Orthodoxe Gottesdienste

Triodion. 2. Sonntag nach Ostern, von Antipas'ch. Sonntag.

Thomas-Sonntag

Anmerkungen
Am Samstagabend werden vor der Non (und vor der kleinen Vesper) die Königlichen Türen geschlossen. Die Non ist keine Osterstunde mehr, sondern eine normale mit 3 Psalmen.
Am Thomassonntag werden keine Texte des Oktoich gelesen.
„Beim Mittagessen gibt es für die Gemeinde einen großen Trost.“ (Typikon, Kapitel 50, „Sonntag zu Antipascha“) Der Sonntag ist eine gute Gelegenheit für ein Gemeindefest.
Die Nachfeier von Antipascha dauert bis zum Samstag.
Allgemein:
An allen Sonntagen von diesem Tag des Antipascha bis zum Festabschluss der Auferstehung wird:
- nach dem Evangelium des Orthros „Die Auferstehung Christi“ drei Mal gesungen.
- „Die du geehrter bist“ nach der 8. Ode des Kanons nicht gesungen. Die Kirche wird jedoch während der 9. Ode geräuchert.
- das Minäon, mit Ausnahme von Polyleos- oder Vigilheiligen, in der Vigil nicht gelesen. Die Texte des Minäons werden in die Komplet verschoben.
An allen Tagen bis zum Festabschluss der Auferstehung wird:
- in allen Liturgien zu „Kommt, lasst uns anbeten“ die Ergänzung „von den Toten Auferstandene, die wir…“ gesungen.
- in allen Liturgien zuerst die Tageslesungen und danach die Heiligenlesungen gelesen.
- in allen Liturgien (mit Ausnahme von Mittpfingsten und seinem Abschluss) anstatt von „Die du geehrter bist“ „Der Engel rief“ gesungen.
- bei allen Gottesdiensten, die mit einem Ausruf des Priesters beginnen, „Christus ist erstanden“ drei Mal gesungen oder gelesen. Ebenso vor dem Hexapsalm.
- die Entlassung nach allen Gottesdiensten mit „Der von den Toten auferstandene“ begonnen.
Das Gebet „Himmlischer König“ wird von Ostern bis Pfingsten ausgelassen.
Gemäß dem Typikon werden vom Antipascha-Sonntag bis Allerheiligen nach der Brotweihe die Apostelgeschichte oder Homilien des Hl. Johannes Chrysostomus gelesen. An allen anderen Sonntagen des Jahres sollen „die Apostelbriefe, die 14 Briefe des Hl. Apostels Paulus und die Offenbarung des Hl. Johannes des Theologen“ gelesen werden. Die Einteilung der Lesungen wird vom Typikon nicht vorgegeben. In den meisten Gemeinden und Klöstern wird auf diese Lesungen jedoch verzichtet.
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1. ( von Johannes von Damaskus )
Als die Jünger sich hinter verriegelten Türen versammelt hatten, / tratest du, Allgewaltiger, plötzlich herein, / Jesus, du unser Gott. / Und stehend in ihrer Mitte, / schenktest du ihnen den Frieden / und erfülltest sie mit dem Heiligen Geist. / Und du gebotest ihnen, zu bleiben, / von Jerusalem um keinen Preis sich zu trennen, / bis sie mit der Kraft aus der Höhe bekleidet wären. / Darum rufen wir zu dir: / Unser Licht, unsere Auferstehung und unser Friede, // Ehre dir.
