Oktoich
Ton 5. Montag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Wehe mir, der erzürnet dich hat, meinen erbarmenden Gott und Herrn. Oft habe, Buße zu tun, ich versprochen, o Christus, und als Lügner ward erfunden ich Tor. Zunächst beschmutzte ich der Taufe Gewand und verachtete meine Verträge mit dir. Und sodann wieder hielt dies Versprechen, das ich dir machte im Angesichte der Engel und Menschen, mich mit der Trauer Gewände bekleidend, ich nicht. Lass fürder, Erretter, am Ende nicht verloren mich gehen.
Was für eine Rechtfertigung hast du, unglückliche Seele, am Tag des Gerichtes? Oder wer wird dich von der Verdammnis zum ewigen Feuer und zu allen Strafen erretten? Keiner, wenn du nicht dir selber versöhnst den Erbarmer, indem du deine Freveltaten hinter dir lässest und dir einen gottgefälligen Wandel erwirbst, an allen Tagen deine zahllosen Niederlagen beklagend, die du stündlich in Werken, Worten und Gedanken erlitten, flehend zu Christus, dass er ihre volle Vergebung dir schenke.
Nicht möge sich meiner bemächtigen, Retter, der Sünde reizende Gewohnheit. Und nicht möge über mich herrschen der stets mich bekriegende Dämon und mich zu seinem Willen herabziehen. Nein, entreiße mich seiner Herrschaft und Gewalttätigkeit und finsteren Strafe. Und du selbst, Menschenfreund, herrsche in mir und geruhe, dass ich ganz dein sei und nach deinem Willen lebe, o Wort, und Ruhe habe in dir und Versöhnung finde und Heil und großes Erbarmen.
Ton 5.
Jetzt, Dogmatikon: Lass strahlen dein Licht mir, der im Dunkel der Sünden ich weile, die Gott du, das Licht der Wahrheit, empfangen und im Fleische, Mutter-Jungfrau, geboren. Aus der Verzweiflung Tiefe führe schnell mich empor. Und auf den Fels nicht wankenden Wandels meiner Seele Schritte du stütze. Die Dämonen richte, die mich unaufhörlich bekriegen. Beende geschwinde die Not meines elenden Herzens, Hoffnung der Enden der Erde, die du schenkest der Welt das große Erbarmen.
Stichiren zur Stichovna
Herr, des Sündigens will kein Ende nehmen bei mir. Obwohl ich der Menschenfreundlichkeit werde gewürdigt, erkenne ich sie nicht. Besiege meine Verhärtung, einzig Guter, und erbarme dich meiner.
Herr, deinen Zorn fürchte ich und höre nicht auf, das Böse zu tun. Wer nicht fürchtet im Gerichte den Richter? Oder wer, der geheilt werden will, erzürnt den Arzt gleichwie ihn? Langmütiger Herr, habe Mitleid ob meiner Schwachheit und erbarme dich meiner.
Jetzt, Theotokion: Furchtbar und überraschend und groß ist das Geheimnis: Der Unbegrenzte ward in deinem Schoße begrenzt. Und die Mutter ist nach dem Gebären hinwieder Jungfrau geblieben. Denn Gott hat sie geboren, der aus ihr erschienen im Fleisch. Zu ihm lasst uns rufen: Ihm lasst uns sprechen die Hymne, mit den Engeln singend: Heilig bist du, Christus, o Gott. Der du Menschengestalt angenommen, Ehre sei dir.
Sedalen 1
Wenn der Richter da sitzt und die Engel da stehen, wenn ertönt die Posaune und auflodert die Glut, was wirst du tun, meine Seele, wenn du abgeführt wirst zum Gericht? Denn dann treten die Sünden zur Seite dir, und deine geheimen Frevel werden geprüft. Darum vor dem Ende rufe zum Richter: Gott, sei mir gnädig, sei mein Erretter.
