Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 13. Dezember

Märtyrer Eustratios, Auxentios, Eugen, Mardarios und Orest in Sebaste

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Gegeben hast du als Zeichen )
Es leuchtet das Gedächtnis, * o Herr, deines siegreichen Kämpfers * Evstrátios wie die Sonne, * der schwinden ließ durch das Erstrahlen * unwiderlegbarer Worte die Vielgötterei * wie ein lichtloses Haus verfallen durch den Glauben, * der sich auch vier Mitmartyrer und Gefährten hat erworben. * So schenk uns um ihretwillen * Versöhnung als der Menschenliebende.
Durch Reden und durch Leiden * und durch Verlust des Lebens auf mancherlei Art * haben bewiesen die Heiligen * ihre vollendete Liebe * zu dir unerschütterlich mit Evstrátios, dem Weisen, * Avxéntios, Oréstis und Mardários, * die haben den Kampf bestanden mit Evgénios, die Gepriesenen. * Auf ihre Bitten errette, * o Herr, unsre Seelen.
Ob der Wut des vom Wahne Ergriffenen * wird dem ruhmvollen Avxéntios * das Haupt abgeschlagen. * Mardários hingegen * erringt den Siegespreis, aufgehängt an den Füßen. * Evgénios aber erlangt die Vollendung durch das Abschneiden der Hände und der Zunge. * Oréstis wird ausgestreckt auf dem Feuerbett. * In den Ofen wird Evstrátios * als Lamm Christi geworfen.
( nach: Als Edlen unter den Martyrern )
Vortrefflich hast du dich dem Kampfe * für den König der Mächte * unterzogen, Evstrátios, und hingegeben * der Marter aus freiem Willen * und dem gewaltsamen Tode * und so angeführt der Mitmartyrer seligen Chor. * Gekämpft hast du mit ihnen und die Siegeskränze empfangen * und bittest mit ihnen * für uns, du Allbesungener.
Evstrátios, der Gottsinnende, * Avxéntios, der Edle, * Evgénios, der Treffliche, und Mardários * haben sich ausgezeichnet mit Oréstis, * die Feinde niedergerungen; * und sie leuchten klar wie viellichtige Sterne hervor, * erhellen die Herzen der Gläubigen und vertreiben * das Dunkel des Wahnes * durch den Lichtstrahl des Geistes.
Ton 6.
Ehre: Kommet, die ihr die Martyrer liebet, * die Kämpfer Christi lasst in Liedern uns ehren, * Evstrátios, den Martyrer unüberwindlich, * Avxéntios und Evgénios, * Mardários und Oréstis, * der Martyrer fünfstrahligen Reigen. * Sie haben gut gekämpft * gegen den unsichtbaren Feind. * Mit Siegeskränzen umwunden bitten sie Christus * für jene, die voll Glauben und Verlangen * ihr Gedächtnis begehn.
Jetzt, Theotokion: Niemand, der da eilt zu dir, * wendet beschämt sich von dir, * reine Jungfrau Gottesgebärerin. * Vielmehr erbittet er sich Gnade * und empfängt die Gabe, * die seiner Bitte entspricht.
( nach: Am dritten Tage )
Jetzt, Stavrotheotokion: Als am Holze unser Leben * sah die Allmakellose, * die Gottesgebärerin, hängen, * in mütterlicher Klage sie rief: * Mein Sohn und Gott, rette jene, * welche in Liebe dir Hymnen singen.
Parimien
Lesung aus der Prophetie von Jesaias
So spricht der Herr: All die Völker versammeln sich, und es werden versammelt werden die Fürsten aus ihnen. Wer wird dies bei ihnen vermelden? Oder die Dinge von Anfang an, wer wird sie euch zu Gehör bringen; sie sollen herbeibringen ihre Zeugen und sie sollen gerechtfertigt werden. Sie sollen hören und sagen, was wahr ist. Ihr sollt mir Zeugen werden, und ich, Gott, der Herr, bin Zeuge, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt, dass ich bin. Vor mir war kein anderer Gott und nach mir wird keiner sein. Ich bin Gott, und keiner ist der Rettende außer mir. Ich habe angekündigt, und ich habe gerettet. Ich habe gescholten, und es war kein fremder Gott mehr bei euch. Ihr seid meine Zeugen, und ich bin Zeuge, spricht Gott, der Herr. Schon von jeher bin ich, und es gibt keinen, der meinen Händen entrissen wird. Ich werde es tun, und wer könnte es rückgängig machen? So spricht Gott, der Herr, der uns erlöst, der Heilige Israels. (Jes 43, 9-14)
Lesung aus dem Buch der Weisheit Salomos
Die Gerechten leben ewig, ihr Lohn ist bei dem Herrn, und die Sorge für sie bei dem Allerhöchsten. Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit empfangen und eine Krone der Schönheit aus der Hand des Herrn; denn mit seiner Rechten wird er sie schirmen, und mit seinem heiligen Arme sie verteidigen. Sein Eifer wird Waffenrüstung anlegen, und alle Geschöpfe zur Rache wider seine Feinde waffnen. Gerechtigkeit wird er als Harnisch anlegen, und untrügliches Gericht als Helm nehmen. Die Billigkeit wird er als unüberwindlichen Schild ergreifen, seinen unerbittlichen Zorn zum Speere schärfen, und mit ihm wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten. Wohlgerichtete Blitzespfeile werden wie aus einem wohlgewölbten Bogen aus den Wolken zum Verderben ausfahren und sicher ihr Ziel treffen. Aus grimmiger Steinschleuder wird dichter Hagel geschleudert werden; des Meeres Gewässer werden wider sie wüten, und die Ströme werden sie unerbittlich überschütten. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben, und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen, und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen.
