Oktoich
Ton 8. Montag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Wehe, wie sorglos verbringe ich die Zeit meines Lebens. Schwebend zwischen Furcht und Hoffnung, gehe ich an ihr vorüber, meine vielen Sünden nicht zu Herzen mir nehmend, nicht des Todes furchtbares Dräuen, nicht die Unbestechlichkeit des Gerichts. Wehe, wer wird mich erretten vor dem ewigen Feuer, wenn nicht du, Gott, einzig Überguter, du dich meiner erbarmst.
Wehe mir, meine Seele, du Unglückselige. Wie sehr wirst du dort weinen, deine Werke bedenkend, wenn die Gerechten gerufen werden ins ewige Reich, doch du verdammt wirst ins ewige Feuer ob deiner Taten. Seufze, weine, von jetzt an eile zu Christus, dem Heiland, und wasche ab deine Sünden.
Solange für dich noch da ist die Zeit des gegenwärtigen Lebens, o Seele, tu Buße. Und hier mühe wegen deiner Sünden dich ab, damit du dort findest Ruhe und errettet wirst vor ewiger Qual. Herr, Herr, Gütiger und Erbarmender, geruhe, dass ich teilhaben darf am Los der Erkorenen.
Stichiren zur Stichovna
Dich, den König und Herrn, besingen die Engel unaufhörlich in Hymnen. Ich aber falle nieder vor dir, wie der Zöllner rufend: Gott, sei mir gnädig und sei mein Erretter.
Die unsterblich du bist, meine Seele, von den Wogen des Lebens lasse nicht dich bedecken. Werde nüchtern, zum Wohltäter rufend: Gott, sei mir gnädig und sei mein Erretter.
Jetzt, Theotokion: Freude dir, belebter Palast, du geistige Taube. Freude dir, Stadt deines Schöpfers. Freude dir, der Gläubigen Zuflucht und Schutzwehr, der auf dich Vertrauenden Hilfe und Heil und Befreiung. Freude dir, Brücke, die alle hinführt zum Himmel. Freude, Allgesegnete, heilige Herrin, sei dir.
Sedalen 1
Mit erbarmendem Blick, Herr meine Erniedrigung schaue, weil in Kürze mein Leben dahin geht und aus Werken kein Heil mir erwächst. Mit erbarmendem Blick, Herr, meine Erniedrigung schaue und sei mein Erretter.
Jenes furchtbaren Tages gedenkend, meine Seele, erwache, deine Lampe anzündend, mit Öl sie erhellend. Denn du weißt nicht, wann nahen dir wird jene Stimme, sie spricht: Siehe, dein Bräutigam. Sieh also zu, meine Seele, dass du nicht schlummerst und draußen bleibst, wie die fünf Jungfrauen pochend. Nein, wachend harr aus, damit du entgegeneilest Christus dem Gott, mit reichlichem Öle und er dir seiner Herrlichkeit göttliches Brautgemach schenke.
Der Herr und Schöpfer des Alls hat, da aus deinem Schoße er Fleisch nahm, dich als Helferin der Menschen erwiesen, über allen Tadel Erhabene. Darum fliehen wir alle zu dir, der Sünden Sühnung erflehend, o Herrin, und wir bitten, dass befreit wir werden von ewiger Qual und aller Strafe des Jenseits, damit wir gläubig rufen zu dir: Flehe zu Christus, zu Gott, dass allen Vergebung er schenke, o Braut, die unter deinen Schutz gläubig fliehen.
Sedalen 2
Wie wenn zugegen wäre der Richter, sei, Seele, besorgt und der Stunde des furchtbaren Tages gedenke. Denn ohne Erbarmen ist für die das Gericht, die nicht übten Erbarmen. Drum vor dem Ende rufe: Schone meiner, Erretter. Denn menschenfreundlich bist du allein.
Wie die Buhlerin falle ich nieder vor dir, damit ich empfange Vergebung. Und statt der Narde bringe von Herzen Tränen ich dir, Christus, o Gott, damit du wie jener, so dich meiner, Retter, erbarmest und der Sünden Sühnung mir schenkest. Denn wie jene ruf ich zu dir: Befreie mich von dem Schmutz meiner Werke.
