Orthodoxe Gottesdienste

Triodion. Karwoche. Samstag.

Der Hl. und Große Samstag. Karsamstag

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1.
Alle Schöpfung ward verwandelt vor Furcht, / als sie dich, Christus, am Kreuze hängen sah. / Die Sonne ward verfinstert, / und die Grundfesten der Erde wurden erschüttert. / Das All litt mit dem, der das All erschaffen hat. / Der du freiwillig aus Liebe zu uns es auf dich genommen, // Herr, Ehre dir.
Ton 2.
Das gottlose und gesetzlose Volk, / wozu sinnet es Eitles? / Warum verurteilt es das Leben aller zum Tode? / Sehr muss man staunen, dass der Schöpfer der Welt / in die Hände der Sünder übergeben wird, / dass der Menschenfreund am Kreuz erhöht wird, / damit er die im Hades Gefesselten zur Freiheit führe, / sie, die da rufen: // Langmütiger Herr, Ehre dir.
Als heute die untadelige Jungfrau / am Kreuze dich erhöht schaute, o Wort, / da ward sie, klagend in ihrem Muttergemüte, / heftig im Herzen verwundet. / Und schmerzlich seufzend aus der Tiefe der Seele, / ward sie entkräftet durch Wehen, / die sich nicht bei ihrem Gebären erfahren. / Darum rief sie auch unter reichen Tränen klagend hinauf: / Wehe mir, göttliches Kind. / Wehe mir, Licht der Welt. / Warum entschwandest du meinen Augen, Gottes Lamm? / Darum wurden auch von Beben die Heere der Körperlosen ergriffen und riefen: // Unbegreiflicher Herr, Ehre dir.
Da dich, den Schöpfer und Gott aller, o Christus, / am Kreuze hängen sah, die dich jungfräulich geboren, / rief sie traurig: Mein Sohn, wohin entsank die Schönheit deiner Gestalt? / Ich ertrage es nicht, zu sehen, wie du ungerecht gekreuzigt wirst. / Eile denn, stehe auf, damit auch ich nach drei Tagen // deine Auferstehung von den Toten schaue.
Ton 6.
Heute tritt der Schöpfung Gebieter vor Pilatus. / Und der Schöpfer aller wird dem Kreuze preisgegeben. / Wie ein Lamm lässt er sich willig hinführen. / Mit Nägeln lässt er sich anheften, und seine Seite lässt er durchbohren. / Einen Schwamm reicht man dem, der Manna regnen ließ. / Und Backenstreiche empfängt der Erlöser der Welt. / Und der Bildner aller wird von seinen Knechten verspottet. / O, welch Menschenfreundlichkeit des Gebieters! / Für die Kreuziger rief er seinen Vater an und sprach: / Vergib ihnen diese Sünde. // Denn die Gesetzlosen wissen nicht, welches Unrecht sie tun.
Ehre: Wehe, wie konnte die gesetzlose Synagoge / den König der Schöpfung zum Tode verdammen, / ohne der Wohltaten zu achten? / Daran erinnernd verteidigte er sich, indem er zu ihnen sprach: / Mein Volk, was tat ich dir? / Habe ich nicht mit Wundern Judäa erfüllt? / Habe ich nicht durchs Wort die Toten auferweckt? / Nicht alle Schwäche und Krankheit geheilt? / Wie nun vergeltet ihr mir? / Wozu vergesset ihr meiner? / Zum Dank für meine Heilungen gabt ihr mir Schläge. / Zum Dank für das Leben tötet ihr mich. / Heftet ans Kreuz wie einen Verbrecher den, der euch Wohltat erwies, / wie einen Gesetzlosen den Gesetzgeber, / wie einen Verurteilten den, der aller König ist. // Langmütiger Herr, Ehre dir.
Jetzt, Theotokion: Ein furchtbares, unfassbares Geheimnis wird heute verübt und geschaut. / Der Unberührbare wird überwunden. / Gebunden der, der Adam vom Fluche befreit. / Der die Herzen und Nieren erforscht, wird ungerecht einem Verhör unterzogen. / Im Gewahrsam wird festgehalten, der den Abgrund schließt, / Vor Pilatus erscheint, vor dem mit Zittern erscheinen die Mächte der Himmel. / Der Schöpfer wird von der Hand des Geschöpfes geschlagen. / Zum Kreuzestod wird der Richter der Lebenden und Toten verdammt. / Dem Grab wird der Vernichter des Hades übergeben. / Der du alles aus Liebe erträgst / und alle vom Fluche erlöst, // geduldiger Herr, Ehre dir.
