Orthodoxe Gottesdienste
Übersetzer Priorisierung:

Triodion. 1. Woche nach Pfingsten. Montag.

Tag des Heiligen Geistes

Anmerkungen
Die Große Vesper mit der 9. Stunde wird meistens im Anschluss an die Sonntagsliturgie zelebriert. Am Ende der 9. Stunde wird der Vorhang geöffnet. Es gehört sich so, wie vor einem Hochfest zu Leuten.
Die Vesper wird mit Einzug und großem Prokimenon zelebriert. Einzug mit dem Rauchfass, bei Anwesenheit eines Bischofs mit dem Evangeliar.

- Zur Vesper -

GROßE VESPER

P: Gesegnet unser Gott, allezeit, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
Der Diakon ruft festlich aus:
D: Ehre Dir, unser Gott, ehre Dir.
Die Gemeinde singt zusammen:
Volk: Himmlischer König, Tröster, Du Geist der Wahrheit, überall Gegenwärtiger und alles Erfüllender, Hort der Güter und Spender des Lebens, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von jedem Makel und errette, Guter, unsere Seelen.
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4.
Überraschende Dinge habe ich heute geschaut: / Alle Völker in der Stadt Davids, / als der Heilige Geist sich in Feuerzungen herabließ, / wie der aus Gott redende Lukas kundgetan hat. / Denn er sagt: Als Christi Jünger versammelt waren, / da erhob sich ein Brausen, / wie wenn daherfährt ein gewaltiger Sturm, / und erfüllte das Haus, in welchem sie saßen. / Und alle begannen / die Stimme laut erschallen zu lassen / in neuen Worten, in neuen Lehren, // in neuen Unterweisungen über die Heilige Dreiheit.
Stets war und ist und wird sein der Heilige Geist. / Nicht hat er Anfang, nicht hat er ein Ende. / Nein, stets ist vereint er Vater und Sohn, / stets wird er zu ihnen gezählt. / Leben ist er und Leben wirkt er. / Licht ist er und Spender des Lichtes. / Selbst ist er der Gute und die Quelle der Güte. / Durch ihn wird der Vater erkannt / und verherrlicht der Sohn. / Durch ihn wird von allen erkannt / eine einzige Macht, ein Bund // und eine Anbetung der Heiligen Dreiheit.
Der Heilige Geist ist Licht und Leben / und lebender, geistiger Quell: / Geist der Weisheit, Geist der Einsicht, / der gute, gerade, geistige, lenkende, / von Fehlern läuternde Geist. / Gott und vergöttlichend. / Feuer ist er, das hervorgeht aus Feuer. / Er redet und wirkt / und teilt aus die Gnadengeschenke. / Durch ihn wurden alle Propheten und Gottesapostel / samt den Martyrern gekränzt. / Eine neue Botschaft, ein neues Schauspiel, ein Feuer, // das sich teilt zur Austeilung der Gnadengeschenke.
Ton 6.
Jetzt, Theotokion: Himmlischer König, / Tröster, Du Geist der Wahrheit, / überall bist Du zugegen und alles erfüllst Du, / Hort der Güter und Spender des Lebens, / komm und nimm Wohnung in uns, / macht und rein von jedem Makel // und rette, Du Guter, unsere Seelen.
Prokimenon zur Vesper
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.
Die Kniebeugungsgebete liest der Priester in den Königlichen Türen kniend gen Volk. Üblicherweise hält er dabei einen Strauß Blumen in der Hand.