Gottbegnadete, Reine, Gesegnete, den, der ob der Güte seiner Erbarmungen geboren wurde aus dir, bitte unaufhörlich mit den himmlischen Mächten und den Erzengeln und allen Körperlosen für uns, dass er vor dem Ende Bekehrung uns schenke und Sühnung der Sünden und Besserung des Lebens, damit wir finden Erbarmen.
Sedalen 3
Wie lange, meine Seele, lebst du noch sorglos? Wie lange noch verharrst du in Leichtsinn? Von des Leichtsinns Schlafe erwache, Unselige. Und deine Taten zu Herzen dir nehmend, seufze und fürchte des gerechten Richters Verdammung. Was wirst du in jener Stunde zu deiner Verteidigung sagen? Oder wie wirst befreit du werden von dem künftigen Feuer, wenn du ohne Besserung bleibst? Rufe vor dem Ende zum Richter: Gib mir, Erretter, meiner Sünden Vergebung. Denn langmütig bist du allein.
Den geheimnisvoll ihm gewordenen Auftrag hell erkennend, trat eilig der Körperlose in Josephs Zelt und sprach zu ihr, die keines Mannes kundig: Der niedersteigend die Himmel neiget, schließt unverändert ganz in dir sich ein. In deinem Schoße ihn schauend, da Knechtsgestalt er genommen, erschaudere ich und rufe zu dir: Freude dir, jungfräuliche Braut.
Ode 1
Bußkanon des Joseph, Ton 8.
Irmos: Nachdem es das Meer wie ein Festland durchquert und Ägyptens Mühsal entronnen, rief Israel: Unserem Befreier und Gott lasst uns singen.
Errette mich vor der Gehenna, die ich mir durch ungehörige Werke verdiente, Befreier. Und in meinem Herzenxier Liebe seliges Feuer entzünde.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Leidenschaften beugte ich mich und verfinstert erschien ich, durch die Vernunft, Herr, Geehrter. Ernüchterung gib meiner Seele. Und in den Gerichten, die du kennst, sei mein Retter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Heile mich, den an der tödlichen Krankheit der Leidenschaften des Fleisches und der Seele, Reine, Erkrankten, damit ich gläubig stets selig dich preise.
Ode 3
Irmos: Du der Himmelskuppel Bedacher, du der Kirche Erbauer, mache stark in deiner Liebe mich, du der Gebieter oberster Herr, der Gläubigen Halt, Menschenfreund du allein.
Mit welchen Augen, Christus, Erretter, werde dann ich dich schauen, da ich nicht eines deiner Gebote auf Erden erfüllte? Wie werde vor deinem unerträglichen Throne ich stehen, wenn ich Rechenschaft gebe über meine maßlosen Sünden?
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausbreitend die Arme deiner Erbarmungen, nimm mich auf wie den verlorenen Sohn, der auf ähnliche Art den entehrenden Leidenschaften einst diente und von dir sich entfernte, Jesus, Menschenfreund, Überguter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als Wächterin in Versuchungen, Allheilige, besitze ich dich. Du bist nächst Gott mein nie schlummernder Beistand. Dich möge ich am Tag des Gerichtes finden als jene, Allreine, die mich vor aller Verdammnis errettet.
Ode 4
Irmos: Dich, der von dem schattigen Berge, o Wort, der einzigen Gottesgebärerin im Fleische sollte erscheinen, hat als Gottesseher geschaut der Prophet. Und in Furcht hat deine Macht er gepriesen.
Groß ist der Kampf, wenn die Seele sich trennt. Furchtbar das Zittern, wenn der Richter da sitzt und gerichtet werden die sündigen Menschen. Wehe mir. Was werde tun ich Verdammter?
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit einem Herzen, das voll von Befleckungen ist, mit den schwer zu tragenden Lasten der Sünden eile zu deinen Erbarmungen ich. Verachte mich nicht. Nein, erbarme dich, flehe ich, meiner.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Zu dir, des Herren reinem Gefäße, flehe ich gläubig: Reinige mich, Gottes Mutter, von aller Befleckung und mache mich zum Tempel des reinen und göttlichen Geistes.
Ode 5
Irmos: Erleuchte uns durch deine Satzungen, Herr. Und mit deinem erhobenen Arm deinen Frieden uns, Menschenfreund, schenke.
