Oktoich
Ton 8. Freitag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Das ruchlose Volk hat dich, mein Jesus, dazu verurteilt, inmitten von Frevlern gekreuzigt zu werden, dich, aller Welt Herrn und Erschaffer. Und als sie den Frevel sah, bebte die ganze Erde, indem sie als des Alls Bildner dich kundtat, o Herr.
Vom Fluch des Gesetzes und von Vergehen werden wir alle erlöst. Denn der da ist der Herr des Gesetzes, ward erhöht am kostbaren Kreuz, quellen uns lassen unerschöpflichen Segen und Huld und Erbarmen, die wir seine göttlichen Leiden in Hymnen besingen.
Du hast, Menschenfreund, unsre Wunden geheilt, indem deine Hände verwunden du ließest. Auf den Wegen des Heiles zu schreiten, hast du alle gelenkt, indem deine Füße am Kreuze durchbohren du ließest. Als diese der Erstgeschaffene im Paradiese einst sah, versteckte er sich.
Ton 8.
Jetzt, Dogmatikon: Als die Allreine dich freiwillig am Kreuz hängen sah, da ward sie, da deine Macht sie bedachte, von Trauer, Christus, ergriffen und wehklagend rief sie dir zu: Kind, verlass mich nicht, die dich gebar. Schenk ein Wort mir, mein Sohn. Geh nicht schweigend vorbei, Gottes Wort, an mir, deiner Magd.
Stichiren zur Stichovna
Erhöht wardst du am Kreuze, Christus, o Gott, und hast gerettet das Menschengeschlecht. Deinen Leiden sagen wir Preis.
Aufgerichtet wardst du am Kreuze, Christus, o- Gott, und hast des Paradieses Pforten geöffnet. Dir, unserem Befreier, sagen wir Preis.
Jetzt, Theotokion: Als die Gottesgebärerin sah, wiegekreuzigt und getötet du wurdest, da rief sie: Wehe mir. Wie trägst du deine Leiden, süßester Sohn. Es verwundet deine Lanze mein Herz. Es verbrennt mein Inneres dein Leid. Und doch preise in Hymnen ich dich. Denn dieses leidest du, weil den Menschen retten du willst.
Sedalen 1
Als der Räuber den Fürsten des Lebens am Kreuz hängen sah, sprach er: Wenn der mit uns gekreuzigte Mensch nicht wäre Gott, so hätte nicht die Sonne ihre Strahlen verhüllt, und nicht hätte erschüttert die Erde gebebt. Wohlan, du, der alles erträgt, erbarme, o Herr, in deinem Reiche dich meiner.
Inmitten zweier Räuber ward als Waage der Gerechtigkeit gefunden dein Kreuz. Der eine wird hinabgedrückt in den Hades durch seiner Lästerung Last. Der andere wird von seinen Sünden zur Höhe der Gotteserkenntnis erhoben. Christus, Gott, Ehre sei dir.
Als du den, der aus deinem reinen Geblüte Leibsgestalt annahm und unbegreiflich, Erlauchte, aus dir ward geboren, am Holz hängen sahest inmitten der Frevler, empfandest in deinem Innern du Schmerz und mütterlich weinend riefst du: Weh mir, mein Kind, welch ein göttlicher und unsagbarer Heilsplan ist das, durch welchen du Leben schenktest deinem Gebild. Deinem Erbarmen sage in Hymnen ich Preis.
Sedalen 2
Das Kreuz als Guter erduldend, nachdem du angenommen die Armut des Adam, du allein Überguter, sündloser Herr, hast du des Todes Herrschaft, Erbarmer, vernichtet und durch dein Leiden, Gebieter, errettet die Welt. Darum, Lebenspender, dich meiner gefallenen Seele erbarme, flehe ich, wenn meine Werke, gerechter Richter, du, Menschenfreund, richtest. Und gib mir, Allerbarmender, als Erbarmer meiner Vergehen Vergebung, da ohne Sünde du bist allein.
