Oktoich
Ton 4. Montag.
- Zur Vesper -
Geistliche im Altar: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Zweimal.
Das dritte Mal bis zur Hälfte:
Geistliche: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten.
Ch: Und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.
Stichiren zur Stichovna
Wer, der bedrängt wird von Stürmen und diesem Hafen zusteuert, wird nicht gerettet? Oder wer, der in Schmerzen sich windet und vor diesem Arzte sich hinwirft, wird nicht geheilt? Bildner des Alls, Arzt der Kranken, Herr, damit ich nicht verloren gehe am Ende, Rettung mir sende.
Jetzt, Theotokion: Freude dir, Wolke des Lichts. Freude dir, lichter Leuchter. Freude dir, Mannagefäß. Freude dir, Aarons Stab. Freude dir, unverbrennbarer Dornbusch. Freude dir, Fackel. Freude dir, Thron. Freude dir. heiliger Berg. Freude dir, Paradies. Freude dir, Gottes Tisch. Freude dir, mystisches Tor. Freude dir, aller Hoffnung.
Ch: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Dreimal.
Sedalen 1
Meine elende Seele suche heim, Herr, die ihr ganzes Leben in Sünden erschöpfte. Wie die Buhlerin nimm auch mich an und sei mein Erretter.
Durchfahrend das Meer des gegenwärtigen Lebens, erwäge ich den Abgrund meiner vielen Sünden. Und da ich zum Steuermann nicht die Klugheit besitze, so spreche ich mit dem Worte des Petrus zu dir: Rette mich, Christus, o Gott, rette mich als Menschenfreund.
Schauererregend ist das Geheimnis und überraschend das Wunder, wie die Jungfrau dich, den Schöpfer des Alls, hat getragen und nach dem Gebären hinwieder ist unversehrte Jungfrau geblieben. Der du geboren wurdest aus ihr, den Glauben stärke, die Völker besänftige und die Welt befriede, Gott, als Menschenfreund.
Sedalen 2
Eilends lasset gemeinsam uns in Christi Brautgemach treten. Und lasst alle seine, unseres Gottes, selige Stimme uns hören: Kommt, die ihr die himmlische Herrlichkeit liebet, da ihr der klugen Jungfrauen Gefährten geworden, durch den Glauben eure Lampen erhellet.
Erwäge, o Seele, wie wir stehen werden vor dem Richter: In der Schreckensstunde werden aufgestellt furchtbare Throne. Und der Menschen Taten werden erforscht. Dann der unerbittliche Richter. Denn vor dem Throne zieht Feuer vorher, wie ein wildes Meer unter Tosen bedeckend die Sünder. Erwäge es, meine Seele, und richte gerade deine Werke.
Die du mit Recht und in Wahrheit Gottesgebärerin bist und als Mutter in Freimut flehst zu deinem Sohn, unserem Gott, behüte die Herde, die mit Vorliebe unter deinen Schutz sich begibt, die in dir besitzt ihre Kraft, bei dir sucht ihre Zuflucht, bei dir, dem Hafen, der Mauer, der einzigen Hilfe des Menschengeschlechts.
Sedalen 3
Mit geistigem Munde, übergöttliche Dreiheit, besingen dich die Chöre der Körperlosen unaufhörlich in Hymnen und stehen in Furcht dir zur Seite und rufen: Heilig, dreipersönliches Wesen. Erbarme dich denn des Gebildes deiner Hände auf ihre Fürbitten, einziger Menschenfreund.
Ihr, die heranwuchs im Tempel, die bekleidet war mit Glaube und Weisheit und unermesslicher Jungfräulichkeit, brachte ins Allerheiligste (3 Kg 8,6; 2 Chr 4,22; 5,7; Hab 9,3) der höchste Heerführer Gabriel vom Himmel den Gruß und das ,,Freude dir“. Freude dir, Gesegnete. Freude dir, Verherrlichte. Der Herr ist mit dir.
Ode 1
Bußkanon des Joseph, Ton 4.
Irmos: Die dreifach aufgestellten Mächtigen, die drei Seelenkräfte, du, der aus der Jungfrau ward geboren, ertränke, flehe ich, in der Tiefe der Gelassenheit, damit ich wie auf einer Pauke zu des Leibs Ertötung ein Siegeslied dir singe.
