Oktoich
Ton 2. Montag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Gib den Geist mir der Buße, der Zerknirschung Verlangen gib auch meiner elenden Seele. Wecke mich auf aus dem schlimmen Schlaf der Verhärtung. Und treibe das Dunkel des Leichtsinnes fort. Und der Verzweiflung Finsternis löse, damit ich Armer aufschauend dir fest verbunden werde, o Wort, nach deinem Willen ich wandle.
Einzig zur Versöhnung Geneigter, Christus, o Wort, einzig Übergütiger und Böses Ertragender. Vor dir werfe ich hin mich, Erbarmender, zu dir flehe heiß ich, zu dir rufe ich bittend: Ich habe gesündigt, rette, rette mich, den Verlorenen, in deinem Erbarmen, damit dankbar ich rufe: Herr, Verzeihung gib mir. Und in deiner Güte werde ich wandeln.
Alles, worin gegen dich ich gesündigt in Worten und Werken, mein Gott, und Gedanken, alles tu ich dir kund, alles jetzt sage ich dir. Denn den Tag durchschritt ich und die ganze Zeit, und die Nacht hielt ich fest, von Sünden erfüllt. Darum werfe vor dir ich mich nieder und rufe: Mein Gebieter, Gebieter, Erretter, ich habe gesündigt, verzeihe mir und sei mein Erretter.
Ton 2.
Jetzt, Dogmatikon: Die Stunde des Gerichtes betrachtend, erschauere ich, wenn ich an die Menge meiner Fehltritte denke. Wie werde ich herausreden mich? Wie werde entrinnen ich der kommenden Schmach, da ich heillos gelebt? Darum, Braut, rufe ich mit heißen Tränen zu dir: Wasch ab den Schmutz meiner Seele, die du Christus, die reine Perle, geboren, sei Retterin mir.
Stichiren zur Stichovna
Gesündigt wider dich, Retter, habe ich wie der verlorene Sohn. Nimm, Vater, mich, den Reuigen, auf und erbarme dich meiner, o Gott.
Ich rufe zu dir, Christus, Retter, mit der Stimme des Zöllners. Sei mir gnädig wie jenem und erbarme dich meiner, o Gott.
Jetzt, Theotokion: Undurchschreitbare, geheimnisvoll versiegelte Pforte, gepriesene Gottesgebärerin, Jungfrau, nimm auf unsere Bitten und trage sie zu deinem Sohne und Gott, dass er durch dich unsere Seelen errette.
Sedalen 1
Wie Wogen des Meeres standen auf wider mich meine Frevel. Wie eine Barke im Meer bin ich allein von vieler Fehler Stürmen umpeitscht. Wohlan, zu heiterem Hafen führe mich, Herr, durch die Buße und sei mein Erretter.
Ich bin der unfruchtbare Baum, Herr, da der Zerknirschung Frucht durchaus ich nicht trage. Und ich ducke mich vor der Axt und ich fürchte jenes rastlose Feuer. Darum flehe zu dir ich: Vor jener Not bekehre mich und sei mein Erretter.
Die des Erbarmens Quelle du bist, deines Mitleids würdige uns, Gottesmutter. Schau auf das sündige Volk. Zeige wie stets deine Macht. Denn auf dich hoffend, rufen wir dir das „Freude dir“ zu, wie Gabriel einst, der Herzog der Engel.
Sedalen 2
Erbarme dich meiner, sprach David. Auch ich rufe zu dir: Ich habe gesündigt Erretter. Meine Sünden tilge durch die Buße, erbarme dich meiner.
Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner. Ob zweier Sünden hat David geweint. Wegen zahlloser Schulden ruf ich zu dir. Jener hat sein Lager mit Tränen benetzt. Doch ich besitze nicht einen Tropfen. Ich verzweifle und flehe: Erbarme dich meiner, o Gott, nach deinem großen Erbarmen.
Dich erheben wir, Gottesgebärerin, rufend: Freude dir, verschlossene Pforte, durch die das Paradies von einst geöffnet wurde den Menschen.
