Orthodoxe Gottesdienste

Minäon vom 13. November

Hl. Johannes Chrysostomos, Erzbischof von Konstantinopel

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 4. ( nach: Als Edlen unter den Martyrern )
Die goldgetriebene Posaune, * das Instrument des göttlichen Geistes, * das Meer der Lehren unerschöpflich, * die feste Stütze * der Kirche, den himmlischen Geist, * die Tiefe der Weisheit, den Krug aus reinem Golde, * aus dem sich ergießen Ströme honigfließender Unterweisung * und benetzen die Schöpfung, * ihn Lasst uns rühmen in Liedern.
Der Stern, der nicht untergeht, * der erleuchtet mit Strahlen * der Unterweisung alles auf Erden, * den Künder der Buße, * den Schwamm aus reinem Gold, * der aufsaugt die Nässe schlimmer Verzweiflung * und Tau spendet den Herzen ausgelaugt von Sünden, * ihn Lasst uns würdig ehren, * Ioannes mit der goldenen Zunge.
Der Engel auf Erden * und Mensch im Himmel, * die Schwalbe mit der schönen Stimme und den vielen Lauten, * die Schatzkammer der Tugenden, * der unzerstörbare Felsen, * das Muster der Gläubigen, den Martyrern ähnlich, * den heiligen Engeln gleichgestellt und gleich geartet den Aposteln, * er mit dem goldenen Munde * sei hoch in Liedern gepriesen.
Ton 6.
Ehre: Du Frommer dreimalselig, * heiligster Vater, du guter Hirte, * du Schüler des Erzhirten Christus, * dein Leben hast du gegeben für die Schafe; * so flehe auch jetzt, allgepriesener Ioannes Chrysostomos, * durch deine Bitten, * dass uns geschenkt werde das große Erbarmen.
Jetzt, Theotokion: Wer wird dich nicht selig preisen, * allheilige Jungfrau, * wer nicht besingen dein wehenloses Gebären? * Denn der zeitlos aus dem Vater hervorgestrahlt, * der einziggezeugte Sohn, * er selbst ging aus dir, der Reinen, hervor, * menschgeworden auf unsagbare Weise, * der da ist Gott der Natur nach * und der Natur nach Mensch geworden * um unsertwillen, * nicht getrennt in eine Zweiheit der Personen, * sondern kundgetan unvermischt in der Zweiheit der Naturen. * Ihn bitte, hehre Allseligste, * dass unsere Seelen Erbarmen finden.
Parimien
Lesung aus dem Buch der Sprüche
Das Gedenken des Gerechten geschieht unter Lobreden, und der Segen des Herrn kommt über sein Haupt. Selig der Mensch, der gefunden hat die Weisheit, und der Sterbliche, der kennt die Einsicht. Denn es ist besser, sie zu erwerben als Schätze von Gold und Silber. Denn sie ist kostbarer als wertvolle Steine. Nichts Schlechtes kann sich ihr entgegenstellen. Wohl bekannt ist sie allen, die sich ihr nähern. Nichts Kostbares wiegt sie auf. Aus ihrem Munde kommt hervor Gerechtigkeit, Gesetz und Erbarmen trägt sie auf der Zunge. Hört mich also, ihr Kinder, denn Erhabenes künde ich, und selig der Mensch, der achtet auf meine Wege. Denn meine Tore sind Tore des Lebens, und man verschafft sich Wohlgefallen vom Herrn. So rufe ich euch auf und lasse meine Stimme ergehen an die Menschensöhne: Ich, die Weisheit, habe ins Werk gesetzt den Ratschluss; die Erkenntnis und die Einsicht, ich habe sie zu mir gerufen. Mein ist der Ratschluss und die Gewissheit, mein die Einsicht und mein der Starkmut. Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, werden finden die Gnade. Seid bedacht auf Klugheit, ihr ohne Falsch, ihr Einfältigen, fasst euch ein Herz! Höret mich, und wiederum: Erhabenes künde ich, und ich eröffne von meinen Lippen her, was recht ist. Denn um die Wahrheit müht sich meine Kehle, und abscheulich sind vor mir lügnerische Lippen. Gerechtigkeit tragen in sich alle Worte meines Mundes. Nichts an ihnen ist tückisch und nichts gewunden. Alle sind sie recht den Einsichtigen und richtig denen, die finden Erkenntnis. Denn ich lehre euch Wahres, auf dass eure Hoffnung im Herrn sich gründet, und ihr werdet erfüllt sein vom Geiste. (Spr 10, 7 ff)
