Orthodoxe Gottesdienste
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Oktoich

Ton 1. Mittwoch.

- Zur Vesper -

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Deine reinen Hände, o Christus, hast ausgespannt du am Holz, und deine Finger mit Blute gerötet, da erlösen du, Menschenfreund, wolltest das Werk deiner göttlichen Hände, den Adam, der ob seines Fehltritts gefangen lag in den Reichen des Todes und den du erwecktest durch deine allgewaltige Macht.
Als Mensch angenagelt ans Kreuz, Christus, o Gott, hast du die Natur der Menschen vergöttlicht und nachdem du die unheilbringende Schlange getötet, hast du als Erbarmender uns vom Fluche des Baumes befreit, selbst zum Fluche geworden und Segen darreichend der Welt und das große Erbarmen.
Der über alle Ehre, Herr, erhaben du bist, du hast dich entehren zu lassen geruht, indem du, Erbarmer, auf dich nähmest am Holze den schimpflichsten Tod, durch welchen das Menschengeschlecht Unsterblichkeit hat geerntet und durch deinen fleischlichen Tod, Allmächtiger, zurückerhielt das frühere Leben.
Sedalen 1
Rette dein Volk, Herr, und segne dein Erbe, indem du Siege den Königen wider die Barbaren verleihest und durch dein Kreuz beschützest deine Gemeinde.
Als du gekreuzigt wardst, Christus, ward vernichtet die Herrschaft des Feinds, und seine Macht ward zertreten. Denn weder ein Engel noch ein Mensch, nein, du selbst, Herr, rettetest uns. Ehre sei dir.
Die deinen Schutz wir, Makellose, besitzen und durch deine Fürbitten von Unheil werden befreit, durch das Kreuz deines Sohnes in allem behütet, geziemend fromm alle erheben wir dich.
Sedalen 2
Wir verehren, Menschenfreund, das Holz deines Kreuzes, weil an ihm mit Nägeln befestigt du wurdest, Leben des Alls. Das Paradies hast du geöffnet, Retter, dem Räuber, der sich gläubig dir nahte. Und der Wonne ward er gewürdigt, da dir er bekannte: Gedenke meiner, o Herr. Nimm auf wie jenen auch uns, die wir rufen: Wir alle haben gesündigt. In deinem Erbarmen verachte uns nicht.
Die Waffe des Kreuzes ward einst in Kriegen Konstantin, dem gläubigen König, gezeigt durch den Glauben als unüberwindliches Siegeszeichen wider die Feinde. Vor ihm erzittern die feindlichen Mächte. Es ist auch der Gläubigen Heil und das Rühmen des Paulus.
O des überraschenden Wunders. O des schauererregenden Geheimnisses, rief das Lamm, die über allen Tadel erhabene Braut, als sie am Holze ausgespannt schaute den Herrn. Der das All in der Hand mit sich herumträgt, der wird als Schuldiger von gesetzverachtenden Richtern zum Kreuze verurteilt.
Sedalen 3
Ausbreitend am Kreuz deine Hände, hast du, Erbarmer, die Völker, die weit von dir sich entfernet, gesammelt, deine reiche Güte zu preisen. Wohlan, blicke her auf dein Erbe. Und die wider uns kämpfenden Feinde wirf in den Staub durch dein kostbares Kreuz. Durch die Schmerzen der Heiligen, die für dich sie erlitten, lasse dich erbitten, o Herr. Und all unsere Wehen, Menschenfreund, bitten wir, heile.
Als sie, das makellose Lamm, ihn, das Lamm und den Hirten, tot am Holz hängen sah, da rief unter Tränen sie, mütterlich klagend: Wie soll ich, mein Sohn, deine unsagbare Herablassung in Hymnen besingen und deine freiwilligen Leiden, übergütiger Gott?
Ode 1
Kreuz-Kanon des Joseph, Ton 1.
Irmos: Aus bitterer Fron erlöst, hat einst durchschritten Israel den unwegsamen Grund wie festes Land. Und da den Feind im Meere es versinken sieht, singt Gott, dem gnädigen Herrn, es eine Hymne, der Wunder wirkte mit erhobenem Arm. Denn herrlich tat er sich kund.
Du, Christus, hast, am Kreuz erhöht, erhöhet den gefallenen Menschen. Und alle Macht des Feindes warfst, Wort, du in den Staub. Darum besinge ich dein Leid, der du gelitten und von Leiden mich befreit.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Du bist der Herr der Herrlichkeit, der du mit Herrlichkeit den Menschen hast gekrönt. Mit Dornen darum bist du gekrönt, dass unsere dornentragende Natur du, Winzer, Früchte heiliger Werke bringen ließest.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Durch ein Schwert, Allheilige, wardst du verwundet, als deines Sohnes Leid du schautest, wie er von einer Lanze ward durchbohrt und zurückhielt des Paradieses hindernd Schwert, das den heiligen Zugang den Gläubigen verwehrte.