Sedalen 3
Der Körperlosen allheilige Chöre, flehet zu dem guten Gott und Gebieter, unser in der Stunde des Gerichtes zu schonen, uns zu erretten vor der bitteren Züchtigung, vor der Dämonen Misshandlung und den Leiden der Finsternis und aller Drohung, die wir in Liebe unter euern Schutz uns begeben.
Welche Mutter ward als Jungfrau bekannt? Und welche Jungfrau ward als Mutter erkannt? Alles, was dich betrifft, Gottesmutter, ist überraschend. Darum gläubig erheben wir dich.
Ode 1
Bußkanon des Joseph, Ton 2.
Irmos: Kommt, Völker, ein Lied Christus, Gott lasst uns singen, der da teilte das Meer und dem Volke den Weg wies, das er aus der Fron der Ägypter entließ. Denn herrlich tat er sich kund.
Fleisch warst du, Wort, und erschienst, wie du sagtest, nicht die Gerechten, nein, die Sünder zu rufen zur Buße. Viel habe ich gesündigt. Nimm mich an und sei mein Erretter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Einzig ich bin zum Sklaven der Sünde geworden. Einzig zur Versöhnung Geneigter, bekehre mich und durch dein Erbarmen sei mein Erretter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Die du der Leidenschaftslosigkeit Born hast geboren, mich, Braut, den durch Leidenschaften Verwundeten, heile und entreiße mich, einzig Gottbegnadete, ewiger Glut.
Ode 3
Irmos: Mach stark uns in dir, Herr, der du am Holz hast getötet die Sünde. Und deine Furcht pflanze ein unseren Herzen, die wir in Hymnen dich preisen.
Der du, Christus, in den unversehrten Mutterschoß schlüpftest, meine durch die Leidenschaften versehrte Seele erneue durch Reue, mach sie voll des ewigen Lichts.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Gehorsam ward ich dem erbitternden Feind und habe jede Sünde vollbracht und oft dich erbittert, den einzig Langmütigen, o Menschenfreund.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Maria, goldenes Rauchfass, verjage meiner Leidenschaften üblen Geruch. Und befestige mich durch die Angriffe des schlauen Feindes Gehetzten.
Ode 4
Irmos: In Hymnen preise ich dich. Denn kund ward, Herr, mir die Kunde, und ich erstaunte. Denn zu mir bist du gekommen, weil mich, den Verirrten, du suchtest. Darum sage ich deiner reichen Herablassung, die zuteil mir wurde, reicher Erbarmer, ich Preis.
In den Schlamm der Sünde bin ich gefallen. Und die himmlische Schönheit verlor ich, o Herr. Und ich fürchte die Strafe. Darum in der Schönheit der Buße lass meine Seele erstrahlen.
Durch listig Gelispel hat mich der Listige deiner beraubt und zu seinem Fraß mich gemacht, Gott du des Alls. Seiner Bosheit entreiße mich und durch den Geist der Buße rufe mich zurück.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Zeit meines Lebens ist zum Geschäft des Untergangs mir geworden. In einem Augenblicke rette mich, wie du die Buhlerin, Christus, rettetest einst, die auf dein Geheiß zur Buße sich wandte, damit ich, du einzig Sündeloser, in Hymnen dich preise.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Fleisch wird aus deinem heiligen Blute und den Menschen eint sich freiwillig der Herr, Makellose, und nimmt auf die Büßenden, die einst unterworfen waren den Sünden, deinem Flehen immer geneigt.
Ode 5
Irmos: Des Lichtes Urheber und der Äonen Erschaffer, o Herr, führe uns in dem Lichte deiner Gebote. Denn außer dir einen anderen Gott wir nicht kennen.
Der du das Augenlicht schenktest den Blinden, meine erblindete Seele erleuchte, kräftigend sie, dass sie zu guten Taten erwache, völlig hasse des Leichtsinnes Schlaf.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Heile, einziger Retter, meine durch den Biss der in Wahrheit bösen Sünde verwundete Seele, der einst du die Wunden des unter Räuber Gefallenen heiltest.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als kleines Kind hast du den vorewigen Sohn uns geboren, der zwiefach ist durch zwei Kräfte des Willens, als Mensch und zugleich als Gott, über allen Tadel Erhabene.