Erstes Kniebeugungsgebet

P: Allreiner, makelloser, anfangloser, unsichtbarer, unbegreiflicher, unerforschlicher, unveränderlicher, unüberwindlicher, unermesslicher, langmütiger Herr, der Du allein Unsterblichkeit besitzest und im unzugänglichen Lichte wohnst. Du hast den Himmel geschaffen und die Erde und das Meer und alle Geschöpfe in ihnen. Du gewährst allen die Bitten bevor Du noch gebeten wirst. Dich bitten wir und Dich flehen wir an, menschenliebender Gebieter, Dich, den Vater unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus, der für uns Mensch geworden ist und zu unserem Heile vom Himmel herabgekommen ist und Fleisch angenommen hat aus dem Heiligen Geiste und der Immerjungfrau Maria, der ruhmreichen Gottesgebärerin. Er belehrte uns zuerst durch Worte, später unterwies Er aber auch durch Taten, als Er das heilbringende Leiden erduldete. Er gab uns, Deinen niedrigen und unwürdigen Knechten, ein Vorbild, Dir Gebete darzubringen, indem wir Nacken und Knie beugen wegen unserer Sünden und den unwissentlichen Vergehen des Volkes.
Du selbst, gnadenreicher und menschenliebender Gott, erhöre uns, an welchem Tage auch immer wir Dich anrufen, besonders aber an diesem Tage des Pfingstfestes, an welchem unser Herr Jesus Christus, da Er zum Himmel aufgefahren ist, und sich zu Deiner, des Gottes und Vaters Rechten gesetzt hat, den Heiligen Geist auf Seine heiligen Jünger und Apostel herabgesandt hat; der ließ sich auch auf einen jeden von ihnen nieder und sie wurden alle erfüllt mit seiner unerschöpflichen Gnade und verkündeten in fremden Zungen Deine Großtaten und weissagten.
Nun also erhöre uns, die wir Dich bitten und gedenke unser, die wir niedrig sind und verdammt, und hebe auf die Gefangenschaft unserer Seelen, der Du Erbarmen hast für uns. Nimm uns an, die wir vor Dir niederfallen und rufen: „Wir haben gesündigt.“ Zu Dir kommen wir vom Mutterschoße an, denn vom Mutterschoße an bist Du unser Gott. Doch unsere Tage sind verflossen in Eitelkeit. Wir sind Deiner Hilfe verlustig gegangen und haben jede Rechtfertigung verloren; dennoch rufen wir voll Zuversicht auf Dein Erbarmen: „Der Sünden unserer Jugend und unseres Unverstandes gedenke nicht, und reinige uns von unseren verborgenen Sünden; verwirf uns nicht im Alter, wenn unsere Kräfte schwinden, verlasse uns nicht ehe wir in die Erde zurückkehren, mache uns würdig der Umkehr zu Dir, und sei uns geneigt in Huld und Gnade; lege an unsere Sünden den Maßstab Deiner Erbarmungen und stelle den Abgrund Deiner Erbarmungen der Menge unserer Sünden entgegen. Blicke herab, o Herr, von Deiner heiligen Höhe auf Dein vor Dir stehendes Volk, welches reichliche Gnade von Dir erwartet. Komm zu uns mit Deiner Gnade, entreiße uns der Gewalt des Teufels; stärke unser Leben durch Deine heiligen und göttlichen Gebote; einem treuen Schutzengel vertraue Dein Volk an; versammle uns alle in Deinem Reich; gewähre Verzeihung denen, die auf Dich hoffen; vergib ihnen und uns die Sünden; reinige uns durch die Wirksamkeit Deines Heiligen Geistes und vernichte die gegen uns gerichteten Ränke des Feindes.“
Das folgende Gebet wird angefügt:
Gepriesen bist Du, Herr, Gebieter, Allherrscher, der Du den Tag durch das Strahlen der Sonne erleuchtest und die Nacht erhellt hast mit Feuerglanz. Du hast uns gewährt, den Lauf des Tages zu durcheilen und uns zu nähern dem Beginn der Nacht; erhöre unsere Bitten und die Deines ganzen Volkes; vergib uns all die absichtlichen und unabsichtlichen Sünden; nimm an unsere abendlichen Gebete, und sende über Dein Erbe die Fülle Deiner Gnade und Deiner Erbarmungen. Umschirme uns mit Deinen heiligen Engeln, wappne uns mit den Waffen Deiner Gerechtigkeit; umgib uns mit der Bastion Deiner Wahrheit; bewahre uns mit Deiner Macht, errette uns von jeder Drangsal und von jedem Anschlag des Widersachers, verleihe uns auch, dass der gegenwärtige Abend und die folgende Nacht vollkommen, heilig und ohne Sünde sei, frei von Kummer und Anfechtung, sowie alle Tage unseres Lebens: Auf die Fürbitten der heiligen Gottesgebärerin und aller Heiligen, die Dir von Ewigkeit an wohlgefallen haben.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Dein ist es, Dich zu erbarmen und zu erretten, Herr, unser Gott, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.

