Orthodoxe Gottesdienste

Triodion. 2. Sonntag nach Ostern, von Antipas'ch. Sonntag.

Thomas-Sonntag

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1.
Menschenfreundlich erträgt es Christus, sich berühren zu lassen, wie auch vorher das Kreuz er getragen, den widerrechtlichen Tod, und nach drei Tagen stand er auf aus der Gruft, wo doch das Grab war versiegelt. Und bei verschlossenen Türen trat als Allgewaltiger vor die Jünger er hin.
Des Thomas Unglaube verbürgt des Wortes, des Gottmenschen welterrettende Auferstehung aus den Gründen des Hades, indem kühn er berührt mit seiner eifrigen Rechten das Mal der Hände und Füße, zum Erweis für die Welt.
Da in Furcht, die deinen Leiden entsprang, die Apostel versammelt sich hatten, o Wort, hinter verrammelten Türen, da plötzlich bist du in ihrer Mitte erschienen, schenkend den Frieden, zur Berührung darbietend dem Thomas deiner Seite heilige Wunden.
Als nach deiner Erweckung, o Herr, deine Jünger versammelt sich hatten hinter verrammelten Türen, bist du in ihrer Mitte erschienen, ihnen bietend den Frieden. Gläubig hat da auch Thomas, da er deine Hände sah, deine Seite, als Herrn und Gott dich bekannt. Menschenfreund, der die, welche auf ihn hoffen, errettet.
Stichiren zur Stichovna
Ton 2.
Mit reinen Lippen preist mit den Engeln in Hymnen. Sterbliche, den, der nach drei Tagen aus dem Grabe erstand und mit sich erweckte die Welt.
Deinen heiligen Aposteln, Retter, bist du erschienen bei verschlossenen Türen, durch sie erneuernd uns deinen göttlichen Geist.
Zwar schauen wir, Allkönig, jetzt mit Augen dich nicht, doch in der Liebe des Herzens glauben an dich wir als Gott und singen in Hymnen dir Preis.
Jetzt, Theotokion: Teil zu, Erlöser, Frieden deinem Volke, lass ihm die Schulden nach auf der allheiligen und einzigen Gottesgebärerin Bitten.
Ode 1
Kanon zu Antipascha, Ton 1.
Irmos: Ein Siegeslied lasset, Völker alle, jenem uns singen, der aus Pharaos bitterer Fron befreite Israel und in der Meerestiefe ihm voran zog unbenetzt. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der Frühling der Seelen ist heute, da Christus aus dem Grabe wie eine Sonne am dritten Tage aufstrahlte und unserer Sünde finstern Winter vertrieb. Ihn lasst uns besingen in Hymnen. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Fürstin der Stunden begleitet den lichtbringenden Tag, den Fürsten der Tage, mit lichtestem Glanze und erfreuet der Kirche erkorenes Volk, unaufhörlich Christus besingend in Hymnen, der von den Toten erstand.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Des Todes Tore, Christus, widerstanden dir nicht, noch die Siegel des Grabes, noch die Riegel der Türen. Nein, du bist erstanden, zu deinen Freunden tratest du hin, ihnen schenkend den Frieden, o Herr, der jeden Verstand überragt.
Ode 3
Irmos: Befestige mich, Christus, auf dem unerschütterlichen Felsen deiner Gebote und erleuchte mich mit dem Lichte deines Angesichts. Denn keiner ist heilig, Menschenfreund, außer dir.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Alt waren wir, du hast neu uns gemacht, wir waren verweslich, du hast uns unverweslich gemacht, Christus, durch dein Kreuz und befahlest, in der Neuheit des Lebens würdig zu wandeln.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Im Grabe umschlossen mit deinem Fleisch, dem umgrenzten, der du selbst unbegrenzt, o Christus, standest du auf. Und als verschlossen waren die Türen, tratest, Allgewaltiger, vor deine Jünger du hin.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deine Wunden, Christus, die du freiwillig auf dich nahmest für uns, tatest deinen Jüngern vorsorglich als Beweis deiner herrlichen Auferstehung du kund.
Ode 4
Irmos: Groß ist, Christus, deiner Heilsordnung Mysterium. Denn dieses schaute Habakuk prophetisch von ferne voraus: Du zogest aus, rief er dir zu, zu deines Volks Errettung, Menschenfreund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Galle hat er gekostet, heilend das Kosten von einst. Jetzt aber gibt Christus mit der Honigwabe dem Stammvater Anteil am Licht und an seiner süßen Gemeinschaft.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Du freuest dich, der du wirst erforscht. Darum, Menschenfreund, ermunterst du Thomas dazu und hältst ihm, der nicht glauben will, die Seite hin, Christus, deine Auferweckung nach drei Tagen verbürgend der Welt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Reichtum schöpfend aus dem unraubbaren Schatz deiner heiligen, von der Lanze durchstochenen Seite, gnädiger Herr, erfüllt Didymos mit Weisheit und Erkenntnis die Welt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deine Zunge, die allglückseligste, o Didymos, in Hymnen wird sie besungen. Denn als erste kündet fromm sie Jesus, den Spender des Lebens, den Gott und Herrn, ob der Berührung von der Gnade erfüllt.
