Oktoich
Ton 5. Freitag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Da du beendigen willst die Mühen der Sterblichen und ihre Schmach, überguter Herr du, mein Retter, trägst du die schmachvolle Kreuzigung. Und Galle kostetest, Langmütiger, du, alle böse Bitterkeit von uns nehmend. Verwunden durch eine Lanze ließest du deine lautere Seite, unsere Wunden heilend als Herr. Darum besingen jetzt in Hymnen deine ruhmreiche Kreuzigung wir. Und niederfallend ehren wir die Lanze, den Schwamm und das Rohr. Durch sie gib deiner Welt den Frieden und großes Erbarmen.
Dein Leiden, Christus, vorbildend, hat Moses, dein großer Knecht, Erbarmer, die eherne Schlange erhöht, vom verderblichen schädlichen Giftbiss der Schlangen befreiend die Sterblichen. Und jetzt, da du am Holz wardst gekreuzigt, Langmütiger, ward die Welt vom Schaden der Schlange erlöst und von der Erde zum Himmel erhöht. Darum besingen auch jubelnd deine Macht wir in Hymnen und preisen und verehren dein Kreuz, Menschenfreund. Durch es hat alle Schöpfung mühelose Würde gefunden und großes Erbarmen.
Stichiren zur Stichovna
Herr, einst unter Moses, dem Propheten, hat allein das erscheinende Bild deines Kreuzes besiegt deine Feinde. Doch jetzt, da dein heiliges Kreuz selbst wir umfassen, flehen wir um Hilfe: Mach stark deine Kirche und gib wie Konstantin unseren Königen Sieg ob der Fülle, Menschenfreund, deines Erbarmens.
Wenn auch, Christus, dein Kreuz als Baum erscheint in seiner Natur, ist es doch bekleidet mit göttlicher Macht. Und indem es sichtbar erscheinet der Welt, wirkt es geistig das Wunder unserer Errettung. Wenn wir es verehren, sagen dir, Retter, Preis wir. Erbarme dich unser.
Jetzt, Theotokion: Von einer Lanze deine Seite schauend durchbohrt, Sohn, werde ich von der Trauer schrecklichem Schwerte verwundet. Und einen Seufzer aus meiner Seele hervorzubringen, bin ich durchaus nicht imstande. So sprach die Allreine, als bei deinem Leiden sie stand und seine ungerechte Tötung erblickte, langmütiger, übergütiger Herr. Wo sind die Freudenbotschaften mir? rief sie unter Tränen. Wo ist der, welcher das „Freude dir“ sprach? Wo das unsagbare Gebären? Wo ist Petrus, der Freund? Doch Preis deiner unsagbaren Langmut.
Sedalen 1
Der Baum deines Kreuzes, unser Erretter, ist der Welt geworden zur Rettung. Denn freiwillig angenagelt an ihn, hast du vom Fluche die Erdenkinder befreit, du aller Leben. Herr, Ehre sei dir.
Freiwillig, Erbarmer, hast das Kreuz du erduldet. Und den einstigen Fluch durch die Speise hast als allmächtiger Gott du getilgt. Darum besingen in Hymnen und verehren wir deine göttlichen, heiligen Leiden, Christus, o Herr, ohne Ende preisend deinen unbegreiflichen Heilsplan.
Als neben dem Kreuze des Herren sie stand, rief weinend die Gottesgebärerin: Weh mir, mein göttliches Kind, mein süßestes Licht. Wie wardst ausgespannt du am Kreuz, der du ausspannst die Himmel gleichwie ein Vließ und aus dem Meer die Wasserquellen emporführst auf dein Geheiß?
Sedalen 2
Das Kreuz hast du erduldet nach freiwilligem Ratschluss und aus dem Verderben, Retter, die Menschen befreit. In Hymnen preisen wir Gläubigen und verehren wir dich, weil du durch die Kraft des Kreuzes erleuchtet uns hast. Und in Furcht sagen wir Preis dir, Menschenfreund und Erbarmer, als unserem Lebenspender und Herrn.
