Orthodoxe Gottesdienste
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Oktoich

Ton 3. Dienstag.

- Zur Vesper -

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Meiner Seele, mein Retter, und meines Leibes Leidenschaften haben sich furchtbar erhoben und versenken mich beide. Und in der Verzweiflung Tiefe reißen sie mich. Doch wie einst das Meer, bringe sie zur Ruhe und Stille gib mir.
Ich habe durchaus nicht den Freimut, ich Verdammter, zu sehen und zu schauen zur Höhe des Himmels, da die Fülle meiner Vergehen zu Boden mich zieht. Darum wie der Zöllner ich rufe: Sei gnädig mir Armen, Erretter.
Groß und schrecklich ist dein Kommen, o Herr, bei dem du niederlassen dich wirst, ein gerechtes Gericht zu vollenden. Mich, den Verdammten, verdamme also nicht. Nein, als Gott schone mein und befreie mich von der kommenden Not.
Wie die Morgenfrühe stiegst allen Enden der Erde du, Ruhmreicher, auf, der in Hymnen dich Preisenden Herzen erhellend. Darum erhelle unsere Sinne und Seelen, Prophet, dass wir dich, Täufer des Retters, erheben im Lied.
Unablässig für alle Welt, Vorläufer, Seliger, flehe, so bitten alle wir dich, dass wir aus der Höhe erlangen die göttliche Gnade, des Übelgesinnten Haupt zu zertreten, wir, die so reich sind, dich als Mittler zu haben.
Wenn mich scheiden mein Herr wird von meiner vergänglichen Hülle, dann möchte dich als Anwalt und Helfer und Schirmer ich finden, Vorläufer, Johannes, Prophet, der zum abendlosen Lichte mich führet.
Ton 3.
Jetzt, Dogmatikon: Unablässig für deine Herde du flehe. Wohlan, durch deine Fürbitten uns von dem künftigen Dräuen und allem drohenden Unheil errette. Und all deine Knechte, Gottesmutter, entreiße dem Zorne des Herrn.
Stichiren zur Stichovna
Eine Abendhymne bringen wir dar dir, Christus, mit Rauchwerk und geistlichen Liedern. Mit unseren Seelen, Retter, habe Erbarmen.
Rette mich, Herr du, mein Gott. Denn aller Rettung bist du. Der Wogenschwall der Leidenschaften umtost mich. Und der Abgrund der Frevel reißt mich in die Tiefe. Gib mir deine helfende Hand und zum Licht der Zerknirschung führ mich empor als einziger Menschenfreund und Erbarmer.
Jetzt, Theotokion: Gottesmutter, aller Bittenden Beistand, auf dich bauen wir. Mit Stolz auf dich schauen wir. In dir liegt all unser Hoffen begründet. Lege Fürbitte ein bei dem, den du geboren, für deine untauglichen Knechte.
Sedalen 1
Solange auf Erden du wohnest, meine Seele, tue Buße. Der Staub im Grab singt nicht Hymnen, wird nicht von Sünden befreit. Rufe zu Christus, zu Gott: Kenner der Herzen, ich habe gesündigt. Ehe du mich verdammest, schone meiner, o Gott, und erbarme dich meiner. Wie lange noch, meine Seele, beharrst du in deinen Sünden?
Wie lange noch, meine Seele, beharrst du in deinen Sünden? Wie lange noch nimmst Verschiebung der Buße du vor? Nimm zu Herzen das Gericht, das da kommt. Rufe zu Christus, zu Gott: Kenner der Herzen, ich habe gesündigt. Sündeloser Herr, erbarme dich meiner.
Unsere Zuflucht und Kraft, Gottesgebärerin, du starke Hilfe der Welt, durch deine Fürbitten beschirme deine Knechte vor aller Not, einzig Gesegnete.
Sedalen 2
Den Abgrund meiner Vergehen kennst du, o Herr. Gib mir die Hand wie dem Petrus und sei mein Erretter.
Wenn herankommt das gerechte Gericht und wenn richtet der Richter des Alls, was für eine Verteidigung wirst du geben, meine Seele, wenn nicht vor dem Ende du rufest: Gesündigt habe ich, Gott, erbarme dich meiner.
Gottseligste, Mutter, Jungfräuliche, meine kranke Seele heile, weil furchtbar mich Armen meine Sünden bedrücken. Darum auch rufe ich in meines Herzens Seufzen zu dir: Nimm mich auf, über allen Tadel Erhabene, mich, der in vielem gesündigt, damit ich in Zuversicht rufe zu dir: Freude, Begnadete, dir.
Sedalen 3
