Oktoich
Ton 5. Mittwoch.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Des Mächtigen geschärfte Pfeile habt ihr, Apostel, über die ganze Erde entsandt und in beflügelter Eile alle furchtbaren und feurigen Pfeile der Dämonen geschwächt, Blutzeugen in Wahrheit, aus dem Wege räumend die Vielgötterei und alle die Frömmigkeit lehrend, Schafe Christi, unseres Gottes, des Erzhirten, in Wahrheit Genannte, der euch sandte mitten unter die Wölfe, ihre Wildheit durch den Glauben zu zähmen.
Ihr gingt in die Schule bei der Person des göttlichen Wortes, das aus erhabenster Menschenfreundlichkeit sich gesellte den Sterblichen und ihre Natur in Wahrheit angenommen hat und vergöttlicht. Folgend also seinen göttlichen Spuren, Allweise, habt ihr auch nachgeahmt seine Armut, alles für Kehricht erachtend, Ruhmreiche ihr. Darum habt ihr auch den zweiten Rock von euch geworfen, weder Stab noch Ranzen auf dem Wege mit euch geführt. Und jetzt wurdet gewürdigt ihr, zu erlangen die himmlischen Schätze.
Von der Versuchungen Brandung, von schändlicher Irrlehren furchtbarem Lug, von dem bösen Rat der Dämonen, von dem bitteren Wirbel und Aufruhr der Menschen, Allseligste ihr, von dem lichtlosen Feuer und dem ewigen Wurme und dem Knirschen der Zähne und aller anderen Qual durch euere Bitten beim Herrn uns alle befreiet und flehet zu ihm, dass wir durch Enthaltung und Mühsal erlangen der Tugenden Lohn, das Erbe des Reiches der Himmel und das große Erbarmen.
Stichiren zur Stichovna
Ihr Jünger des Retters, die ihr Augenzeugen der Geheimnisse wäret, den, der unsichtbar und ohne Anfang ist, habt ihr mit den Worten verkündet: Im Anfang war das Wort. Nicht ward es vor den Engeln erschaffen, noch hat es von den Menschen gelernt, sondern von der aus der Höhe kommenden Weisheit. Darum, da ihr alles sagen ihm dürfet, legt für unsere Seelen Fürbitte ein.
Die Apostel des Herrn lasset melodisch in Liedern uns preisen. Denn mit des Kreuzes Rüstung bekleidet, haben sie den Irrwahn der Götzenbilder zerstört und sie wurden mit dem Kranze des Sieges geziert. Auf ihre Fürbitten, Gott, erbarme dich unser.
Jetzt, Theotokion: Freude dir, Christi, Gottes Mutter, da der König der Herrlichkeit dir erschien und dich überschattete der allheilige Geist. Da alles sagen du darfst, so flehe um unserer Seelen Errettung.
Ode 1
Kreuzkanon des Joseph, Ton 5.
Irmos: Ross und Reiter hat Christus, der die Kriegesheere zermalmt, mit erhobenem Arm gestürzt ins Rote Meer. Doch Israel rettete er, das eine Siegeshymne ihm sang.
Ihn, der in Unfassbarkeit wird erkannt, der Fleisch ward und der Welt im Körper erschien, hat einst nach seinem Willen schweben lassen am Holz der Hebräer ruchloses Volk.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als dich, o Christus, den fruchtbaren Weinstock, die Hebräer rasend am Holze des Kreuzes erhöhten, da ließest du, Wort, der Freude Wein träufeln, der allen Rausch der Sünden entfernt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du den aus deinem Schoße geborenen Herrn ungerecht am Holze erhöht sahst, weintest du, Jungfrau, und seiner wahrhaft unendlichen Herablassung sangest du Hymnen.
Ode 3
Irmos: Der du befestigt hast auf dem Nichts die Erde durch dein Geheiß und unwiderstehlich erhöhet hast ihre Last, o Christus, auf dem unerschütterlichen Felsen deiner Gebote, festige deine Kirche als einzig Gütiger und Menschenfreund.
Du wirst gekreuzigt, und das Paradies öffnet sich wieder, und der Räuber tritt vor allen froh darin ein. Du stirbst, mein Jesus, und der Betrüger Feind wird getötet, doch der getötete Adam belebt. Preis sei deiner reichen Erbarmung.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der Sünde Glut löschest du aus, am Holze aus Güte gekreuzigt. Du lösest, gefesselt, den Trug. Du bekleidest, entblößt, mit der Herrlichkeit Gewand den Menschen. Preis sei deiner reichen Erbarmung.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Hymnen singen, Allgefeierte, dir die Chöre der Engel, die unvergleichlich du überragest. Denn du hast Gott im Fleische geboren, der am Baum den Fluch vom Baum hat vernichtet und den Segen ließ quellen.
