Oktoich
Ton 2. Mittwoch.
- Zur Vesper -
Sedalen 1
Inmitten der Erde hast du das Heil gewirkt, Christus, o Gott. Am Kreuze hast ausgespannt du deine heiligen Hände, alle Völker versammelnd, die riefen: Herr, Ehre sei dir.
Das lebenbringende Kreuz deiner Güte, das du uns Unwürdigen schenktest, o Herr, führen wir zur Vermittlung dir vor: Errette die Könige, und deine Stadt durch die Gottesmutter, einziger Menschenfreund du, befriede.
Deine Mutter, die Jungfrau, Christus, sah als Toten ausgespannt dich am Kreuz. Da hat sie bitter geweint. Mein Sohn, so hat sie gesprochen, welch ein schauererregend Geheimnis ist dies? Wie stirbst du, der allen schenket das ewige Leben, freiwillig am Kreuze den schmachvollen Tod?
Sedalen 2
Vor deinem reinen Bilde sinken, o Guter, wir nieder, erflehend unserer Fehler Vergebung, Christus, o Gott. Denn freiwillig hast du beschlossen, das Kreuz zu besteigen, zu erretten, die du gebildet, aus der Knechtschaft des Feinds. Darum rufen wir dankbar zu dir: Du hast erfüllt mit Freude das All, unser Retter, da du erschienst, zu erretten die Welt.
Der du durchs Kreuz erleuchtet das Irdische hast und zur Reue riefest die Sünder, von deiner Herde, guter Hirte, trenne dich nicht, nein, suche mich, Herr, der sich verirrte, und zähle deiner heiligen Herde mich bei, du einzig Gütiger und Menschenfreund.
Als deine jungfräuliche Mutter neben deinem Kreuze stand und nicht ertragen konnte zu schauen, wie du ungerecht littest, da klagte weinend sie, rief sie zu dir hinauf: Wie leidest du, der du leidlos bist von Natur, o süßester Sohn? Ich preise deine erhabene Güte in Hymnen.
Sedalen 3
Wie der Räuber bekenne ich und dir, dem Guten, rufe ich zu: Gedenke meiner in deinem Reiche, o Herr, und geselle mich ihm, der du freiwillig die Leiden auf dich nahmest für uns.
O befremdendes Wunder. So rief die über allen Tadel Erhabene, als sie ans Kreuz angenagelt sah ihren Sohn. Der mit der Hand umherträgt das All, der unterwirft sich dem Leid. Und wie ein Schuldiger wird verurteilt, der allen schenkt die Vergebung.
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 2.
Irmos: Im Abgrund begrub einst die ganze Streitmacht Pharaos die über Waffen erhabene Macht. Denn das fleischgewordene Wort hat die allböse Sünde getilgt, der verherrlichte Herr. Denn herrlich tat er sich kund.
Da er das erste Gebot übertrat, hat einst der Erstgeschaffene vom Baum geerntet den Tod. Doch am Holze erhöht, hat der Unsterbliche, kostend den Tod, die Unsterblichkeit allen Menschen geschenkt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als auf Erden errichtet wurde das Kreuz, kam zu Fall und schwand ganz dahin das Schnauben des Feindes. Der Mensch, der einst Verstoßene, kehrt zum Paradiese zurück. Ehre sei dir, unserem einzigen Gott, der also beschloss.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Eine undurchschreitbare Pforte, ein erlesenes Land und einen Berg, aus dem kein Stein ward gebrochen, hat die heilige Schar dich genannt, allheilige Herrin. Denn du hast geboren den Herren des Alls, der freiwillig im Fleische die Kreuzigung auf sich genommen.
Ode 3
Irmos: Es erblühte wie eine Lilie, Herr, die unfruchtbare Wüste der Völker, die Kirche, bei deinem Kommen, durch das gefestigt wurde mein Herz.
Als du gekreuzigt wardst, ließest du alle Schöpfung erbeben, Gebieter, und die Gläubigen festigtest du, da deine Macht sie erkannten und deine unsagbare Herablassung.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Das Paradies hast durch dein Kreuz du geöffnet, o Herr, und den Räuber führtest du wieder hinein, da dein Reich er erkannte, o Wort, und den Reichtum deines Gotteserbarmens.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als sie sah, wie du, der Spender des Lebens, am Holze erhöht wardst und freiwillig starbst und allen darreichtest Leben, da ward im Herzen bewegt die über allen Tadel Erhabene.
Ode 4
Irmos: Du kamst aus der Jungfrau, nicht als Gesandter, nicht als ein Engel, nein, als der Herr selbst im Fleisch und hast mich, den Menschen, gänzlich errettet. Darum rufe zu dir ich: Ehre sei deiner Macht.
Du hast, am Holze erhöht, des schlimmen Feindes Gewalten vernichtet und getilgt hast du den Fluch. Darum sagen wir, die durch dich Erlösten, einziger Gebieter, dir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausgespannt wardst du am Kreuz, und es verbarg die Sonne ihr Licht, da sie dich schaute. Berge und Felsen spalteten sich, und des Tempels Vorhang zerriss. Allgewaltiger.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Aus deinem Schoß ging Christus hervor, der Abglanz des Vaters, und hat am Kreuze erleuchtet die Welt, jungfräuliche Braut, und das Dunkel der Dämonen verscheucht.