Parimien
Lesung aus dem Buch Exodus
Ex 33, 11-23 ( Stelle lesen: Ex 33, 11-23 )
Lesung aus dem Buch Hiob
Hiob 42, 12-20 ( Stelle lesen: Hiob 42, 12-20 )
Lesung aus der Prophetie von Jesaias
Jes 52, 13 - 54, 1 ( Stelle lesen: Jes 52, 13 - 54, 1 ( Stelle lesen: Jes 52, 13 bis Jes 54, 1 ) )
Stichiren zur Stichovna
Ton 2.
Als dich Joseph von Arimathäa / als Toten vom Kreuz herabgenommen hat, / dich, Christus, das Leben aller, / da hat er dir mit Balsam und mit Linnen gedient. / Liebe hat ihn gedrängt, mit Herz und Lippe / an deinen reinen Leib sich zu schmiegen. / Doch obwohl von Scheu verzagt, / rief er voll Freude zu dir herauf: // Ehre deiner Herablassung, o Menschenliebender.
Da du dich im neuen Grabe zum Heile aller bestatten ließest, / Du Erlöser aller, / da schaute dich der von allen verspottete Hades und erschrak. / Zersprengt wurden die Riegel, die Tore zermalmt. / Grüfte taten sich auf und Tote erstanden. / Da rief Adam dankbar und froh zu dir hinauf: // Ehre deiner Herablassung, o Menschenfreund.
Als du deinen Leib willig im Grabe einschließen ließest, / du, der als Gott von Natur ohne Grenzen und Schranken, / da hast du Christus, des Todes Kammer verriegelt / und alle Reiche des Hades beraubt. / Da hast du auch diesen Sabbat / deines göttlichen Ruhmes,/ deiner Herrlichkeit // und deines Glanzes gewürdigt.
Als dich die Mächte, Christus / als Verführer fälschlich von den Gesetzlosen angeklagt sahen, / da erstarrten sie ob deiner unsagbaren Langmut / und ob des Grabsteins, der von den Händen versiegelt wurde, / mit denen jene deine reine Seite mit einer Lanze durchbohrt. / Gleichwohl freuten sie sich über unsere Rettung / und riefen dir zu // Ehre deiner Herablassung, o Menschenfreund.
Ton 5.
Jetzt, Theotokion: Dich, der mit Licht wie mit einen Gewande sich umkleidet, / nahm Joseph gemeinsam mit Nikodemus vom Holz herab, / und da er den Leichnam nackt und unbestattet erblickte, / stimmte er mitleiderfüllt ein Trauerlied an, / und wehklagend sprach er: / Wehe mir, mein Christus / jüngst noch sah dich die Sonne am Kreuze hängen / und umgab sich mit Dunkel, / und es erbebte vor Schrecken die Erde, / und es zerriss der Vorhang des Tempels. / Doch siehe, nun erschaudere ich, / der um meinetwillen freiwillig den Tod auf sich nahm. / Wie sollte ich meine Dienste dir weihen, mein Gott? / Oder wie in Linnen dich hüllen? / Wie mit Händen berühren den schuldlosen Leib, / oder was für Lieder singen deinem Leiden, Erbarmer? / Ich preise deine Leiden, / singe Hymnen auch deinem Grabe/ samt deiner Auferstehung, jubelnd: // Herr Ehre dir.
Tropar
Ton 2.
Der edle Joseph nahm herab vom Holze deinen allreinen Leib, / umhüllte ihn mit reinem Linnen / und wohlriechenden Ölen // und bestattete ihn in einem neuen Grab.
Als Du hinabkamst zum Tode, Du unsterbliches Leben, / da hast Du den Hades getötet durch den Blitzstrahl der Gottheit. / Als Du aber auch die Verstorbenen aus der Unterwelt auferweckt hast, / da haben alle Mächte der Himmlischen gerufen: // Lebenspender, Christus unser Gott, Ehre Dir.
Jetzt, Theotokion: Den myrontragenden Frauen / rief der am Grabe stehende Engel zu: / Das Myron ziemet den Toten, // doch Christus erschien der Verwesung fremd.
Sedalen 1
Ton 1.
Mit reinem Linnen und mit heiligen Spezereien salbt Joseph den Leib, den heiligen, den er von Pilatus erbat, und legt ihn in ein neues Grab. Darum riefen in der Frühe die salbentragenden Frauen hinauf: Zeige uns, wie du verheißen, deine Auferstehung, о Christus.