Lesung aus dem Buch der Sprüche
Der Mund des Gerechten träufelt Weisheit herab, die Lippen der Männer aber kennen die Gnaden. Der Mund der Weisen müht sich um Einsicht, die Gerechtigkeit aber rettet sie vom Tode. Stirbt ein gerechter Mann, so geht nicht unter die Hoffnung. Denn ein gerechter Sohn wird geboren zum Leben. Bei den Guten wird er ernten Seiner Gerechtigkeit Frucht. Das Licht leuchtet den Gerechten allenthalben, und beim Herrn werden sie finden Gnade und Ehre. Die Zunge der Weisen versteht sich auf das Gute, und in ihren Herzen wird ruhen die Weisheit. Es liebt der Herr fromme Herzen; genehm sind ihm alle, die untadelig gehen den Weg. Die Weisheit des Herrn wird aufleuchten lassen das Angesicht des Verständigen. Sie kommt denen zuvor, die nach ihr verlangen, noch bevor sie erkannt wird, und mühelos wird sie geschaut von denen, welche sie lieben. Wer frühmorgens zu ihr hineilt, muss sich nicht abmühen, und wer um ihretwillen wacht, hat bald alle Sorge los. Denn sie selbst geht umher, um nach jenen zu suchen, die ihrer wert sind, und zeigt sich ihnen freundlich auf den Pfaden. Gegen die Wahrheit hat niemals Macht das Böse. Deshalb bin ich auch ein Verehrer ihrer Schönheit geworden. Ich liebte sie und ersehnte sie von meiner Jugend an und suchte sie mir heimzuführen als Braut. Denn der Gebieter über alles hat sie geliebt. Denn sie ist eingeweiht in Gottes Wissen und wählt aus seine Werke. Ihre Mühen sind Tugenden. Sie lehrt Besonnenheit und Klugheit, Gerechtigkeit und Mannhaftigkeit; nichts ist brauchbarer im Leben für die Menschen. Verlangt es aber einen nach reicher Erfahrung, so weiß sie das Anfängliche und das Künftige zu deuten.
Sie versteht sich auf die Wendungen von Aussprüchen und die Lösungen von Rätseln. Zeichen und Wunder kennt sie im voraus sowie den Ausgang von Punkten und Räumen der Zeit. Allen ist sie eine gute Beraterin. Denn Unsterblichkeit ist in ihr, und Ruhm in der Teilnahme an ihren Worten.
Deshalb wandte ich mich an den Herrn und betete zu ihm und sprach zu ihm aus meinem ganzen Herzen: Gott der Väter und Herr des Erbarmens, der du alles durch dein Wort hast geschaffen und durch deine Weisheit hast gebildet den Menschen, auf dass er herrsche über die von dir hervorgebrachten Geschöpfe und leite die Welt in Frömmigkeit und Gerechtigkeit: Gib mir die Weisheit, die Beisitzerin auf deinen Thronen, und Verwirf mich nicht aus der Schar deiner Kinder. Denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd. Entsende sie aus deiner heiligen Wohnstatt und vom Throne deiner Herrlichkeit, dass sie mir zur Seite stehe und mich lehre, was wohlgefällig ist bei dir. Sie wird mich leiten in der Erkenntnis und mich bewahren in ihrem Lichtglanz. Denn die Gedanken der Sterblichen sind elend und ihre Einfalle schwankend. (Spr 10, 31 ff)
Lesung aus dem Buch der Sprüche
Wird der Gerechte gepriesen, so freuen sich die Völker. Denn Unsterblichkeit ist sein Gedenken, weil er bei Gott anerkannt ist und bei den Menschen, und wohlgefällig ist dem Herrn seine Seele. Seid also begierig, ihr Leute, auf die Weisheit und sehnt euch nach ihr, und ihr werdet belehrt werden. Denn ihr Ursprung ist die Liebe und die Beobachtung der Gesetze. Achtet die Weisheit, damit ihr auf ewig herrschet. Ich will euch künden und nicht verbergen vor euch die Mysterien Gottes. Denn er selbst ist der Führer der Weisheit und der Lenker der Weisen. Und in seiner Hand ist jegliche Einsicht und Fertigkeit der Werke.
