Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 11. Juli

Gedächtnis an das Wunder auf dem Vierten Ökumenischen Konzil in Chalcedon durch die Reliquien der Großmärtyrerin Euphemia, der Vielgelobten

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 8. ( nach: O des unfassbaren Wunders )
O des unfassbaren Wunders! * Das Lamm des Herren, * das dessen freiwilliges Sterben * hat nachgeahmt durch die Qualen des Kampfes, * lässt einen Blutstrom, liegend im Grabe, * hervorquellen durch die Kraft des Geistes. * Da wir davon schöpfen zur Reinigung der Seelen, * bringen wir dar dem Gott über alles * den Lobpreis zu jeder Zeit.
Wahrlich allgerühmte Martyrerin, * den Angriffen der wilden Tiere * tatest du Einhalt wie vormals Daniel, * stelltest dich kühn dem Feuer durch Gnade * und nahmest auf dich jede andere Folter, * so dass du erlangtest den unverwelklichen Kranz des Sieges * und aufstiegst zu ihm, dem galt dein Sehnen * in höchster Freude; darum wir dich ehren * und selig dich preisen.
Die Versammlung der gotterfüllten Väter * legte nieder dir zu Häupten * die entscheidende Darlegung des Glaubens. * Diese umfingst du, Allbesungene, und nahmst in Schutz * den göttlichen und unerschütterlichen Glauben, * zeigtest deine Abneigung gegen alle falsche Lehre * und versetztest so in Scham die Verteidiger des Truges. * Darum, Gepriesene, wir dich ehren * und selig dich preisen.
Ton 4. ( nach: Als Edlen unter den Martyrern )
Da den Schrein deiner Reliquien * wir erblicken, du Allgerühmte, * so schöpfen wir unerschöpfliche Kraft und Stärke, * werden erleuchtet in der Seele * und erhellt im Sinne, * da wir geistig werden gereinigt durch die Strahlen des Geistes * durch deine heiligen Vermittlungen, Evphemia. * Darum rühmen wir in Liebe * deine heilige Festesfeier.
Dem Feuer unterzogest du dich, * wurdest vorgeworfen den Tieren, * in die Grube, hehre Jungfrau, gestoßen * und vor die Räder gelegt, * wovon dich befreite * der Schöpfer von allem, der jenen, der dies für dich ersonnen, * zuschanden machte und dich verherrlichte, Martyrerin Evphemia, * die du den einen Christus * hast verkündet in den beiden Naturen.
Den Evtychís und den Dióskoros * und ihre Gesinnungsgenossen, * die Kopflosen und die unverbesserlichen Toren, * hast du endgültig beschämt, * Evphemia, du Hehre, * und hast Christus verkündet, der ist zweifach * in den Willen und in den Energien, * der Person nach aber einer, * wie die Väter es haben erklärt.
Ton 6.
Ehre: Zur Rechten des Erretters * tritt heran die Jungfrau, die siegreiche Martyrerin, * angetan mit Unbesiegbarkeit durch die Tugenden, * geschmückt durch das Öl der Reinheit * und durch das Blut des Kampfes. * Und sie ruft ihm zu * in Jubel, die Lampe in Händen: * Dem Duft deiner Narde nach bin ich gelaufen, Christus Gott, * denn verwundet bin ich durch deine Liebe. * O entferne mich nicht, himmlischer Bräutigam! * Auf ihre Bitten sende uns hernieder, * allmächtiger Erretter, deine Erbarmungen.
Jetzt, Theotokion: Wer wird dich nicht selig preisen, * allheilige Jungfrau, * wer nicht besingen dein gattenloses Gebären? * Denn der zeitlos aus dem Vater hervorgestrahlt, * der einziggezeugte Sohn, * er selbst ging aus dir, der Reinen, hervor, * menschgeworden auf unsagbare Weise, * der da ist Gott der Natur nach * und der Natur nach Mensch geworden * um unsertwillen, * nicht getrennt in eine Zweiheit der Personen, * sondern kundgetan unvermischt in der Zweiheit der Naturen. * Ihn bitte, hehre Allseligste, * dass unsere Seelen Erbarmen finden.