Ode 5
Irmos: Aus der Nacht frühmorgens uns erhebend, besingen wir, o Christus, dich in Hymnen, dich, der gleich dem Vater ohne Anfang ist, den Retter unserer Seelen. Der Welt den Frieden schenke, Menschenfreund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Als zu den mutlosen Jüngern hintrat der Retter, verscheucht durch seine Gegenwart er alle Trauer und weckt sie auf, zu seiner Auferstehung zu tanzen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
O der wahrhaft gepriesenen, schauererregenden Handlung des Thomas. Denn kühn hat er die Seite berührt, die aufblitzte in göttlichem Feuer.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als des Glaubens Erzeuger hast du den Unglauben des Thomas gezeigt uns. Denn alles erkennst du in deiner Weisheit zum Heile voraus als Menschenfreund, Christus.
Ode 6
Irmos: Aus dem Hai hast, Menschenfreund, du den Propheten errettet. Auch mich führe heraus, bitte ich, aus dem Abgrund der Fehler.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Du hast nicht den Thomas verlassen, als er getauft ward, o Herr, indes Unglaubens Tiefe. Damit er prüfe, strecktest du aus deine Hände.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es sprach unser Retter: Wenn ihr berührt mich, so seht ihr, dass ich trage Fleisch und Gebein. Nicht bin ich ein anderer geworden.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es berührte Thomas die Seite und gläubig hat er erkannt, obwohl er nicht war zugegen, unser Erretter, bei deiner ersten Erscheinung.
Ode 7
Irmos: Dem Bilde zu dienen, als der Instrumente Klang die Völker zusammenrief, brachen die Knaben, nach der Väterweise singend ein Lied von den Liedern Sions, des Tyrannen widersprechende Lehre und verwandelten in Tau die Flamme, den Lobgesang anstimmend: Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der erste, der König der Tage ist dieser lichtbringende Tag. So ziemet es sich, dass juble an ihm das neue, heilige Volk. Denn zitternd trägt er auch der Ewigkeit Zeichen, da er vollendet die Woche der Zukunft. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Uns Wohltat erweisend in ungläubigem Glauben, ist allem Thomas, Didymos mutig und verscheuchet allen Enden der Erde in gläubigem Unglauben der Unkenntnis Nacht. Sich selber flicht er den Kranz, hell bekennend: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Nicht war es umsonst, dass Thomas zweifelnd nicht zustimmte deiner Erweckung. Nein, über allen Zweifel eilte er sie zu erweisen, Christus, allen Völkern. So führte durch Unglauben er alle zum Glauben, lehrte sie sprechen: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Furchtsam legte Thomas in deine lebenbringende Seite, o Christus, zitternd die Hand und fühlte, Erretter, der beiden Naturen doppelte Kraft, die ohne Vermischung vereint sind in dir, und gläubig rief er und sprach: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Ihn, der in der Feuersglut des brennenden Ofens bewahrte die Jünglinge und herniederstieg zu ihnen in Engelsgestalt, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Sich sehnend nach deinem erfreuenden Schauen, war Thomas ungläubig erst. Doch gewürdigt des Schauens, hat er den Gott und den Herrn dich, Gebieter, genannt. Dich erheben wir über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Ihn, der des Thomas Unglauben gefallen sich ließ und zeigte die Seite und von seiner Hand genau prüfen sie ließ, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in die Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deinen verborgenen Schatz, mit Schmucke beladen, hat er uns, Thomas, eröffnet. Denn Gott bekennend, sprichst du mit gottbegeisterter Zunge: Besinget Christus in Hymnen und erhebet ihn über alles in die Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Irmos: Dich, schimmernder Leuchter und Gottes Mutter, hellstrahlende Herrlichkeit, erhaben über alle Gebilde, in Hymnen erheben wir dich.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Deinem strahlenden und über alles herrlichen Tag, o Christus, der lichtvollen Gnade, in der du strahlend in Schönheit zu deinen Jüngern hintratst, sagen wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Dir, der berühren die Seite sich ließ von erdhafter Hand und nicht sie verbrannt hat in der Glut der stofflosen Gottesnatur, dir sagen in Hymnen wir Preis.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Dir, Christus, der als Gott aus dem Grabe erstand, den wir zwar mit Augen nicht schauen, an den aber mit der Liebe des Herzens wir glauben, sagen in Hymnen wir Preis.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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