Besser ist Weisheit als Kraft; und ein kluger Mann besser als ein starker. Höret also, ihr Könige! Und nehmet Einsicht an: lernet, ihr Richter der Erde weitum! Vernehmet es, ihr, die ihr der Völker Menge beherrschet, und euren Stolz setzet in die Scharen der Nationen: denn von dem Herrn ward auch die Herrschaft verliehen und die Gewalt vom Allerhöchsten. (Weish 3, 1-9)
Lesung aus dem Buch der Weisheit Salomos
Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie eine Flocke, die vom Winde weggeführt wird, und wie leichter Schaum, der vom Sturm zerstreut wird, und wie die Erinnerung an einen vorübergehenden eintägigen Gast. Die Gerechten jedoch leben ewig, ihr Lohn ist bei dem Herrn und die Sorge für sie bei dem Allerhöchsten. Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit empfangen und eine Krone der Schönheit aus der Hand des Herrn, denn mit seiner Rechten wird er sie schirmen und mit seinem heiligen Arme sie verteidigen. Sein Eifer wird Waffenrüstung anlegen und alle Geschöpfe zur Rache wider seine Feinde waffnen. Gerechtigkeit wird er als Harnisch anlegen und untrügliches Gericht als Helm nehmen. Die Billigkeit wird er als unüberwindlichen Schild ergreifen, seinen unerbittlichen Zorn zum Speere schärfen und mit ihm wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten. Wohlgerichtete Blitzespfeile werden wie aus einem wohlgewölbten Bogen aus den Wolken zum Verderben ausfahren und sicher ihr Ziel treffen. Aus grimmiger Steinschleuder wird dichter Hagel geschleudert werden, des Meeres Gewässer werden wider sie wüten und die Ströme werden sie unerbittlich überschütten. Der Hauch seiner Macht wird sich wider sie erheben und wie ein Wirbelwind sie zerteilen. Ihre Bosheit wird die ganze Erde zur Wüste machen und ihre Ruchlosigkeit die Throne der Machthaber umstürzen. Besser ist Weisheit als Kraft und ein kluger Mann besser als ein starker. Höret also, ihr Könige! Und nehmet Einsicht an, lernet ihr Richter der Erde weitum! Vernehmet es, ihr, die ihr der Völker Menge beherrschet und euren Stolz setzet in die Scharen der Nationen. (Weish 5, 15 - 6, 3)
Stichiren zur Stichovna
Ton 1. ( nach: Der himmlischen Ordnungen )
Der wunderbare Kämpfer Evstrátios * ruft uns heute zusammen, um zu begehen * sein erhabenes Jahresgedächtnis. * So lasst uns gemeinsam ihn ehren * als Freund des Herrn, der beharrlich * hat gekämpft für den Glauben.
Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen, * er, der Gott Israels. (Ps 67,36)
Wie David mit Tapferkeit ausgerüstet * hast du den zweiten und trügerischen Goliath getötet * im Glauben an die Dreiheit. * So freust du dich, Evstrátios, auf immer * in den Himmeln mit den Engeln und bittest * den Erretter, uns zu retten.
An den Heiligen auf seiner Erde, * wunderbar hat er vollführt all seinen Willen an ihnen. (Ps 15,3)
Wie Elias, der Thesbiter, hast du eifernd geeifert * prophetisch für den Herrn, den Allherrscher, * gottsinnender Martyrer Evstrátios, * hast die leere Dreistigkeit der Gesetzlosen bewiesen * und umgestürzt in Vollmacht, o Seliger, * die Gräuel der Götzen.
Ton 5.
Ehre: Die Anmaßungen der Tyrannen * habt ihr nicht gefürchtet, vielmehr den Glauben * an Christus mit aller Bestimmtheit verkündet. * Vielen Martern und Schlägen habt ihr euch unterzogen, * Evstrátios und Avxéntios, * Evgénios, Oréstis und gerühmter Mardários. * So bittet den Herrn und König für uns, * die wir im Glauben euer Gedächtnis begehn.
Jetzt, Theotokion: Sei gegrüßt, du Pforte Gottes. * Sei gegrüßt, allunversehrte reine Jungfrau. * Sei gegrüßt, du Gebieterin und Anwältin der Welt. * Sei gegrüßt, du Mauer und Zuflucht, * du Schutz unsres Geschlechtes.
Jetzt, Stavrotheotokion: Als einst erblickte die Jungfrau-Mutter * und allmakellose Braut das eigene Lamm *erhöht am Kreuze, da rief sie unter Tränen: * Weh mir, mein Sohn, wie kannst du nur sterben, * du Gott der Natur nach, unsterblicher.
Tropar
Ton 4.
Deine Martyrer, o Herr, * haben die Krone der Unvergänglichkeit von dir, unserm Gott, erworben. * In deiner Kraft haben sie die Tyrannen vernichtet. * Die kraftlose Frechheit der Dämonen haben sie gebrochen. * Auf ihre Fürbitten, Christus Gott, rette unsere Seelen.
Kondak
Ton 2.
Du erschienst als glanzvollster Lichtstern, o Verkündiger Christi, denen, die da saßen im Dunkel der Unwissenheit. Mit dem Glauben aber wie mit dem Speer gerüstet, hast du den Übermut der Feinde nicht gefürchtet, o Eustratios, indem du beredsamer warst als die Redner.
Anderes Kondak
Ton 3.
Göttliches redend vor den Gottlosesten, erduldetest du die Schläge mit tapfersten Herzen, erstrahltest in Gotteszeichen wunderbar, löschtest die hohe Flamme der Verlockung; deshalb verehren wir dich, allheiliger Matryrer Christi, Eustratios!
Synaxarion
Heute, den 13. Dezember, gedenken wir der hll. Martyrer Evstrátios, Avxéntios, Evgénios, Mardários und Oréstis sowie der hl. Martyrerin Lucía.