In der Mitte von Eden ließ ein Baum keimen den Tod. Doch in der Mitte der Erde ließ ein Baum sprossen das Leben. Denn wir. die von jenem genossen, sind, da doch unsterblich wir waren, sterblich geworden. Doch, am Kreuze errettete Christus das Menschengeschlecht.
Aus meinem Blut wardst als Sterblicher du geboren. Doch aus deinem Blut hast die Sterblichen du vergöttlicht. Denn da, die an einer Speise verdarben, du suchtest, stiegst du als Überguter herab. So rief unter Wehklagen die Untadlige einst, Christus, der am Kreuz hing, beweinend. Als sie sah, wie getötet er wurde, vergoss sie Ströme von Tränen, ihr Antlitz zerschlagend und ihm darbringend Preis.
Sedalen 3
In der Hoffnung, Gott zu werden, betrogen, ist der Stammvater als Ursache des Todes für alle, die von ihm herstammen, erschienen. Du aber lässest durch dein Kreuz als Allgütiger quellen das Leben. Denn freiwillig wardst du aufgerichtet, um das erste Todesurteil zu tilgen. Darum deinem freiwilligen Leiden sagen in Hymnen, Christus, wir Preis.
O des neuen Wunder. O des schaurigen Mysteriums, rief die Mutter des Lammes, als sie ans Holz des Kreuzes geheftet sah ihren Sohn. Was ist dies, Wort Gottes, Unsterblicher? Wie wirst du als Toter geschaut und lassest als Allgewaltiger beben die Erde? Doch deiner schaurigen und göttlichen Herablassung sage in Hymnen ich Preis.
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 8.
Irmos: Mit dem Stabe zeichnend des Kreuzes senkrechten Balken, zerschnitt Moses Israel das Rote Meer, so dass es zu Fuß es durchschritt. Doch das tosende Heer des Pharao mit seinen Wagen entgegenwerfend, ließ er zusammenfluten es wieder, den Querbalken zeichnend der unbezwinglichen Wehr. Darum lasset Christus, unserem Gotte, uns singen ein Lied. Denn herrlich tat er sich kund.
Deine göttlichen Hände ausbreitend, Jesus, am Kreuz, hast du zusammengeführt deiner Hände Gebilde und aus der Hand des Bösen alle befreit und sie unterworfen mit machtvoller Hand dem König des Alls. Darum lasset seiner Größe uns, Gläubige, singen ein Lied. Denn herrlich tat sie sich kund.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Zum Verderben wurde in Eden die verfluchte Speise vom Baum, da sie brachte den Tod. Doch Christus, am Baume getötet, ließ allen quellen das Leben und die Schlange tötete er mit göttlicher Kraft. Drum lasset ihm, unserm Gotte, uns singen ein Lied, denn herrlich tat er sich kund.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als die Untadlige dich, der das All überblickt, angenagelt am Kreuze erblickte, rief wehklagend sie: Was ist dies, mein Kind? Wie vergalten dir, die deine vielen Geschenke genossen? Wie soll ich ertragen den Schmerz? Ehre, Erbarmender, Langmütiger, sei deinem schaurigen Heilsplan.
Ode 3
Irmos: Der Stab wird genommen zu des Mysteriums Vorbild. Denn durch sein Blühen bestimmt vorher er den Priester. Der Kirche, die einst unfruchtbar war, erblühte der Kreuzesbaum jetzt zu Stärke und Macht.
Mit schwarzem Gewände hat sich umkleidet die Sonne, als sie dich ungerecht zur Erlösung aller am Holze erhöht sah. Und es barsten die Felsen. Und die ganze Erde erstarrte vor Schrecken, einziger Retter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausbreitend die Hände, hat vorgebildet Moses das kostbare Kreuz. Wenn wir klug es nachbilden, schlagen alle feindlichen Völker der Dämonen wir in die Flucht und bleiben frei von jeglichem Schaden.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Menschlichen Gesetzen zuwider gebar ich dich, Kind. Und wie erhöhen Gesetzlose inmitten Gesetzloser am Holz dich, der allein herausgibt des Lebens Gesetze, sprach die Gottesgebärerin weinend.