Durch böse Gesinnung habe ich dich erbittert, o Herr, indem ich Ungehöriges tat. Wohlan, erbarme dich meiner, der sich bekehrt, und sei mein Erretter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Da einen Sinn ich trage, der sich nicht vom Bösen erhebt, bin ich Gewissenloser ohne Empfindung. Meine Verhärtung löse, o Jesus, und sei mein Erretter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Ertöte, o Reine, meiner Leidenschaft Triebe, die du durch dein Gebären getötet hast, Braut, des Stammvaters lebende Sünde.
Ode 6
Irmos: Den Jonas ließest im Meertier, o Herr, einsam du wohnen. Mich, der verschlungen ist in die Netze des Feindes, wie jenen aus dem Verderben errette.
Der Buße Sonnenlicht lasse aufstrahlen mir, der sich im Dunkel der Sünden befindet, Christus, Spender des Lichts, damit deine Güte in Hymnen ich preise.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Vor deinem schaudererregenden Richterstuhl erschaudere stets ich und stehe doch vom Bösen nicht ab, schlechten Gewohnheiten frönend. Richte auf mich, o Christus, damit deine Güte in Hymnen ich preise.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Dass mit Dankesstimmen stets ich, über allen Tadel Erhabene, dich preise, verjage die Nacht meiner Seele. Und durch der Buße Licht meine furchtbaren Vergehungen löse.
Ode 7
Irmos: Die Jünglinge, die aus Judäa einst nach Babylon kamen, traten durch den Glauben an die Dreiheit einst nieder die Flammen des Feuers, indem sie sangen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Seufzen gib mir wie einst dem Zöllner. Und wie der Buhlerin, Christus, wasch ab mir meiner Sünden Wunden durch Tränen. Erbarme dich meiner, der ruft: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mich, der unter seelentötende Räuber gefallen und furchtbar verwundet wurde von ihnen, heile mit dem Öl echter Buße. Und gib Zerknirschung mir, der da singt: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Gottes göttliches Wort, in deinem Schoße, Gottbegnadete, wohnend, zeigt dich als Beistand aller, die in Mühsal sind und rufen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Ihn, der sich verherrlichte auf dem heiligen Berge und im Dornbusch durch Feuer kundtat der Jungfrau Geheimnis, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Den, der sich unterwarf den Lüsten des Fleisches und töricht, o Wort, von dir sich entfernte und ähnlich ward allen Tieren, verachte nicht, Retter. Nein, vor dem Ende lasse mich bekehren mich und sei mein Erretter.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Von meinen Sünden stehe durchaus ich nicht ab und ich Armer rufe zu dir: Ich habe gesündigt, nie vollziehend die Umkehr. Erbarme dich, Herr, und meine verhärtete Seele zerknirsche.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der Stehenden Stütze bist du, o Jungfrau, der Gefallenen Aufrichterin. Mich, den Gefallenen, aufrichte wieder, damit ich dich, die Begnadete, preise in alle Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Es erschauderte jedes Ohr ob der unsagbaren Herablassung Gottes, wie der Höchste freiwillig bis zum Körper herabstieg, da aus jungfräulichem Schoße er Mensch ward. Darum wir Gläubigen die makellose Gottesmutter erheben.
Wie du die Buhlerin, die weinend niedersank, Christus, vor dir, reinigtest einst, wie du gerechtfertigt hast den Zöllner, o Wort, der nur seufzte, wie du annahmst Manasse und dich erbarmtest des büßenden David, so, Menschenfreund, nimm mich auf und sei mein Erretter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Seufze, weine, o Seele. Von deinen früheren Sünden stehe ab. Und vor dem, der deine Geheimnisse kennt, falle öffentlich nieder und in Leidenschaft rufe: Gesündigt habe ich dir, Herr, rette mich, erbarme dich meiner, der du, reicher Erbarmer, der Erbarmungen Liebe besitzest.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Erleuchte, Tor du des Lichtes, meines Herzens Augen, so flehe ich, die verfinstert hat das tiefste Dunkel der Sünde. Und der Buße Strahl sende mir, o Herrin, und vom ewigen Feuer befreie mich durch deine Mittlung auf immer.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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