Orthodoxe Gottesdienste
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Minäon vom 23. September

Empfängnis des ehrwürdigen ruhmreichen Propheten, Vorläufers und Täufers Johannes doxologie

- Zur Vesper -

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Der du vom Höchsten berufen wardst )
Als beim Priesterdienst * der gotterfüllte Zacharias * sich im Innern des göttlichen Tempels befand * und die Bitten des Volkes * dem Wohltäter vortrug, dem Allbarmherzigen, * da erblickte er einen hochheiligen Engel, der sagte zu ihm: * Dein Gebet und deine Bitte * ward erhört. Sei getrost, o Greis, und misstraue mir nicht! * Denn einen Sohn wirst du haben, den göttlichen Vorläufer, * der überragt alle von Frauen Geborenen, * der da in der Kraft des Elias * soll vorauseilen Christus.
Du scheinst mir sonderbar * im Anblick und im Wesen, * auch sonderbar in deinen Worten und Offenbarungen. * So entgegnete Zacharias. * Denn ich kam, um des Volkes Heil zu erflehn, * nicht um, wie du vorgibst, einen Sohn zu erhalten. * Im Widerspruche finde ich dich * zu den Bitten und fürchte, * dass du nicht redest die Wahrheit. * Denn wie soll, was du sagst, sich erweisen * als zuverlässig? Denn Elisabet * ist unfruchtbar, und ich selber bin * wie du weißt, schon hochbetagt.
Warum glaubst du nicht * meinen Worten, Zacharias, * und sagst, ich brächte falsche Botschaft? * Ein Erzengel Gottes bin ich. * Was mir aufgetragen, sag ich, da ich bei dir stehe. * Doch da du nicht glaubtest und dich nicht ließest überzeugen, * wirst du stumm sein und ohne Sprache, * bis du schaust meiner Worte göttliche Erfüllung. * Wenn aber Elisabet dir hat geboren * den großen Vorläufer, die Stimme des Logos, * dann wird wieder dir gelöst die Zunge * und du wirst den Gott Israels preisen.
Ton 6. ( von Byzantios )
Ehre: Aus unfruchtbarem Mutterschoß * ist heute aufgesprossen * die Frucht des Gebetes, der Vorläufer Ioannes. * Juble, du Wüste, und tanze, du Menschheit! * Denn siehe, der Verkünder der Buße * beginnt Fleisch anzunehmen im Mutterleib. * Kommt, die ihr liebet das Fest, * wir wollen frohlocken * ob seiner gepriesenen Empfängnis. * Wir wollen im Reigen tanzen und rufen: * Der du bist größer * als alle von Frauen Geborenen, * lass nicht ab zu bitten * für jene, die ehren im Glauben * deine gotterfüllte Empfängnis, * auf dass wir finden Vergebung der Sünden * und das große Erbarmen.
Jetzt, Theotokion: Wer wird dich nicht selig preisen, * allheilige Jungfrau, * wer nicht besingen dein wehenloses Gebären? * Denn der zeitlos aus dem Vater hervorgestrahlt, * der einziggezeugte Sohn, * er selbst ging aus dir, der Reinen, hervor, * menschgeworden auf unsagbare Weise, * der da ist Gott der Natur nach * und der Natur nach Mensch geworden * um unsertwillen, * nicht getrennt in eine Zweiheit der Personen, * sondern kundgetan unvermischt in der Zweiheit der Naturen. * Ihn bitte, hehre Allseligste, * dass unsere Seelen Erbarmen finden.
Stichiren zur Stichovna
Ton 6. ( nach: Ganz und gar gesetzt )
Als eintrat der Priester * heilig ins Allerheiligste, * der Prophet und Heilige, da trat zu ihm, wie geschrieben steht, * der heilige Engel. * Der sprach ihn an und sagte: * Erhört ward deine Bitte. * Nun hat die Unfruchtbarkeit der Elisabet ein Ende. * Sie wird, o Greis, dir gebären * einen Sohn, den Vorläufer Ioannes, * den Leuchter der Sonne, * den Propheten des Höchsten, die Stimme des Logos, * der aufgeht aus der Jungfrau und Gottesmagd.
Und du, o Kind, * wirst Prophet des Höchsten heißen. (Lk 1,76)
Sag mir aufs klarste, * woran ich dies erkennen soll! * So erwiderte dem Engel der seligste Greis. * Denn wie du doch kannst sehen, * bin ich schon hochbetagt. * Elisabet ist unfruchtbar. * Die Natur übersteigt, was du mir sagst, und setzt mich in Erstaunen. * Nun beschleicht mich gar ein Argwohn, o Mensch, * dass du die Wahrheit gar nicht redest. * Heb dich hinweg, denn ich bitte * um das Heil des Volkes, nicht darum, zu erhalten * einen Sohn, was ein Unding doch wäre.