Die alles kunstvoll gestaltet, die Weisheit, hat es mich gelehrt. Denn in ihr ist der Geist, verständig, heilig, der Abglanz des ewigen Lichtes und das Abbild der Güte Gottes. Sie schafft Freunde Gottes und Propheten. Sie ist herrlicher als die Sonne und über aller Stellung der Gestirne. Mit dem Licht verglichen, hat sie den Vorrang. Sie hat jene, die sie verehrten, aus Nöten errettet und sie geführt auf geraden Wegen. Sie hat ihnen heilige Einsicht gegeben, sie geschützt vor Verfolgern und ihnen den Sieg verliehen in einem harten Kampfe, damit alle erkennen, dass stärker als alles ist die Frömmigkeit, und niemals Macht hat die Bosheit über die Weisheit. Denn es sprachen, die verkehrten Sinnes sind, zueinander: Lasst uns Gewalt antun dem Gerechten und nicht schonen seiner Frömmigkeit noch scheuen das graue Haar des hochbetagten Greises. Die Gewalt sei unser Gesetz. Lasst uns nachstellen dem Gerechten, denn er ist uns unbequem, tritt unseren Taten entgegen und wirft uns vor unsere Versündigungen gegen die Zucht. Er erklärt, die Erkenntnis Gottes zu haben und nennt sich einen Knecht des Herrn. Er ist uns geworden zur Anklage unserer Gesinnung. Uns ist es schon lästig, ihn zu sehen. Denn sein Leben gleicht nicht dem der andern und ungewöhnlich sind seine Wege. Er betrachtet uns als falsche Münze und meidet wie Unrat unsere Wege, und er preist selig das Endgeschick der Gerechten. Lasst uns also sehen, ob seine Worte wahr sind und machen wir die Probe, wie es mit ihm endet. Durch Hohn und Misshandlung wollen wir ihn prüfen, damit wir seine Sanftmut kennenlernen und seine Geduld erproben. Zu schimpflichem Tode wollen wir ihn verurteilen. Denn es wird ihm Schutz zuteil nach seinen Worten.
So denken sie und täuschen sich. Denn blind gemacht hat sie ihre Bosheit. Sie erkannten nicht die Mysterien Gottes und glaubten nicht, dass du bist der alleinige Gott, der Macht hat über Leben und Tod, der rettet zur Zeit der Trübsal und befreit von allem Bösen, der Erbarmungsreiche und Barmherzige, der schenkt den Frommen seine Gnade und mit seinem Arm den Hoffärtigen widersteht. (Spr 29, 2 ff)
Stichiren zur Litia
Ton 1. ( von Anatolios )
Lichtstern Ioannes, du Mund vom Golde erstrahlend, * der vergöttlichenden Tugenden Zierde, * du Wohnstatt der geheimnishaften Schriften, * du bist zur lauteren Schatzkammer geworden * des allreinen Heiligen Geistes. * So hast du der ganzen Kirche Freude bereitet * durch dein grundlegendes Wort, das Heile führt. * Da du also freien Zugang zu Gott hast gefunden * im Genusse des Anteiles oben, * bitte für uns, heiligster Vater.
Ausgegossen ward die Gnade auf deine Lippen, * frommer Vater Ioannes Chrysostomos. * Darum hat Gott dich gesalbt zum Hohenpriester seines Volkes, * um zu weiden seine Herde * in Frömmigkeit und Gerechtigkeit. * So gegürtet mit dem Schwerte des Starken * hast du zerschlagen das Geschwätz der Häresien. * Auch jetzt höre nicht auf zu bitten, * dass die Welt erhalte den Frieden * und Rettung werde unseren Seelen.