Ode 4
Irmos: Deine göttliche Selbstentäußerung schauend, rief Habakuk, Christus, bebend vor Furcht, prophetisch dir zu. Zu deines Volkes Errettung, zu retten deine Gesalbten, bist du gekommen.
Der Seelen volle Erlösung, Christus, vollbringend, gabst du in die Hände des Vaters deine allheilige Seele, freiwillig hängend am Holz.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der ungerechte Richter verdammt dich, gerecht richtender Jesus, am Holze hangend zu sterben, damit du uns rechtfertigtest, die wir uns dem ungerechten Feinde gebeugt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Ein Schwert, Gottesmutter, durchdrang deine Seele, Gesegnete, als du sahst, wie dein Sohn ward gekreuzigt und seine Seele gab in die Hände des Vaters.
Ode 5
Irmos: Der du mit Licht wie mit einem Gewand dich bekleidest, zu dir erhebe ich am frühen Morgen mich und rufe zu dir: Meine verfinsterte Seele, Christus, erleuchte als einzig Erbarmender.
Du standest vor dem Gericht, gerecht richtender Christus, verdammend im Fleische die Feindin, mit dem Rohre geschlagen, und vollendete Freiheit mir unterschreibend.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als sie im Fleische am Holze hangend, Christus, dich sah, da verwandelte ihr Licht in Dunkel die Sonne. Und die Erde erbebte. Und Felsen barsten entzwei.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Dich, Gottes über allen Tadel erhabene Mutter, durch die unfruchtbar wurde der Fluch, durch welche die Erlösung und der Segen geschenkt ward, preisen wir selig.
Ode 6
Irmos: Das in seelenverderbendem Sturme rasende Heer der Leidenschaften stille, Christus, o Herr. Und aus dem Verderben als Erbarmender führe mich empor.
Erhöhet am Holze, Langmütiger, hast du alle Erhebungen des Feindes niedergeworfen und die Gefallenen aus reicher Güte errettet.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als die Seelen der Gerechten, Gebieter, sahen, wie du einst am Holze deine Seele aufgabst, da wurden sie, Wort, von ewigen Fesseln befreit.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Bewundernswert ist dein Sohn, der alle Wunder wirket und in den Heiligen verherrlicht wird, Gottesmutter, du einzig bewunderungswürdige Herrin.
Ode 7
Irmos: Siebente Ode: Der Väter über alles verherrlichter Herr hat ausgelöschet die Flamme und die Jünglinge besprenget mit Tau, die einstimmig sangen: Gott, gepriesen bist du.
Dich krönte mit Dornen, unsterblicher König, das ruchlose Volk, der du doch mit der Wurzel ausrissest die Dornen des Trugs. Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mich mit unvergänglichem Gewand zu bekleiden, o Wort, lässest freiwillig du dich entblößen und Anspeiungen erträgst du und Kreuz und Leid, der von Natur doch leidlos du bist.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Befremdend ist dein Gebären, über allen Tadel Erhabene. Denn Gott hast du geboren, der durch das Holz auslöschte die Flamme der Sünde und Licht gab der Welt.
Ode 8
Irmos: Dir, dem Allschöpfer, haben im Feuerofen die Jünglinge, einen allgeordneten Reigen bildend, gesungen: All ihr Werke, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Höchster Gott, am Kreuze wardst du erhöht und mit Galle getränkt, des Lebens Süßigkeit du. Von einer Lanze wirst du durchbohrt, die Schlange schlachtend, die zu Boden warf im Paradiese den Adam.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Du lösest mich von den Fesseln der Sünde, o Wort, indem du freiwillig fesseln dich lässest und fesselst mit ewigen Fesseln den feindlichen Belal, Retter. Darum sage deinem Leiden in die Äonen ich Preis.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du standest am Kreuze, o Braut, angenagelt, o Herrin, Christus erblickend, den du geboren. Darum riefest du: Nicht kinderlos mach mich, du des anfanglosen Vaters Sohn und Wort, Anfangloser.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Isaias, frohlocke. Denn es hielt in ihrem Schoße und gebar als Sohn den Emmanuel, der Gott und Mensch ist, die Jungfrau. Sein Name ist Aufgang. Wenn ihn wir erheben, preisen wir selig die Jungfrau.
Wie ein Lamm wardst erhöht du am Holz. Christus, Herr, die Backen des geistigen Wolfes zermalmend und seinem Rachen deine geistigen Schafe entreißend, o Herr, und dem Vater zuführend.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit einer Dornenkrone umwandest du dich als König der Könige, Christus, die Reiche des Bösen vertilgend und mit der Wurzel ausreißend die Dornen des Trugs. Darum gläubig preisen wir dich.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Den Winzer hast du geboren, den Schöpfer des Glaubens, der auf Erden pflanzet die wahre Erkenntnis und löst den vom Baume sprossenden Fluch. Wenn ihn wir erheben, preisen selig, Jungfrau, wir dich.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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