Nachdem unter deinen Schutz wir geflohen, rufen aus der Tiefe der Seele wir gläubig: Gottseligster Prophet, Vorläufer, der Prüfungen und Gefahren, Tumult und der Krankheiten Beunruhigung stille und die Anschläge der bösen Feinde mache zunichte, erflehend uns das große Erbarmen.
Ode 1
Bußkanon des Joseph, Ton 3.
Irmos: Herrlich berühmt bist du, Gott, ein Wirker der Wunder. Du wandeltest die Tiefe zum Land, bedecktest die Wagen, hast errettet das Volk, das dir sang als unserem Erlöser und Gott.
Lasst uns selbst uns, ihr Gläubigen, vor dem Ende aus ganzer Seele beweinen. Es nahet der Bräutigam. Entzünden lasst uns die Werke wie lichthelle Lampen, damit wir dort zum göttlichen Hochzeitssaale gelangen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Da aus ganzer Seele Buße er tat, ward einst gerettet Manasse. Denn er rief, von Fesseln ergriffen, zum einzigen Herrn. Ihn, Seele, ahme nach, so wirst leicht du gerettet.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du des Wortes Gefäß, das Christus trägt, der Unsterblichkeit Manna, von der Bitternis seelentötender Leidenschaften befreie mich, allheilige Jungfrau, damit in Glaube fromm ich dich preise.
Ode 3
Irmos: Unfruchtbare, kinderlose Seele, bringe hervor herrliche Frucht. Mit Kindern beglückt, rufe: Durch dich ward ich stark, Gott. Keiner ist heilig, o Herr, keiner gerecht außer dir.
Gottes Gesetz habe ich Gewissenloser verworfen. Und mir drohet Verdammnis. Und ich weiß nicht, was ich tun soll. Gerechtester Richter, habe Mitleid, errette mich in deinem Erbarmen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der Sonnenaufgang, Menschenfreund, der Sonnenaufgänge bist du. Lass aufgehen, bitte ich, mir der Gerechtigkeit Licht, indem du entreißest mich dem Dunkel der Leidenschaften und der Strafe Finsternis, reicher Erbarmer.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Jungfrau-Mutter, du Makellose, uns, die da büßen und zu Christus flüchten und Lösung von unseren Sünden wollen empfangen, mache ihn gnädig uns allen, Gebieterin aller.
Ode 4
Irmos: Als einen Berg, mit Schatten bedeckt, sah voraus Habakuk, Reine, deinen lauteren Schoß. Darum auch rief er: Gott wird kommen von Thaiman, vom schattenbedeckten, dichtbewaldeten Berge der Heiligen.
Der aus einem Felsen einst dem ungehorsamen und widersetzlichen Volke, o Christus, Wasser quellen du ließest, zu stillen den Durst, aus meiner Seele, o Gott, der Zerknirschung Tropfen, die rein mich waschen, lass rinnen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Arzt du der Kranken, meines Herzens Leidenschaften heile, erbarmend dich neigend, der Buße Arznei als Guter darüber mir streichend, Seelenkraft als Erbarmer mir reichend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Vielnamige Braut, Freude dir, aus der Gott, das Wort, ward geboren, das uns von der Torheit Taten erlöset. Freude dir, lichthelle Wolke, die unsrer Mutlosigkeit Nebel verscheucht.
Ode 5
Irmos: Am frühen Morgen besingen, o Wort, in Hymnen wir dich, Gottes eingeborener Sohn. Den Frieden gib uns und erbarme dich unser, die Hymnen dir singen und gläubig huldigen dir.
Besprengend mich mit dem Ysop der Buße, reinige mich von der Leidenschaften Befleckung, auf dass ich rein dir erscheine, wenn du richten wirst, Jesus, in deinem gerechten Gerichte das All.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Wunden meiner ganz elenden Seele gerieten in Fäulnis, o Wort. Arzt du der Kranken und Geber der Güter, heile mich, rette mich ob der Fülle deines Erbarmens.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Durch dein Gebären, o Braut, hast du gekreuzigt des Stammvaters Fluch und ließest des Segens Ströme uns quellen, die dich rühmen und gläubig dich preisen.
Ode 6
Irmos: Ein Meer der Leiden wogte auf wider mich und ein Stürmen widriger Winde. Wohlan denn, komme zu Hilfe mir, rette mich, Retter, und bewahre mich vor dem Verderben, wie du den Propheten aus dem Tiere errettet.