Ton 2.
Dir, dem großen Hohenpriester * und Hirten ohne Falsch und voll Frömmigkeit, * dem Künder der Buße und goldströmenden Mund der Gnade, * sagen wir Preis in Liebe und bitten: *Gib uns Anteil an deinem Flehen, o Vater, * zur Rechtfertigung unserer Seelen.
Die Kirche prangend wie in goldenem Schmucke * durch deine goldenen Worte, Ioannes Chrysostomos, * ruft dir zu in bräutlicher Freude: * Gesättigt habe ich mich aus deinen goldsprudelnden Quellen * und ich bin verherrlicht durch den Trank, * der strahlt wie Gold und gleicht dem gelben Honig. * Denn von der Tat ich gelange zur Schau * durch deine milden Ermahnungen * und werde eins mit Christus, dem geistigen Bräutigam, * mit welchem zusammen ich herrsche. * Darum haben auch wir uns versammelt * im Gedenken an dich und rufen: * Werde nicht müde für uns zu bitten beim Herrn * um Rettung unserer Seelen.
Die höchste Philosophie hast du, Hierarch, ergriffen * und bist über die Welt hinausgewachsen * in deinem Leben, das dem Sichtbaren war enthoben. * Und wahrhaftig hast du dich erwiesen * als fleckenloser Spiegel Gottes. * Allzeit geeint warst du dem Lichte * und hast so das Licht gewonnen * und offenkundig ein seliges Ende erlangt. * Bitte, Chrysostomos, für unsere Seelen.
Ton 4.
Mit deinen goldstrahlenden Worten * hast du wahrlich getränkt die Enden, * der, Allglückseliger, du besaßest * einen Leib und eine Seele strömend von Gold. * Alles hast du vergoldet mit deinen Reden,* du Goldschmied deiner Unterweisungen. * Auch hast du goldgeschriebene Bücher verfasst * und bist so erhoben worden in die Himmel. * Deshalb rufen wir dir: * Du Goldmund, strömend von Gold, * flehe zu Christus Gott, * das errettet werden unsere Seelen.
( von Germanos )
Ehre: Rühmen soll sich die Kaiserin der Städte * ihres Hohenpriesters Ioannes * als eines kaiserlichen Schmuckes * und einer goldgetriebenen Posaune, * deren Schall trägt die Lehren * des Heiles bis an alle Enden * und führt zusammen * zum einmütigen Singen gottwürdiger Lieder. * So lasst uns rufen zu ihm: * Golden sind dein Mund und deine Rede. * Darum richte an Christus Gott dein Flehen * um die Rettung unserer Seelen.
Jetzt, Theotokion: Dich haben wir zur Mauer, * Gottesgebärerin, Allreine, * zum stillen Hafen und zum Bollwerk. * So bitten wir im Leben Bedrängten: * Leite und bewahre uns!
Stichiren zur Stichovna
Ton 5. ( nach: Sei gegrüßt )
Sei gegrüßt, du Werkzeug der Kirche, * goldschimmernd und lieblich, vom Gottesgeiste ergriffen, * du Zunge, welche der Buße * verschiedenen Weisen * uns hat menschenfreundlich vorgezeichnet, * du Geist goldgestaltig, du Schwalbe goldmundig, * du Taube, deren Schwingen, wie's heißt im Psalme, * golden erglänzen in der Frische der Tugenden, * du Strom aus reinstem Golde, * aus welchem sich ergießen die Fluten, * du Mund so gotterfüllt und sich verbürgend * für die göttliche Menschenliebe. * Zu Christus inständig flehe, * dass herab er sende das große Erbarmen.
