Oktoich
Ton 1. Freitag.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Am Holz bekam der Stammvater einst zu kosten den Tod. Doch jetzt wird durch das kostbare Holz jeder Gläubige vom Urteil des Todes erlöst. Alles, was Odem hat, in Hymnen lasst uns besingen und preisen, der freiwillig gekreuzigt wurde für uns und erleuchtet hat die Enden der Erde.
Da verhärtet mein Herz ist und ob meiner bösen Gedanken gänzlich verzweifelt ich bin und verdammt, so rufe zu dir ich: Wort Gottes, meine geheimen Vergehen und des Herzens ungezügelte Regungen lindere als Erbarmer.
In deinem Kreuze, Erbarmer, rühmen wir uns. Und in ihm den Trug des Feindes vernichtend, besingen wir dich unaufhörlich in Hymnen, weil du unser Heil, Erbarmer, als Gütiger wirktest inmitten der Erde, freiwillig erhöhet an ihm.
Ton 1.
Jetzt, Dogmatikon: Als erhöhet am Kreuze die untadlige Jungfrau das Lamm sah, rief weinend sie: Mein süßestes Kind, was ist das für ein seltsames und überraschendes Schauspiel. Wie wardst du, der das All hält in der Hand, ans Holz genagelt im Fleisch?
Stichiren zur Stichovna
Dein Kreuz ward auf der Schädelstätte errichtet und es ließ uns Unsterblichkeit aus der immerfließenden Quelle der Seite des Erlösers erblühen.
( Martyrikon )
Eine unzerbrechliche Mauer ist uns des Erlösers kostbares Kreuz. Denn wenn wir auf dieses vertrauen, werden wir alle erlöst.
Auf die Fürbitte, Herr, aller Heiligen und der Gottesgebärerin gib uns deinen Frieden und als einzig Erbarmender habe Mitleid mit uns.
Jetzt, Theotokion: Des Adams einstige bittere Kost hast du versüßt, der du Galle und Essig gekostet, süßestes Kind, du Gerechter, als Verurteilter erhöhet am Holz. Darum mich, den durch dein Leiden Geheilten, erfülle mit Süßigkeit, Herr, indem du erstehst als Allmächtiger, sprach weinend die Jungfrau.
Sedalen 1
Rette dein Volk, Herr, und segne dein Erbe, indem du Siege den Königen über die Barbaren verleihest und durch dein Kreuz beschützest deine Gemeinde.
Als du gekreuzigt wardst, Christus, ward vernichtet die Herrschaft des Feinds, und seine Macht ward zertreten. Denn weder ein Engel noch ein Mensch, nein, du selbst, Herr, rettetest uns. Ehre sei dir.
Durch dein Kreuz in die Flucht jage die Feinde, Erretter. Und ihre Irrlehren zerschlage zu Staub. Die Kraft deiner heiligen Kirche erhöhe. Das Stürmen der Feinde wider uns bringe zum Stehen, o Herr. Befriede der Rechtgläubigen Scharen auf die Bitten derer, die dich gebar.
Sedalen 2
Wir verehren, Menschenfreund, das Holz deines Kreuzes, weil an ihm mit Nägeln befestigt du wurdest, Leben des Alls. Das Paradies hast du geöffnet, Retter, dem Räuber, der sich gläubig dir nahte. Und der Wonne ward er gewürdigt, da dir er bekannte: Gedenke meiner, o Herr. Nimm auf wie jenen auch uns, die wir rufen: Wir alle haben gesündigt. In deinem Erbarmen verachte uns nicht.
Die Waffe des Kreuzes ward einst in Kriegen Konstantin, dem gläubigen König, gezeigt durch den Glauben als unüberwindliches Siegeszeichen wider die Feinde. Vor ihm erzittern die feindlichen Mächte. Es ist auch der Gläubigen Heil und das Rühmen des Paulus.
Als sie dich tot und nackend am Holz sah, rief unter Seufzen die über allen Tadel Erhabene: Furchtbar quälen mich Wunden, und bewegt ist mein Herz, mein übergütiger Sohn und allmächtiger Gott. Sie lasst uns in Hymnen besingen als Mutter des Herrn und gläubig lasst sie uns preisen.
Sedalen 3
Ans Kreuz freiwillig mit Nägeln geschlagen, Erbarmer, hast unsere verderbte Natur du vergöttlicht und den menschenverderbenden Drachen getötet. Wohlan, durch den rechten Glauben stütze die Welt. Und der Irrlehrer Stolz wirf in den Staub durch dein kostbares Kreuz.
Als sie, das makellose Lamm, ihn, das Lamm und den Hirten, tot am Holz hängen sah, da rief unter Tränen sie, mütterlich klagend: Wie soll ich, mein Sohn, deine unsagbare Herablassung in Hymnen besingen und deine freiwilligen Leiden, übergütiger Gott?
Ode 3
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Gepriesen ist die Frucht deines Leibes, in Hymnen allgefeierte Jungfrau, der, die durch die Frucht dem Tode verfallen, durch das Holz seines Kreuzes der Unsterblichkeit teilhaft machte in göttlicher Huld.
