Väter, ruhmvoll und herrlich ist dein Name in die Äonen; denn du bist gerecht in allem, was du uns getan, und alle deine Werke sind wahrhaft, und deine Wege sind gerade. Gerecht sind alle deine Urteilssprüche. Zuverlässige Urteile hast du vollstreckt in allem, was du über uns verhängt und über Jerusalem, die heilige Stadt unserer Väter. Denn in Wahrheit und Recht hast du all dies unserer Sünden wegen verhängt. Wir haben uns verfehlt und gefrevelt durch Abfall von dir, gesündigt allüberall und deinen Geboten nimmer gehorcht. Wir haben uns nicht vorgesehen und nicht so getan, wie du uns befohlen, damit es uns wohlergehe. Alles also, was du verhängt über uns und was du uns angetan, tatest du in Treue und Recht. Du gabst uns den Händen von frevelnden Feinden preis, Verrätern, die haßerfüllt sind, und einem König, der das Recht verletzt; er ist der übelste auf der ganzen Welt. Wir dürfen nicht einmal jetzt den Mund auftun, denn deinen Dienern und Verehrern wird Schande und Schmach zuteil. Verstoß uns nicht für immer um deines Namens willen, hebe doch deinen Bund nicht auf. Wende dein Mitleid von uns nicht ab um Abraham, deines Freundes, Isaak, deines Knechtes, Israel, deines Heiligen, willen. Ihnen gabst du die Verheißung, ihre Kinder wie die Sterne so zahlreich zu machen und wie am Meeresgestade den Sand. Kleiner wurden wir als andere Völker, o Herr, gedemütigt nun in der ganzen Welt um unserer Sünden willen. Es ist jetzt kein Fürst, Prophet oder Lenker, kein Brand- und Schlachtopfer mehr, kein Speise- und Räucherwerk, kein Platz, Erstlingsgaben zu spenden vor dir und Mitleid zu finden. Doch zerknirschten und demütigen Sinnes wollen wir Aufnahme finden, als kämen wir mit Brandopfern von Widdern und Stieren und unzähligen fetten Lämmern. So komme unser Opfer heute vor dich und entsühne deine Gefolgschaft. Nicht gibt es Schande bei denen, die auf dich vertrauen. Von ganzem Herzen folgen wir dir und fürchten dich; wir suchen dein Antlitz, enttäusche uns nicht. Nein, nach deiner Milde verfahre mit uns und nach der Fülle deines Erbarmens. Rette uns nach deiner Wunderkraft, und verschaffe Ehre deinem Namen, o Herr. Alle sollen geraten in Scham, die Übles deinen Dienern antun; sie seien beraubt ihrer Kraft und Herrschaft, und ihre Stärke werde zermalmt. Erkennen mögen sie, daß der Herr der einzige Gott und über die ganze Erde hin ruhmreich ist.“
Die Diener des Königs, welche jene hineingeworfen hatten, schürten unablässig den Ofen mit Erdharz, Werg, Pech und Reisern. Das Flammenmeer schlug in die Höhe etwa neunundvierzig Ellen hoch über den Ofen hinaus. Es griff um sich und verbrannte, wen es im Umkreis des Ofens von den Chaldäern packen konnte. Der Engel des Herrn war zugleich mit den Gefährten des Azarias in den Ofen hinabgestiegen und trieb die Feuersflammen aus dem Ofen hinaus. Das Innere des Ofens machte er kühl, wie wenn der Tauwind hindurchgeht. Das Feuer erfaßte sie überhaupt nicht, fügte ihnen keinerlei Leid zu und belästigte sie nicht. Da hoben die drei im Ofen an, wie aus einem Munde Gott einen Lobgesang zu singen, ihn zu verherrlichen und zu preisen:
Gesegnet bist du, Herr, Gott unserer Väter; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen. Gesegnet ist deiner Herrlichkeit heiliger Name; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen. Gesegnet bist du in deiner Herrlichkeit heiligem Tempel; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen. Gesegnet bist du auf dem heiligen Thron deines Reiches; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen. Gesegnet bist du, der du über Abgründe schaust, der du thronest über den Cherubim; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen. Gesegnet bist du an der Feste des Himmels; lobwürdig und hocherhaben in die Äonen.
(Dan 3,1-88)
Die Königlichen Türen werden geöffnet.
L: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Hier stellen sich beide Chöre zusammen und singen:
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Der Leser liest die Verse der Reihe nach.
Segnet, all ihr Werke des Herren, den Herrn.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Engel des Herren.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Himmel.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, all ihr Wasser über den Himmeln.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, all ihr Mächte des Herren.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Sonne und Mond.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Sterne des Himmels.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, aller Regen und Tau.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, all ihr Winde.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Feuer und Glut.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Kälte und Hitze.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Tau und Schneegestöber.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Frost und Kälte.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Reif und Schnee.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Blitze und Wolken.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Licht und Finsternis.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Nächte und Tage.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segne, Erde.
Ch: Besinge den Herrn und hocherhebe Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Berge und Hügel.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, alle Gewächse auf der Erde.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Quellen.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Meere und Flüsse.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Seeungeheuer und alles, was in den Wassern sich regt.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, all ihr Vögel des Himmels.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr wilden Tiere und alles zahme Vieh.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Menschenkinder.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segne, Israël.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Priester des Herren.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Knechte des Herren, den Herrn.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Geister und Seelen der Gerechten.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Gottseligen und im Herzen Demütigen.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, Ananias, Azarias und Misaël.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Segnet, ihr Apostel, Propheten und Martyrer des Herren.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Ch: Wir besingen den Herrn in Hymnen und hocherheben Ihn in Ewigkeit.
Jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Ch: Besinget den Herrn und hocherhebet Ihn in alle Ewigkeit.
L: Wir loben, segnen und beten an den Herrn.
Und der Leser singt selbst: Wir besingen Ihn und hocherheben Ihn in Ewigkeit.
Priester und Diakon entledigen sich der schwarzen Gewänder und ziehen weiße an. Nachdem er sich umgezogen hat, geht der Diakon mit dem Evangelium auf den Ambo.
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Erpriester Peter Plank, Pater Kilian Kirchhoff und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.