Seele, was hier ist, vergeht. Was dort ist, ewig besteht. Ich schaue den Gerichtshof und auf dem Throne den Richter und ich erzittere vor dem Urteil. Kehre eilig jetzt um. Unversöhnlich ist das Gericht.
Warmherzige und unüberwindliche Hilfe, du sichere Hoffnung, die nie wird zuschanden, du Mauer Schutz und Hafen derer, die eilen zu dir, stets Jungfräuliche, flehe zu deinem Sohne und Gott mit den Engeln, dass Frieden und Heil er schenke der Welt und großes Erbarmen.
Sedalen 2
Lasst alle uns wachen und Christus entgegeneilen mit reichlichem Öl und mit leuchtenden Lampen, damit wir des Brautgemachs drinnen werden gewürdigt. Denn wer außerhalb des Tores zurückbleibt, vergebens ruft der zu Gott: Erbarme dich meiner.
Während auf dem Lager meiner vielen Sünden ich liege, werde der Hoffnung auf mein Heil ich beraubt. Denn der Schlaf meines Leichtsinns verschafft meiner Seele die Strafe. Doch du, o Gott, der du geboren wardst aus der Jungfrau, erwecke zum Hymnengesang mich, damit ich dich preise.
Du bist heiliger als die Cherubim und erhabener als die Himmel, in Hymnen Allgefeierte Wenn wir dich in Wahrheit als Gottesmutter bekennen, haben einen Beistand wir Sünder und finden in den Versuchungen Heil. Darum höre nicht auf, zu flehen für uns, du unserer Seelen Stärke und Zuflucht.
Sedalen 3
Vor dem furchtbaren Gerichte erzittere ich. Vor des Richters gerechtem Urteil erschaudere ich. Denn auch mein Gewissen stets überführt mich. Indem mit der Sorglosigkeit ich dahinlebe, zweifle ich und fürchte ich mich. Auf euere heiligen Fürbitten befreiet mich von dem Feuer, Erzengel, die ihr über die Gläubigen wachet.
Gabriel brachte überraschend auf Erden die himmlische Frohbotschaft dir. Denn da er den Bildner der Engel in dir als Fleischgewordenen schaut, singt er das Lied dir der Freude, Erlauchte, durch dieses die Sterblichen lehrend, wie du allein als der Freude Ursache allen Menschen erschienen.
Ode 1
Bußkanon des Joseph, Ton 5.
Irmos: Singen lasset dem Herrn, der wunderbare Zeichen tat im Roten Meere, ein Siegeslied uns. Denn herrlich tat er sich kund.
Den, der durch die vielen Ränke des Feindes gereizt und verführt wird, o Christus, bekehre, erbarme seiner als Allmächtiger dich.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der du des Tauben Ohren öffnetest, Christus, meiner Seele taube Ohren, ich bitte dich, öffne, damit auf deine Worte ich höre.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du der göttlichen Herrlichkeit Tor, der Buße Tore mir öffne. Und aus den Toren des Hades reiße, ich bitte, meine niedergeschlagene Seele.
Ode 3
Irmos: Über die Völker König ist Gott: Gott sitzet auf seinem heiligen Thron. Und wir singen verständig ihm als dem König und Gott.
Der du nicht willst, dass jemand verlorengeht, o gütiger Herr, meiner, der verlorengeht, erbarme dich und rette. Allerbarmender, mich durch das Neigen deines Erbarmens.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Weil ich in Kenntnis und Unkenntnis habe gesündigt dir, Christus, Herr, der alles erkennt, so falle ich nieder vor dir, rufend: Nimm mich auf wie den verlorenen Sohn.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Jungfrau-Mutter, die du Gott einen Leib gabst, nimm die Stimmen der stets zu dir Rufenden an und befreie uns von mannigfacher Bedrängnis.
Ode 4
Irmos: Deines Heilsplanes Werke, o Herr, brachten außer sich den Propheten Habakuk. Denn du gingst aus zu deines Volkes Errettung. Zu retten deine Gesalbten, bist du gekommen.