Ode 3
Irmos: Nicht seiner Weisheit, nicht seines Reichtums ein Sterblicher sich rühme, wohl aber seines Glaubens an den Herrn, rechtgläubig zu Christus rufend, seinem Gott, und stets ihm singend: Auf dem Felsen deiner Satzungen befestige mich, Herr.
Es durchbohrten deine Hände und deine Füße die Ruchlosen, mein Jesus, der, Christus, Gott, du mit der Hand unsagbar einst den Menschen schufest und durch Leid von Leiden und Verwesung alle hast befreit.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Still stehe, rief Jesus, der Mond und die Sonne, da er im Voraus beschrieb das Erlöschen der Sterne, während am Kreuze im Fleische der Herr litt. Durch ihn wurden die bösen Mächte der Nacht preisgegeben dem Spott.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Den in Schönheit Prangenden in der Stunde des Leidens anblickend, wie er weder Gestalt noch Schönheit besaß, hast du, o Reine, bitterlich klagend gerufen: Weh mir, wie leidest du, Sohn, da du von Leiden willst alle erlösen?
Ode 4
Irmos: Vernommen hat, Christus, der wunderbare Habakuk einst deine Kunde und rief in Furcht: Von Thaiman, Gott, o Heiliger, wirst du kommen, aus dichtem, schattigen Berge, zu retten deine Gesalbten. Ehre sei, Herr, deiner Macht.
Male und Wunden, Christus, ertrugst du am Kreuze, die Wunden meines Herzens heilend. Bittere Galle hast du gekostet, tilgend lüsternen Kostens verderbenbringenden Schaden. Geheftet ans Holz, hast du den Fluch des Holzes getilgt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Völker, weit von dir verstoßen, hast du dem Vater uns, in die Mitte dich als Mittler stellend und in der Erde Mitte schimpfliches Leid erduldend.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Deine ungerechte Tötung schauend, Christus, rief, die dich gebar, dir klagend zu: Gerechter Richter, Sohn, wie ungerecht bist du gerichtet, da du rechtfertigen wolltest die ob ihres Fehltritts einst Verdammten und zum Verderben Abgeglittenen.
Ode 5
Irmos: Dein nie versinkendes Licht den Herzen derer, Christus, lass leuchten, die gläubig Hymnen dir singen, indem du uns schenkest den Frieden, der den Verstand überragt, damit wir aus der Unwissenheit Nacht eilend zu deiner Satzungen Tag dich, Menschenfreund, preisen.
Die Sonne, Retter, wird des Lichtes entblößt, da dich nackend am Holze sie schaut, dich, der auf Wassern schweben lasset die Erde. Und da die Felsen erhoben auf einem Felsen dich sahen, barsten vor Angst sie, und die Grundfesten bebten.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Am Holze wardst du erhöht und mit Nägeln befestigt, hast du, Langmütiger, an den Fingern geblutet und wardst durch die Stiche der Lanze an der Seite durchbohrt, heilend die Wunde, die Adam erlitt, weil er der Seitenrippe gehorchte und ungehorsam war seinem Bildner.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Die Untadlige wird in Schrecken versetzt, als sie Christus freiwillig am Holze erhöht sieht. Und weinend rief sie: Mein Sohn und mein Gott, ich, die den Wehen bei dem Gebären entging, erleide jetzt Wehen, da ungerecht von Frevlern gekreuzigt du wirst.
Ode 6
Irmos: Ganz bin ich von maßlosen Leidenschaften bedrängt. Und in das Meerungeheuer der Sünden bin ich gesunken Wohlan, führe mich aus dem Verderben empor, Gott, wie einst den Jonas, und gib durch den Glauben Leidenschaftslosigkeit mir, dass ich mit der Stimme des Lobes dir opfere und im Geiste der Wahrheit.
