Orthodoxe Gottesdienste
Übersetzer Priorisierung:

Oktoich

Ton 2. Freitag.

- Zur Vesper -

Stichiren zu "Herr ich schrie"
An das Kreuz genagelter Retter, die Sonne hat bei deinem Anblick aus Furcht vor dir sich verfinstert. Und der Vorhang des Tempels zerriss, und die Erde erbebte, und ebenso vor Entsetzen barsten die Felsen, da sie nicht ansehen konnten, wie ihr Schöpfer am Holze freiwillig ungerecht litt und von Frevlern beschimpft ward.
Sedalen 1
Inmitten der Erde hast du das Heil gewirkt, Christus, o Gott. Am Kreuze hast ausgespannt du deine heiligen Hände, alle Völker versammelnd, die riefen: Herr, Ehre sei dir.
Das lebenbringende Kreuz deiner Güte, das du uns Unwürdigen schenktest, o Herr, führen wir zur Vermittlung dir vor: Errette die Könige, und deine Stadt durch die Gottesmutter, einziger Menschenfreund du, befriede.
Sedalen 2
Vor deinem reinen Bilde sinken, o Guter, wir nieder, erflehend unserer Fehler Vergebung, Christus, o Gott. Denn freiwillig hast du beschlossen, das Kreuz zu besteigen, zu erretten, die du gebildet, aus der Knechtschaft des Feinds. Darum rufen wir dankbar zu dir: Du hast erfüllt mit Freude das All, unser Retter, da du erschienst, zu erretten die Welt.
Der du durchs Kreuz erleuchtet das Irdische hast und zur Reue riefest die Sünder, von deiner Herde, guter Hirte, trenne mich nicht, nein, suche mich, Herr, der sich verirrte, und zähle deiner heiligen Herde mich bei, du einzig Gütiger und Menschenfreund.
Über alles gepriesen bist du, Gottesmutter und Jungfrau. Wir singen dir Hymnen. Denn durch das Kreuz deines Sohnes ward niedergeworfen der Hades, getötet der Tod. Wir, die gestorben, erstanden sind wir und wurden gewürdigt des Lebens. Das Paradies fanden wir, die Wonne von einst. Darum dankend singen als dem gewaltigen Christus, unserem Gotte, wir Preis, ihm, der reich an Erbarmung allein.
Sedalen 3
Wie der Räuber bekenne ich und dir, dem Guten rufe ich zu: Gedenke meiner in deinem Reiche, o Herr, und geselle mich ihm, der du freiwillig die Leiden auf dich nahmst für uns.
Als deine jungfräuliche Mutter neben deinem Kreuze stand und nicht ertragen konnte zu schauen, wie du ungerecht littest, da klagte weinend sie, rief sie zu dir hinauf: Wie leidest du, der du leidlos bist von Natur, o süßester Sohn? Ich preise deine erhabene Güte in Hymnen.
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 2.
Irmos: Unbetretenen, ungewohnten Weg unbenetzt durchs Meer vollendend, rief das auserwählte Israel: Dem Herren lasst uns singen. Denn er tat sich herrlich kund.
Auf dich nahmest du die Kreuzigung und mit Nägeln wardst du, Wort, ehrlos daran geheftet, weil du Ehre schenken wolltest allen Sterblichen, die deine freigewollten Leiden preisen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausbreitend am Kreuze die Hände, hast du, Retter, der ausgespannt den Himmel wie ein Zelt, die Völkerscharen umarmt, die deine freigewollten Leiden preisen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der Spruch des heiligen Propheten ist erfüllt. Denn ein Schwert durchdrang dein Herz, als du, o Herrin, am Kreuz durchbohrt von einer Lanze schautest deinen Sohn.
Ode 3
Die Traube, die da hing am Baume der Unsterblichkeit, ließ tropfen göttlichen Most, der die Herzen der Menschen erfreut, doch stets den Rausch der Bosheit lässt weichen, Jesus, unserer Seelen Erlösung.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Freiwillig ließest du am Kreuze dich erhöhen und alle Bosheit des Teufels zerstörtest du. Doch die Menschen, die durch ihrer Sinne Verkehrtheit ins Verderben fielen, hast du, Jesus, reich Erbarmender, erhöht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der Körperlosen Scharen feiern dich im Lied. Denn den Herren aller, der einen Körper trug, hast du geboren, ihn, der am Holze alle Fesseln löste, Maid, Gottesbraut, und die Gläubigen durch seine Liebe band.
Ode 4
Irmos: Du kamst aus der Jungfrau, nicht ein Gesandter, nicht ein Engel, nein, du selber, fleischgewordener Herr, und hast mich, den Menschen, gänzlich errettet. Darum rufe zu dir ich: Ehre sei deiner Macht.
Du hingest am Holze, der du auf Wassern aufhängtest die Erde, Allmächtiger, von einer Lanze in deiner Seite durchbohrt, Blut und Wasser träufeln lassend zu aller Erlösung.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als deine Seite durchbohrt ward, ward geheilet mein Schmerz. Als du geschlagen wardst mit der Hand, erhielt ich die Freiheit. Als Galle du kostest, Christus, ward ich von der Wollust Speise erlöst.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Fleisch aus deinem reinen Geblüt nahm der Höchste. Als du, Allreine, ihn schautest, wie er ungerecht am Holze wurde erhöht, seufztest du weinend und priesest seine Erbarmung.
Ode 5
Irmos: Die Kohle, die Isaias voraussah, die Sonne ging auf aus jungfräulichem Schoß denen, die in Finsternis irrten, und schenkte ihnen das Licht der Gotteserkenntnis.