Acht Tage nach deiner Erweckung / bist du, o Herr, deinen Jüngern an dem Orte erschienen, / wo sie versammelt waren. / Und du sprachest zu ihnen: Friede euch. / Und du zeigtest dem ungläubigen Jünger die Hände / und die lautere Seite. / Der aber glaubte und rief dir zu: // Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Thomas, der den Namen Zwilling führte, / war nicht unter ihnen, da du eintratest, Christus, / bei verschlossenen Türen. / Darum auch glaubte er nicht, was man ihm sagte, / und bahnte sich so den sicheren Weg aus dem Unglauben zum Glauben. / Und du verschmähtest, Guter, es nicht, / ihm deine lautere Seite zu zeigen / und die Male der Hände und Füße. / Und da er sie berührt und geschaut hatte, / hat er bekannt, du seiest mehr / als ein einfacher Gott, als ein einfacher Mensch, // und er rief: Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Da die Jünger in Ungewissheit waren, / ist der Erretter am achten Tage erschienen, / wo sie sich versammelt hatten. / Und schenkend den Frieden, sprach er zu Thomas: / Apostel, komm her, berühre die Hände, / in die sie die Nägel trieben. / O herrlicher Unglaube des Thomas. / Der Gläubigen Herzen hat er zur Erkenntnis geführt, / und er hat gerufen in Furcht: // Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Ton 2.
Als nach deiner Erweckung, o Herr, / deine Jünger sich hinter verriegelten Türen versammelt hatten, / bist du in ihrer Mitte erschienen, / ihnen bietend den Frieden. / Gläubig hat da auch Thomas, da er deine Hände sah, deine Seite, / als Herrn und Gott dich bekannt, Menschenfreund, // der die, welche auf ihn hoffen, errettet.
Als die Türen verschlossen waren, / trat Jesus hin zu den Jüngern, / nahm ihnen die Furcht, gab ihnen den Frieden. / Dann sprach er zu Thomas: / Warum glaubst du mir nicht, dass ich auferstand von den Toten? / Führe hierher deine Hand und lege sie in meine Seite und schau. / Denn als du nicht glaubtest, / haben alle meine Leiden und meine Auferstehung erfahren, / dass sie rufen mit dir: / Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Ton 6. ( von Johannes von Damaskus )
Jetzt, Theotokion: Als die Türen verschlossen waren, / tratest, Christus, du hin zu den Jüngern. / Damals ward nach der Heilsordnung Thomas nicht unter ihnen gefunden. / Denn er sprach: Ich werde nimmer es glauben, / wenn nicht auch selber ich schaue den Herrn. / Schaue die Seite, aus der herausrann das Blut, / das Wasser, die Taufe. / Schaue das Mal der Wunde, / an der Heilung gefunden die große Wunde: der Mensch. / Schau, dass er nicht war wie ein Geist, / nein, Fleisch und Gebein. / Der du zertratest den Tod / und den Thomas führtest zum Glauben, // Herr, Ehre Dir.
Stichiren zur Litia
Ton 4. ( Idiomelon )
Herr, in deiner Gottheit unerträglichem Glanze, während verrammelt waren die Türen, bist du erschienen. Und stehend inmitten der Jünger, entblößtest die Seite du. Und auf die Wunden deiner Hände und deiner Füße Male hinweisend, löstest du der Niedergeschlagenheit Trauer und deutlich sagtest du: Wie ihr sehet an mir, dass ich Fleisch angenommen, ihr Freunde, so trage ich nicht eines Geistes Natur. Und dem zweifelnden Jünger gestattetest du, dich zu berühren schauererregend, und sprachst: Wenn du alles erforschet, wohlan, dann zweifle nicht länger. Und jener gewahrte in der Hand dein zwiefaches Wesen. In Furcht rief gläubig er auf, hingerissen vom Glauben: Mein Herr und mein Gott, Ehre sei dir.
Ton 8. ( Idiomelon )
Thomas, mit der Hand berühre die Seite, sagt Christus, wohlan, auch die Male der Nägel berühre. Im Glauben erforsche und werde ein Gläubiger mir, nicht ungläubig sei. Wie Thomas aber hatte berührt mit dem Finger den Herrn, hat laut er gerufen: Du bist mein Gott und mein Herr. Erbarmender, Ehre sei dir.