Der hl. Evstrátios war nach der Überlieferung zur Zeit des Kaisers Diokletian römischer Präfekt der Stadt Sátala in Kleinarmenien. Da er sich als Christ bekannte, wurde er zusammen mit dem Priester Avxéntios eingekerkert. Man folterte beide auf mancherlei Weise. Ein Zuschauer namens Evgénios bekehrte sich, durch die Widerstandskraft der Martyrer tief beeindruckt, selbst zu Christus. Um Tumulten in der Bevölkerung entgegenzuwirken, wurden die drei nach Nikopolis überführt. Unterwegs schloss sich ihnen freiwillig ein frommer Mensch an, der Mardários hieß. Auch ein Soldat aus der Eskorte, Oréstis, stellte sich auf die Seite der Martyrer. Noch vor der Ankunft am Zielort wurden Avxéntios, Evgénios und Mardários zu Tode gebracht. Da auch in Nikopolis eine Volkserhebung drohte, trieb man Evstrátios und Oréstis weiter nach Sevasté, wo der Gouverneur Agrikolaos sie hinrichten ließ. Der Ortsbischof von Sevasté soll den beiden Martyrern in den letzten Stunden ihres irdischen Lebens beigestanden haben. Evstrátios und seine Gefährten genossen besonders in Konstantinopel und in Kappadokien hohe Verehrung.