Als Moses zur Höhe ausstreckte die Hände, bildete vor er dein Leid, der du am Holz ausspanntest die Hände und zerstörtest des Bösen verderbliche Macht. Darum wissend besingen in Hymnen als Erlöser und Retter wir dich, Menschenfreund.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Am Kreuze erhöht, hast du die Tötung erduldet und unsern Töter getötet. Und zum Leben erwecktest du, Christus, deiner Hände Gebild. In deiner Seite durchbohrt, ließest zwei Ströme der Vergebung denen du quellen, die dich in zwiefachem Willen in Hymnen besingen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als die Allreine deine Kreuzigung schaute, rief sie: Was ist das für ein überraschendes Schauspiel, das ich da sehe? Wie erträgst du, der heilet die Leiden der Kranken, unerhörtestes Leid? Wie haben dir die Feinde vergolten, Wohltäter, was sie empfingen an Wohltat?
Ode 7
Irmos: Es traten ein wie in ein Brautgemach in des Feuerofens unverhüllte Glut die Jünglinge, die ob ihrer Frömmigkeit als Heilige Gottes erschienen, und in einstimmigem Gesänge sangen sie die Hymne: Gott der Väter, gepriesen bist du.
Wiewohl du bist der Herr, empfingst du, mein Jesus, von einem Knechte einen Backenstreich, indem du zu befreien suchtest mich, der geknechtet ward vom Rachegeist. Und ans Kreuz geheftet, rettest mich du, der da singt: Gott der Väter, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es erbebte alle Schöpfung, als du, Herr, Erbarmender, gekreuzigt wurdest. Als du verwundet wurdest von der Lanze, erhielt der Feind am ganzen Leib den Stich. Doch Adam, der Verwundete, er ist geheilt und ruft: Gott der Väter, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Den du gebärest, Jungfrau, hat geboren die Äonen wunderbar. Und am Kreuz erhöht, erhob er mit sich die Gefallenen. Und zu des Himmels Bürgern machte er, die riefen: Gott der Väter, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Eines übernatürlichen Wunders Vorbild hat einst der tauspendende Feuerofen gezeigt, denn nicht hat die Jünglinge das Feuer verbrannt, das Christi wunderbare und heilige Geburt aus der Jungfrau enthüllt. Darum lass uns Hymnen singen und jubeln: Es preise die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Ausgespannt ist freiwillig am Kreuz, der durch seinen Wink ausspannte den Himmel. Und angeheftet wird er mit Nägeln, da er auszureißen begehrt die Nägel der lüsternen Neigung des erstgeschaffenen Adam. Darum lasst lobpreisend Hymnen uns singen: Es preise die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Als dich, den Felsen des Lebens auf einem Felsen erhöhte das Volk, das ein Herz hatte von Stein, da bebten die Berge, da wankte, Wort Gottes, die Erde. Und die wankenden Seelen wurden gefestigt zu göttlichem Leben, allezeit singend: Es preise die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn über alles in alle Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Damit in Erbitterung dich das törichte Volk, wie es annahm, von der Erde entferne, ward ich des Kindes beraubt. Und bewegt und mütterlichen Wehes voll ist mein Herz, rief einst die vom Mann Unberührte, als sie am Kreuz dich erhöht sah. Mit ihr preist, Jesus, dich, Erlöser aller, die Schöpfung in die Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Unsagbar ist der Jungfrau Geheimnis. Denn als Himmel ward sie, als Cherubimthron, als lichtstrahlend Brautgemach Christi, Gottes, des Allherrschers, ward sie erwiesen. Sie lasst uns fromm als Gottesmutter erheben.
Als einst er am Kreuze hängend dich sah, der auf unermesslichen Wassern, Erretter, schweben lasset die Erde, da rief gläubig der redliche Räuber dir zu das Gedenke. Mit ihm sagen gläubig deinen Leiden wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Am Kreuze ließest die Grundfesten der Erde du beben. Von einer Lanze durchbohrt, lässest hervorquellen du der Unsterblichkeit Ströme, Blut und Wasser, durch welche die Menschheit von Leidenschaften gereinigt, Jesus, du hast, den wir geziemend erheben.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Als du, Braut, nachdem du ihn, das menschenfreundliche Wort, hattest geboren, freiwillig mehr als einen Menschen ihn leiden sahest, riefst du: Was ist das? Der leidlose Gott unterzieht sich dem Leiden, damit er von Leidenschaften befreie, die ihn gläubig verehren.

- Zur Liturgie -



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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