Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 5. Januar

Vortag der Theophanie

Anmerkungen
„Über das heilige Wasser sei allen bekannt, dass diejenigen, die sich vom heiligen Wasser um des Essens willen fernhalten nicht Gutes tun.“ (Gemeint sind Menschen, die das geweihte Wasser am Abend aus der Frömmigkeit heraus nicht trinken, weil sie an dem Tag bereits gegessen haben.) „Denn die Gnade Gottes ward gegeben zur Heiligung der Welt und aller Geschöpfe. Es wird auch an allen Orten besprengt, selbst an schmutzigen, und überall unter unseren Füßen. Wo ist also der Sinn, es nicht zu trinken? Wisse, dass die Unreinheit in uns nicht wegen dem Essen ist, sondern wegen unseren unreinen Taten. Von diesen aber gereinigt trinken wir ohne Zweifel dieses heilige Wasser... Deshalb sollen alle selbst zur Mitternacht dieses Fests das Wasser schöpfen und es in Häuser tragen, und bewahren, und das ganze Jahr über aufbewahren, denn heute werden die Wasser geheiligt. Dazu gibt es ein sichtbares Zeichen, denn dieses Wasser wird über lange Zeit nicht schlecht, auch ein ganzes Jahr, und zwei, und drei, und viele. Das Wasser, das heute geschöpft wird, bleibt ganz und frisch. Selbst nach so langer Zeit ist es ähnlich wie Wasser, das frisch aus einer Quelle geschöpft wird.“ (Typikon vom 6. Januar, 1. Notiz)
Beim Essen fasten wir: „Wir gehen in den Speisesaal und essen mit Öl, und trinken Wein. Doch Käse und ihm ähnliches sowie Fisch wagen wir nicht zu essen, da es in den göttlichen Geboten untersagt ist.“ (Typikon vom 6. Januar)
Diese Regel bezieht sich auf den Abend des 5. Januar, da die Vesper mit der Basileiosliturgie ursprünglich am Abend vor der Theophanie zelebriert wurde. Als Vorbereitung auf die Liturgie und aus Ehrfurcht vor dem Fest hat man an dem Tag bis zum Abend nichts gegessen. Diese fromme Tradition ist in der Kirche bis heute erhalten geblieben: am 5. Januar ist es üblich, bis zum Erscheinen des ersten Sterns am Himmel nichts zu essen.
„Man sollte wissen: Für den Fall, dass der Vorabend der Theophanie auf einen Samstag oder Sonntag fällt, gibt es kein Fasten. Die Tropare der Königlichen Stunden mit den Lesungen werden am Samstag und Sonntag nicht gesungen. Stattdessen singen wir die Königlichen Stunden am Freitag so, wie es sonst üblich ist. Wir sprechen das Glaubensbekenntnis, den Psalm 33: Segnen will ich den Herrn… und die Entlassung.“ (Typikon vom 5. Januar, Notiz) „Man sollte wissen: wenn der Vorabend der Theophanie auf einen Samstag oder einen Sonntag fällt, gibt es kein Fasten. Es gibt die Chrysostomusliturgie zur üblichen Zeit, wie immer. Nach der Entlassung der Liturgie gehen wir nicht in den Speisesaal, sondern setzen uns im Vorraum der Kirche hin, der Koch gibt jedem entweder ein Stück Brot oder wenig Weizenbrot mit wenigen Feigen und Datteln sowie jedem einen Becher Wein, damit es nicht Fasten genannt wird, da wir auf die Abendversammlung warten. Danach gehen wir in unsere Zimmer und schweigen bis zur Abendzeit. Die Liturgie des Großen Basileios wird am Tag des Fests selbst zelebriert.“ (Typikon vom 6. Januar, 2. Notiz)