Zweites Kniebeugungsgebet

P: Herr Jesus Christus, unser Gott, Deinen Frieden hast Du den Menschen gegeben, und die auch uns noch im Leben gegenwärtige Gabe des Allheiligen Geistes den Gläubigen auf immer als unveräußerliches Erbe gewährt. Du hast Deinen Jüngern und Aposteln heute diese Gnade sichtbar herabgesandt und ihre Lippen durch Feuerzungen gestärkt. Durch diese empfing das ganze Menschengeschlecht die Erkenntnis Gottes, die ein jeder in seiner Sprache vernahm. Mit dem Lichte des Geistes wurden wir erleuchtet und dem Irrtum, gleich einer Finsternis, entzogen. Durch die Austeilung der, mit unseren Sinnen wahrnehmbaren und feurigen Zungen, und das übernatürliche Wirken, haben wir den Glauben an Dich erlernt. Wir wurden dadurch angespornt, Dich mit dem Vater und dem heiligen Geiste als Gott in der einen Gottheit und Kraft und Macht zu bekennen.
Du nun, Abglanz des Vaters, Seines Wesens und Seiner Natur unveränderliches und beständiges Ebenbild, Quelle der Erlösung und der Gnade, öffne auch mir Sünder die Lippen und lehre mich, wie und wofür ich beten soll: Denn Du kennst die große Zahl meiner Sünden, Deine Barmherzigkeit aber wird ihr Übermaß besiegen. Siehe, in Furcht stehe ich vor Dir, hinab in das Meer Deines Erbarmens werfe ich die Verzweiflung meiner Seele. Leite mein Leben, der Du durch das Wort jedes Geschöpf mit der Macht der unaussprechlichen Weisheit leitest, o stiller Hafen der vom Sturm Bedrängten, und weise mir den Weg, den ich wandeln soll. Meinen Gedanken schenke den Geist Deiner Wahrheit; den Geist des Verstandes schenke meiner Unvernunft; beschirme meine Werke mit dem Geiste der Ehrfurcht vor Dir; erneuere auch den rechten Geist in meinem Innern, und durch die Führung durch Deinen Geist lenke meine ausschweifenden Gedanken, damit wir jeden Tag durch Deinen guten Geist zu dem geführt werden, was uns nützt, und so würdig werden, Deine Gebote zu erfüllen und ewig Deiner herrlichen Wiederkunft zu gedenken, die Rechenschaft über unsere Taten fordert. Lass mich nicht verleitet werden von den vergänglichen Schönheiten dieser Welt, sondern stärke mich im Streben nach dem Erwerb der künftigen Güter. Denn Du hast ja gesagt, o Gebieter: was ein jeder in Deinem Namen erbittet, das empfängt er gewiss von Deinem mitewigen Gott und Vater. Darum flehe auch ich Sünder am Tage der Herabkunft Deines Heiligen Geistes Deine Güte an, dass alles, was ich erbitte, mir zum Heile gewährt werde. Ja, Herr, Du alle Wohltat reichlich gebender guter Spender, der Du über alles Maß gibst, was wir erbitten, Du bist der Mitleidige, der Erbarmer, der Du sündlos teilgenommen hast an unserem Fleische und der Du Dich mildherzig zu denen hernieder beugst, die ihr Knie vor Dir beugen, der Du auch zur Sühnung geworden bist für unsere Sünden: so schenke denn, o Herr, Deinem Volke Deine Erbarmungen, erhöre uns aus Deinem heiligen Himmel; heilige uns mit der Kraft Deiner erlösenden Rechten; beschirme uns im Schutz Deiner Flügel; verschmähe nicht die Werke Deiner Hände. Dir allein sündigen wir, doch Dir allein dienen wir auch; wir können keinen fremden Gott anbeten, noch einem andern Gott, o Gebieter, unsere Hände entgegenstrecken. Vergib uns die Übertretungen und nimm unsere kniefälligen Bitten an, reiche uns allen Deine helfende Hand. Nimm an das Gebet aller, wie wohlgefälligen Weihrauch, der zu Deinem allgütigen Throne emporsteigt.
Das folgend Gebet des hl. Basilius des Großen wird angefügt:
Herr, Herr, der Du uns rettest vor jedem Pfeil, der am Tage dahinfliegt, rette uns auch vor jedem Ding, das im Finstern schleicht. Nimm an das abendliche Opfer, das Erheben unserer Hände. Mache uns auch würdig, den Verlauf der Nacht ohne Makel zurückzulegen, ohne die Versuchung des Bösen, und bewahre uns von aller Unruhe und Angst, die vom Teufel zu uns kommt. Verleihe unseren Seelen Demut und unseren Gedanken Sorge ob der Prüfung in Deinem furchtbaren und gerechten Gericht. Bestärke unsere sterbliche Hülle in der Ehrfurcht zu Dir und töte ab, was uns an die Welt bindet, auf dass wir auch in der Ruhe des Schlafes erleuchtet werden durch die Schau Deines Gerichtes. Halte auch fern von uns jedes unziemliche Gesicht und jede schädliche Begierde. Wecke uns zur Zeit des Gebetes, gestärkt im Glauben und vorangekommen in Deinen Geboten.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Durch das Wohlwollen und die Gnade Deines einziggeborenen Sohnes, mit dem Du gepriesen wirst samt Deinem allheiligen und guten und lebenschaffenden Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
D: Wieder und wieder, die Knie beugend, lasst uns beten zum Herrn.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal.
Alle knien sich hin.