( Idiomelon des Anatolios )
Jetzt, Theotokion: Als die Jünger versammelt sich hatten hinter verrammelten Türen, erschien der Erretter, wo versammelt sie waren. Und stehend in ihrer Mitte, spricht er zu Thomas: Komm her, berühre und schaue die Male der Nägel. Streck aus deine Hand und meine Seite berühre. Und sei nicht ungläubig, nein, gläubig meine Auferstehung von den Toten verkünde.
Stichiren zur Stichovna
Ton 4.
O des überraschenden Wunders. / Der Unglaube hat sicheren Glauben gezeugt. / Denn gesprochen hat Thomas: / Wenn ich nicht sehe, werde ich nicht glauben. / Doch als er deine Seite berührte, / hat er den Fleischgewordenen als Gott, als Gottes Sohn, bekannt, / erkannt als den, der im Fleisch gelitten. / Und er ward des auferstandenen Gottes Künder. / Mit heller Stimme hat er gerufen: // Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Lobe den Herrn, o Jerusalem! Lobe deinen Gott, o Sion.
O des überraschenden Wunders. / Das Gras, das berührte das Feuer, es ist gerettet. / Denn da Thomas die Hand in Jesu Christi, Gottes feuerflammende Seite legte, / ward er durch die Berührung nimmer verbrannt. / Denn der Seele Unglauben hat er heiß in Glauben verwandelt. / Aus der Seele Tiefen hat er gerufen: / Du, Herr, bist auch mein Gott, der von den Toten erstanden. // Ehre dir.
Denn er stärkte die Riegel deiner Tore; Er segnete deine Söhne in dir!
O des überraschenden Wunders. / An des Wortes Brust lag Johannes. / Doch Thomas ward gewürdigt, zu berühren die Seite. / Jener schöpft schauerregend aus ihr der Gottesgelehrsamkeit Tiefe. / Und in die Mysterien der Heilsordnung uns einzuführen ist dieser gewürdigt. / Denn er stellt uns deutlich vor Augen / die Beweise für seine Erweckung, rufend: // Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Ton 5.
Jetzt, Theotokion: Menschenfreund, groß und ohnegleichen ist deiner Erbarmungen Fülle. / Denn du hast es in Langmut ertragen, / von den Juden gegeißelt zu werden, / berührt zu werden von dem Apostel. / Von denen, die dich verwarfen, hast du dich ausfragen lassen. / Wie konntest du Fleisch annehmen, wie, Sündeloser, dich kreuzigen      lassen? / Wohlan, wie dem Thomas gib uns die Einsicht, zu dir zu rufen: // Mein Herr und mein Gott, Ehre dir.
Tropar
Ton 7.
Obgleich das Grab versiegelt war, / gingst du hervor aus der Gruft, Christus, Gott unser Leben; / obgleich die Türen fest verriegelt waren, / kamst du herein zu den Jüngern, du, die Auferstehung aller. / Durch sie erneuerst du den rechten Geist in uns // nach deinem großen Erbarmen.
Sedalen 1
Ton 1.
Als sich vor den Hebräern aus Furcht verborgen hatten die Jünger, versammelt sich hatten auf Sion, tratest du, Guter, zu ihnen herein und tratest, während verschlossen waren die Türen, in ihre Mitte als Bringer der Freude und zeigtest die Hände und die Wunden deiner lauteren Seite. Und zu dem ungläubigen Jünger sprachst du: Lege her deine Hand und forsche, dass ich selber es bin, der deinetwegen gelitten.
Sedalen 2
Ton 1.
Du tratest, o Leben, Christus, zu den Jüngern bei verschlossenen Türen. Und zeigend die Seite und deine Hände und Füße, wolltest vor ihnen du deine Auferstehung aus dem Grabe verbürgen. Doch Thomas ward nicht gefunden. Darum sprach er: Wenn ich nicht schaue ihn, traue ich nicht euren Worten.
Hochpreisung
Wir hochpreisen Dich, / Lebenspender Christus, / der Du um unsretwillen zur Hölle hinabgestiegen bist, // der Du mit Dir alle auferweckt hast.
