Oktoich
Ton 4. Mittwoch.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Aus Erde hast du einst, Menschenfreund, mich geschaffen und mich mit deinem Bilde geehrt, die Wonne des Paradieses mir schenkend. Und als ich durch den Baum der Erkenntnis betrogen und dem Verderben verfallen, hast du mich wieder erweckt, indem du selbst ein Sterblicher wurdest und dich kreuzigen ließest Unsterblicher, aus maßlosem Erbarmen und reicher Herablassung.
Aus unermesslichem Mitleid hat mein Bildner und Herr, nicht seinen Vater verlassend, als Fremder auf der Erde gewohnt, indem er entäußerte sich und die Gestalt seiner Knechte annahm als Gütiger aus der Jungfrau, wie er geruhte. Und die Kreuzigung hat erduldet er, der Unsterbliche, leidend im Fleisch, und vernichtet den Tod und den Menschen errettet.
Als du gekreuzigt wardst, Herr, hast du die Sünde als Erbarmer mit dir gekreuzigt. Und den Fluch löschtest durch der Nägel Male du aus. Und mit einer Lanze ließest deine Seite du, Christus, durchbohren und zerrissest so des Erstgeschaffenen Schuldschrift. Ich preise deine Leiden in Hymnen, verherrliche deine Erweckung, durch die du alle belebtest, die durch ihre Leidenschaften getötet.
Ton 4.
Jetzt, Dogmatikon: Als die allreine Herrin sah, wie Christus getötet ward und den Betrüger getötet hat, wehklagte sie, bitterlich rufend zu dem, der aus ihrem Schoße hervorkam. Und ob seiner Großmut erstaunend, ward sie bestürzt: Mein geliebtestes Kind, nicht vergiss deine Magd, nicht, Menschenfreund, hemme mein Sehnen.
Stichiren zur Stichovna
Als unbezwingliche Waffe, o Christus, hast du dein Kreuz uns geschenkt, und in ihm besiegen wir die Schilde des Feindes.
Da stets zur Hilfe wir haben, o Christus, dein Kreuz, zerstampfen wir spielend die Schlingen des Feindes.
Jetzt, Theotokion: Als sie, das Lamm, das dich gebar, dich, das Lamm und den Hirten, am Holz sah, wehklagte sie und mütterlich rief sie dir zu: Geliebtester Sohn, also vergilt dir das undankbare Volk deine großen Wunder, deren es erfreuen sich durfte. Wohlan, Ehre sei deiner unsagbaren und göttlichen Herablassung, o Menschenfreund.
Sedalen 1
Losgekauft hast du uns vom Fluch des Gesetzes durch dein kostbares Blut. Angenagelt ans Kreuz und von der Lanze durchbohrt, ließest du die Unsterblichkeit quellen den Menschen. Unser Retter, Ehre sei dir.
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 4.
Irmos: Des Roten Meeres Tiefe durchquerte trocknen Fußes das alte Israel. Es schlug in der Wüste mit den kreuzweise emporgehobenen Händen des Moses Amaleks Macht in die Flucht.
Der du ausspanntest den Himmel, du hast, Jesus, ausgespannt am Kreuz deine Hände, die Völker, die weit von dir sich entfernt, als Guter und Erbarmender vor aller Augen mit deinen Armen umschlingend.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit deines Kreuzes Mauer, mein Christus, umgib mich, damit ich nicht werde, o Wort, die Beute des Wolfes, der meinen Untergang sucht und jeden Tag auflauert mir und mir legt seine Fallen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als unversehrte Jungfrau beharrtest du nach dem Gebären. Denn den am Kreuze Erhöhten hast du, Makellose, unsagbar geboren. Darum preisen wir alle mit lauter Stimme dich selig.
Ode 3
Irmos: Es erfreuet sich in dir deine Kirche, Christus, und ruft: Du bist meine Kraft, Herr, und Zuflucht und Stärke.
Als du erhöht wardst am Kreuze, hast du die ins Verderben Gestürzten erhöht und verjagt den Feind, Christus, Herr, unser Gott.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Stumpf wurden die Schwerter des Feindes, als deine Seite durchbohren du ließest. Und geöffnet ist Eden, des Vaters persönliches Wort.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als sie, das untadlige Lamm, dich am Kreuze erhöht sah, da wehklagend weinte sie, Herr, deine Macht in Hymnen besingend.
Ode 4
Irmos: Als die Kirche dich am Kreuze erhöht sah, dich, der Gerechtigkeit Sonne, da trat sie in ihre Bestimmung, geziemend rufend: Ehre sei, Herr, deiner Macht.
Als die Sonne erkannte, dass du freiwillig am Holze wurdest erhöht, du, der Herrlichkeit Sonne, da hüllte in Nacht sie dich ein. Und es barsten die Felsen, und der Vorhang des Tempels zerriss.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als du gekreuzigt wardst und von einer Lanze durchbohren dich ließest, o Herr, da wich das gezückte Schwert auf dein Geheiß vor dem edeldenkenden Räuber, der deine Macht in Hymnen besang.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Die du den Zeitlosen gebarst in der Zeit und untadlige Jungfräulichkeit alleine besaßest, als du am Holze erhöht sahst den Herrn, da hast du in Leiden deine Seele zermartert.