Mein Erretter, Jesus, der du den Verlorenen errettet und das Weinen der Buhlerin einst angenommen hast, der du den Zöllner, der da seufzte, durch einen Wink gerecht gemacht, mich, der in ungezählte Sünden fiel, doch sich bekehret, nimm an, sei mein Erretter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie einen Wald verzehrt meine Seele der Bosheit Feuerherd und machet sich zum Zunder für die künftige Flammenglut, o Menschenfreund. Mit deiner Güte Taue lösche sie, Langmütiger, der Buße Zähren mir gewährend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Über alles lichter Leuchter der Sonne der Herrlichkeit, meiner Seele Feuerbrand, der durch Leichtsinn stets erlischt, entzünde, mit heiliger Werke Öl, Allheilige, ihn tränkend, damit in Glaube und in Liebe ich dich preise.
Ode 3
Irmos: Aus der Höhe stiegst freiwillig du zur Erde nieder, du, der erhoben über alle Macht. Und die niedrige Natur der Sterblichen hast aus dem tiefsten Hades du erhöht. Denn keiner außer dir ist heilig, Menschenfreund.
Mit der Nacht des Lebens umfing der Leidenschaften Dunkel mich, Christus o Gott. Der du das Licht, das nie versinket, bist, mit der Buße Strahlen mich erleuchte, rette mich, o Menschenfreund, damit ich preise dich.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Gib Anteil mir, Christus, am Los der Erkorenen, indem du mich durch Tränen und Erbarmen Gereinigten scheidest von dem widrigen Lose, damit stets ich geziemend dich preise.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Maria, die des Alls Herrin du bist, weil du den Herrn hast geboren, meinen Geist, der von Leidenschaften beherrscht und durch Bosheit geschwärzt ist, befrei und erleuchte.
Ode 4
Irmos: Der in Herrlichkeit sitzt auf dem Throne der Gottheit, ist auf leichter Wolke gekommen, Jesus, der Übergöttliche, mit reiner Hand, und hat errettet, die riefen: Ehre sei, Herr, deiner Macht.
Vor dir als dem gerechtesten Richter falle jetzt nieder ich, Herr. Mit mir, dem Verdammten und Verzweifelten, habe Mitleid. Und vor deinem gerechten Urteil bewahre mich und würdige mich, bei den Erwählten zu stehen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mich, der unter wilde Räuber, Menschenfreund, ist gefallen, mich, den Verwundeten, heile, der Buße Wein und Öl aufgießend mir und bekleidend mich mit dem Gewände des Heils.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Über dich kam wie ein Regen Jesus, der Weisheit Abgrund, herab, da dich allein er rein fand, Gottesmutter und Jungfrau, und verbrannte der Sünde furchtbare Gießbäche durch göttliche Gnade.
Ode 5
Irmos: Auferstehen werde ich jetzt, sprach weissagend Gott, verherrlicht werden werde ich jetzt, erhöhet werden werde ich jetzt, den Gefallenen aus der Jungfrau annehmend und zum geistigen Licht meiner Gottheit erhebend.
Wie werde ich Verdammter vor dir, dem Richter und Gotte aller, erscheinen und beschämt werden wegen all der schrecklichen Taten, wodurch ich mich freiwillig in Torheit verging und mich gänzlich unbrauchbar machte.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Rette mich, Herr, weil ich von vielem Bösen erfüllt bin. Heile, o Herr, meine Sünden und furchtbaren Wunden und lass nicht verloren mich gehen, der ich, mein Jesus, allein dir in vielem gesündigt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Deine Wunder haben gekündet prophetische Stimmen, indem Berg sie dich nannten und Tor, Makellose, und strahlenden Leuchter, von dem das wahrhaft wunderbare Licht, o Reine, die ganze Welt erhellt.
Ode 6
Irmos: Ich stieg in die Tiefen des Meeres, und der Windstoß vieler Sünden hat mich versenkt. Doch als Gott führe aus dem Untergange mein Leben, reicher Erbarmer, empor.