Ihm zu dienen in Frömmigkeit und Gerechtigkeit * vor seinem Angesichte all unsre Tage. (Lk 1,75)
Ein Erzengel Gottes * bin ich, des Allherrschers * mit Namen Gabriel. So sprach der Körperlose zum Greis. * Stumm sollst du dies bewahren * und Schweigen sollst du üben, * weil du misstraut hast meinen Worten. * Doch wenn deine Gattin geboren hat die Posaune des Logos, * dann wird der Geist dir wieder lösen * die Zunge, und laut wirst du dann rufen: * Ein Prophet des Höchsten * wirst du heißen, o Kind, und ihm bereiten * in Gnade die Pfade nach seinem Gefallen.
Ehre: Als Bote gingst du hervor, * o Täufer, aus unfruchtbarem Mutterschoß, * bewohntest von Kindheit an die Wüste * und erzeigtest dich als Siegel aller Propheten. * Denn ihn, den jene haben geschaut * auf vielerlei Weise * und rätselhaft vorherverkündet, * ihn zu taufen im Jordan * wurdest du gewürdigt. * Die Stimme des Vaters * vernahmest du vom Himmel her, * die bezeugte seine Sohnschaft. * Und den Geist sahest du in Gestalt einer Taube, * der die Stimme herabzog auf den Getauften. * Da du also größer bist als alle Propheten, * lass nicht ab zu bitten * für uns, die wir gläubig begehen * dein Gedächtnis.
Jetzt, Theotokion: Gottesgebärerin, * du bist der wahre Weinstock, * der hervorsprießen ließ die Frucht des Lebens. * Dich flehen wir an: Bitte, Gebieterin, * mit den Aposteln und allen Heiligen, * dass Erbarmen finden unsere Seelen.
Sedalen 1
Ton 5.
Elisabeth wird erlöst von der Unfruchtbarkeit, * die Jungfrau aber bleibt wieder Jungfrau, * da sie im Schoße empfangen * durch die Stimme Gariels. * Aber im Schoße hüpfet froh * der im jungfräulichen Schoße * vorhergekannt den Gebieter und Gott, der Vorläufer Johannes, * den Fleischgewordenen zu unserem Heil.
Freue dich, heiliger Gottesberg. * Freue dich, brennender und unverbrannter Busch. * Freue dich, der Welt einzige Brücke zu Gott, die uns Sterbliche hinüberführt * in das ewige Leben. * Freue dich, makellose Magd, * die du ohne Mann geboren * das Heil unserer Seelen.
nach 9. Ode
Die ehrwürdige Empfängnis des Vorläufers kündet voraus * den König, Der da kommet * zur Geburt aus der Jungfrau. * Er, die frucht aus Elisabeth, der unfruchtbaren Base * und des greisen Priesters Zacharias zumal. * Auf deren Fürbitten, * der Gottesgebärerin und Johannes Deines Täufers, o Herr, * rette barmherzig uns alle.
Jetzt, Theotokion: Befreit vom einstigen Fluch * durch dein göttliches Gebären, * Allheilige, * in Gnade und Freude * grüßen wir dich mit dem Gruß des Engels:* Freue dich, heilige Jungfrau, * Erlösung von Adam und Eva, * Freue dich, unsere Befreiung vom Tode * unsere Leiter zum Königtum der Himmel.
Stichiren zum Lob
Ton 1.
Es freut sich die Schöpfung ob deiner Empfängnis, * Vorläufer und Prophet, Täufer Johannes. * Deine gottgeweihte Frucht * weiset uns hin * auf die Geburt des Gebieters. * Deshalb auf Erden wir nach Kräften * einhellig dich rühmen.
Die Empfängnis der Unfruchtbaren * findet der Engel * als wunderbares Zeugnis, * das er Maria zur Beglaubigung geben konnte. * Darum denn auch wir * Elisabeth, die vorher kinderlos, * und ihren Gemahl Zacharias * froh verehren.
Die gottbergende Leuchte des anfanglosen Lichtes, * der Freund des Bräutigams, * der große Morgenstern, der vorausgeht der Sonne der Gerechtigkeit, * die lebendige Stimme des Wortes Gottes, * des Herren Erscheinen Vorläufer * wird nun empfangen bei der Stimme des Engels.
Ton 8.
Jetzt, Theotokion: Elisabeth empfängt den Vorläufer der Gnade, * die Jungfrau den Herren der Herrlichkeit. * Es grüßten einander * die beiden Mütter, * und das Kindlein hüpfte froh. * Im Innern ja kannte der Knecht den Gebieter. * Die Mutter des Vorläufers wunderte sich * und hob an zu sprechen: * Woher wird mir dieses, * dass die Mutter meines Herren kommt zu mir? * Sein verlorenes Volk rettet der Herr, * Dem eigen ist das große Erbarmen.