Drittes Kniebeugungsgebet

P: Du ewig strömender Quell des Lebens und des Lichtes, Du gleichewige Schöpferkraft des Vaters, der Du die ganze Heilsordnung zur Erlösung der Sterblichen so herrlich erfüllt hast, Christus, unser Gott. Der Du die unlösbaren Bande des Todes und die Riegel des Hades zersprengt und die Menge der bösen Geister niedergetreten hast, der Du Dich selbst als makelloses Schlachtopfer für uns dargebracht hast, Deinen reinen, von aller Sünde unberührten und ihr unzugänglichen Leib zum Opfer hingebend und durch diesen furchtbaren und unaussprechlichen Priesterdienst uns das ewige Leben geschenkt hast, der Du zum Hades hinuntergestiegen bist, die ewigen Riegel zertrümmert und den in der Tiefe Sitzenden den Aufgang gewiesen, den urbösen Drachen des Abgrundes aber mit göttlicher Weisheit geködert und gefangen genommen, mit den Ketten der Finsternis im Tartarus gebunden und im unauslöschlichen Feuer und tiefster Dunkelheit durch Deine unüberwindliche Kraft gefesselt hast. Du Weisheit des Vaters, deren Name groß ist, der Du Dich den Bedrängten als großer Helfer erweisest, und erleuchtest diejenigen, die im Dunkel sitzen und im Schatten des Todes; o Du Herr der ewigen Herrlichkeit und des höchsten Vaters geliebter Sohn. Ewiges Licht vom ewigen Lichte, Sonne der Gerechtigkeit, erhöre uns, die wir Dich bitten und lasse ruhen die Seelen Deiner Diener, unserer schon entschlafenen Väter und Brüder, und der übrigen Verwandten, ja aller mit denen wir im Glauben vereint sind und deren Gedächtnis wir jetzt begehen; denn Du hast Gewalt über alles, und hältst in Deiner Hand alle Enden der Erde.
Allgebieter, Allherrscher, Gott unserer Väter und Herr des Erbarmens, Schöpfer des sterblichen und des unsterblichen Geschlechtes und aller menschlichen Natur, des entstehenden und wieder vergehenden Lebens, des Daseins, des Sterbens und des Übergangs in das Jenseits. Der Du die Jahre den Lebenden bemisst und die Zeit des Todes bestimmst, in den Hades hineinführst und wieder heraus, der Du bindest in der Schwäche und lösest in Kraft das Gegenwärtige, das Du zum Nutzen einrichtest und das Zukünftige, das Du zuträglich anordnest, der Du die mit dem Stachel des Todes Verwundeten durch die Hoffnung der Auferstehung belebtest, o Du Gebieter des Alls, Gott, unser Erlöser, Du Hoffnung aller Enden der Erde und derer, die weit draußen auf dem Meere sind, der Du auch an diesem letzten und großen und heilbringenden Tage des Pfingstfestes uns das Geheimnis der heiligen und gleichewigen und unteilbaren und unvermischbaren Dreiheit eines Wesens offenbart hast und das Daherfahren und die Ankunft Deines heiligen und lebendigmachenden Geistes in Gestalt feuriger Zungen über Deine Apostel gegossen, und sie zu Freudenboten unseres frommen Glaubens eingesetzt, und als Bekenner und Verkünder der wahren Gotteslehre erwiesen hast; der Du auch an Deinem hocherhabenen und heilbringenden Feste das Flehen um Versöhnung für die, so im Hades gehalten werden, anzunehmen geruhtest und die große Hoffnung gewährst, den von ihren Qualen Umfangenen, Nachlass und Tröstung von Dir herabzusenden: Erhöre