Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 9. Januar

Märtyrer Polyeoktos von Melitene in Armenien

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1. ( nach: Der himmlischen Ordnungen )
Dem David gleich aus der Grube der Drangsal * und aus kotigem Schlamme, so führte dich Christus * heraus aus dem Irrwahn, o Martyrer, der Götzen. * Denn er stellte deine Füße auf den Felsen * geheimnishaft seiner Erkenntnis. * Ihn bitte, dass wir Errettung finden.
Weder die Liebe zur Gattin noch die Zuneigung zu den Kindern, * auch nicht die Würde des Schwiegervaters * noch der Überfluss an Gütern und Schätzen * konnte abbringen die Festigkeit deiner Seele * vom Glauben wahrlich an Christus, * Polyevktos, Allseligster.
Schon vor der Gnade, o Seliger, deines Kampfes * warst du mit Werken geschmückt der Gerechtigkeit wahrhaftig. * Deshalb wurdest du danach gewürdigt * Christi getreuer Zeuge zu werden, * getauft in deinem eigenen Blute * auf seinen Tod in Frömmigkeit.
( von Byzas )
Ehre: Die Heere der Engel * tanzen heute im Reigen * zum Gedächtnis des Martyrers Polyevktos, * und das Geschlecht der Menschen * versammelt gläubig sich zum Feste * und freudigen Sinnes ruft es aus: * Sei gegrüßt, Allgepriesener, * der du die Nachstellungen vernichtet * des listenreichen Belíar, * und bist umwunden worden von Christus * mit dem Kranze des Sieges. * Sei gegrüßt, du Kämpfer * unseres großen Königs und Erretters, * der niedergerissen die Altäre der Götzen. * Sei gegrüßt, du Ruhm der Martyrer. * Bitte, dass erlöst werden aus aller Bedrängnis, * die da begehen im Glauben * dein allverehrtes Gedächtnis.
Tropar
Ton 4.
Dein Martyrer Polyevktos, o Herr, * hat durch seinen Kampf die Krone der Unvergänglichkeit von dir, unserm Gott, erworben. * In deiner Kraft hat er die Tyrannen vernichtet. * Die kraftlose Frechheit der Dämonen hat er gebrochen. * Auf seine Fürbitten, Christus Gott, rette unsere Seelen.
Synaxarion
Am 9. Januar begehen wir die Nachfeier des Festes der Theophanie und das Gedächtnis des hl. Martyrers Polyevktos.

Der griechischen Passio nach, die wohl aus dem 5. Jhd. stammt, soll Polyevktos das Martyrium zu Melitine zu Beginn der Verfolgung unter Kaiser Decius (249-251) erlitten haben. Demnach war Polyevktos ein heidnischer römischer Offizier, der in der genannten Stadt stationiert war. Er war mit einem christlichen Offizier namens Nearchos befreundet und durch ihn mit den Inhalten des christlichen Glaubens bekannt. Als die Angehörigen des Militärs durch ein kaiserliches Edikt zur Teilnahme am Staatskult verpflichtet wurden, geriet Nearchos in Bedrängnis und befürchtete, dass diese schlimme Lage auch zur Entfremdung von seinen Freunden führen könnte. Doch festigte die prekäre Situation den Polyevktos ganz im Gegenteil in seiner ohnehin schon gewachsenen inneren Nähe zum christlichen Glauben. Ein Traum, in dem Christus selbst ihm erschien und ihm statt der römischen Soldatenkleidung das Gewand eines Streiters des himmlischen Heeres anlegte, wurde ihm zum letzten Anlass, sich offen und entschieden zu Christus zu bekennen. In heiligem Eifer riss er das ausgehängte Kaiseredikt ab und beschädigte die Götzenbilder, als diese von heidnischen Priestern herbeigebracht wurden, um sie der öffentlichen Verehrung darzubieten. Polyevktos wurde sofort festgenommen und einer Reihe von Folterungen unterworfen, blieb jedoch standhaft. Eine Intervention seines prominenten Schwiegervaters, des Prokonsuls Felix, blieb erfolglos. Auch seine Gattin Paulina konnte den Martyrer nicht umstimmen. So wurde er zum Tode durch Enthauptung verurteilt, die er gesammelt und heiteren Sinnes erduldete, nachdem er sich von seinem Freund Nearchos verabschiedet hatte. Da Polyevktos nicht getauft war, ist sein Martyrertod ein deutliches Beispiel für die sog. Bluttaufe. Die Christen von Melitine bestatteten seinen Leib. Später wur-den seine Reliquien in Konstantinopel verehrt.

Hl. Martyrer Polyevktos, bitte Christus für uns! Du aber, Christus unser Gott, erbarme dich unser!

Anmerkung: Auch im Westen stand Polyevktos schon früh in Ehren: Gregor von Tours (538-594) erwähnt ihn (In gloria confessorum 102). Die Merowinger-Könige riefen ihn auf Vertragsurkunden zusammen mit den hll. Hilarios von Poitiers und Martin von Tours als Schützer des Eides an. Der große französische Dichter Pierre Corneille (1606- 1684) widmete ihm 1642 die Tragödie «Polyeucte».



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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