Parimien
Lesung aus der Prophetie von Jesaias
So spricht der Herr: All die Völker versammeln sich, und es werden versammelt werden die Fürsten aus ihnen. Wer wird dies bei ihnen vermelden? Oder die Dinge von Anfang an, wer wird sie euch zu Gehör bringen; sie sollen herbeibringen ihre Zeugen und sie sollen gerechtfertigt werden. Sie sollen hören und sagen, was wahr ist. Ihr sollt mir Zeugen werden, und ich, Gott, der Herr, bin Zeuge, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt, dass ich bin. Vor mir war kein anderer Gott und nach mir wird keiner sein. Ich bin Gott, und keiner ist der Rettende außer mir. Ich habe angekündigt, und ich habe gerettet. Ich habe gescholten, und es war kein fremder Gott mehr bei euch. Ihr seid meine Zeugen, und ich bin Zeuge, spricht Gott, der Herr. Schon von jeher bin ich, und es gibt keinen, der meinen Händen entrissen wird. Ich werde es tun, und wer könnte es rückgängig machen? So spricht Gott, der Herr, der uns erlöst, der Heilige Israels. (Jes 43, 9-14)
Lesung aus dem Buch der Weisheit Salomos
Die Gerechten leben ewig, ihr Lohn ist bei dem Herrn, und die Sorge für sie bei dem Allerhöchsten. Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit empfangen und eine Krone der Schönheit aus der Hand des Herrn; denn mit seiner Rechten wird er sie schirmen, und mit seinem heiligen Arme sie verteidigen. Sein Eifer wird Waffenrüstung anlegen, und alle Geschöpfe zur Rache wider seine Feinde waffnen. Gerechtigkeit wird er als Harnisch anlegen, und untrügliches Gericht als Helm nehmen. Die Billigkeit wird er als unüberwindlichen Schild ergreifen, seinen unerbittlichen Zorn zum Speere schärfen, und mit ihm wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten. Wohlgerichtete Blitzespfeile werden wie aus einem wohlgewölbten Bogen aus den Wolken zum Verderben ausfahren und sicher ihr Ziel treffen. Aus grimmiger Steinschleuder wird dichter Hagel geschleudert werden; des Meeres Gewässer werden wider sie wüten, und die Ströme werden sie unerbittlich überschütten. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben, und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen, und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen.
Besser ist Weisheit als Kraft; und ein kluger Mann besser als ein starker. Höret also, ihr Könige! Und nehmet Einsicht an: lernet, ihr Richter der Erde weitum! Vernehmet es, ihr, die ihr der Völker Menge beherrschet, und euren Stolz setzet in die Scharen der Nationen: denn von dem Herrn ward auch die Herrschaft verliehen und die Gewalt vom Allerhöchsten. (Weish 3, 1-9)
Lesung aus dem Buch der Weisheit Salomos
Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie eine Flocke, die vom Winde weggeführt wird, und wie leichter Schaum, der vom Sturm zerstreut wird, und wie die Erinnerung an einen vorübergehenden eintägigen Gast. Die Gerechten jedoch leben ewig, ihr Lohn ist bei dem Herrn und die Sorge für sie bei dem Allerhöchsten. Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit empfangen und eine Krone der Schönheit aus der Hand des Herrn, denn mit seiner Rechten wird er sie schirmen und mit seinem heiligen Arme sie verteidigen. Sein Eifer wird Waffenrüstung anlegen und alle Geschöpfe zur Rache wider seine Feinde waffnen. Gerechtigkeit wird er als Harnisch anlegen und untrügliches Gericht als Helm nehmen. Die Billigkeit wird er als unüberwindlichen Schild ergreifen, seinen unerbittlichen Zorn zum Speere schärfen und mit ihm wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten. Wohlgerichtete Blitzespfeile werden wie aus einem wohlgewölbten Bogen aus den Wolken zum Verderben ausfahren und sicher ihr Ziel treffen. Aus grimmiger Steinschleuder wird dichter Hagel geschleudert werden, des Meeres Gewässer werden wider sie wüten und die Ströme werden sie unerbittlich überschütten. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen. Besser ist Weisheit als Kraft und ein kluger Mann besser als ein starker. Höret also, ihr Könige! Und nehmet Einsicht an, lernet ihr Richter der Erde weitum! Vernehmet es, ihr, die ihr der Völker Menge beherrschet und euren Stolz setzet in die Scharen der Nationen. (Weish 5, 15 - 6, 3)
Stichiren zur Litia
Ton 1. ( Idiomela )
Kommet, all ihr Gläubigen, * das Jahresgedächtnis der allgerühmten Evphemia * wollen in Lobliedern wir besingen mit den Worten: * Sei gegrüßt, du siegreiche Kämpferin und Martyrerin, * die du hast vernichtet die Grausamkeiten der Tyrannen * und widerlegt den Unverstand der Irrgläubigen. * Sei gegrüßt, du schönster Spross Chalkedons * und unerschütterlicher Halt der Orthodoxen. * Sei gegrüßt, die du die Blüte des Leibes * um Christi, deines Bräutigams, willen * durch die Foltern ließest zermalmen, * in der Seele aber aufleuchtetest durch die Strahlen des Geistes. * Sei gegrüßt, die du bittest allezeit * für jene, die voll Glauben und Liebe * begehen dein Gedächtnis.