Diese Anweisungen des Typikons bedeuten, dass wenn der Vorabend der Theophanie auf einen Samstag oder einen Sonntag fällt, man nach der Liturgie bis zur Vesper etwas Essen ohne Öl essen darf. Siehe auch Typikon vom 5. Januar, Notiz: „Nach der Entlassung der Liturgie essen wir Brot und trinken einen Becher Wein. Vollständig essen wir nach der Entlassung der Vesper, mit Öl. Käse und Eier wagen wir an diesem Tag nicht zu uns zu nehmen.“
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 6.
Jetzt, Theotokion: Bereite dich, Jordanfluss; * denn siehe, es kommt Christus Gott, * um sich taufen zu lassen von Ioannes, * auf dass er zermalme * die unsichtbaren Häupter der Drachen * durch die Gottheit in deinen Wassern. * Juble, du Wüste am Jordan! * Ihr Berge, hüpft in Freude, * denn es kommt das ewige Leben, * um Adam zurückzurufen. * Rufe, du Stimme eines Rufenden, * du Vorläufer Ioannes: * Bereitet die Wege des Herrn * und macht gerade seine Pfade.
Stichiren zur Stichovna
Ton 6. ( nach: Am dritten Tage )
Die Erde und was ist auf Erden, * so springet und jubelt! * Er, der Strom der Wonne * lässt im Flusse sich taufen, * legt so trocken den Sturzbach der Bosheit * und lässt göttliche Vergebung quellen.
Es sahen dich die Wasser, o Gott, * es sahen dich die Wasser und gerieten in Furcht. (Ps 76,17)
Der Spender des Lichtes, Jesus, * er brauchte die Taufe nicht; * doch im Fleische er stieg in den Jordanstrom * weil er wollte erleuchten * die im Dunkel; ihm lasst uns im Glauben * bereitwillig entgegengehen.
Darum will ich deiner gedenken * vom Jordanfluss und vom Hermon. (Ps 41,7)
Getragen hast du die Knechtsgestalt, * kamest, dich taufen zu lassen, * von dem Knecht in den Strömen des Jordan, * uns von der Knechtschaft, o Christus, * der Sünde vor alters zu lösen, * zu heiligen und zu erleuchten.
Jetzt, Theotokion: Jubeln soll die Wüste am Jordan * und erblühen wie eine Lilie. * Denn in ihr ward vernommen * die Stimme eines Rufenden: * Bereitet den Weg des Herrn! * Denn der mit dem Gewicht hat gewogen die Berge * und die Waldschluchten mit der Waage, * der als Gott alles erfüllt, * lässt sich taufen von einem Knechte. * Es schickt sich an, als Bittsteller aufzutreten, * der da gewährt die reichen Gaben. * Es vernahm Eva: In Schmerzen sollst du Kinder gebären,. * Nun aber vernahm die Jungfrau: * Sei gegrüßt, du Begnadete; der Herr ist mit dir, * der da hat das große Erbarmen.
Tropar
Ton 4.
Einst wandte sich um der Jordanfluss * vor dem Schaffell des Elisäus, * als Elias war hinaufgenommen, * und die Wasser teilten sich nach beiden Seiten. * Da wurde ihm die Nässe zum trockenen Wege * als ein Vorbild wahrhaftig der Taufe. * Durch diese gelangen wir hinüber * durch den fließenden Übergang des Lebens. * Christus ist erschienen im Jordan, um zu heiligen die Wasser.
Kondak
Ton 4. ( nach: Heut’ bist du erschienen )
In des Jordans Fluten steht heut’ der Gebieter, / und er ruft Johannes zu: / Mich nun zu taufen, zage nicht; / denn leiblich kam ich in diese Welt, // um ganz zu erretten Adam, den Erstgebildeten.
Anderes Kondak
Ton 2. ( nach: Nach dem, was oben ist, strebend )
Barmherzig die Menge der Sünden aller hinwegnehmend, Christus, / ob deines unermeßlichen Erbarmens, / kommst du, um als Mensch in den Wassern des Jordan getauft zu werden, / mich mit dem Gewand der einstigen Herrlichkeit zu

bekleiden, // den grausam Entblößten.



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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