Mein Mund kündet Weisheit, * der Eifer meines Herzens Einsicht. (Ps 48,4)
Sei gegrüßt, du Vater der Waisen, * rascheste Hilfe derer, die Unrecht erleiden, * du Versorgung der Bedürftigen, * du Ernährung der Darbenden, * du Zurechtweisung der Sünder, * du Seelenarzt so trefflich und hochangesehen, * du Strenge höchster Gottesgelehrsamkeit, * klare Deutung der Schriften des Geistes, * du hochwirksame Verordnung, * du Richtmaß schnurgerade gezogen, * du Schau zugleich und Tätigkeit- * der Weisheit hoher Gipfel. * Zu Christus inständig flehe, * dass herab er sende das große Erbarmen.
Des Gerechten Mund wird sich mühen um Weisheit, * und seine Zunge künden das Urteil. (Ps 36,30)
Zur geheiligten Behausung * hast du dich selber gemacht der heiligen Tugenden. * Denn in dir haben Wohnung, * o Vater, sie genommen * wie in einem heiligen und reinen Tempel. * Denn beherrscht hast du wahrhaftig des Leibes Empfindungen * und wie im sicheren Schatzhause mit Sorgfalt bewahrt * den Sinn und ihn von den Leidenschaften rein gehalten. *Auf solche Weise, du Allseliger, * gottähnlich in hohem Maße geworden * bist an die Spitze der Kirche du getreten * im Schmucke der hierarchischen Würde * und flehest inständig zu Christus, * der da gewährt der Welt das große Erbarmen.
Ton 6.
Ehre: Als Posaune mit goldenem Klange * hast du dich erwiesen, * Chrysostomos, dessen Rede dem Golde gleicht, * und hast den Herzen der Gläubigen * eine goldene Gestalt gegeben * durch deine Unterweisungen mit goldenen Worten. * Denn ausgegangen ist, wie es heißt beim Propheten, * der Schall deiner Lehren, o frommer Vater, * und hast die Enden aller Welt erleuchtet.
Jetzt, Theotokion: Mein Schöpfer und Erlöser, * Christus der Herr, * der hervorging, Allreine, aus deinem Schoße, * bekleidet mit meiner Natur, * er hat befreit den Adam * vom Fluche der Vorzeit. * So rufen wir dir, Allreine, * als der Mutter Gottes und wahrhaften Jungfrau * ohne zu verstummen * das "Sei gegrüßt" des Engels: * Sei gegrüßt, Gebieterin, * Schutz, Schirm und Errettung * unserer Seelen.
Tropar
Ton 8.
Die Gnade deines Mundes * ist aufgestrahlt gleich einer Fackel und hat den Erdkreis erleuchtet. * Sie hat der Welt verschafft der Freigebigkeit Schätze * und uns gezeigt die Höhe der Demut. * Wohlan, da du uns unterweisest durch deine Worte, Vater Ioannes Chrysostomos, * bitte Christus Gott, das Wort, dass errettet werden unsere Seelen.
Prokimenon des Orthros
Ton 4.
Mein Mund soll Weisheit reden, und was mein Herz sagt, soll verständig sein.
Vers: Höret zu, alle Völker, merket auf, alle, die in dieser Zeit leben.
Evangelium des Orthros
Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Amen, amen, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Hürde der Schafe eingeht, sondern anderswoher hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür eingeht, ist Hirte der Schafe. Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie heraus. Wenn er die eigenen Schafe alle herausgetrieben hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie keineswegs folgen, sondern vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis sprach Jesus zu ihnen; jene aber erkannten nicht, was es war, das er zu ihnen redete. Jesus sprach nun wiederum zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. (Joh 10, 1-8)*
Stichire des Fests
Ton 6.
Die Gnade ergoss sich in deinem Lehren, * ehrwürdiger Vater, * du warst ein Hirte der Kirche Christi. * Du lehrtest deine geistigen Kinder * zu glauben an die einwesentliche Dreifaltigkeit * in der einen Gottheit.
Ode 1
Kanon zu Ehren des Heiligen, verfasst von Theophanes, Ton 8.
