Oktoich
Ton 6. Mittwoch.
- Zur Vesper -
Sedalen 1
Kaum stand, o Christus, fest deines Kreuzes Baum, da wurden erschüttert, Herr, die Schlünde des Todes: Den gierig der Hades verschlang, den gab er zitternd zurück. Du zeigtest dein Heil, o Heiliger, uns. Dir sagen wir Preis. Sohn Gottes, erbarme dich unser.
Herr, es verurteilten dich, das Leben aller, die Juden zum Tod. Die mit Hilfe der Rute das Rote Meer zu Fuße durchzogen, haben dich angenagelt ans Kreuz. Und die aus dem Felsen Honig getrunken, reichten dir Galle. Doch willig hast du es getragen, um uns zu befreien von der Knechtschaft des Feindes. Christus, Gott, Ehre sei dir.
Als die stets jungfräuliche Braut dich, Christus, am Kreuze um unseretwillen erhöht sah, da ward sie vom Schwerte der Trauer in ihrer Seele verwundet und weinte, mütterlich klagend. Auf ihre Bitten erbarme dich unser, Herr der Erbarmung.
Sedalen 2
Heute ist erfüllet des Propheten Wort. Denn schau: In Ehrfurcht küssen wir den Ort, wo deine Füße, Herr, gestanden. Und kostend von dem Baum des Heiles, erlangten wir, von der Sünde Leidenschaften auf der Gottesmutter Bitte frei zu sein, du einziger Menschenfreund.
Dein Kreuz, o Herr, ist geheiligt. Denn Heilung wird in ihm denen, die krank sind an Sünden. In ihm verehren wir dich. Erbarme dich unser.
Als die Jungfrau Gott, den sie im Fleische geboren, als Toten am Baum hängen sah, da wehklagend rief sie: Ob deiner unsagbaren Langmut erstaune ich, Sohn. Wie haben als Verurteilten dich ans Kreuz genagelt die Frevler, dich, den gerechten Richter, dich, den einzigen Herrn?
Sedalen 3
Der Baum in Eden brachte dem Stammvater den Tod. Doch der Baum des Kreuzes ließ auf der Schädelstätte erblühen das Leben. Denn zertreten ist die Bosheit des Feindes. Erbarmen ward durch die Annagelung Christi dem Adam. Das Paradies fand er und rief: O du gesegneter Baum.
Gottesgebärerin, Jungfrau, fleh an deinen Sohn, der ans Kreuz freiwillig heften sich ließ und die Welt vom Irrwahn befreite, Christus, unseren Gott, dass er sich unsrer Seelen erbarme.
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 6.
Irmos: Als einst Israel, selbst auf festem Grunde schreitend, den hart nachdrängenden Verfolger Pharao tief im Meer versinken sah, rief es: Ein Siegeslied lasset singen uns Gott.
Du hast ausgespannt deine Hände am Kreuz. Du hast, Herr, in deine Arme geschlossen die verstoßenen Sterblichen und sie vor deinen Vater geführt als geliebter Sohn gleichen Wesens mit ihm.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie ein Lamm wardst erhöht du am Kreuz, da dein verirrtes Schaf, Wort, du suchtest. Und als du gefunden es hattest, geselltest du den nicht umherirrenden, Jesus, es bei. Preis sei deiner Macht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Um Gelassenheit allen Adamskindern zu schenken, o Herr, trägst am Kreuze du Leid. Und da sie es siehet, zittert die Erde, riefst, mütterlich weinend du, Herrin.
Ode 3
Irmos: Keiner ist heilig wie du, Herr, mein Gott, der du erhöht hast die Kraft deiner Gläubigen, Guter, und befestigt sie hast am Fels deiner Wahrheit.
Das Kreuz ward errichtet auf Erden, und es war vernichtet der Trug. Und es wankte die Schöpfung, und die Herzen der Sterblichen, die durch die Drohung des Feindes wankend geworden, empfingen den Glauben.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Rasend verurteilt das ungerechte Volk dich, den einzig Gerechten, zum Tod, der du gerecht die Sterblichen machst und der ungerechten Hand des Feindes sie entreißest.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als in Schönheit über alle Menschen Herrlichen erkannte ich dich beim Gebären. Doch wie bist gekreuzigt, ohne Schönheit, Christus, du jetzt? sprach weinend die Jungfrau.
Ode 4
Irmos: Christus ist meine Macht, er ist mein Gott und mein Herr. So singt gottgeziemend die heilige Kirche, aufjauchzend aus lauterem Sinne, festlich sich freuend im Herrn.
Als die Sonne dich am Holz ausgespannt sah, ward vor Furcht sie verfinstert, und entkleidet des Dunkels ward das Gebild. Und gefesselt wurde der Feind, und es löste auf sich der Trug.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es fesselte deine Hände das ruchlose Volk, und die mit unlöslichen Banden Gefesselten, Retter, wurden alle gelöst, du nie versinkende Sonne, o Christus. Alle Schöpfung preist dich in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Durch das Schwert des Leidens dessen, o Herrin, der aus dir im Fleische erschien, wardst du verwundet, als du gekreuzigt ihn schautest und seine lautere Seite um unseretwillen von einer Lanze durchbohrt.