- Zur Liturgie -

Prokimenon zur Liturgie
Ton 7.
Frohgemut wird sein der Gerechte im Herrn, // und er wird hoffen auf ihn.
Vers: Erhöre, o Gott, meine Stimme, wenn ich zu dir flehe.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Galater
Gal 4,22-31 ( Stelle lesen: Gal 4,22-31 )
Alleluïa zur Liturgie
Ton 4.
Der› Gerechte wird blühen wie eine Palme, und wie eine Zeder auf dem Libanon wird er sich vermehren.
Vers: Gepflanzt im Hause des Herrn, werden sie aufblühen in den Höfen unseres Gottes.
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, war ein gewisser Priester mit Namen Zacharias, aus der Wochenschicht des Abia; und seine Frau war aus den Töchtern Aarons und ihr Name Elisabet. Beide aber waren gerecht vor den Augen Gottes, da sie in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig wandelten. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabet unfruchtbar war; und beide waren vorgerückt an Tagen. Es geschah aber, als er in der Ordnung seiner Wochenschicht den Priesterdienst vor Gott verrichtete, wurde er gemäß dem Brauch der Priesterschaft durch Los bestimmt, in den Tempel des Herrn zu gehen, um zu weihräuchern. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Weihrauchopfers. Es erschien ihm aber ein Engel des Herrn, der zur Rechten des Weihrauchaltares stand. Und Zacharias wurde aufgewühlt, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn. Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias; denn dein Gebet wurde erhört, und deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Johannes heißen. Und du wirst Freude und Frohlocken haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; und Wein und berauschendes Getränk wird er keineswegs trinken, und mit dem Heiligen Geist wird er erfüllt werden schon vom Schoße seiner Mutter an, und viele der Söhne Israëls wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden. Und er wird vor ihm vorangehen im Geist und in der Kraft des Elias, um die Herzen der Väter hinzuwenden zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist vorgerückt an Tagen. Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriël, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu dir zu reden und dir dies zu verkündigen. Und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschieht, dafür, dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche sich erfüllen werden zu ihrer Zeit. Und das Volk wartete auf Zacharias, und sie wunderten sich, dass er so lange Zeit im Tempel verweilte. Als er aber herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie erkannten, dass er im Tempel eine Erscheinung geschaut hatte. Und er winkte ihnen zu und blieb stumm. Und es geschah: Als die Tage seines Gottesdienstes erfüllt waren, ging er heim in sein Haus.
Nach diesen Tagen aber empfing Elisabet, seine Frau, und sie hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat mir der Herr getan in den Tagen, in denen er hergeschaut hat, um meine Schmach unter den Menschen hinwegzunehmen. (Lk 1, 5-25)*


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Die aufgeführten Texte wurden von: Erpriester Peter Plank, Pater Kilian Kirchhoff, Erzpriester Sergius Taurit und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
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