Erschlafft bin ich durch den Nebel der Sünde und liege hier ganz ohne Kraft. Der du für mich verwundet einst wardst durch die Lanze, Christus, o Gott, habe Mitleid mit mir in deinem Erbarmen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ich seufze, und doch ich in Sünden verharre. Ich weine, und doch fürchte ich nicht das Gericht, an Gefühllosigkeit krankend. Wort Gottes, habe Mitleid mit mir und durch deine guten Strafgerichte mich rette.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du Pforte derer, die gläubig sich lassen erretten, du Tor, durch das alleine hindurchging, der unsertwegen Fleisch ist geworden, die Tore der Gerechtigkeit öffne uns, die gläubig in Hymnen dich preisen.
Ode 7
Irmos: Der du die Flamme des Ofens ausgelöscht hast und die Jünglinge unversehrt hast gerettet, gepriesen bist du in die Äonen, Herr, Gott unserer Väter.
Des Gewands der Unsterblichkeit ward ich beraubt, und ich bekleidete mich mit den Werken der Schande. Darum ruf ich zu dir, erbarmender Gott: Mit der Tugenden Gewände mich ziere.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit ausschweifenden Augen befleckte ich mich. Mit unbeherrschter Berührung beschmutzte ich mich und ward zum Abscheu, Jesus, vor dir. Wie den verlorenen Sohn nimm mich jetzt auf.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Da du ihn, der alles umfasst, hast geboren, von der Finsternis der Unwissenheit und der Sünde, die mich umfasst, mache mich frei, Gebieterin, Gottesgebärerin, immerwährende Jungfrau.
Ode 8
Irmos: Den von den Engeln laut in den Höhen gepriesenen Gott, ihr Himmel der Himmel, Erde und Berge und Hügel, Meerestiefe, alle Geschlechter der Menschen, lobpreiset in Hymnen ihn als Schöpfer und Heiland.
Weil keine Furcht vor dir in meinem Herzen wohnen ich habe, habe ich Gewissenloser jede Sünde des Fleisches vollbracht. Und ich erzittere vor deinem Gerichte, Allkönig. Verabscheue mich, den jetzt Büßenden, nicht.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Das heilige Land zu betreten, würdige, Erbarmungsreicher, auch mich, in dem die Sanftmütigen wohnen, durch Buße reinigend mich von der Sünde der Erde, der du auf Erden sündelos geboren wardst aus der Jungfrau.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Dich, Jakobs Zier, hat der Herr, herrlich in Schönheit, o Reine, geliebt und in deinem Schoße gewohnt, über allen Tadel Erhabene, schmückend der Menschen Natur mit der Zier der Geschenke, die den Verstand überragen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der uns erweckt hat das Horn des Heiles im Hause Davids, seines Sohnes, durch die Güte seines Erbarmens, in der uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe und auf den Weg des Friedens uns lenkte.
Sieh, jetzt ist die Zeit der Gnade (2. Kor 6,2) und der Tag der Versöhnung. Sei willens, endlich dich zu bekehren, o Seele, wirkend Früchte rechter Erkenntnis, damit nicht ohne Frucht dich finde des Todes furchtbare Axt und ins Feuer des Jenseits dich sende.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie einst der Reiche brüste meines Schwelgens ich mich und habe durchaus kein Erbarmen mit meinem Nächsten und ich fürchte das rastlose Feuer. Darum reinige, Herr, meine versteinerte Seele, damit, wenigstens am Ende, ich, der Verfinsterte, erleuchtet werde von dem Erbarmen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als Lichtwolke schaut dich voraus der Prophet, aus der die große Sonne, Christus, Gott uns erschien und erhellte, was verfinstert einst war. Zu ihm denn flehe, o Gute, dass er die Wolken meiner Leidenschaften verjage und erstrahlen mich lasse in göttlichem Licht.

- Zur Liturgie -



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
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