Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 24. Dezember

Vorfeier der Geburt Christi

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Als Edlen unter den Martyrern )
Mit Zymbeln lasset uns singen, * in Liedern wollen wir jubeln, * denn das Erscheinen Christi, nun wird es offenbar. * Der Propheten Verkündigung * ist an ihr Ziel gekommen. * Denn der, von dem sie sagten, er werde den Sterblichen im Fleisch erscheinen, * wird geboren in der heiligen Höhle und in die Krippe * gelegt als ein Säugling * und gewickelt als Kindlein.
Mit vorfestlichen Liedern * lasset uns erhobenen Sinnes * die Christgeburt im Voraus besingen. * Denn der dem Vater und dem Geiste * ist gleich an Ehre, * hat aus Erbarmen mit unserem Teige sich bekleidet, * um geboren zu werden in der Stadt Bethlehem. * Seine unsagbare Geburt * Hirten samt Engeln besingen.
Die Empfängnis, die niemand kann erklären, * und die Geburt, die der Sprache bleibt verschlossen, * die Jungfrau nahm sie wahr und ward erschüttert. * Und sie rief aus voll Freude * und unter Tränen zugleich: * Ich soll die Mutterbrust dir geben, der du alles nährst, * oder dir singen, mein Sohn und Gott; o welchen Namen * werde ich für dich finden, * o Herr, unbenennbar?
Ton 2.
Jetzt, Theotokion: Siehe, genaht hat sich die Zeit unserer Erlösung. * Höhle, halte dich bereit! * Die Jungfrau naht sich, um zu gebären. * Freu dich und frohlocke, Bethlehem, Land Juda; * denn aus dir ist hervorgegangen unser Herr. * Höret, ihr Berge und Hügel * und du, Judäas Umgebung, * denn es kommt Christus, um zu retten * den Menschen, den er hat gebildet, * als der Menschenliebende.
Stichiren zur Stichovna
Ton 1.
Im voraus lasst uns begehen, * ihr Leute, die Geburtsfeier Christi; * den Sinn lasst uns erheben, * dass wir nach Bethlehem geführt werden im Geiste * und dass wir in Gedanken erblicken die Jungfrau, * die sich anschickt zu gebären in der Höhle * unseres Gott, den Herrn über alles. * Wiewohl Joseph sieht die Größe des Wunders, * meint er zu schauen einen Menschen * wie ein Kind gewickelt in Windeln. * Doch erahnt er aus den Geschehnissen, * dass es ist der wahre Gott, * der da gewährt unseren Seelen * das große Erbarmen.
Gott kommt vom Theman, * der Heilige aus dem Berge beschattet vom Walde. (Hab 3,3)
Im voraus lasst uns begehen * ihr Leute, die Geburtsfeier Christi; * den Sinn lasst uns erheben, * dass wir nach Bethlehem geführt werden im Geiste * und dass wir in der Höhle erblicken das große Mysterium. * Denn geöffnet wird Eden, * da Gott hervortritt aus der reinen Jungfrau, * seiner Gottheit wie seiner Menschheit nach vollkommen. * Und so wollen wir rufen: * Heiliger Gott, du ursprungloser Vater, * Heiliger Starker, du Sohn fleischgeworden, * Heiliger Unsterblicher, du Tröster-Geist, * Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.
Herr, ich vernahm die Kunde von dir und geriet in Furcht; * Herr, ich nahm wahr deine Werke und geriet außer mir. (Hab 3,2)
Höre es, o Himmel, und vernimm es, o Erde! * Denn siehe, der Sohn und Logos des Vaters * schickt sich an, geboren zu werden * aus der Jungfrau, die nicht weiß vom Manne, * durch das Wohlgefallen dessen, * der ihn gezeugt hat, ohne selbst sich zu versehren, * und durch das Mitwirken des Heiligen Geistes. * Halte dich bereit, o Bethlehem! * Öffne, Eden die Pforte! * Denn es wird der Seiende, was er nicht war gewesen, * und eine Gestalt nimmt an der Bildner der ganzen Schöpfung, * der da der Welt gewährt das große Erbarmen.
Ton 6.
Jetzt, Theotokion: Höhle, bereite dich, * denn es kommt das Mutterlamm, * das trägt im Leibe Christus. * Du aber, Krippe, empfange * ihn, der durch das Wort erlöste * uns Erdgeborene vom Widersinn. * Ihr Hirten auf dem Felde, * bezeuget, * das furchteinflößende Wunder. * Ihr persischen Magier, * bringet dar dem König * Gold, Weihrauch und Myrrhe. * Denn der Herr ist erschienen * aus der Jungfrau-Mutter. * Vor ihm neigt sich als Dienerin die Mutter und betet ihn an. * Zu ihm, den sie trägt auf ihren Armen, sagt sie: * Wie wurdest du mir eingesät * oder wie mir eingepflanzt, * mein Erlöser und Gott?
Tropar
Ton 4.
Aufzeichnen ließ sich einst mit dem greisen Joseph, * da sie stammte aus dem Samen Davids, * in Bethlehem Maria, als sie trug im Leibe * die Leibesfrucht nicht aus Samen. * Es war da die Zeit, zu gebären, * doch es fand sich kein Platz in der Herberge. * Doch erwies sich der Königin * als lieblicher Palast die Höhle. * Christus wird geboren, * um wiederaufzurichten * das einstens gefallene Bild.
Kondak
Ton 3. ( nach: Heut‘ gebiert die Jungfrau )
Heut‘ erscheint die Jungfrau, um in einer Höhle unsagbar zu gebären / jenes Wort, das da vor aller Zeit ist. / Tanze freudig nun, o Erdkreis, da du es hörtest; / mit den Engeln und den Hirten singe den Lobpreis / ihm, der uns erscheinen wollte / als kleines Kindlein, // dem wahren Gott vor den Äonen.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Habräer
Hebr 1, 1-12 ( Stelle lesen: Hebr 1, 1-12 )
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Es geschah aber in jenen Tagen, dass ein Beschluss vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzuschreiben. Diese Einschreibung war die erste, während Quirinius Statthalter von Syrien war. Und alle zogen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine eigene Stadt. Es ging aber auch hinauf Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazaret, nach Judäa, in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, um sich einschreiben zu lassen mit Maria, der ihm anverlobten Frau, welche schwanger war. Und es geschah: Während sie dort waren, erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte; und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
Und es waren Hirten in selbiger Gegend, die auf freiem Felde weilten und in Nachtwachen über ihre Herde wachten. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Denn euch ward heute ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet einen Säugling finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.” Und plötzlich war mit dem Engel eine Menge der himmlischen Heerschar zugegen, welche Gott lobten und sprachen: „Ehre Gott in den Höhen, und auf Erden Friede, an den Menschen Wohlgefallen.”
Und es geschah: Als die Engel von ihnen hinweg gen Himmel fuhren, dass die Menschen, die Hirten, zueinander sprachen: „Lasset uns doch hinübergehen nach Bethlehem und das Geschehene sehen, diese Rede, die der Herr uns kundgetan.” Und sie kamen eilends und fanden sowohl Maria als auch Joseph, und den Säugling in der Krippe liegend. Als sie es aber gesehen hatten, gaben sie genaue Kunde von der Rede, die zu ihnen über dieses Kindlein gesprochen worden war. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was von den Hirten zu ihnen gesagt worden war. Maria aber bewahrte alle diese Worte und brachte sie zusammen in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück, wobei sie Gott verherrlichten und lobten für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es zu ihnen gesagt worden war. (Lk 2, 1-20)*


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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