Ton 2.
O des unfassbaren Wunders! * Als ob sie lebte, hielt die Martyrerin, * die doch als Tote lag im Grabmal, * unsern Tomos in ihren teuren Händen. * Den der Irrlehrer aber trat sie mit Füßen. * Mit Verachtung strafte sie Übelsinn und Lästerung * und bestärkte die wahre und lautere Haltung der Gläubigen, * die Christus der Person nach als den Einen verkünden, * doch als Zweifachen nach Natur und Willen. * O Christus Gott, auf ihre Bitten * schenke Frieden deinen Kirchen * und unsern Seelen das große Erbarmen.
Ton 3.
Die Mühen, o Martyrerin, des Kampfes und des Glaubens, * die du erlitten hast für Christus * in der schwachen Natur des weiblichen Geschlechtes, * wer kann sie erzählen in trefflicher Weise? * Oder wer mag aussprechen die Vorzüge deiner Tugenden * und die Fülle deiner Wunder, Evphemia, Allgepriesene, * wie auch die Festigkeit der wahren Lehren * und die Beständigkeit des rechten Glaubens? * Darum verbürgst du dich als Eiferin für den Glauben, * dessen Fassung herrührt von den gotterfüllten Vätern * und bewahrst sie ganz und gar ohne Verfälschung * und bittest für unsere Seelen.
Ton 4.
Da wir schauen das Martyrerfest, * wie es heute auf Erden wird begangen, * wollen im Geiste wir uns freuen und hüpfen voll Jubel. * Denn zusammen hat uns gerufen * Evphemia, die Erhabene, * durch den heiligen und guten Hirten der Kirche. * Sie bietet uns sich selber dar * und gestattet einem jeden, * sich von der Heilung zu nehmen. * So lasst uns denn herzutreten im Glauben * ohne Argwohn in lauterer Gesinnung, * um aus dem heiligen Schrein zu schöpfen * in reichem Maße der Krankheiten Heilung * und dabei erflehen * von Christus Gott Vergebung * und das große Erbarmen.
Ton 5.
Ehre: Heute ruft uns zusammen zum geistlichen Gastmahl * die fleckenlose Braut des himmlischen Königs, * Evphemia, die Allerhabene. * So kommet, ihr Festesfreunde alle, * wir wollen mystisch uns freuen * bei ihrem allerhabenen und glänzenden Bankette, * gereinigten Sinnes und im Schmucke * der strahlenden Gewänder des göttlichen Geistes. * Denn als reine Taube dem Sohne angetraut * in der Schöne der Jungfräulichkeit * hat sie ganz Wohnung in sich gegeben * der heiligen Dreiheit, dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geiste, der einen Gottheit, * nach der in Liebe suchend sie hat glänzend gekämpft. * Darum herrscht sie auch mit ihr auf ewig * in den Gezelten des Himmels.