uns Niedrige und Elende, die wir zu Dir flehen und lass die Seelen Deiner entschlafenen Diener ruhen am Ort des Lichtes, am Ort des Ergrünens, am Ort der Erquickung, wo hinwegflieht aller Schmerz, alle Trauer und Klage. Lass ihre Seelen in den Wohnungen der Gerechten weilen, und gewähre ihnen Frieden und Nachlass; denn nicht die Toten werden Dich preisen, o Herr, noch werden die es wagen Dir Dank zu sagen, die im Hades weilen; wir aber, die wir leben, preisen Dich und beten Dich an und bringen Dir dar sühnende Gebete und Opfer für ihre Seelen.
Das folgende Gebet wird angefügt:
O Gott, Du großer und Ewiger, Heiliger und Menschenliebender, der Du uns gewürdigt hast, auch in dieser Stunde zu stehen vor Deiner unnahbaren Herrlichkeit zum Besingen und zum Lobe Deiner Wunder, versöhne Dich uns, Deinen unwürdigen Dienern und verleihe uns die Gnade, zerknirschten Herzens und ohne Hochmut Dir den dreimal heiligen Lobgesang und die Danksagung darzubringen für Deine großen Wohltaten, die Du an uns getan hast und immerfort an uns noch tust. Gedenke, o Herr, unserer Schwachheit, und vertilge uns nicht in unseren Sünden, sondern übe große Gnade, nach unserer Demut, damit wir, der Finsternis Sünden entronnen, im Tage der Gerechtigkeit wandeln mögen und angetan mit der Rüstung des Lichts unangefochten verbleiben von jeglicher Arglist des Bösen, und Dich, den einzigen, wahren und menschenliebenden Gott für alles voll Zuversicht preisen. Denn Dein ist das wahrhaft und wirklich große Geheimnis, o Gebieter und Schöpfer des Alls, sowohl die zeitliche Auflösung Deiner Geschöpfe, als auch die spätere Wiederherstellung und die Ruhe in Ewigkeit. Wir sagen Dir Dank für Alles, für unsern Eingang in die Welt und für unsern Ausgang, welcher uns verheißt die Hoffnung auf die Auferstehung und auf das unsterbliche Leben nach Deiner untrüglichen Offenbarung, welches wir erlangen werden bei Deiner zweiten, einstigen Ankunft. Denn Du bist sowohl der Urheber unserer Auferstehung, als auch der unbestechliche und menschenliebende Richter derer, die gelebt haben, und der Vergeltung Gebieter und Herr. Da Du auch in höchster Herablassung in unseres Fleisches und Blutes verwandtschaftliche Gemeinschaft getreten bist, und unsere unvermeidlichen Leiden, indem Du sie freiwillig erduldetest, aus innerstem Erbarmen angenommen hast, so bist Du uns in dem, was Du selbst versuchend erlitten, ein erfahrener Helfer geworden, wenn wir in Versuchung geraten. Deshalb hast Du uns auch in Deine Freiheit vom Leiden mit eingeführt. Nimm denn nun an unsere Bitten und unser Flehen, o Gebieter, und lass ruhen alle Väter eines jeden, und Mütter und Kinder und Brüder und Schwestern und sonstige Verwandten, auch alle Seelen, die in der Hoffnung Deiner Auferstehung zu ewigem Leben vordem entschlafen sind, und versetze ihre Geister und Namen in das Buch des Lebens, in den Schoß Abrahams, Isaaks und Jakobs, in das Land der Lebendigen, in das Himmelreich, in das Paradies der Wonne; führe sie alle durch Deine Lichtengel in Deine heiligen Wohnungen; und erwecke auch unsere Leiber an dem Tage, den Du bestimmt hast nach