Zeige uns, wie du verheißen, deine Auferstehung, о Christus.
Es entsetzten sich die Chöre der Engel, da sie den schauten, der da sitzt im Schoße des Vaters: Wie wird der Unsterbliche als Toter ins Grab gesenkt? Den die Heere der Engel umkreisen und mit den im Hades versammelten Toten preisen als Schöpfer und Herrn.
Ode 1
Kanon zum Karfreitag, Ton 6.
Irmos: Den, der einst unter den Meereswogen den verfolgenden Tyrannen begrub, haben der Geretteten Kinder unter der Erde begraben. Doch wir wollen wie die Jungfrauen dem Herrn singen. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne, einen Grabgesang will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet, durch den Tod den Tod und den Hades getötet.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Was über der Welt, was unter der Erde dich auf dem Throne hoch oben und drunten im Grab dich erkennt, mein Erlöser, wurde erschüttert bei deinem Tod. Denn über die Einsicht wardst du, Meister des Lebens, als Toter geschaut.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Mit deiner Herrlichkeit das All zu erfüllen, bist du herabgestiegen in die Tiefen der Erde. Denn vor dir blieb meine Adamsnatur nicht verborgen, und als Bestatteter, Menschenfreund, machst mich Verwesten du neu.
Ode 3
Irmos: Da dich, der mit gewaltiger Kraft die ganze Erde auf Gewässern schweben lässt, die Schöpfung auf der Schädelstätte hangen sah, da ward sie vor Schrecken erschüttert und rief: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Deines Grabs Symbole ließest du sehen, die Sehersprüche erfüllend, deine Geheimnisse hast du jetzt als Gottmensch auch denen enthüllt, Herr, die da riefen im Hades: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausgespannt hast du die Hände und vereint hast du, was früher entzweit. O Heiland, im Kleid aus Linnen, im Grabkleid hast du die Gefangenen befreit, die da riefen: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Willig ließest du dich, Unbegrenzter, in Grabesenge verriegeln, versiegeln. Denn durch deine Kräfte tatest du göttlich deine Macht denen kund, die sangen: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Sedalen des Kanons
Ton 1.
Die Soldaten, die dein Grab, о Heiland, bewachten, stürzten tot hin beim Glanze des Engels, der ihnen erschien und den Frauen die Auferstehung kundtat. Wir preisen dich, der den Tod überwand, vor dir sinken wir nieder, der aus dem Grabe erstand, vor dir, unserem einzigen Gott.
Jetzt, Theotokion: Die Soldaten, die dein Grab, о Heiland, bewachten, stürzten tot hin beim Glanze des Engels, der ihnen erschien und den Frauen die Auferstehung kundtat. Wir preisen dich, der den Tod überwand, vor dir sinken wir nieder, der aus dem Grabe erstand, vor dir, unserem einzigen Gott.
Ode 4
Irmos: Da Habakuk deine heilige Selbstentäußerung am Kreuze voraussah, erstaunte und rief er: Zerschmettert, o Guter, hast du die Macht der Herrscher, Allmächtiger, unter den Hadesbewohnern hast du geweilt.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Den siebenten Tag hast du heute geheiligt, den du einst durch Ausruhen von den Werken gesegnet. Denn du veränderst alles, machst es neu, da du feierst den Sabbat, mein Heiland, und ruhest nun aus.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit des Stärkeren Kraft hattest du völlig gesiegt, als deine Seele vom Fleische getrennt war. Denn beide zerreißen die Fesseln des Todes und des Hades, Gottes Wort, durch deine Kraft.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als der Hades, Gottes Wort, dir gegenübertrat, erbitterte es ihn, einen Sterblichen vergottet zu sehen, ganz mit Striemen bedeckt und doch von allmächtiger Kraft: in Zwiespalt versetzte ihn das Erschreckende solcher Gestalt.
