Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 19. Januar

Frommer Vater Makarios der Ägypter

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Gegeben hast du als Zeichen )
In deinem Streben nach Seligkeit, * die Sinn und Verstand übersteigt, * hast du gehalten, o Heiliger, * die Enthaltsamkeit für Üppigkeit, * die Armut für Reichtum, die Dürftigkeit * für wahren Überfluss und für Würde die Bescheidenheit. * Darum hast du das Erstrebte gemäß deinem Wunsche erlangt * und wohnest, o Makarios, * in den Gezelten der Heiligen.
Den Lauf der Askese * hast du, ohne dich umzuwenden, vollendet * und hast den Glauben bewahrt. * So hast du auch erworben * den Kranz, o Vater, der Gerechtigkeit, * den dir Christus hat bereitet, der zuteilt nach Gebühr den Siegespreis, * der Ehren gewährt und Vergeltung für die Mühen. * Dass auch wir ihrer werden teilhaftig nun, * o Gottesträger, erbitte.
Alles wohlige Leben * hast du abgelehnt und deinen Körper * kasteit, o Gottweiser, * hast herb gemacht das Empfinden * durch die Abhärtungen und Mühen der Enthaltsamkeit, * durch Ertragen von Versuchungen und Standhaftigkeit in Nöten. * Dafür ist dir zuteil geworden der Genuss ohne Ende * und Wonne auf immer und ewig * wie unaussprechliche Freude.
Ton 8. ( von Anatolios )
Ehre: Freu dich, Ägypten, weil du hervorgebracht * einen solchen Beschützer, * den Makarios unter den Seligen. * Denn glänzend in der Weisheit des Heiligen Geistes * hat er alle Askese übertroffen * durch seinen Wandel in Tugend. * Auch wir schicken ihn vor als Vermittler * und bitten, dass er Christus bestürme, * zu retten unsere Seelen.
( nach: O Herr )
Jetzt, Theotokion: Die Seufzer * meines zerknirschten Herzens * sieh an, o Gottesbraut. * Nimm entgegen, Jungfrau Maria, * und verschmäh nicht, Allmakellose, * meiner Hände, o Reine, * Erhebungen in deiner liebenden Güte, * auf dass ich besinge und hoch preise * ihn, der unser Geschlecht hat hoch erhoben.
( nach: O Herr )
Jetzt, Stavrotheotokion: Als erblickte * dich als Lamm die Zippe und Jungfrau, * wie du wurdest zur Schlachtung geführt, * da folgte sie unter Tränen * und rief aus, o Logos: * Mein Kind, wohin eilest du? * Ich gehe mit dir, o Süßester. * Denn ich ertrage es nicht, dich nicht zu sehen, * mein Jesus, Vielbarmherziger.
Stichiren zur Stichovna
Ton 6.
Ehre: O frommer Vater, * über die ganze Erde ist ergangen * der Schall deiner rechten Taten, * für die du in den Himmeln hast gefunden * den Lohn deiner Mühen. * Die Schlachtreihen der Dämonen * hast du ins Verderben gestürzt, * bist beigetreten den Ordnungen der Engel, * deren Leben du nachgeahmt ohne Tadel. * Da du freien Zugang zum Herrn besitzest, * erbitte Frieden unseren Seelen.
( nach: Ganz und gar gesetzt )
Jetzt, Theotokion: Du Leuchte, sei gegrüßt, * voller Licht, heller noch als der Sonne Strahlen; * Sei gegrüßt, Gebieterin, du Lösung, Unversehrte, von dem alten Fluch, * Gebieterin, du Hoffnung * der Hoffnungslosen, * du Wiederberufung unseres Geschlechts. * Sei gegrüßt, du strahlendster Palast des Königs über alles, * du Berg, so fruchtbar, * aus dem der Erlöser ist hervorgegangen. * Sei gegrüßt, Gottes des Logos * gotterfüllte und anmutige Lampe. * Sei gegrüßt, o Leuchte lichterfüllt, du Thron von Feuer.
Jetzt, Stavrotheotokion: Ein Schwert durchbohrte, * dein Herz, wie gesagt hatte Symeon, * als du, allheilige Gebieterin, erblicktest * den aus dir Aufgestrahlten * durch das unsagbare Wort, * da von Gesetzlosen er ward verurteilt * und erhöht am Kreuze, wie er kostete Essig und Galle, * wie seine Seite ward durchstochen * und er ward angenagelt an Händen und Füßen. * Du schriest auf unter Klagen * und riefest mütterlich: O süßestes Kind, was ist dies für ein neues Mysterium?
Tropar
Ton 1.
Als Bewohner der Wüste, als Engel im Leibe und als Wundertäter * hast du dich erwiesen, unser gotttragender Vater Makarios. * Durch Fasten, Wachen und Beten erlangtest du himmlische Gnadengaben, * und so heilest du die Kranken und die Seelen derer, die voll Vertrauen zu dir kommen. * Ehre dem, der dir hat Kraft gegeben, * Ehre dem, der dich bekränzt. * Ehre dem, der durch dich allen Heilung bewirkt.
Synaxarion
Makarios, der Ägypter, der Große genannt, wurde um das Jahr 300 geboren. In jungen Jahren war er Kameltreiber. Mit etwa 30 Jahren siedelte er sich am Rande eines ägyptischen Dorfes als Asket an. Den Wunsch der Dorfbewohner, ihr Priester zu werden, lehnte er ab und wechselte in ein anderes Dorf, wo er aber Gegenstand arger Verleumdungen wurde. Darauf ließ er sich in der sketischen Wüste als Anachoret nieder. In dieser Zeit machte er einen längeren Besuch bei dem berühmten Mönchsvater Antonios. Um 340 zum Priester geweiht, wurde er zum gesuchten geistlichen Vater für Mönche wie für Weltleute. Der Kreis seiner Schüler, unter ihnen die bekannten Väter Sisóes, Moses und Paphnútios, wuchs beständig an. In der Sketis entstand eine große und bedeutsame Mönchskolonie. Nach dem Tod des berühmten alexandrinischen Erzbischofs Athanasios, der den Mönchen sehr wohlgesonnen gewesen war, wurde Makarios von dem arianischen Erzbischof Lukios ins Exil geschickt. Dieses erlitt er in den Jahren 373 bis 375 auf einer Insel im Nil zusammen mit seinem Namensvetter Makarios, dem Alexandriner, der Städter genannt, dessen ebenfalls am als Heiligen gedacht wird. In die Sketis zurückgekehrt, lebte und wirkte Makarios der Große noch bis etwa 390.

Die ihm früher zugeschriebenen asketischen Schriften stammen nicht von ihm, sondern vermutlich von dem Mönch Symeon von Mesopotamien. Die bleibende Bedeutung des Makarios liegt vielmehr in seiner prägenden Kraft als asketischer Charismatiker und als geistlicher Lehrer und Seelenführer, wovon vor allem die von ihm überlieferten Apophthegmata ein lebendiges und beeindruckendes Bild zeichnen.



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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