Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 1. Januar

Basileios der Große, Erzbischof von Kaisaria in Kappadokien

Anmerkungen
Im Typikon heißt es: „Wenn die Kirche dem Hl. Basileios gewidmet ist, zelebrieren wir eine Vigil.“ Doch die Tradition an diesem Tag immer eine Vigil zu zelebrieren ist in der kirchlichen Praxis fest verankert. Der Ablauf ist im Minäon und im Typikon beschrieben.
Allgemeine Hinweise:
Gemäß der Satzung wird vor einer Vigil die Neunte Stunde mit einer kleinen Vesper zelebriert.
Das Typikon schreibt im Bezug auf Tropare, Stichiren und andere Gesänge vor, dass, wenn es im Gottesdienst weniger Gesänge gibt, als die Satzung zu singen vorgibt, die einzelnen Gesänge hintereinander wiederholt werden sollen, bis die nötige Anzahl gesungen wurde. Sollen nach dem Typikon z. B. 6 Stichiren gesungen werden und der Gottesdienst hat nur 4 Stichiren, so singt man zuerst zwei Mal die erste, dann zwei Mal die zweite, dann jeweils einmal die dritte und vierte. Also: erste, erste, zweite, zweite, dritte, vierte. Im Gegenteil ist es untersagt, zuerst alle Gesänge einmal zu singen, und dann die Reihe zu wiederholen. Folgende Anordnung wäre demnach falsch: erste, zweite, dritte, vierte, erste, zweite. Wie oft welche Stichire gesungen werden soll muss zu Beginn geplant werden.
Auch wenn die Lytia in der Vesper in Gemeinden oft ausgelassen wird, kennt das Typikon keine Vigil ohne der Lytia. Diese wird bei geschlossenen Königlichen Türen im Eingangsbereich der Kirche abgehalten. Zuerst wird eine Stichire der Kirche gesungen. Meistens die erste Stichire der Lytia aus dem Gottesdienst an den Heiligen der Kirche oder die Stichire nach dem 50. Psalm (nach dem Ermessen des Gemeindevorstehers). Hat der Heilige keine solchen Stichiren, kann eine beliebige Stichire aus dem Gottesdienst verwendet werden. Nach dem Typikon können nach der Stichire der Kirche auch andere Gesänge vorgetragen werden, die manchmal die Stichire der Kirche ersetzen können.
Die Brote von der Artoklasia werden mit Ehrfurcht verzehrt. „Die gesegneten Brote haben verschiedene Gaben: und zwar lassen diese, mit Wasser getrunken, Fieber und Schüttelfrost abklingen und heilen jedes Gebrechen und jede Krankheit. Ebenso vertreiben sie Mäuse und anderes Ungeziefer vom Getreide.“ (Typikon Kapitel 2, 2. Notiz)
Bei einer Vigil wir nach der Brotsegnung der 33. Psalm bis zu den Worten „Werden nicht zuschanden werden“ gesungen.
Während eines Polyleos wird auf dem Analogion in der Mitte der Kirche nur die Ikone des Fests oder des Heiligen zur Verehrung ausgelegt. An Sonntagen auch das Evangelium.
Das Lied der Gottesmutter „Es ist würdig und recht“ wird nach der 9. Ode an Vor- und Nachfeiern, während des Blumentriodions, an Sonntagen sowie bei Feiern von Heiligen mit Doxologie und höher nicht gesungen.
Gemäß der Tradition wird während des ganzes Jahres nach dem Gebet der Ersten Stunde „Christus, wahrhaftes Licht“ das Kondak „Der für uns streitenden Herrscherin“ gesungen. An Hochfesten und während der Nachfeiern wird dieses Kondak normalerweise mit dem Kondak des Fests ersetzt. Während des Nachfeier von der Auferstehung (vom Thomassonntag bis zur Festabgabe von Ostern) wird das Osterkondak „Wenn auch ins Grab hinabgestiegen“ gesungen.
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Der du vom Höchsten )
Als du hattest geweidet, * der du benannt bist nach dem Königreich, *das königliche Priestertum, * Christi heiliges Volk, o Vater, * mit Liebe zur Weisheit und mit Einsicht, * da schmückte dich mit der Krone * des Königreiches, o Vasilios, * der König der Könige und Herr über alles, * der Sohn, der auf ewig ist mit dem Vater * gleichen Sinnes und mit ihm ohne Anfang. * Ihn bitte, dass werden errettet * und erleuchtet unsere Seelen.
Im Schmucke der Gewänder * des Hierarchen verkündetest du voll Freude * das Evangelium vom Königreich * und ließest sprudeln, o Vasilios, der Kirche * die Lehren des rechten Glaubens. * Durch sie nunmehr erleuchtet, bekennen wir * die eine Gottheit im Vater, dem Allherrscher, * im Einziggezeugten und Logos Gottes * und in dem Göttlichen Geiste * und verehren sie unteilbar in drei Personen. * Sie bitte, dass werden errettet * und erleuchtet unsere Seelen.