Ode 5
Irmos: Dein liebreiches Erscheinen bei uns, Christus, o Gott, hat Isaias geschaut als Licht ohne Abend. Und aus der Nacht am frühen Morgen erwachend, hat er gerufen: Es werden auferstehen die Toten und auferweckt, die in den Grüften ruhen, und alle, die auf der Erde wohnen, werden frohlocken.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Du machst neu die Erdgeborenen, Bildner, indem du den Namen eines Irdischen nahmst. Und Linnen und Grab zeigen an, o Wort, das Geheimnis in dir. Denn der vornehme Ratsherr stellt dar den Rat dessen, der dich gezeugt und uns in dir gar herrlich erneuert.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Durch den Tod veränderst du das Sterbliche, durch das Grab das Verderbliche. Denn unverweslich machst du auf herrlichste Weise, machst unsterblich die Natur, die du annahmst. Denn dein Fleisch kennt keine Verwesung. Herr, nicht blieb deine Seele allein im Hades zurück.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Aus der Jungfrau wardst du geboren, mein Bildner, und ließest von einer Lanze die Seite durchbohren. Zum neuen Adam geworden, wunderbar schlafend den lebensspendenden Schlaf, hast du aus ihr die Neubildung Evas vollbracht. Und als Allgewaltiger hast du Leben geweckt aus dem Schlaf und dem Fleisch.
Ode 6
Irmos: Gefangengehalten, doch nicht festgehalten ward Jonas im Bauche des Hais. Denn dein Bild darstellend, der du littest und dem Grabe übergeben wurdest, sprang er wie aus einem Gemache aus dem Tiere hervor und sagte zur Wache: Ihr Wächter, vergeblich und eitel hieltet ihr in euch das Erbarmen zurück.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Erhöht ward dein Leib, den du annahmst, doch nicht getrennt von dir, Wort. Denn ward auch dein Tempel in der Zeit des Leidens vernichtet, so war doch auch so die Gottheit und dein Leib verbunden in einer Person. Denn in beiden bist du als Sohn, als der Eine, Wort Gottes, Gott und Mensch.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Menschenmörderin, nicht Gottesmörderin ward Adams Sünde. Denn wenn auch die Staubnatur deines Fleisches gelitten, ist doch die Gottheit leidlos geblieben. Was sterblich an dir, hast du umgestaltet zur Unsterblichkeit und in der Auferstehung des unsterblichen Lebens Quelle gezeigt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es herrscht, doch nicht ewig, der Hades über der Sterblichen Art. Denn da du im Grab lagst, Gewaltiger, hast du mit lebenbringender Hand des Todes Tore gesprengt und denen, die von jeher dort schliefen, untrügliche Erlösung verkündet, o Heiland, als Erstgeborener unter den Toten.
Kondak
Ton 6.
Der die Tiefe verriegelt, wird als Toter erblickt und, eingewickelt in Balsam und Linnen, wird wie ein Sterblicher der Unsterbliche dem Grab übergeben. Und Frauen kamen, ihn zu salben, bitterlich weinend und rufend: Dies ist der Sabbat, der hochgesegnete, an dem Christus, vom Schlafe erwachend, am dritten Tage wird auferstehen.
Ikos
Der das All erhält, ward am Kreuze erhöht. Und die ganze Schöpfung weint, da sie nackend ihn schaut, hangend am Kreuz. Es verhüllte die Sonne die Strahlen. Es verloren die Sterne ihr Licht. Und die Erde bebte in gewaltigem Schrecken. Es floh das Meer, und es barsten die Felsen. Viele Grüfte öffneten sich, und auferweckt wurden die Leiber heiliger Männer. Der Hades in der Tiefe stöhnt, und die Juden erwägen, Christi Auferstehung zu leugnen. Doch es rufen die Frauen: Dies ist der Sabbat, der hochgesegnete, an dem Christus, vom Schlafe erwachend, am dritten Tage wird auferstehen.
Synaxarion
Umsonst bewahrt die Wache das Grab. Die Gruft vermag nicht zu halten den, der selbst das Leben ist.
An diesem Heiligen und Großen Samstag feiern wir das Begraben sein unseres Herren und Gottes und Erlösers Jesu Christi und sein Hinabsteigen in die Hölle. Durch beides wurde unser Menschengeschlecht wiedergerufen, und wir gingen ein in das ewige Leben.
Über alle Tage des Jahres ist die Heilige vierzigtägige Fastenzeit erhaben, über diese erhebt sich die Heilige Karwoche, deren größter Tag aber dieser Samstag ist. Groß ist die Karwoche nicht, weil ihre Tage und Stunden länger wären, sondern weil große, überirdische und über alles erhabene Wunder unseres Erlösers sich in ihr vollzogen. Dieses gilt in besonderem Maße für den heutigen Tag. Gott erschuf die Welt und hat alles gemacht. Mit gebieterischer Kraft bildete er am sechsten Tage den Menschen. Am siebenten Tage ruhte Gott von seinen Taten aus und heiligte diesen Tag. Er nannte ihn Sabbat, den Tag der Ruhe. Nachdem der Herr alles in Weisheit vollbracht hatte, erneuerte er wiederum am sechsten Tage die der Verwesung anheimgefallene menschliche Natur durch sein lebenspendendes Kreuz und seinen Tod.