Deinen heiligen und untrüglichen Verheißungen. So ist das nun, o Herr, kein Tod für Deine Diener, wenn wir aus dem Leibe ausgehen und zu Dir, unserm Gott, eingehen, sondern ein Hinübergesetztwerden von trübseligen zu besseren und fröhlicheren Zuständen, zu Friede und Freude. Und so wir auch in etwas gesündigt haben, sei gnädig sowohl uns als auch ihnen; denn niemand ist rein von Befleckung vor Dir, auch nicht an einem Tage seines Lebens, als Du allein, der Du ohne Sünde auf Erden erschienen, unser Herr Jesus Christus, durch den wir alle die Gnade und die Vergebung der Sünden zu erlangen hoffen. Darum erlasse und vergib und verzeihe uns und ihnen, als der gütige und menschenliebende Gott, unsere Übertretungen, die vorsätzlichen und unvorsätzlichen, die bewussten und unbewussten, die offenbaren und die geheimen, welche wir in Werken und in Gedanken und in Worten und in allen Lebensäußerungen und Bewegungen begangen haben. Denen nun, die vorangegangen, schenke Du die Befreiung und Erquickung, uns aber, die wir noch in dieser Welt sind, segne; gib uns ein gutes und friedliches Ende, sowohl uns wie auch Deinem ganzen Volk; öffne uns auch den Schoß Deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe an dem schrecklichen und furchtbaren Tage Deiner Wiederkunft und mache uns würdig Deines Reiches.
Das folgende Gebet wird angefügt:
O Gott, Großer und Allerhöchster, der Du allein Unsterblichkeit hast und wohnest im unzugänglichen Lichte, der Du die ganze Schöpfung in Weisheit erschaffen, das Licht von der Finsternis geschieden und gesetzt hast die Sonne zur Herrschaft über den Tag, den Mond aber und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht; der Du uns Sünder gewürdigt hast, auch am gegenwärtigen Tage mit Bekenntnis vor Dein Angesicht zu treten und Dir die Abendverehrung darzubringen, Du, menschenliebender Gott, lass unser Gebet vor Dich kommen wie Weihrauch und nimm es an als duftenden Wohlgeruch. Lass uns die gegenwärtige Abendzeit und die kommende Nacht in Frieden verbringen; bekleide uns mit der Rüstung des Lichts; bewahre uns vor dem nächtlichen Grauen und vor jedem Ungemach, das im Finstern schleicht; und gib uns den Schlaf, den Du zur Erholung unserer Schwachheit geschenkt hast, frei von allen teuflischen Träumen. Ja, Du Gebieter des Alls, Spender des Guten, auf dass wir auch auf unseren Schlafstätten Reue fühlen, auch bei Nacht Deines allheiligen Namens gedenken und durch die Beachtung Deiner Gebote erleuchtet, in der Freude unserer Seelen zur Lobpreisung Deiner Huld aufstehen, und Gebete und Flehen Deiner Barmherzigkeit darbringen mögen für unsere eigenen Sünden und für all Dein Volk, welches Du um der Fürbitten willen der heiligen Gottesgebärerin heimsuchen mögest mit Gnade.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich, richte uns auf und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
     Ch: Herr, erbarme Dich.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
     Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Du bist der König des Friedens und der Erlöser unserer Seelen und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.