Du bist bei den Chören * des Himmels und lagerst bei ihnen. * Auch ihrem Leben hast du nachgeeifert * durch die strahlendste Lauterkeit deines Wandels, Vater Vasilios, * wie körperlos, obwohl du noch weiltest * mit dem Leibe bei denen auf Erden. * Dass jene, die haben ihre Wonne * an deiner Gottes Geist atmenden Lehre, * errettet werden aus den Gefahren * und aus der Finsternis der Unwissenheit, * flehe inständig zu Christus unserem Gotte, * und dass erleuchtet werden unsere Seelen.
Ton 8. ( von Anatolios )
Ehre: Ein Liebhaber der Weisheit bist du geworden * und allem, was ist, hast du vorgezogen * das gemeinsame Leben auf Gott hin, o Frommer, * hast aus gutem Grunde überlassen * die Sorge um den Tod dem Leben. * Denn des Fleisches Leidenschaften * hast du gänzlich von dir abgetan * durch die Mühen der Enthaltsamkeit, * durch des Gesetzes göttliche Übung * unversklavt bewahrt die Würde der Seele * und durch den Reichtum an Tugend * alles Trachten des Fleisches * untergeordnet dem Geiste. * Da du also das Fleisch gering geachtet, * auch die Welt und den Herrscher der Welt, * und nun stehest bei Christus, * erbitte unsern Seelen das große Erbarmen.
Stichiren zur Litia
Ton 3. ( von Germanos )
Christus hast du Wohnung bereitet * in deiner Seele durch deinen reinen Wandel * und als eine Quelle des Lebens, Gotteskünder Vasilios, * dem Erdkreis aufsprudeln lassen Ströme frommer Unterweisung. * Aus ihnen trinkt das gläubige Volk der Kirche * und bringt als Frucht lobpreisender Lippen * den Dank an jenen, der hat verherrlicht * dein Gedächtnis in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Das Myron, das über dir ward ausgegossen, * hat dich gesalbt um zu dienen dem Evangelium * vom Himmelreiche, Vasilios, du Gotteskünder. * Denn zum Wohlgeruch Christi geworden * hast du mit dem Dufte seiner Erkenntnis den Erdkreis erfüllt. * So nimm die Rufe deiner Diener huldvoll entgegen * und erbitte uns, die wir dich ehren, * das große Erbarmen.
( von Byzantios )
Mit dem priesterlichen Gewande bekleidet, * Vasilios, du Verteidiger der Dreifaltigkeit, * tratest du auf vor dem Stuhle des Richters * als Vorkämpfer des Glaubens. * Du leistetest kämpferischen Widerstand * und machtest das Wüten des Statthalters zu Schanden, * der dreist sich stützte auf die Gewalt des Frevels. * Und da er drohte mit dem Ausreißen der Eingeweide, * gabest du diesem bereitwillig den Vorzug. * So der Absicht nach zum Martyrer geworden, * wurdest du mit dem Siegeskranze umwunden von Christus, * der da hat das große Erbarmen.
Ton 6.
Ehre: Ausgegossen wurde die Gnade * auf deine Lippen, * du frommer Vater, * und du bist geworden zum Hirten * der Kirche Christi, * der da lehrt die vernunftbegabten Schafe, * zu glauben an die Dreiheit gleichen Wesens * in der einen Gottheit.
Stichiren zur Stichovna
Ton 1. ( von Byzantios )
Eine göttliche und heilige Biene * bist du der Kirche Christi, * allseliger Vasilios; * denn du selbst hast dich ausgerüstet * mit dem Stachel göttlicher Liebe * und hast beigebracht schwere Wunden * den Lästerungen gottloser Häresien. * Den Seelen aber der Gläubigen * hast du angesammelt der Frömmigkeit Süße. * Der du nun durchschreitest die göttlichen Wiesen * der ungemähten Weise, * sei eingedenk auch unser, * der du stehest bei der Dreiheit gleichen Wesens.
Mein Mund kündet Weisheit, * der Eifer meines Herzens Einsicht. (Ps 48,4)
( von Basileios Monachos )
Die Tugenden aller Heiligen hast du nachgeahmt, * unser Vater Vasilios: * Die Milde des Moses, * den Eifer des Elias, * das Bekenntnis des Petrus, * die Gotteslehre des Ioannes, * und hast nicht aufgehört, wie Paulus auszurufen: * Wer ist schwach, ohne dass schwach ich wäre? * Wer leidet ein Ärgernis, ohne dass ich brennte? * Da mit ihnen du nun lagerst, * bitte, dass errettet werden unsere Seelen.