Die Werke, die ich in meinem Leben vollführte, sind böse und schlecht. Von ihnen, Christus, erlöse mich, Gott, mir rechte Buße gewährend.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Alle heilige Satzung habe ich verachtet, die Furcht vor dir, o Christus, verschmähend. Und ich fürchte dein nicht zu täuschendes Gericht. In ihm verdamme, Erbarmer, mich nicht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Fleisch nimmt aus deinem reinen Blute der Herr, den dich Ehrenden durch deine gütige Mitteilung, in Hymnen Allgefeierte, Buße gewährend als Erbarmer und einziger Menschenfreund.
Ode 5
Irmos: Du wahres Licht, Christus, o Gott, zu dir erwacht aus Nacht mein Geist. Lass leuchten über mir dein Angesicht.
Werde wieder nüchtern, Seele, werde wieder nüchtern vom schweren Schlaf meiner furchtbaren Sünde. Und lass dich umstrahlen vom Lichte der Buße.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Durch Sittsamkeit lasst uns die Seele erneuen. Und lasst uns benetzen uns lassen vom Regen der Reue, damit wir hervorbringen die Ähre der Buße.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Jungfrau, du Gebenedeite unter den Frauen, dein Erbarmen schenke deinem Volk. Denn als des Erbarmers Mutter wardst du erwiesen.
Ode 6
Irmos: Aus dem Meertier hast du den Propheten erlöst. Führe mich aus der Tiefe meiner Sünden empor, Herr, und sei mein Erretter.
Nicht ist im Leben eine Sünde, die ich Armer nicht allein vollführt. Einzig Sündeloser, habe Mitleid mit mir.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Vom Segel des Eifers lasst uns beschwingen uns lassen und lasst zum Hafen der rettenden Buße alle uns eilen, damit gerettet wir werden.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: O Jungfrau, der Gläubigen Beistand, flehe zum Herrn, dass deine Knechte erlöset werden von jeglicher Sünde.
Ode 7
Irmos: Gepriesen bist du, o Gott, der du die Abgründe schauest und auf dem Throne der Herrlichkeit sitzest, du, über alles in Hymnen gepriesen, über alles verherrlicht.
Gepriesen bist du, o Gott, der du aus Erbarmen alle Büßenden annimmst, du, über alles in Hymnen gepriesen, über alles verherrlicht.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Heile, erbarmender Retter, meine vielen Leidenschaften, der du erkennst meine Schwachheit, du, über alles in Hymnen gepriesen, über alles verherrlicht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Gepriesen bist du, o Gott, der du in den Schoß der Jungfrau hinabstiegst und den Menschen errettet hast, du, über alles in Hymnen gepriesen, über alles verherrlicht.
Ode 8
Irmos: Den Bildner der Schöpfung, vor dem erzittern die Engel, preiset in Hymnen, ihr Völker und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Den, der durch seine Fehltritte dem Tode verfiel, Herr, belebe, damit ich dich preise in alle Äonen.
Erleuchtend durch Buße mich, befreie mich vom Dunkel der Sünde, o Herr, damit ich dich preise in alle Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Aus dir strahlte Gott auf und hat durch Gotteserkenntnis erhellt die Verfinsterten, in Hymnen allgefeierte Jungfrau.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Dich, die Selige unter den Frauen und von Gott Gesegnete, erheben in Hymnen wir, der Menschen Geschlecht.
Sei gnädig mir, Herr, der ich in Torheit in unzählige Sünden gefallen, und würdige mich, o Wort, deines Reiches.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie die Niniviten einst errettet du hast, als Buße sie taten, einziger Retter, so auch uns, die in Hymnen dich preisen, durch dein Erbarmen errette.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du trägst wie ein feuriger Thron den, der durch seinen Wink trägt das All, und du nährest, o Jungfrau, den, der ernähret das All.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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