Prokimenon des Orthros
Ton 4.
Lobpreise, Jerusalem, den Herrn, / lobe deinen Gott, o Sion.
Vers: Denn stark hat Er die Riegel deiner Tore gemacht.
Ode 1
Kanon zu Antipascha, Ton 1.
Irmos: Ein Siegeslied lasset, Völker alle, jenem uns singen, der aus Pharaos bitterer Fron befreite Israel und in der Meerestiefe ihm voran zog unbenetzt. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der Frühling der Seelen ist heute, da Christus aus dem Grabe wie eine Sonne am dritten Tage aufstrahlte und unserer Sünde finstern Winter vertrieb. Ihn lasst uns besingen in Hymnen. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die Fürstin der Stunden begleitet den lichtbringenden Tag, den Fürsten der Tage, mit lichtestem Glanze und erfreuet der Kirche erkorenes Volk, unaufhörlich Christus besingend in Hymnen, der von den Toten erstand.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Des Todes Tore, Christus, widerstanden dir nicht, noch die Siegel des Grabes, noch die Riegel der Türen. Nein, du bist erstanden, zu deinen Freunden tratest du hin, ihnen schenkend den Frieden, o Herr, der jeden Verstand überragt.
Ode 3
Irmos: Befestige mich, Christus, auf dem unerschütterlichen Felsen deiner Gebote und erleuchte mich mit dem Lichte deines Angesichts. Denn keiner ist heilig, Menschenfreund, außer dir.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Alt waren wir, du hast neu uns gemacht, wir waren verweslich, du hast uns unverweslich gemacht, Christus, durch dein Kreuz und befahlest, in der Neuheit des Lebens würdig zu wandeln.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Im Grabe umschlossen mit deinem Fleisch, dem umgrenzten, der du selbst unbegrenzt, o Christus, standest du auf. Und als verschlossen waren die Türen, tratest, Allgewaltiger, vor deine Jünger du hin.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deine Wunden, Christus, die du freiwillig auf dich nahmest für uns, tatest deinen Jüngern vorsorglich als Beweis deiner herrlichen Auferstehung du kund.
Hypakoi
Ton 6.
Wie du inmitten deiner Jünger erschienest, Erretter, und ihnen schenktest den Frieden, so geh auch mit uns, sei unser Erretter.
Ode 4
Irmos: Groß ist, Christus, deiner Heilsordnung Mysterium. Denn dieses schaute Habakuk prophetisch von ferne voraus: Du zogest aus, rief er dir zu, zu deines Volks Errettung, Menschenfreund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Galle hat er gekostet, heilend das Kosten von einst. Jetzt aber gibt Christus mit der Honigwabe dem Stammvater Anteil am Licht und an seiner süßen Gemeinschaft.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Du freuest dich, der du wirst erforscht. Darum, Menschenfreund, ermunterst du Thomas dazu und hältst ihm, der nicht glauben will, die Seite hin, Christus, deine Auferweckung nach drei Tagen verbürgend der Welt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Reichtum schöpfend aus dem unraubbaren Schatz deiner heiligen, von der Lanze durchstochenen Seite, gnädiger Herr, erfüllt Didymos mit Weisheit und Erkenntnis die Welt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deine Zunge, die allglückseligste, o Didymos, in Hymnen wird sie besungen. Denn als erste kündet fromm sie Jesus, den Spender des Lebens, den Gott und Herrn, ob der Berührung von der Gnade erfüllt.