Ode 5
Irmos: Mit deinem göttlichen Lichte, o Guter, die Seelen derer, die in der Frühe liebend zu dir eilen, erleuchte, bitte ich, dass dich sie erkennen, Wort Gottes, den wahrhaften Gott, der aus dem Dunkel der Fehler zurückruft.
Du, der bekleidet, o Christus, den Himmel mit Wolken, wardst nackend freiwillig geheftet ans Kreuz, mich der Nacktheit der Sünde entkleidend und mit der Unsterblichkeit Gewändern mich zierend, o Herr.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Aufs Kreuz ward der wahre Weinstock gespannt, Christus, der Winzer und die Süßigkeit unserer Seelen. Mostträufelnd, allen Rausch des Truges des Feindes vertreibend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Christus habe in meinem Schoß ich begrenzt, den allein vom All nicht Begrenzten, und ohne Wehen habe geboren ich ihn. Jetzt aber erleide ich Wehen, da du, mein Sohn, wirst gekreuzigt, sagte weinend die Gottesgebärerin.
Ode 6
Irmos: Des Lebens Meer aufgepeitscht schauend von der Prüfungen Brandung, laufe deinen heiteren Hafen ich an und rufe zu dir: Entreiße, reicher Erbarmer, dem Untergange mein Leben.
Gekrönt, Langmütiger, wardst du mit Dornen, den Dorn der Leidenschaften abschneidend. Mit einer Lanze ward deine Seite verwundet, und getötet hast du die listige Schlange, die getötet uns hatte.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Auf einen Pfahl wardst du erhoben, Gebieter, niederstürzend die Herrschaft des Feindes, o Herr. Und mich von bitterer Knechtschaft befreiend, hast du Backenstreiche empfangen. Ich besinge deine Langmut, Erbarmer, in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Wie ward der Abglanz des Vaters am Kreuze erhöht, erleuchtend das All, niederwerfend den Fürsten der Nacht? So rief die allreine Herrin, mütterlich klagend.
Ode 7
Irmos: Taufrisch machte den heiligen Jünglingen ein Engel die Glut. Doch Gottes Befehl, der die Chaldäer verbrannte, bewog den Tyrannen, zu rufen: Gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Mit Ruten geschlagen, hast du der Schlange giftspritzende Bosheit geschlagen. Und hängend am Holz einzig Mächtiger, hast du alle erleuchtet, zu rufen: Gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Kostend vom Baum fand der erste Mensch, Adam, den Tod. Doch der zweite, Christus, der am Baum ward getötet, gibt unsterbliches Leben, den Feind, den Ränkeschmied tötend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der unwandelbar, Sohn, in deiner Gottheit du bist, du hast hängend am Holze, die ganze Schöpfung verwandelt, sagte die Jungfrau. Und da ich dies schaue, weine ich, ob deines schaudererregenden Heilsplanes staunend.
Ode 8
Irmos: Aus Glut ließest den Heiligen quellen du Tau. Und des Gerechten Opfer hast du durch Wasser entzündet. Alles ja, Christus, vollführst du dadurch allein, dass du willst. Wir erheben dich über alles in alle Äonen.
Die übermütige Schlange hast gedemütigt du, in Demut des Herzens am Baume, Gott, Höchster, erhöht. Und Adam, den von Leidenschaften Gedemütigten, hast erhöht du. Erbarmer.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Die Bitterkeit des Baumes versüßend, wardst ausgespannt du am Baum, Galle kostend, der du die Süßigkeit aller, das wesenhafte Leben und Licht und Heil bist, o Herr.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Jakob sah voraus dich als Leiter, o Jungfrau, die uns zu himmlischer Höhe emporführt, die wir in die Gründe der Sünden gefallen. Darum in die Äonen, Reine, preisen wir dich.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Gott zu sehen, ist Menschen unmöglich, da zu ihm nicht wagen zu schauen die Heere der Engel. Durch dich aber, Allreine, ließ von den Sterblichen im Fleische sich schauen das Wort. Wenn wir es erheben mit den himmlischen Heeren, so preisen glückselig wir dich.
Du Beherrscher der Stunden und Zeiten, inmitten der Erde, in der Mitte des Tages, Langmütiger, wardst du, gekreuzigt, am Baume erhöht, die verderbenbringende Frucht dessen, der mitten im Paradiese den Fehltritt erlitt, gutmachend wieder.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Das Kreuz ward errichtet, und der Tyrann empfing in seiner Seele die tödliche Wunde, und die Gefesselten wurden vom Verderben befreit. Eingepflanzt ward allen Menschen Erkenntnis, der Feind ward vernichtet, und alles ist mit Freude erfüllt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Eine schreckenerregende Mutterschaft Überstand ich, o Herr, als ich dich schreckenerregend gebar. Als dich die Schöpfung freiwillig gekreuzigt am Baum sah, erschrak sie. So rief die Untadlige einst, mütterlich weinend, sie, die wir erheben.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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