Stichiren zur Stichovna
Ton 3.
Jetzt sind sichtbar zu einem Zeichen / für alle geworden die Zungen. / Denn die Juden, denen Christus dem Fleisch nach entstammt, / sind, am Unglauben krankend, göttlicher Gnade verlustig geworden, / und wir, den Heiden entstammend, / wurden selbst göttlichen Lichts gewürdigt, / gefestigt durch die Worte der Jünger, / da sie die Herrlichkeit Gottes verkündigten, des Wohltäters aller. / Mit ihnen lasset uns samt den Knien / beugen die Herzen, gläubig lasst uns huldigen, // gefestigt durch den Heiligen Geist, dem Retter unserer Seelen.
Ein reines Herz, o Gott, schaffe in mir und mach neu in mir den rechten Geist.
Jetzt ist ausgegossen / über alles Fleisch der tröstende Geist. / Denn mit der Apostel Reigen beginnend, / hat er von ihnen aus durch Teilnahme die Gnade / ausgebreitet über die Gläubigen, / und er beglaubigt seine gewaltige Ankunft, / indem er die Zungen in Feuersgestalt an die Jünger / verteilt zum Lobpreis und zur Verherrlichung Gottes. / Drum, im Herzen geistig erleuchtet, / im Glauben gefestigt durch den Heiligen Geist, // flehen wir um unserer Seelen Errettung.
Verstoß mich nicht von deinem Antlitz und deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir.
Jetzt werden Christi Apostel / mit der Kraft aus der Höhe umkleidet. / Denn sie erneuert der Tröster, der sich in ihnen / durch der Erkenntnis mystische Neuheit wieder erneuert. / Diese in neuen und erhabenen Worten verkündend, / lehren sie uns die ewige / und einfache dreipersönliche Wesenheit Gottes, / des Wohltäters aller, verehren. / Drum durch ihre Lehren erleuchtet, / lasst uns anbeten den Vater samt dem Sohn und dem Geiste, // flehend um unserer Seelen Errettung.
Ton 8.
Jetzt, Theotokion: Kommt, ihr Völker, die Gottheit in drei Personen, / wir wollen sie verehren, / den Sohn im Vater mit dem Heiligen Geiste. / Denn der Vater hat jenseits der Zeit gezeugt / den Sohn, der mit ihm ist ewig / und mit ihm sitzt auf dem Throne. / Und der Heilige Geist war im Vater / und ward mit dem Sohn verherrlicht / als eine einzige Macht, eine einzige Wesenheit / und eine einzige Gottheit, / die wir alle verehren, / indem wir sprechen: / „Heiliger Gott, der du alles / durch den Sohn hast gebildet / unter Mitwirkung des Heiligen Geistes; / Heiliger Starker, durch den wir haben kennengelernt / den Vater und den Heiligen Geist, / der in die Welt ist gekommen; / Heiliger Unsterblicher, du Tröster-Geist, / der hervorgeht aus dem Vater / und ruht im Sohne. // Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.“

- Zur Liturgie -

Prokimenon zur Liturgie
Ton 6.
Errette, Herr, dein Volk, // und segne dein Erbe.
Vers: Zu dir, Herr, will ich schreien; o mein Gott, sieh nicht schweigend weg von mir.
Alleluïa zur Liturgie
Ton 2.
Erbarme dich meiner, o Gott, nach deinem großen Erbarmen.
Vers: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Erpriester Peter Plank, Pater Kilian Kirchhoff, Erzpriester Sergius Taurit, Übersetzungskommission der OBKD und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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