Ode 5
Irmos: Aus der Nacht frühmorgens uns erhebend, besingen wir, o Christus, dich in Hymnen, dich, der gleich dem Vater ohne Anfang ist, den Retter unserer Seelen. Der Welt den Frieden schenke, Menschenfreund.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Als zu den mutlosen Jüngern hintrat der Retter, verscheucht durch seine Gegenwart er alle Trauer und weckt sie auf, zu seiner Auferstehung zu tanzen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
O der wahrhaft gepriesenen, schauererregenden Handlung des Thomas. Denn kühn hat er die Seite berührt, die aufblitzte in göttlichem Feuer.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als des Glaubens Erzeuger hast du den Unglauben des Thomas gezeigt uns. Denn alles erkennst du in deiner Weisheit zum Heile voraus als Menschenfreund, Christus.
Ode 6
Irmos: Aus dem Hai hast, Menschenfreund, du den Propheten errettet. Auch mich führe heraus, bitte ich, aus dem Abgrund der Fehler.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Du hast nicht den Thomas verlassen, als er getauft ward, o Herr, indes Unglaubens Tiefe. Damit er prüfe, strecktest du aus deine Hände.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es sprach unser Retter: Wenn ihr berührt mich, so seht ihr, dass ich trage Fleisch und Gebein. Nicht bin ich ein anderer geworden.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es berührte Thomas die Seite und gläubig hat er erkannt, obwohl er nicht war zugegen, unser Erretter, bei deiner ersten Erscheinung.
Kondak
Ton 8.
Thomas berührte deine lebenspendende Seite mit seiner eifrigen Hand, o Christus Gott, / als du kamest zu deinen Aposteln durch verschlossene Türen. // Er rief aus mit allen: „Du bist mein Herr und mein Gott!“
Ikos
Wer bewahrte des Jüngers Hand, dass sie damals zerschmolz nicht, da sie sich näherte der feurigen Seite des Herrn? Wer gab ihr den Mut, wer flößte ihr Kraft ein, zu berühren glühend Gebein? Ganz und gar sie, die er berührte. Denn hätte die Seite nicht verliehen die Kraft der armseligen Rechten, wie hätte sie prüfen können die Leiden, die Himmel und Hölle erschüttern? Thomas ward diese Gnade gegeben, zu berühren die Seite, zu Christus zu rufen: Du bist mein Herr und mein Gott.
Ode 7
Irmos: Dem Bilde zu dienen, als der Instrumente Klang die Völker zusammenrief, brachen die Knaben, nach der Väterweise singend ein Lied von den Liedern Sions, des Tyrannen widersprechende Lehre und verwandelten in Tau die Flamme, den Lobgesang anstimmend: Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der erste, der König der Tage ist dieser lichtbringende Tag. So ziemet es sich, dass juble an ihm das neue, heilige Volk. Denn zitternd trägt er auch der Ewigkeit Zeichen, da er vollendet die Woche der Zukunft. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Uns Wohltat erweisend in ungläubigem Glauben, ist allem Thomas, Didymos mutig und verscheuchet allen Enden der Erde in gläubigem Unglauben der Unkenntnis Nacht. Sich selber flicht er den Kranz, hell bekennend: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Nicht war es umsonst, dass Thomas zweifelnd nicht zustimmte deiner Erweckung. Nein, über allen Zweifel eilte er sie zu erweisen, Christus, allen Völkern. So führte durch Unglauben er alle zum Glauben, lehrte sie sprechen: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Furchtsam legte Thomas in deine lebenbringende Seite, o Christus, zitternd die Hand und fühlte, Erretter, der beiden Naturen doppelte Kraft, die ohne Vermischung vereint sind in dir, und gläubig rief er und sprach: Du bist der Herr. Der Väter und unser erhabener Gott, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Ihn, der in der Feuersglut des brennenden Ofens bewahrte die Jünglinge und herniederstieg zu ihnen in Engelsgestalt, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Sich sehnend nach deinem erfreuenden Schauen, war Thomas ungläubig erst. Doch gewürdigt des Schauens, hat er den Gott und den Herrn dich, Gebieter, genannt. Dich erheben wir über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Ihn, der des Thomas Unglauben gefallen sich ließ und zeigte die Seite und von seiner Hand genau prüfen sie ließ, besinget in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in die Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Deinen verborgenen Schatz, mit Schmucke beladen, hat er uns, Thomas, eröffnet. Denn Gott bekennend, sprichst du mit gottbegeisterter Zunge: Besinget Christus in Hymnen und erhebet ihn über alles in die Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ausruf zu "Hochpreise"
Dich, schimmernder Leuchter und Gottes Mutter.