Aus Mitleid vermählend dem Kreuze dich, Herr, zogst du empor mich aus dem Abgrund der Sünden. Und freiwillig verunehrt, hast du mich auf dem gleichen Thron mit dem Vater geehrt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit Dornen bekränzt, reißest du, der mit Blumen die ganze Erde bekränzt, den Dorn meiner Leidenschaften aus mit der Wurzel, o Wort, und pflanzest deine Erkenntnis mir ein.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der auf der Cherubim Schultern in den Himmeln wahrhaft göttlich daher fährt, der lässt auf deinen Armen sich tragen und hat, gekreuzigt, alle vom Verderben erlöst.
Ode 6
Irmos: Die Stimme der Worte des Flehens, o Herr, das aufsteigt aus leidvoller Seele, erhöre und erlöse mich von den Übeln. Denn einzig du unseres Heiles Ursache bist.
Den Rücken darbietend den Geißeln, und deine Wangen den Schlägen und der Anspeiung, Retter, dein Antlitz, hast du erlöst mich, der töricht in vielem gesündigt dir hat.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie ein Lamm kamst du, mein Christus, dich schlachten zu lassen, die durch den Giftbiss des geistigen Wolfes Getöteten zurückführend zum Leben Preis deiner Kreuzigung.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Um zu vergöttlichen den Menschen, wird Gott aus dir, o Jungfrau, geboren und gekreuzigt und kostet den Tod er, tötend den, der einst getötet mich hat.
Ode 7
Irmos: Der gottwidrige Befehl des gesetzverachtenden Tyrannen ließ hoch auflodern die Glut. Doch Christus hat über die gottesfürchtigen Jünglinge den Tau des Geistes gebreitet, er, der gepriesen ist und über alles verherrlicht.
Am Kreuze erhöht, hast du mich, den durch seinen Fehltritt Gefallenen, du Auferstehung aller, erweckt. Und fällend den fällenden Feind, Wort, erweisest als gänzlich Kraftlosen, als Toten du ihn. Ehre sei deiner Macht.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit den Nägeln hast du ausgerissen, Christus, die Nägel von des Stammvaters Sünde. Und mit einem Rohre geschlagen, unterschriebst du den Sterblichen allen die Freiheit. Ehre sei deinen Leiden, durch die von unzähligen Leiden wir wurden erlöst.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als des Königs lebendige Burg und feuerflammender Thron bist du, o Jungfrau, erwiesen. Thronend in dir, hat alle Sterblichen er vom früheren Falle erweckt und sie durch Anteil am Throne des Vaters geehrt.
Ode 8
Irmos: Als das Bild des unwandelbaren und lebendigen Gottes sie schauten, haben die dreimal seligen Jünglinge das Götterbild aus Golde verschmäht. Und sie sangen mitten im Feuer: Alle Schöpfung, die ins Dasein getreten, besinge in Hymnen den Herrn und erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Zur Kreuzigung erhöht dich das ungehorsame Volk, das ohne Scheu allen Frevel begeht, Erbarmer, am Holz inmitten Gesetzloser wider alles Gesetz, der du sie doch rechtfertigen wolltest. Alle Schöpfung preist dich als Herrn und Gebieter und besingt deine Langmut in Hymnen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Mit Nägeln, Christus, geheftet ans Holz, hast du deine Finger mit Blute gerötet und machtest dem Blut, das einst zu der Opfernden Verderben den Dämonen geopfert wurde, ein Ende. Darum bringt, Gott des Alls, die ganze Schöpfung dir Preis und besingt deine Langmut in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als das über allen Tadel erhabene Lamm, sie, der Propheten und Märtyrer Zier, dich wie ein Lamm am Holze erhöht sah, da bitterlich weinte sie, sagte sie: Die ganze Schöpfung, die ins Dasein getreten, preise in Hymnen den Herrn und erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Keine Zunge ist fähig, dich geziemend zu preisen. Und Schwindel erfasst selbst den himmlischen Geist, dich, Gottesmutter, zu besingen in Hymnen. Doch, da gütig du bist, nimm mit dem Glauben vorlieb. Du kennst ja auch unsere heilige Liebe. Denn der Christen Helferin bist du. Dir sagen wir Preis.
Einst ward Isaak, um vorzubilden dein Leiden, gefesselt, o Wort. Doch während das vorbildliche Lamm der Vergebung sich in des Waldes Dickicht verfing, wird er gelöst, und von der unfreiwilligen wahren Opferung ward er damals befreit. Doch während freiwillig getötet du wurdest, wurden wir von den Übeln erlöst.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wiewohl herrlich an Schönheit vor den Söhnen der Menschen, Christus, du bist, war weder Schönheit noch Ansehnlichkeit in deinem Leiden an dir, als am Holze des Kreuzes du hingst, du, der alle Hässlichkeit des Geschlechtes der Sterblichen zierst. Ehre sei deinem Erbarmen, einzig erbarmender Herr.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Zurück wich die Schönheit des vertrauten Laufs der Gestirne, als sie dich, Sonne der Gerechtigkeit, freiwillig am Kreuze sahen erhöht. Doch die Jungfrau samt dem jungfräulichen Jünger wehklagte bitterlich: Wehe mir, rief sie, was ist das für ein befremdendes Schauspiel.

- Zur Liturgie -



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
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