Ode 4
Irmos: Vernommen habe ich Herr, deines Heilsplans Geheimnis, deine Werke erkannt und deine Gottheit gepriesen.
Durch dein Kreuz ward das Paradies, o Retter, geöffnet. Und der verurteilte Mensch durfte wieder wohnen darin und sagte Preis deiner Güte.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Getötet wardst du und den getöteten Menschen schenktest du das Leben, Erretter, und hast die Schlange getötet, die da brachte die Sünde.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als kleines Kind hast den du geboren, der ganz vollendet war vor den Äonen und am Kreuz, über allen Tadel erhabene Braut, alles in Güte vollendete.
Ode 5
Irmos: O dreimal seliger Baum, an dem ausgespannt ward Christus, der König und Herr, durch den fiel, der durch einen Baum den Menschen betrog, getäuscht durch den im Fleische an dich gehefteten Gott, der Frieden schenkt unseren Seelen.
Da mit dem Gewand der Unsterblichkeit uns Entblößte bekleiden du wolltest, wardst du entkleidet und am Kreuz ausgespannt. Und bloßgelegt hast du, Christus, die Listen des Feindes. Darum sagen deinem Leiden wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Das Blut, das aus der heilbringenden Seite hervorrann, hat sichtbar gereinigt die Welt, indem versiegen es ließ das Blut der Altäre. Die durch die Frucht der Speise verdarben, hat es erneut und ließ unseren Seelen Unsterblichkeit quellen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Uns, die an der Sünde, o Jungfrau, erkrankten, hast du geheilt, da du den Retter, den Arzt aller gebarst, der, auf dem Holze des Kreuzes, o Reine, verwundet, unsern Seelen Unsterblichkeit schenkt.
Ode 6
Irmos: In des Meertieres Innern in Kreuzesform ausbreitend die Hände, hat Jonas deutlich vorgebildet das rettende Leiden. Nach drei Tagen hervorkommend aus ihm, stellte dar er die überirdische Auferstehung des im Fleisch angehefteten Christus, des Gottes, der nach drei Tagen durch seine Erweckung erhellte die Welt.
Aufgerichtet ward auf der Schädelstätte inmitten der Erde das Kreuz. Und es heilte die inmitten des Paradieses dem Baume entsprossene Wunde. Denn Jesus, der Messias, der in der Mitte gesetzloser Räuber als allein Gerechter da hing, hat mit sich alle erhöht und den aus der Höhe Gestürzten geschleudert in Nacht.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Spannend den Bogen, o Christus, des göttlichen und allehrwürdigen Kreuzes, hast du als Pfeile wider den Mörder deiner Hände Nägel geschleudert und sie hineingebohrt, Herr, in sein wütendes und ruchloses Herz und ihn gänzlich getötet und die von ihm Getöteten, Erbarmer, belebt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Ein Schwert durchdrang dein Herz, als du, Braut, Makellose, sahst, wie dein Sohn ausgespannt ward am Holz und Leiden ertrug und freiwillig von einer Lanze in der göttlichen Seite durchbohrt ward und in ihr tötete den feindlichen Drachen. Darum mütterlich weinend, priesest du ihn.
Ode 7
Irmos: Der sinnlose Befehl des ruchlosen Tyrannen brachte Schrecken über die Völker, da Drohung er und lästerliche Schmähungen schnaubte. Doch die drei Jünglinge erschreckte nicht tierische Wut, nicht heulende Glut. Nein, mit dem dawider stürmenden tauspendenden Geist, im Feuer vereint, sangen sie: Der Väter und unser über alles in Hymnen verherrlichter Gott, gepriesen bist du.