Am siebenten Tag ruhte der Erlöser aus und schlief den lebensnotwendigen und befreienden Schlaf, zur Ruhe aller gewaltigen Taten. Mit seinem Leib sinkt das göttliche Wort in das Grab und steigt mit seiner Seele in die Hölle. Die Seele trennte sich im Tode vom Körper, und sie hatte der Herr in die Hände des Vaters gelegt. Ihm hatte er sein Blut dargebracht. Die Hölle vermochte nicht die Seele des Herren zu halten, wie die Seelen der Heiligen, denn auf ihr lag nicht der Fluch, der unsere Ahnen traf. Vom uns erlösenden Blut kostete der Feind, der Teufel, nicht, denn er wollte nicht nur etwas von Gott, er wollte ihn ganz gefangen nehmen. Im Körper ganz und als Gott nahm unser Herr, Jesus Christus, Wohnung im Grabe, denn ganz hatte er sich unserem Sein geeint. Mit dem Räuber war er im Paradies und mit seiner göttlichen Seele in der Hölle. So lehrt uns die Kirche, über alle Natur erhaben blieb er bei seinem Vater und thront gleichseiend mit dem Geiste, denn er ist der allgegenwärtige und unfassbare Gott. In seiner Gottheit litt er weder am Kreuz noch im Grabe. Der Körper des Herren erlebte die Trennung der Seele vom Leibe, doch aller Verwesung erwies sich sein Körper fremd.
Joseph nahm den ehrwürdigen Leib vom Kreuze und begrub ihn in einem neuen Grab. Dieses verschloss er im Garten, nahe bei den Juden, mit einem großen Stein. Des anderen Tages kamen die Juden zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben bedacht, dass dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Wir meinen, dass du in deiner Macht befehlen solltest den Kriegsknechten, beim Grabe zu wachen. Pilatus antwortete ihnen: Wenn er, wie ihr sagt, ein Verführer nur war, was bekümmern euch seine Worte. Einst lebte er. Nun ist er, wie bekundet wird, gestorben. Wann sprach er: Ich werde auferstehen? Vielleicht hatte Johannes den Hinweis gegeben: Wenn das Grab bewacht wird, so kann der Leichnam nicht gestohlen werden. Wie unverständig waren die Juden, denn das, was sie taten, vermochten sie nicht zu begreifen. So befahl Pilatus, dass Krieger das Grab versiegeln und streng bewachen sollen, auf dass nicht Fremde betrügerisch die Auferstehung behaupten könnten.
Die Hölle war erstaunt und verlor allen Halt, denn sie begegnete der gewaltigsten Kraft. So gab sie zurück den vor kurzer Zeit ungerecht Verschlungenen, Christus, den sicheren Eckstein, der sich allen von Urzeit her Gefangenen zur Nahrung gab. Amen.
Ode 7
Irmos: Ein unsagbares Wunder. Der im Feuerofen die heiligen Jünglinge vor der Flamme gerettet, wird tot, ohne Odem, in die Gruft gelegt zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Hades ist im Herzen verwundet, da er den aufnahm, dessen Seite von einer Lanze verwundet war. Und von göttlichem Feuer verzehrt, stöhnt er zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Grab, voll des Segens. Denn da es den Schöpfer wie einen Schlafenden aufnahm, ward es zum göttlichen Schatze des Lebens zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Nach dem Gesetze der Sterblichen erhält der, der aller Leben ist, die Ruhe im Grab. Als der Auferstehung Quelle zeigt man ihn zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Eine war die untrennbare Gottheit Christi im Hades, im Grab und in Eden mit dem Vater und Geist zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Erzittere, entsetze dich, Himmel. Und wanken sollen die Grundfesten der Erde. Denn siehe: unter die Toten wird gezählt, der in den Höhen sein Zelt hat, und in engem Grabe wird er beherbergt. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Vernichtet ist der heilige Tempel, das gefallene Zelt aber richtet er auf. Denn der zweite Adam, der da wohnt in den Höhen, ist zu dem ersten bis zu den Kammern des Hades hinuntergestiegen. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Aus ist es mit dem Mute der Jünger. Doch Joseph von Arimathaia tut sich hervor. Denn da er tot schaut und nackt den, der da Gott ist über alle, bittet er ihn los, besorgt ihn und ruft: Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
O, der ungeahnten Wunder. O, der Güte. O, der unsagbaren Geduld. Denn willig lässt sich im Schoße der Erde versiegeln, der wohnt in den Höhen, den man als Gottbetrüger verlästert. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk erhebe ihn in die Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ausruf zu "Hochpreise"
Wehklage mir nicht, Mutter.