Ode 6
Irmos: Von der Fehltritte Abgrund umschlossen, rufe an ich den unerforschlichen Abgrund deines Erbarmens: Aus dem Verderben, Gott, führe mich empor.
Zu Boden gestreckt ward ich durch die Bosheit der Schlange. Und in der Verzweiflung Bett liege ich. Der die Gelähmten durch ein Wort aufgerichtet du hast, Christus, richte mich empor.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Geschaukelt werde ich von den Stürmen der Schlange und auf allen Seiten von den Wogen der Sünde umbrandet. Rette mich wie den Petrus, menschenfreundlicher Herr.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Aus allen Geschlechtern hat dich, die Zierde Jakobs, welche er liebte, der Bildner erkoren, über allen Tadel Erhabene. Und aufstrahlend aus dir, ist er erschienen.
Ode 7
Irmos: Als verehrt ward das goldene Bild im Gefilde von Deera, verschmähten deine drei Jünglinge den gottlosen Auftrag. Und mitten ins Feuer geworfen, mit Tau benetzt sangen sie: Gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Durch Ausschweifungen des Geistes und Angriffe der Dämonen ward ich weit von deinen Armen entfernt wie der verlorene Sohn, mit aller Schande erfüllt. Jetzt aber kehre ich um und schreie wie jener: Ich habe gesündigt. Verabscheue, Jesus, mich nicht, der du Fleisch geworden um mich.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Gott du des Alls. Die Niniviten bekehrten sich einst auf die Tod gebärende Drohung. Und du rettetest sie. Also einziger Menschenfreund, rette mein durch das Übermaß der Sünde beflecktes, jetzt sich bekehrendes Herz vor der furchtbaren Strafe.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Des geistigen Lichtes Wohnstatt ist geworden dein Schoß, das durch die Feuerzeichen der Gotteserkenntnis die Gottlosigkeit schwächte, makellose Gottesbraut, Jungfrau. Es in Hymnen besingend, rufen wir: Gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Ode 8
Irmos: Gott, der in den Feuerofen zu den Jünglingen der Hebräer hinabstieg und die Glut hat verwandelt in Tau, ihn besinget, ihr Werke, in Hymnen als Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Mich beugend dem Bösen, ließ ich durch seine Ränke mich knechten. Und da er in vieler Verderbnis mich sieht, rühmet er sich. Ihm entreiße mich, der Irrenden Umkehr, Erbarmer.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Durch die unlöslichen Fesseln der Leidenschaften des Leibes bin ich gefangen. Löse du mich, der du die unlöslichen Fesseln der seit alters Gefangenen löstest. Und führe auf guten Weg mich, dass zu den Pfaden des Heiles ich laufe, Christus, Retter der Welt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Geschwächt durch viele Angriffe des Bösen, Gottesmutter, ist meine unglückliche Seele. Durch deine kraftverleihenden Bitten, o Jungfrau, lass sie gesunden, damit ich dich preise in alle Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Ihn, das Wort, Gott von Gott, das in unsagbarer Weisheit gekommen, unsagbar Fleisch ist geworden aus der heiligen Jungfrau, um neu zu bilden den Adam, der durch eine Speise furchtbar ins Verderben gefallen, ihn lasset einmütig uns in Hymnen erheben.
Sieh, jetzt ist die Zeit des Wirkens. Was schläfst du töricht, o Seele, in gänzlicher Mutlosigkeit? Wach auf. Mit Tränen mach hell deine Lampe. Eile, der Seelen Bräutigam naht. Nicht zögere und bleibe außerhalb des göttlichen Tors.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Weh, wie schrecklich ist dein Richterstuhl, der offenbart jegliche Tat, sie bloßlegt vor Engeln und Sterblichen. Weh, wie furchtbar ist die Antwort, die du den Sündern wirst geben. Vor ihr errette mich, Christus, vor dem Ende der Umkehr Tränen mir schenkend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Schone meiner, o Herr, schone, wenn du mich wirst richten. Und verdamme mich nicht zum Feuer. Nicht in deinem Zorne züchtige mich. Die Jungfrau flehet zu dir, die dich, Christus, geboren, die Scharen der Engel und die Versammlung der Märtyrer.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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