Ode 9
Irmos: Dich, schimmernder Leuchter und Gottes Mutter, hellstrahlende Herrlichkeit, erhaben über alle Gebilde, in Hymnen erheben wir dich.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Deinem strahlenden und über alles herrlichen Tag, o Christus, der lichtvollen Gnade, in der du strahlend in Schönheit zu deinen Jüngern hintratst, sagen wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Dir, der berühren die Seite sich ließ von erdhafter Hand und nicht sie verbrannt hat in der Glut der stofflosen Gottesnatur, dir sagen in Hymnen wir Preis.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Dir, Christus, der als Gott aus dem Grabe erstand, den wir zwar mit Augen nicht schauen, an den aber mit der Liebe des Herzens wir glauben, sagen in Hymnen wir Preis.
nach 9. Ode
( Exaposteilarion )
Meiner Glieder Wunden hast mit deiner Hand du erforscht. Nicht sei mir ungläubig, Thomas, der um deinetwillen ich Wunden empfing. Eines Sinnes sei mit den Jüngern und verkünde den lebendigen Gott.
Jetzt, Theotokion: Heute verbreitet Wohlgerüche der Frühling. Und die neue Schöpfung tanzet im Chor. Heut tuen sich auf die Riegel selbst von des Unglaubens Toren, da Thomas, der Freund, ruft: Mein Herr und mein Gott.
Stichiren zum Lob
Ton 1.
Wie nach deiner schauererregenden Auferweckung aus dem Grabe, Spender des Lebens, du nicht zerbrächest die Siegel des Grabes, o Christus, so tratest du ein durch verschlossene Türen zu deinen ruhmbedeckten Aposteln, sie erfüllend mit Freude und spendend ihnen deinen Geist, den guten, in unermeßlicher Güte.
Thomas, der auch Didymos heißt, war nicht zugegen, da du, o Herr, den Jüngern erschienst. Darum glaubte an deine Auferstehung er nicht, rief denen zu, die dich geschaut: Wenn ich in seine Seite nicht lege den Finger und in die Male der Nägel, glaube an seine Erweckung ich nicht.
Nach deinem Wunsche berühre, sprach Christus zu Thomas. Reich her deine Hand und erkenne, dass ich trage Gebein und erdhaften Leib. Und sei nicht ungläubig, gleich den übrigen glaube. Er aber rief: Du bist mein Gott und mein Herr. Preis sei deiner Erweckung.
Ton 6.
Ehre: Acht Tage nach deiner Erweckung, Jesus, König, des Vaters eingeborenes Wort, erschienest du deinen Jüngern bei verschlossenen Türen und botest ihnen dar deinen Frieden und zeigtest dem ungläubigen Jünger die Male. Komm her. Berühre die Hände, die Füße, meine lautere Seite. Er aber glaubte, rief zu dir: Mein Herr und mein Gott. Ehre sei dir.
Prokimenon zur Liturgie
Ton 3.
Groß ist unser Herr und groß seine Stärke, // und seiner Einsicht ist kein Maß.
Vers: Lobet den Herrn; denn ‹etwas› Gutes ‹ist› ein Psalm, süß sei unserem Gott ‹das› Lob.
Alleluïa zur Liturgie
Ton 8.
Kommt, lasst uns frohlocken dem Herrn, jubeln Gott, unserem Erretter.
Vers: Denn ein großer Gott ist der Herr und ein großer König über die ganze Erde.
Kommunionvers
Lobpreise, Jerusalem, den Herrn, lobe deinen Gott, o Sion.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Pater Kilian Kirchhoff.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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