Des Gerechten Mund wird sich mühen um Weisheit, * und seine Zunge künden das Urteil. (Ps 36,30)
Ton 2. ( von Ioannes Monachos )
Aufs sorgfältigste hast du dich unterrichtet * über die Natur all dessen, was da ist, * hast beobachtet die Unbeständigkeit von allem * und als einzig Unbewegten gefunden * den übernatürlichen seienden Bildner des Alls. * Ihm hast du noch enger dich angeschlossen * und hast abgeworfen * das Verlangen nach dem, was nicht ist. * Dass auch wir die Liebe zu Gott erlangen, * bitte, Vasilios, du Künder des Heiligen.
Ton 6.
Ehre: Die Gnade der Wunder * hast du vom Himmel her erworben, * hast angeprangert den Irrwahn der Götzen * durch dein Lehren * und so bist du die Ehre * und die Grundfeste der Hohenpriester, * allseliger Vasilios, * und das Beispiel für die Unterweisung aller Väter. * Der du freie Rede hast bei Christus, * bitte, dass gerettet werden unsere Seelen.
Tropar
Ton 1.
Über die ganze Erde ging aus dein Schall, * so dass sie annahm dein Wort. * Durch dieses hast gottwürdig du gelehrt * und die Natur der Dinge erklärt. * Die Sitten der Menschen hast du geordnet. * Königliches Priestertum, frommer Vater, * bitte Christus Gott, dass uns geschenkt werde das große Erbarmen.
Hochpreisung
Wir hochpreisen dich, / heiliger Vater Basileios / und wir ehren dein heiliges Gedächtnis, / denn du bittest für unsere Seelen / zu Christus, unserem Gott.
Prokimenon des Orthros
Ton 4.
Mein Mund wird Weisheit reden // und meines Herzens Sinnen Einsicht.
Vers: Höret dies, all ihr Nationen, nehmt es zu Ohren, alle, die ihr den Erdkreis bewohnt.
Evangelium des Orthros
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Ich bin die Tür; wenn einer durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird eingehen und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nicht, außer um zu stehlen und zu schlachten und zugrunde zu richten. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es überreich haben. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte setzt seine Seele ein für die Schafe. Der Lohnarbeiter aber, der nicht Hirte ist und dem die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe. Der Lohnarbeiter aber flieht, weil er ein Lohnarbeiter ist und sich nicht um die Schafe sorgt. Ich bin der gute Hirte; ich kenne die Meinen und werde von den Meinen erkannt, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich setze meine Seele ein für die Schafe. Auch andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Hofe sind; auch jene muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören, und es wird eine Herde sein, ein Hirte. (Joh 10, 9-16)*
Kondak
Ton 4. ( nach: Heut’ bist du erschienen )
Geschaut wurdest du von der Kirche / als unerschütterliches Fundament, / der du allen Sterblichen die unentreißbare Herrschaft zuteilst / und sie durch deine Lehren besiegelst, // Himmelsoffenbarer, gottseliger Basilius.
Stichiren zum Lob
Ton 6.
Ehre: Ausgegossen ward die Gnade auf deine Lippen, ehrwürdiger Vater! Und du wurdest ein Hirt der Kirche Christi, lehrend die vernüftigen Schafe glauben an die einwesentliche Dreifaltigkeit in Einer Gottheit!
Prokimenon zur Liturgie
Ton 1.
Mein Mund wird Weisheit reden / und meines Herzens Sinnen Einsicht.
Vers: Höret dies, all ihr Nationen, nehmt es zu Ohren, alle, die ihr den Erdkreis bewohnt.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Habräer
Hebr 7, 26 - 8, 2 ( Stelle lesen: Hebr 7, 26 - 8, 2 ( Stelle lesen: Hebr 7, 26 bis Hebr 8, 2 ) )
Alleluïa zur Liturgie
Ton 2.
Der Mund eines Gerechten wird sich der Weisheit befleißigen, und seine Zunge wird ‹gerechtes› Urteil sprechen.
Vers: Das Gesetz seines Gottes ‹ist› in seinem Herzen, und nicht werden zu Fall gebracht werden seine Schritte.
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Und als er mit ihnen hinabgestiegen war, blieb er an einem ebenen Platz stehen, auch eine Schar seiner Jünger und eine große Menge des Volkes von ganz Judäa und Jerusalem und aus dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden, auch die von unreinen Geistern Geplagten, und sie wurden geheilt. Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren, denn eine Kraft ging von ihm aus und heilte alle. Und er erhob seine Augen zu seinen Jüngern und sprach: Selig ihr Armen, denn euer ist das Königtum Gottes. Selig ihr jetzt Hungernden, denn ihr werdet gesättigt werden. Selig ihr jetzt Weinenden, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als böse verwerfen werden um des Menschensohnes willen. Freuet euch an jenem Tage und hüpfet; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso taten ihre Väter den Propheten. (Lk 6, 17-23)*
Kommunionvers
In ewigem Gedächtnis wird sein der Gerechte; vor böser Kunde wird er sich nicht fürchten.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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