Jetzt, Theotokion: Wir preisen dich selig, Gottesgebärerin Jungfrau, * und rühmen dich nach Gebühr, wir Gläubigen, * als Stadt, die nicht ist zu erschüttern, * als Mauer, die niemand kann niederreißen, * als Beistand, der nicht ist zu brechen, * und als Zuflucht unserer Seelen.
Stichiren zur Stichovna
Ton 2. ( nach: Als vom Holze )
Kommt, ihr Brüder, wir wollen uns reinigen * an Lippen, Seelen und Herzen * und schöpfen von dem unerschöpflichen Reichtum, * der hervorquillt unentgeltlich * aus dem heiligen Grabmal der Allgerühmten, * die mitten daliegt offen vor aller Augen. * Sie nun lasst uns selig preisen in Liebe * und sie rühmen im Glauben, wenn wir uns an sie wenden * mit gotterfüllten Lobgesängen.
Geduldig harrte ich auf den Herrn, und er kehrte sich mir zu * und er erhörte mein Flehen.
Du standest tapfer vor den Richterstühlen * der ruchlosen Tyrannen * wie ein Amboss unbezwingbar durch Schläge, * Martyrerin, hehre Jungfrau, die du kündest, * dass Christus ist Gott vollkommen * und Fleisch hat angenommen in zwei Naturen und Willen. * Darum warfest du dir zu Füßen * den Tomos der Irrlehrer voll Eifer. * Doch den unsern hieltest du in Händen.
Auf den Felsen stellte er meine Füße * und er leitet meine Schritte.
Evphemia, Martyrerin Christi, * wir alle rühmen im Glauben * und preisen selig in Liedern und Gesängen * deine erhabene Festesfeier, * da wir zusammen sind gekommen, * die uns nunmehr versammelt hat unser Hirte. * Ihn behüte, beschütze und bewahre, * uns aber erlöse aus allem Verderben * durch deine Bitten, Allgerühmte.
Ton 6.
Ehre: Aufgeblüht durch die Tugenden * und erleuchtet im Verstande * hast du Balsam hervorquellen lassen in den Herzen der Gläubigen, * die du bist aufgegangen * aus dem Morgenlande * wie ein leuchtender Stern * und hast eine Versammlung * der gotterfüllten Väter zustandegebracht * durch die Heimsuchung des Heiligen Geistes. * So lass nicht ab, allgepriesene Evphemia, * für uns beim Herrn zu bitten, * dass Errettung finden unsere Seelen.
Jetzt, Theotokion: Gottesgebärerin, * du bist der wahre Weinstock, * der hervorsprießen ließ die Frucht des Lebens. * Dich flehen wir an: Bitte, Gebietern, * mit den Aposteln und allen Heiligen, * dass Erbarmen finden unsere Seelen.
Tropar
Ton 3.
Den Orthodoxen hast du große Freude bereitet, * den Falschgläubigen aber Schande, * Evphemia, du schöne Jungfrau Christi. * Denn bestätigt hast du, was die Väter * der vierten Synode hatten gelehrt auf rechte Weise. * Gepriesene Martyrerin, bitte Christus Gott, * dass uns geschenkt werde das große Erbarmen.
Jetzt, Theotokion: Dich, die da vermittelt das Heil unseres Geschlechtes * besingen wir, Gottesgebärerin Jungfrau. * Denn im Fleische, das er aus dir angenommen, * unterzog sich dein Sohn und unser Gott * durch das Kreuz dem Leiden * und erlöste uns aus dem Verderben * als der Menschenliebende.
Kondak
Ton 6. ( nach: Nachdem du die Heilsordnung für uns )
Die Mühen im Kampf, die Mühen im Glauben / hast du glühend für deinen Bräutigam Christus entrichtet. / Doch auch jetzt erbitte durch die Gottesgebärerin, / dass wie die Häresien, so auch das Schnauben der Feinde / unter die Füße der Frommen unterworfen werde, / die du die Definition von sechshundertdreißig gotttragenden Vätern angenommen hast // und bewahrst, o Allgerühmte.
Synaxarion
Die hl. Jungfrau Evphemia erlitt das Martyrium zur Zeit der diokletianischen Verfolgung der Kirche am 16. September des Jahres 303 zu Chalkedon. Dieses Ereignisses wird alljährlich am 16. September gedacht, am 11. Juli aber des Wunders, das die Heilige während des Konzils von Chalkedon im Jahr 451 gewirkt hat.