Da ich wie tot mich verhalte, bin ohne Erkenntnis ich Armer und ohne Empfindung und trage ein beflecktes Gewissen stets mit mir herum. Gott du, mein Bildner, nicht für immer lass verloren mich sein.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Meine Taten werden, Erbarmer, vor deinem Richterstuhl wie öffentliche Kläger beschuldigen mich. Von ihnen, Christus, erlöse mich bald, indem du mich führest zur Buße.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Mein durch die dunkeln Angriffe der Sünde verfinstertes Herz, Gottesbraut du, erleuchte durch das in dir wohnende Licht, die du die Sonne geboren.
Ode 7
Irmos: Die drei Jünglinge machten zur Torheit in Babylon des Tyrannen Befehl und riefen inmitten der Flammen: Gepriesen bist du, o Herr, du Gott unserer Väter.
Wem soll ich vergleichen dich, wehe mir, unglückliche Seele, die du, was unstatthaft, liebst und das Gute nicht suchst? Darum vor dem Ende beeile dich, einen ehrbaren Wandel zu zeigen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Einen Regen, Christus, von Tränen verleihe, damit ich meine Sünden beweine. Und lass, Retter, nicht zu, dass jetzt verloren ich gehe, der ich viel, mehr als jeder Mensch, dir gesündigt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du allein strahlst beständig nach dem Gebären, o Herrin, in jungfräulicher Schönheit. Du allein bist den Wehen der Mütter entronnen. Denn du allein gebarst Gott, unserer Seelen Erlöser.
Ode 8
Irmos: Erlöser des Alls, Allgewaltiger, zu den Frommen inmitten der Flammen bist herab du gekommen, besprengtest mit Tau sie und lehrtest sie singen: All ihr Werke, preiset, besinget in Hymnen den Herrn.
Erschienen bin ich ähnlich dem Vieh, unter der unvernünftigen Wesen Leidenschaften mich beugend, Gottes Wort, Voranfangloser. Bekehre und rette mich, der da ruft: Preiset, besinget in Hymnen den Herrn.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Verwüstet hat mich ein verwüstendes Wildschwein, Erretter, wie einen von Leidenschaften beackerten Weinberg. Von ihm befreie mich schnell und lass meine Seele Früchte der Tugenden tragen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Alle Schöpfung preist deinen Sohn, der uns mit Segnungen kränzte und den Fluch von uns fortnahm, Allgesegnete, einzig Verherrlichte, die du begnadet hast unser Geschlecht.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Eva hat durch der Unbotmäßigkeit Krankheit eingebürgert den Fluch. Du aber, Jungfrau, Gottesgebärerin, ließest durch die Frucht deiner Wehen den Segen erblühen der Welt. Darum preisen alle wir dich.
Sieh, die Zeit der Buße ist da. Was säumen wir? Was sinken in Schlaf wir? Abstehen lasst uns vom Leichtsinn. Schmücken lasst uns die Lampen, wie es heißt in der Schrift, mit dem Öle des Wohltuns, dass nicht weinend vor dem Tore wir bleiben.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Weil die Zeit der Buße da ist, bekehre von deinen Sünden dich, die du, meine Seele, wissend und unwissend tatest, und rufe zu dem, der alles erkennt: Ich habe gesündigt, verzeih, Herr. Mich Unwürdigen verabscheue nicht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Mit den Strahlen des Lichts, das in dir ist, Gottesbraut, meine Seele erleuchte. Den, der in der Grube liegt des Verderbens, erwecke, niederschlagend die Feinde, die stets bedrängen mein Herz und in die Leidenschaften mich stoßen.
- Zur Liturgie -
D: Segne, Gebieter.
P: Gesegnet das Königtum des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Ch: Amen.
Beginn der Liturgie in der Osterzeit
Die Königlichen Türen werden geöffnet. Die Geistlichen singen im Altar:
Geistliche, laut: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Zweimal.
Das dritte Mal bis zur Hälfte:
P: Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten.
Ch: Und denen in den Gräbern das Leben geschenkt.
Die Königlichen Türen werden geschlossen und der Diakon beginnt die Große Ektenie. Nach einer anderen Tradition wird zur Sonntagsliturgie der Osterbeginn so zelebriert, wie in der Lichten Woche, also mit Weihrauch, Dreileuchter und den Versen „Gott stehe auf“.
Christus ist erstanden von den Toten, / Er hat den Tod durch den Tod zertreten / und denen in den Gräbern das Leben geschenkt. Einmal, langsam.
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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