Die hl. Lucía ist neben der hl. Agatha seit alter Zeit die bekannteste und verehrteste Heilige Siziliens. Als Martyrerin gab diese heilige Jungfrau an einem 13. Dezember, wahrscheinlich zur Zeit des Kaisers Diokletian, ihre Seele Gott zurück. Ihr Leib wurde in ihrer Vaterstadt Syrakus beigesetzt. Später errichtete man über ihrem Grab ein Oktogon und eine Basilika.

Der Überlieferung nach war Lucía eine reiche junge Frau aus Syrakus. Sie war verlobt mit einem Mann aus derselben Stadt. Während einer Pilgerfahrt zum Grab der hl. Agatha nach Catania, wo sie um die Gesundung ihrer schwer erkrankten Mutter beten wollte, erschien ihr die Heilige und sagte ihr das Martyrium voraus. Nachhause zurückgekehrt löste sie ihre Verlobung und verteilte all ihre Güter unter die Armen. Ihr enttäuschter Verlobter denunzierte sie als Christin beim Konsul Paschasius. Daraufhin wurde Lucía eingekerkert und dem Tribunal vorgeführt. Da keine Drohung, keine Folter und kein Unbill sie von ihrem Glauben abbringen konnte, wurde sie zur Enthauptung verurteilt. Vor der Hinrichtung konnte sie noch die heilige Eucharistie empfangen und den baldigen Tod des Kaisers samt der folgenden Friedenszeit für die Kirche prophezeien. Bald nach ihrem Tode wurde Paschasius vor ein römisches Gericht zitiert und wegen seiner schlechten Amtsführung verurteilt.

Die Reliquien der hl. Lucía wurden einer Tradition zufolge im 8. Jahrhundert nach Péntima in den Abruzzen verbracht, von wo sie im 10. Jahrhundert nach Metz überführt worden sein sollen. Größere Wahrscheinlichkeit besitzt die Nachricht, dass sie zusammen mit den Reliquien der hl. Agatha im Jahre 1038 nach Konstantinopel gelangten, von wo lateinische Kreuzfahrer sie 1204 raubten und mit nach Venedig nahmen, wo sie bis 1860 in der Kirche S. Georgio Maggiore, seither aber in der Kirche S. Geremia ruhen.

Ihr hll. Martyrer Evstrátios, Avxéntios, Evgénios, Mardários, Oréstis und Lucía, bittet Christus für uns! Du aber, Christus unser Gott, erbarme dich unser!

Prokimenon zur Liturgie
Ton 4.
Den Heiligen auf seiner Erde / hat der Herr wunderbar werden lassen all sein Wohlwollen an ihnen.
Vers: Ich sah den Herrn stets vor meinen Augen; denn er ist zu meiner Rechten, dass ich nicht wanke.
Apostellesung zur Liturgie
Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Epheser
Eph 6, 10-17 ( Stelle lesen: Eph 6, 10-17 )
Alleluïa zur Liturgie
Ton 4.
Es schrieen die Gerechten, und der Herr erhörte sie, und aus all ihren Bedrängnissen hat er sie erlöst.
Vers: Zahlreich sind die Bedrängnisse der Gerechten, doch aus ihnen allen wird der Herr sie erlösen.
Evangeliumslesung zur Liturgie
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen, euch verfolgen und an Synagogen und Gefängnisse überliefern, geführt zu Königen und Statthaltern um meines Namens willen. Es wird euch aber zum Zeugnis gereichen. Setzet es nun fest in euren Herzen, dass ihr nicht vorher überlegt, wie ihr euch verteidigen sollt; denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht widersprechen oder widerstehen werden können. Ihr werdet aber sogar von Eltern, Verwandten, Freunden und Geschwistern überliefert werden, und einige von euch wird man zu Tode bringen; und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen. Doch kein Haar von eurem Haupt wird zugrunde gehen. In eurer Geduld gewinnet eure Seelen. (Lk 21, 12-19)*
Kommunionvers
Frohlocket, ihr Gerechten, im Herrn; den Aufrichtigen geziemet Lob.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
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