Als du ausgespannt wardst am Holze des Kreuzes, ließest wie ein Weinstock, Wort du des Vaters, du träufeln mystischen Most, den Rausch des Fehltrittes tilgend und alle erfreuend, die wissen, dass du, der Gott und Erschaffer, freiwillig leidest und jene errettest, die singen: Der Väter und unser über alles in Hymnen verherrlichter Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Erduldet hast, Christus, mein Jesus, die schimpfliche Kreuzigung du, alle Schmach und alle Seufzer der Sterblichen tilgend. Galle kostetest du, alle Bitterkeit der Bosheit entfernend. Verwundet wardst du, die Wunden unserer Seelen heilend, Erbarmer, und uns ermunternd, zu singen. Der Väter und unser über alles in Hymnen verherrlichter Gott, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Erfüllt von Trauer bin ich, da, Sohn, ich schaue, wie du ungerecht leidest. Verwundet ist meine Seele, während von einer Lanze verwundet wird deine Seite, rief weinend die Gottesgebärerin, rief wehklagend die einzige Herrin. Geziemend preisen alle selig wir sie und gläubig rufen wir: Der Väter und unser über alles in Hymnen verherrlichter Gott, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Preiset, ihr Jünglinge, die mit der Dreiheit ihr teilet die Zahl, Gott, den Schöpfer und Vater Besinget in Hymnen das Wort, das herabstieg und in Tau verwandelte Feuer. Und erhebet über alles den allheiligen Geist, der Leben darreicht allen in die Äonen.
Preiset den Baum, durch den vernichtet ist all der Fluch des Listigen, der in Eden aus der schlimmen Speise des Baumes erwuchs. Und erhöht wird der übergütige Christus, der sich aus Erbarmen entschloss, freiwillig erhöhet zu werden an ihm.
Heilig tat kund der Gepriesene einst, mit kreuzweise übereinander gelegten Händen die Nachkommen segnend, das Vorbild des geheiligten Holzes, durch das Segen allen geschenkt ist, die durch das böse Kosten vom Baume wurden verflucht und in die Tiefen des Unheiles sanken.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Erhöht wird alle Menschennatur, da du, Herr, am Holze wurdest erhöht. Es stürzt die Schar der bösen Dämonen. Und das Getrennte wird wieder geeint Und erhöhet wird über alles die Kraft deiner Herrschaft und Macht in die Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Geistige Wolke und der Heiligung Zelt, Gottes Thron und Tor, des Lichtes Leuchter, den Aufgang des Wortes nennen wir, alle Gläubigen, dich, allreine Jungfrau, die des Allerschaffers gepriesene Mutter du bist.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Der durch die Speise des Baumes dem Menschengeschlechte erwachsene Tod ist durch das Kreuz heute vernichtet. Denn der Stammutter Fluch, der überging auf alle Geschlechter, ist zerstört durch der reinen Gottesgebärerin Spross. Sie erheben alle Mächte der Himmel.
Dich heilig erhebend, Erbarmer, verehren deine Lanze wir und dein Kreuz und den Schwamm und das Rohr und die heiligen Nägel, die durchbohrten deine Hände und Füße, Gebieter. Durch sie fanden wir volle Vergebung und wurden des Wandels im Paradiese gewürdigt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
O wie ungerecht wardst du verurteilt, ans Holz geheftet und gekreuzigt zu werden. Gerechtester, du einziger König des Alls, der alle gerecht zu machen du suchtest, die gläubig deine freiwilligen Leiden und deine Heilsordnung preisen ohne Ende und stets dich erheben.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als lichtes Brautgemach dessen, o Jungfrau, wardst du geschaut, der deinen unversehrten Schoß bewohnte und freiwillig das glückselige Leiden ertrug und allen die Leidlosigkeit schenkt aus unsagbarem Erbarmen Wenn ihn wir gläubig verehren, dann fromm erheben wir dich.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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