Noch im 4. Jahrhundert wurde über dem Grab der Martyrerin zu Chalkedon eine große und prächtige Kirche errichtet, die der Kirchenhistoriker Evagrios (536- ca. 600) genau beschrieben hat (PG 86/2,2492-2496). Sie war weit und breit berühmt und das Ziel von Wallfahrern aus nah und fern. Asterios von Amasea (380-410) berichtet darüber, wie das Fest der Heiligen an der Wende zum 5. Jahrhundert begangen wurde (PG 40,333-337). Besonders zog die Gläubigen die Tatsache an, dass aus einer Spalte am Grabmal der hl. Evphemia ständig flüssiges Blut quoll, das mit einem Schwamm entnommen in kleine Ampullen gefüllt wurde. Diese Ampullen gelangten auch nach Italien, wo sie u.a. von den heiligen Bischöfen Ambrosius von Mailand (339-397) und Paulinus von Nola ( 353-431) zur Einweihung neuer Kirchen verwendet wurden. Die Kirche der hl. Evphemia zu Chalkedon erfreute sich so großer Anziehungskraft und Berühmtheit, dass sie im Jahr 451 zum Versammlungsort der 630 Väter des Vierten Ökumenischen Konzils ausersehen wurde. Diesem Konzil verdankt die Kirche die Definition der Lehre von den zwei vollkommenen Naturen, der göttlichen und der menschlichen, in der einen Person und Hypostase unseres Herrn Jesus Christus. Es wird berichtet, dass sowohl die Orthodoxen als auch die Häretischen Eutychianer, die lehrten, dass die menschliche Natur Christi von seiner göttlichen aufgesogen worden sei, ihr Glaubensbekenntnis aufschrieben, es der Heiligen auf die Brust legten und ihr verschlossenes Grabmal versiegelten. Als es nach acht Tagen wieder geöffnet wurde, umfing die Heilige das Bekenntnis der Orthodoxen mit ihren Armen, das der Eutychianer aber lag unter ihren Füßen, was den Rechtgläubigen zu großer Freude, den Häretikern aber zur Schande gereichte.

Zu Anfang des 7. Jahrhunderts, zur Zeit des Kaisers Heraklios (610-641), als persische Heere den ganzen vorderen Orient schwer heimsuchten, wurden die Reliquien der hl. Martyrerin in das Stadtgebiet von Konstantinopel gebracht, um sie vor feindlichem Zugriff zu schützen. Sie wurden in einer Basilika in der Nähe des Hippodroms niedergelegt, die fortan den Namen der Heiligen trug.

Etwa ein Jahrhundert später, als der Bilderstreit wütete, ließ Kaiser Konstantinos V. (741- 775), der die Reliquien der Heiligen nicht weniger hasste als deren Bilder, die Basilika der hl. Evphemia in ein Militär-Magazin umwandeln und die Reliquien der Martyrerin ins Meer werfen. Bischof Konstantinos von Tion (9. Jhd.) berichtet, sie seien auf der Insel Lemnos an Land getrieben und von gläubigen Menschen ehrfürchtig geborgen und aufbewahrt worden, bis sie unter der bilder- und reliquienfreundlichen Kaiserin Irene wieder feierlich an ihren alten Platz in der Basilika am Hippodrom der Hauptstadt zurückgebracht worden seien (ASS Sept. V, 274-283; vgl. auch das Enkomion des Metropoliten Makarios Makres [1392-1435] ‚ VVrem 4 [1897J 352-354).