Ode 9
Irmos: Wehklage mir nicht, Mutter, die du im Grabe den Sohn schaust, den du jungfräulich empfangen im Schoß. Denn ich werde auferstehen und werde verherrlichet werden. Und in Herrlichkeit ohne Ende werde als Gott ich jene erhöhen, die im Glauben, die in Liebe dich preisen.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Bei deiner wunderbaren Geburt entging ich den Wehen und ward in Wundern selig gepriesen, Sohn ohne Anfang. Nun aber schaue ich dich, mein Gott, tot, ohne Odem, und furchtbar werde ich vom Schwerte der Schmerzen zerrissen. Doch, damit ich verherrlicht werde, erstehe.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es birgt mich die Erde, und ich lasse es mir willig gefallen. Doch es erbeben die Wächter des Hades, da sie mich bekleidet sehen mit dem Blutgewande der Rache, o Mutter. Denn am Kreuz habe ich als Gott die Feinde getötet. Erstehen werde ich wieder, und ich verherrliche dich.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es soll frohlocken die Schöpfung, alle Erdgeborenen jauchzen. Denn Hades, der Feind, ist der Rüstung beraubt. Mit Salben sollen die Frauen zu mir kommen. Adam kaufe ich los und Eva und ihr ganzes Geschlecht, und ich werde am dritten Tage erstehen.
Stichiren zum Lob
Ton 2.
Heute umschließt den ein Grab, der mit seiner Hand die Schöpfung umschließt. Ein Stein bedeckt den, der mit Herrlichkeit bedecket die Himmel. Es schlummert das Leben, und der Hades erbebt, und Adam wird von den Fesseln befreit. Ehre sei deinem Heilsplan, durch den du alles vollendet hast, als Gott uns die ewige Sabbatruhe geschenkt hast durch deine allheilige Auferstehung von den Toten.
Was für ein Schauspiel siehet man jetzt? Was bedeutet die gegenwärtige Ruhe? Der König der Äonen hat seinen Heilsplan durch seine Leiden vollendet, feiert den Sabbat im Grab, uns eine neue Sabbatruhe gewährend. Zu ihm lasset uns rufen: Stehe auf, о Gott, richte die Erde. Denn du herrschest in die Äonen, der du ohne Maß bist in deinem großen Erbarmen.
Kommt her, lasst uns unser Leben schauen, das im Grab liegt, um Leben zu geben denen, die in den Gräbern ruhen. Kommt her, lasst uns heute zu unserem Gott aus Juda, dem schlafenden, rufen mit dem Propheten: Zur Ruhe hast du dich gelegt, liegst da wie ein Löwe. Wer wird, König, dich wecken? Wohlan, stehe auf aus eigener Kraft, der du für uns in den Tod dich gabst. Herr, Ehre sei dir.
Ton 6.
Es erbat sich Joseph Jesu Leichnam und legte ihn in sein neues Grab. Denn er musste aus dem Grabe hervorgehen wie aus dem Schoße der Mutter. Der du die Herrschaft des Todes zerbrochen und den Menschen die Tore des Paradieses auftatest, Ehre sei dir.
Ehre: Den heutigen Tag hat der große Moses mystisch vorher entworfen im Bild, da er sprach: Und es segnete Gott den siebenten Tag. Denn dieser ist der gesegnete Sabbat. Es ist der Tag der Ruhe, an dem ausruhte von all seinen Werken Gottes eingeborenen Sohn: ob des Heilsplans um seinen Tod ruhte er aus im Fleische und ward wiederum, was er war. Durch die Auferstehung schenkte er uns das ewige Leben, denn er allein ist gütig und menschenfreundlich.
Ton 2.
Jetzt, Theotokion: Hochgepriesen bist du, Gottesgebärerin, Jungfrau. / Denn durch ihn, der aus dir ist Fleisch geworden, / wurde gefangen der Hades und Adam zurückgerufen, / der Fluch entkräftet und Eva befreit, / der Tod getötet und wir lebendig gemacht. / Deshalb lasst und Hymnen singen und rufen: / Gepriesen bist Du, Christus, unser Gott, // dem es so hat gefallen, Ehre sei dir!


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Pater Kilian Kirchhoff.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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