Die Schädelstätte ward ein Paradies. Denn kaum war der Baum des Kreuzes errichtet, gleich ließ er dich sprossen, die Traube des Lebens zu unserer Freude. Ehre sei dir.
Als ans Kreuz, Christus, deine Mutter wie ein unschuldig Lamm geheftet dich sah, da bewegte sie jammerndes Klagen und sank in Erschöpfung. Wehe mir, rief sie, wie konntest du, mein Licht so bitter erlöschen? Und wie stirbst du wie ein Verbrecher inmitten von Frevlern, mein Sohn, du König der Schöpfung?
Sedalen 3
Von dem Baume hat Bitternis Adam geerntet, in Verwesung stürzend infolge des Neides der Schlange. Als du aber da hingest, o Jesus, hat er Leben geerntet und durch den Baum des Kreuzes bewohnet er wieder die Himmel. Und es ward vernichtet die Schlange, und verschlungen ward die Verwesung, und wir alle bringen dir Preis.
Das ,,Freude dir“ hat Gabriel einst mir gebracht, als er sprach, du werdest mit mir sein, Herr. So sagte bitter weinend die Gottesgebärerin. Wie denn ward jetzt mir, Sohn, zur Trauer die Freude? Und wie werde erscheinen kinderlos ich, die jungfräulich dich, den Retter unserer Seelen, geboren?
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 5.
Irmos: Gott, dem Erretter, der unbenetzten Fußes durch das Rote Meer lenkte sein Volk und im Meere den Pharao mit seinem ganzen Heere versenkte, ihm allein lasst uns singen. Denn herrlich tat er sich kund.
Das Leid, das, Christus, die Leidenschaft tötet, hast du freiwillig auf dich genommen. Und den hast du getötet, der einst im Paradiese getötet uns hat. Darum sagen deiner Güter wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Erhöht wardst du am Kreuz, und verschlungen wurde der Feind. Wir, die gefallen, wurden wieder erhöht Und des Paradieses Bürger, Christus, sind wir geworden und sagen der Macht deiner Erbarmungen Preis.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Ein kleines Kind, den Alten der Tage, reine Jungfrau, gebärest du uns, den, der die gealterte Natur der Menschen erneute, über allen Tadel Erhabene, durch sein göttliches Leid.
Ode 3
Irmos: Durch die Macht deines Kreuzes, o Christus, festige du meinen Sinn, dass deine rettende Kreuzigung ich in Hymnen besinge und preise.
Hinwelken lässest du die Frucht der Verwesung, am Kreuze, Erretter, erhöht. Und der Unverweslichkeit Quellen sprudelst du uns aus der Seite hervor, Herr.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Getötet wardst du am Kreuz wie ein Lamm, die Pfosten unserer Seele mit deines göttlichen Blutes Siegel bezeichnend, o Herr. Darum sagen in Furcht wir dir Preis.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als der, welcher das Leben uns vermittelt, o Reine, ist, sterbend am Kreuze erschienen dein Sohn und Herr, der, die dich preisen, verherrlicht.
Ode 4
Irmos: Kund ward, Herr, mir die Kunde von der Macht deines Kreuzes, wie durch es das Paradies ward geöffnet, und ich rief: Deiner Macht, Herr, sei Ehre.
Als du untergingest am Kreuz, Christus, der Gerechtigkeit Sonne, ließest abendloses Licht du aufgehen uns, die deine schaudererregende Herablassung, Wort, besingen in Hymnen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als vor dem Richterstuhl du, Christus, einst standest, hast den ungerechten Feind du verdammt. Und gekreuzigt wardst du inmitten von Frevlern und machtest gerecht uns.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du Christus schautest am Kreuze, den du geboren, o Reine, bewundertest du seine unsagbare Langmut. Darum sagen mit ihm wir dir Preis.