Ode 5
Irmos: Du, mein Herr, kamst als Licht in die Welt. Als heiliges Licht, das aus der Unwissenheit Nacht die umkehren lässt, die dich gläubig in Hymnen besingen.
Indem deine Seite durchbohrt wird, schüttest aus du mir, Herr, der Unsterblichkeit göttliche Ströme, mir, der durch den Rat der Seitenrippe ins Verderben geglitten.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Das kostbare Kreuz ist ein Siegeszeichen wider die Feinde. Du gabst es uns, Wort, zu unserer Seelen Errettung, die wir dich gläubig in Hymnen besingen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der einzig Gute, in deinen unversehrten Schoß schlüpfte er. Und im Fleisch und am Kreuze ließ er sich schauen, damit er uns vom Verderben befreite.
Ode 6
Irmos: Opfern will ich dir mit lobpreisender Stimme, o Herr. So ruft zu dir die Kirche, aus der Dämonen Schmutze erlöst durch das in Erbarmung aus deiner Seite vergossene Blut.
Der du über alle höchste Ehre erhaben, du ertrugst es, dich entehren zu lassen, um mich, den auf schlimmste Weise Entehrten, zu ehren, Menschenfreund, und am Kreuz zu erretten.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ein Toter zwar wardst du genannt, am Holze erhöht. Doch den Urheber des Todes tötetest du und erfülltest ihn jetzt mit jeglicher Schande. Mein Bildner, deine Macht besinge ich in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Mit Nägeln schlug dich an das gesetzlose Volk und mit dem Schwerte der Trauer wird durchbohret mein Herz, o mein Bildner, rief weinend die Jungfrau.
Ode 7
Irmos: In dem persischen Feuer erglühten die Abrahamsjünglinge mehr in der Liebe des Glaubens als in den Flammen und riefen: Gepriesen bist du, o Herr, in deiner Herrlichkeit Tempel.
Freiwillig wirst nackend du am Kreuze gekreuzigt. Unsterblicher, der du allein mit Wolken bekleidest den Himmel. Und den, der einst die Stammeltern entblößte, bekleidest du mit ewiger Schmach.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Am Kreuze wardst du erhöht. Und erweckt ist der gefallene Adam. Von einer Lanze ließest du, Herr, dir durchbohren die Seite. Und eine tödliche Wunde empfing der Ränkeschmied. Gepriesen sei, Herr, deine Macht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du Christus, den Gott, der im Feuer als Tau geschaut ward, o Braut, und keineswegs deinen Schoß hat verbrannt, am Holz hängen sahest, hast seine unbegreifliche Herablassung du gepriesen.
Ode 8
Irmos: Durch Ausbreiten der Hände hat Daniel in der Grube verschlossen die Schlünde der Löwen. Und des Feuers Macht löschten die Jünglinge aus, mit Tugend umgürtet, die Freunde des Glaubens, und riefen: Preiset, alle Werke des Herren, den Herrn.
Du breitetest aus deine Hände am Kreuz, da die Sünde unbeherrschter Hand heilen du wolltest, o Herr. Angeheftet wardst du mit Nägeln, da du ausreißen wolltest die Nägel allen leidenschaftlichen Sinnes des erstgeschaffenen Adam, o Herr, der da sang: Preiset, all ihr Werke, in Hymnen den Herrn.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Es wird zerrissen die Schuldschrift des erstgeschaffenen Adam, indem deine göttliche Seite durchbohrt wird. Durch die Tropfen des Blutes, Gebieter, wird heilig gemacht alle Welt, die stets ruft mit Stimmen des Dankes: Preiset, alle Werke des Herren, den Herrn.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als sie sah, wie Christus wurde getötet und den Feind tötete, der getötet hatte die Sterblichen, besang ihn die in Hymnen vielgepriesene Herrin, ihn in Hymnen beweinend als Herrn. Und seine Langmut bewundernd, rief sie: Preiset, all ihr Werke, in Hymnen den Herrn.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Als nicht handgeschnittener Stein ward aus dir, dem Berge, aus dem kein Stein ward gebrochen, o Jungfrau, als Eckstein Christus geschnitten, der die getrennten Naturen verband. Darum jubelnd, Gottesmutter, erheben wir dich.
Siehe, das Leben ward, am Kreuze hängend, von allen geschaut. Doch die Sonne, die dies nicht ertrug, hält ihre Strahlen zurück. Und die Erde erbebt. Und die Gedanken werden gegründet auf Gottesfurcht und Ehrbarkeit.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie verurteilt dich, den Gesetzgeber, das gesetzlose Volk, mein Jesus, am Holze zu sterben, der du das Leben und der Herr bist des Alls und durch Leid allen Sterblichen Leidlosigkeit schenkest?
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Erleuchte, Reine, meine Seele, die durch die Sünde wurde verfinstert. Zerstreue die Wolken meiner Sünden, Wolke des Lichts, die du verfinstert einst sahest die Sonne, als gekreuzigt ward der Unsterbliche.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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