Ode 5
Irmos: Mittler zwischen Gott und den Menschen bist du geworden, Christus, o Gott. Denn durch dich haben zu deinem Vater, dem Urheber des Lichts, wir aus der Nacht der Unwissenheit Zutritt erhalten.
Aufgerichtet am Kreuz, ließest du erbeben die Grundfesten der Erde. Und von einer Lanze durchbohrt, hast du getötet den erzbösen Feind und allen quellen lassen, o Christus, die Ströme des Heils.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Da nicht du ertragen konntest zu schauen, wie der, den du mit deinen Händen gebildet, ging in die Irre, strecktest aus deine Hände du, Wort, als du am Baum wardst getötet, und gabst jenem Leben, der einst ob des Baumes gestorben.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du erschienest, o Reine, unversehrt nach dem Gebären. Denn Gott ward als Mensch geboren aus dir. Als du sähest, wie gekreuzigt er wurde, da, des Herzens Weh nicht ertragend, wehklagtest du laut.
Ode 6
Irmos: Zum Herrn hat aus dem Meertier Jonas gerufen: Führ du mich empor, bitte ich, aus dem Abgrund des Hades, dass ich dir als meinem Befreier Opfer darbringe mit lobpreisender Stimme und im Geiste der Wahrheit.
Auf die jugendlichen Häupter legend die Hände, hat Jakob einst vorgebildet das Kreuz, an dem du, o Wort, ausstrecktest die Hände und aus der Hand des listigen Feindes, Christus, befreitest die Menschen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als du, Christus, Allherrscher, freiwillig wurdest gekreuzigt, da ward die Sünde, die herrschte, verbannt. Doch Adam, der einst aus dem Paradiese Verjagte, nimmt wieder Wohnung in ihm und preist dich in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Wir singen dir, in Hymnen Allgefeierte, Hymnen als jener, die Gott, den über alles in Hymnen Gefeierten, hat geboren, der am Holze den erzbösen Tyrannen durch seine Macht hat vernichtet, zu unserem Heil, unserem Ruhm.
Ode 7
Irmos: Siebente Ode: Der gottwidrige Befehl des gesetzverachtenden Tyrannen ließ hoch auflodern die Glut. Doch Christus hat über die gottesfürchtigen Jünglinge den Tau des Geistes gebreitet, er, der gepriesen ist und über alles verherrlicht.
Es wendet von mir ab sich das Schwert, das einst mir zugekehrt war, seit du, erhöhet am Kreuz, von der Lanze wurdest durchbohrt, erbarmender Herr. Darum preise ich dich, da ich durch dein kostbares Leiden von Leidenschaften wurde befreit.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die von Moses aufgerichtete Schlange hat vorgebildet Christi heilige Erhöhung am Holz, der da tötete die listige Schlange und uns allen schenkte das Leben, die wir durch unsre Fehltritte waren getötet.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du die reife Traube, die du ohne Bestellung, o Reine, hervorgebracht hast, am Holz hangen sahest, hast du gerufen: Mein süßestes Kind, träufle herab süßen Wein, durch den der Rausch der Leidenschaften gehemmt wird.
Ode 8
Irmos: Der Feuerofen hat einst in Babylon auf Gottes Geheiß seine Kräfte geteilt, indem er die Chaldäer verbrannte, doch die Gläubigen besprengte mit Tau, die da sangen: Preiset, all ihr Werke, den Herrn.
Durch dein Blut, das aus der lauteren Seite, Langmütiger, rann, ist die Schöpfung geheiligt. Es versiegten die Ströme der Vielgötterei. Die Regengüsse der Frömmigkeit sind erschienen, die aufheben die Dürre des Irrwahns.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Ob deiner Kreuzigung schämte die Sonne sich und verbarg ihre Strahlen. Und Felsen barsten. Und der Hades drunten erschauderte. Doch der Gerechten Geister frohlockten, die erwarteten, Wort, ihre volle Befreiung.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Fleisch nimmt aus deinem Fleische freiwillig der Unschaubare und lässet sich schauen. Und er erduldet die Kreuzigung. Und ein Fluch wird genannt dein Sohn, der alle vom Fluche befreit, gottbegnadete Herrin.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Des anfanglosen Vaters Sohn, der aus der Jungfrau fleischgewordene Gott und Herr, ist uns erschienen, zu erleuchten, was verdunkelt, zu sammeln, was zerstreut. Darum sagen der in Hymnen allgefeierten Gottesmutter wir Preis.
Du hast meine Wunde geheilt und meine Not durch deine Striemen, unerforschliches Wort, indem du auch mein durch schlimme Leidenschaften verschüttetes Bild durch dein Leiden geläutert hast, Herr, Gott meines Heils.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Du wardst, aus Güte an einer Zypresse und Fichte und Zeder erhöhet, geschaut, der Einer der Heiligen Dreiheit du bist, besitzend in zwei Willen eine Person, um die Menschen zu retten.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Auf übernatürliche Weise gebärend den Bildner der ganzen Natur und Jungfrau bleibend, hast du erneut des Stammvaters verderbte Natur. Als ihn am Kreuze einst hängen du sahest, wehklagtest du, allheilige Mutter und Jungfrau.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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