Nach der Einnahme Konstantinopels durch die Türken 1453 wurden alle verbliebenen Reliquien der Stadt in die altehrwürdige Apostelkirche gebracht, die in der ersten Zeit nach dem Untergang des rhomäischen Reiches dem Ökumenischen Patriarchen als Kathedrale diente. So gelangten auch die Reliquien der hl. Evphemia dorthin. Als das Patriarchion 1455 in das Pammakaristos-Kloster verlegt werden musste, beherbergte die dortige Kirche auch die Reliqien der Martyrerin. Desgleichen wanderten sie mit, als 1612 die Georgios-Kirche im Phanar zur Patriarchats-Kathedrale erhoben wurde. Anlässlich der Umbauten im Jahr 1797/98 ließ der hl. Martyrer-Patriarch Gregorios V. (+1821) in der Georgios-Kirche eine eigene Kapelle errichten, in der die Reliquien seither ruhen und verehrt werden. In diesem Zusammenhang dichtete der damalige Protopsaltes des Patriarchats Iakovos Peloponnesios (+ 1800) neue gottesdienstliche Gesänge auf die Heilige, die in die Minäen zum 11. Juli eingegangen sind.

Die ursprüngliche Grabeskirche der hl. Evphemia in Chalkedon, in der das berühmte große Konzil des Jahres 451 tagte, ist restlos verschwunden. Ebenso war die Evphemia-Basilika beim Hippodrom zu Konstantinopel zerstört und verschollen, bis im Jahr 1939 bei Bauarbeiten Mauerwerk zutage trat, das der deutsche Gelehrte Alfons Maria Schneider als die Reste der Basilika der hl. Evphemia identifizierte. Er entdeckte dort auch einen Zyklus von 14 Fresken, die das Leben und Sterben der Heiligen darstellen. 1951 fielen die wiederentdeckten Reste der Kirche dem Bau des türkischen Justizpalastes zum Opfer.

Stichiren zum Lob
Ton 8. ( Dichtung des Byzantios )
Ehre: Jeder Mund soll sich öffnen zum Lobpreis der allberühmten Euphemia! Jedes Geschlecht und jede Altersstufe, Jünglinge und Jungfrauen, wir alle wollen Christi jungfräuliche Martyrerin mit Lobgesängen bekränzen! Denn sie hat sich tapfr und männlich gezeigt, die weibliche Art außer acht elassen und durch kämpferische Anstrengungen den bösen Ryrannen zu Boden geworfen. Geschmückt mit himmlischer und göttlicher Kraft, bittet sie nun ihren Bräutigam und Gott, uns das große Erbarmen zu schenken.
Prokimenon zur Liturgie
Ton 4.
Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen, // der Gott Israels.
Vers: In den Gemeinden segnet Gott, den Herrn von den Quellen Israels.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem zweiten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther
2 Kor 6, 1-10 ( Stelle lesen: 2 Kor 6, 1-10 )
Alleluïa zur Liturgie
Ton 1.
Geduldig harrte ich des Herrn, und er hatte acht auf mich.
Vers: Er stellte auf einen Fels meinen Fuß und machte gerade meine Schritte.
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Es bat ihn aber einer der Pharisäer, dass er mit ihm esse; und er ging in das Haus des Pharisäers und legte sich zu Tisch. Und siehe, da war eine Frau in der Stadt, die eine Sünderin war; und als sie erfahren hatte, dass er im Haus des Pharisäers zu Tische liege, brachte sie ein Alabasterfläschchen mit Balsam, trat von hinten an seine Füße heran, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und sie wischte sie mit den Haaren ihres Hauptes ab, küsste seine Füße und salbte sie mit dem Balsam. Als es aber der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so würde er erkennen, wer und was für eine Frau es ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sagt: Lehrer, sprich. Ein gewisser Gläubiger hatte zwei Schuldner; der eine schuldete fünfhundert Denare, der andere aber fünfzig; da sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, schenkte er es gnädig beiden. Wer nun von ihnen, sprich, wird ihn mehr lieben? Simon aber antwortete und sprach: Ich nehme an, der, dem er das Mehrere gnädig geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich kam in dein Haus, Wasser für meine Füße hast du mir nicht gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes abgewischt. Einen Kuss hast du mir nicht gegeben; sie aber hat, seitdem sie hereinkam, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt; diese aber hat mit Balsam meine Füße gesalbt. Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Er sprach aber zu ihr: Deine Sünden sind vergeben. Und die mit zu Tische Liegenden fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt? Er sprach aber zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; ziehe hin in Frieden. (Lk 7, 36-50)*
Kommunionvers
In ewigem Gedächtnis wird sein der Gerechte; vor böser Kunde wird er sich nicht fürchten.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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