Ode 5
Irmos: Am frühen Morgen rufen zu dir wir, o Herr: Sei unser Retter. Denn du bist unser Gott. Außer dir keinen anderen wir kennen.
Die Felsen, als sie dich schauten am Kreuze erhöht, Christus, barsten. Und die Grundfesten der Erde erbebten.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ablegte die Sonne ihr Licht, als du, der Gerechtigkeit Sonne, Langmütiger, am Baum wardst erhöht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du am Baum entschlafen sahest den Herrn, wehklagtest, Jungfrau-Mutter, du weinend, über allen Tadel Erhabene.
Ode 6
Irmos: Ein Abgrund schloss rings mich ein. Zum Grabe ward mir das Meertier. Doch zu dir, dem Menschenfreunde, habe ich gerufen. Und es errettete mich, o Herr, deine Rechte.
Das Kreuz ward errichtet auf Erden, und es geschah der Sturz der Dämonen. Und der Grund des Glaubens nahm seinen Anfang, und die Bosheit war von dannen gejagt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Sonne erlosch, als du entzündetest wie einen Leuchter am Kreuz, Herr, dein Fleisch. Die Drachme fand sich, die von finsteren Leidenschaften verfinstert gewesen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Ein Schwert durchdrang dein Herz, als du ans Kreuz geschlagen den Schöpfer erblicktest, o Jungfrau, über allen Tadel Erhabene, und seine göttliche Seite von einer Lanze durchbohrt.
Ode 7
Irmos: Der du im Feuerofen errettet die Hymnen singenden Jünglinge hast, gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Damit befreit wir werden von der Sünde der Wollust, hast Galle du, Christus, gekostet, der du des Lebens Süßigkeit bist.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als du am Kreuze, o Jesus, wurdest verwundet, da wurden Adams langjährige Wunden geheilt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Nach dem Gebären bleibst rein du wie vor dem Gebären. Denn Gott war es, der geboren ward, um göttlich zu machen die Sterblichen.
Ode 8
Irmos: Ihn, der Sohn und Gott, der aus dem Vater gezeugt ist vor den Äonen und in der Fülle der Zeiten aus der Jungfrau-Mutter im Fleische erschien, Priester, besingt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Der du den Fluch des Baumes durch einen Baum hast geheilt und Segen, Überguter, quellen ließest den Menschen, dir, Reiter, singen wir Hymnen und erheben dich über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Die sich überhebende Schlange hast an deinem Kreuz gedemütigt du. Und den furchtbar Gefallenen, Gedemütigten hast du erhöht. Dir, Retter, singen wir Hymnen und erheben dich über alles in alle Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als Brautführer entsandt, rief Gabriel, Jungfrau, zu dir und sprach: Freude dir, des Allkönigs Christus lichtheller Palast, in welchen wohnend er alle Sterblichen vergöttlichen wird.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Dich, Gottesmutter, die erhaben über Gedanke und Wort in der Zeit den Zeitlosen unsagbar geboren, einträchtig preisen wir Gläubigen dich.
Die Macht und Herrschaft des Feinds ward vernichtet, du allein mächtiger Herr, als aufgerichtet du wurdest am Kreuze und an ihm hast gerötet mit Blute die Finger.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Sie durchbohrten dir, Christus, die Hände und Füße Und es zählten die Frevler, die dich kreuzigten, deine Gebeine. Und mit Galle und Essig tränkten sie dich.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Jesus, das Licht, strahlte auf uns, o Reine, aus dir. Und am Kreuze hat er erleuchtet die Schöpfung und der Dämonen Dunkel verjagt.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
Wir freuen uns über Hinweise auf Fehler in den Texten und Abfolgen:
verein@orthodoxinfo.de
Kontakt und Impressum:
www.orthodoxinfo.de
Copyright: die Texte dürfen nicht zu gewerblichen Zwecken verwendet werden.