Ode 4
Irmos: Vernommen habe ich deine Kunde, Herr, und ich geriet in Furcht. Erwogen habe ich deine Werke, sprach der Prophet, und deine Macht gepriesen.
Obwohl du ein gerechter Gesetzgeber bist, wardst du zu den Gesetzlosen gezählt, am Holze erhöhet, Wohltäter, Herr, da du alle gerecht machen wolltest.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es entsetzten sich die englischen Mächte, als sie sahen, wie du am Kreuze wurdest erhöht und in die Flucht jagtest, Sonne, die Gewalten der Macht.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Wehe mir, Kind. Wie soll ich schauen, wie am Holz du erhöht bist und ungerecht wirst getötet, du Spender des Lebens, sagte weinend die Jungfrau.
Ode 5
Irmos: Aufgehen lasse das strahlende, ewige Licht denen, die sich in der Frühe erheben zu den Entscheidungen deiner Gebote, Herr, Menschenfreund, Christus, du unser Gott.
Am Kreuze im Fleische erhöht, riefst du die Völker, die dich nicht kannten, zu deiner Erkenntnis, Richter des Alls, einzig liebender Christus, du unser Gott.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Während du vor dem ungerechten Richterstuhl stehst, Herr, Gerechter, ist gerechtfertigt Adam, der einst Verurteilte, und er ruft: Ehre sei deiner Kreuzigung, langmütiger Herr.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als der preiswerte Stab, der erblühen ließ den unverwelklichen Spross, diesen am Holze erhöht sah, rief sie, o Herr: Zu einer Kinderlosen mache mich nicht.
Ode 6
Irmos: Den Propheten hast du befreit, Menschenfreund, aus dem Meertier. Auch mich, bitte ich, führe aus der Tiefe der Sünden empor.
Du, der über alle Ehre erhaben, Unehre trugst du, indem du, geheftet ans Kreuz, Ehre schenken wolltest den Menschen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Du unterschreibst mir, mit dem Rohre geschlagen, Vergebung, der ich vom Betrüger knechten mich ließ, Christus, du unser Gott.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Nach dem Gebären, über allen Tadel Erhabene, bist du wie vor dem Gebären geblieben. Denn Gott hast du geboren, der durch das Holz den Menschen erlöste.
Ode 7
Irmos: Der Feuerofen, Erretter, träufelte (Med) Tau. Und die Jünglinge tanzten im Reigen und sangen: Gepriesen bist du, Gott unsrer Väter.
Als du gekreuzigt wardst, ließest du erbeben die Schöpfung. Als du getötet wardst, hast du getötet die Schlange. Gepriesen bist du, Gott unserer Väter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der Langmütige wird mit Galle getränkt und lässet mir quellen die rettende Süße, mir, der durch eine Speise der Wonne des Paradieses wurde beraubt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Am Kreuze schauend den Herrn, sprach die untadlige Gebärerin Gottes: Wehe mir, Sohn, wie stirbst du, der Gläubigen Leben und Hoffnung?
Ode 8
Irmos: Der im Feuerofen gerettet die Hymnen singenden Jünglinge hat und die prasselnden (heulenden) Flammen hat verwandelt in Tau, Christus den Gott besinget in Hymnen und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Als du, Retter, ans Kreuz wardst geschlagen, erbebte die Schöpfung. Zurück ihr Licht hielt die Sonne. Und Felsen barsten. Und Hades, Retter, wurde entblößt, da er nicht ertrug deine Macht.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Für verzweifelte Schuldige nahmest du auf dich die Schuld. Für den, welcher der Nacktheit verfallen, hängst du nackend am Holze, Erbarmer Deine Macht und Menschenliebe ist groß.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als die über die Himmel Erhöhte den am Holze Erhöhten und des Feindes Höhen Erschütternden schaut, singt sie Christus, dem allein Höchsten, mit lauter Stimme Hymnen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Dich, die Moses sah als unverbrennbaren Dornbusch, dich, die lebendige Leiter, die Jakob geschaut, und das himmlische Tor, durch das Christus unser Gott, ist geschritten, erheben wir, heilige Mutter, in Hymnen.
Weh, wie übergibt das unbotmäßige Volk dem Kreuze den einzig Langmütigen, der freiwillig arm ward und Leid auf sich nahm und allen gefallenen Adamskindern Leidenschaftslosigkeit schenkte.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Entehrende Kreuzigung, Christus, nahmst du auf dich im Fleisch, da zu Ehre erheben du wolltest den Menschen, der durch törichte Leidenschaften wurde entehrt und die alte Schönheit verlor. Ehre sei deiner unfassbaren Erbarmung.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Durch das Licht, Jungfrau, dessen, der im Fleisch hervorging aus dir, meinen Sinn erleuchte und licht mache mein Herz, indem du das Dunkel der Sünde verscheuchst und alle Nacht meines Leichtsinns verjagst.
- Zur Liturgie -
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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