Akrostich: Ich besinge dich, den goldenen Mund des Geistes.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Aus ganzem Herzen predigtest du die Buße, Chrysostomos. Flehe zu Gott, Vater, dass er mir die rechte Reue aus reiner Seele verleihe, dass er heile alle meine alten Wunden um deiner Fürsprache willen.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Ganz empfingst du das Leuchten des Heiligen Geistes und wurdest zur strahlenden Säule, zum Wegbereiter der Kirche, Ehrwürdiger. Du warst wahrhaftig die strahlende Wolke, Seliger, die alle Versammlung der Rechtgläubigen überschattet.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Von Christus empfingst du die Handauflegung, der dich zum Lehrer berief. Mit goldener Stimme verkündetest du die heiligen Lehren allen Völkern, die du im Geiste gottweise schöpftest. So erschienst du als göttlicher Strom, erfüllt vom Wasser des Geistes, gottseliger Chrysostomos.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Herrlich wardst du geziert durch die Gaben der Gnade, von Gott mit Freude erfüllt, denn du gebarst das Wort des Vaters, das über Verstand und Wort aus Menschenliebe den Körper annahm, Gepriesene, die du makellose Jungfrau geblieben bist.
Ode 3
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Reichtum empfing dein Geist durch Christus. Durch dein makelloses Leben wurdest du den Menschen zum Vermittler und Künder ihrer Erlösung. In deinen Lehren schöpften sie Errettung, gottbegnadeter Chrysostomos.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Reichtum wurde dir aus den überirdischen Quellen des Geistes zuteil. Aus der Quelle der Erlösung schöpftest du die ewig strömende Quelle deines Lehrens und tränktest die ganze Kirche, ehrwürdiger Vater.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Die wüst gewordene Ebene der Seelen wandeltest du, weiser Chrysostomos, durch deine Predigt, das weise Bestellen des Ackers. Fruchtbar erwiesest du die Erde, die durch dich aus der Höhe getränkt wurde, Gotterwählter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Kein Makel und kein Fehl ward in dir, Jungfrau. Zur Wohnstätte der himmlischen Gnade wardst du erwählt, denn in dir zog ein das Heilige aller Tugenden, Unbefleckte.
Ode 4
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Christus schenkte uns in dir einen neuen Apostel, den ersten ebenbürtig, dessen Schauen alles vorher erkannte, einen himmlischen Seher und Prediger, der uns aus der Höhe göttliche Kunde offenbarte, Johannes Chrysostomos.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
In Johannes Chrysostomos verehren wir den goldstrahlenden und goldtönenden Prediger, dessen Lehren das All in goldenes Licht hüllten, dessen Worte alle erleuchteten und in hellstes Leuchten des vollkommenen Lichtes tauchten, dem göttliche Gnade entströmt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Du verkündetest göttliche Barmherzigkeit und offenbartest die Wege der wahren Buße. Weise zeigtest du, dem Bösen zu entgehen, Seliger und Vollkommener. Durch dein Wirken lehrtest du das rechte Tun, ehrwürdiger Vater Chrysostomos.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Nach Gott gewannen wir in dir unseren Schutz. Du bist Mutter Gottes, unseres Schöpfers und Bildners, der unser Sein annahm, Unbefleckte, und uns aus der Verwesung und dem Tode befreite. Dich verherrlichte ganz der göttliche Ruhm.
Ode 5
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
In dir erkennen wir den hellstrahlenden Leuchter der Kirche, der unsere Seelen rettet, uns aus dem Schlund des Todes befreit und zum ewigen Leben führt, ewigseliger Vater.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Dreimalseliger, bekleidet mit der Rüstung der Gnade und der Tapferkeit deiner Seele überwandest du die Angriffe der Irrlehrer, Heiliger. Du sammeltest im Geiste die Chöre der Rechtgläubigen, die herrlich jauchzen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Gleich wohlriechenden Blüten erfüllte der göttliche Duft deine Lippen, deine geheimniskündenden, vom Myrhon und Erbarmen erfüllten Lehren erfreuen das Weltall mit geistigem Wohlgeruch, Weiser.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Du empfingst Gott, den Schöpfer und Allerhalter, den Herrn. Weil du ihn gebarst, verherrlichen dich alle Völker und Chöre der körperlosen, geistigen Kräfte, Reine, als die Mutter Gottes.
Ode 6
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Der Welt schenktest du den Reichtum der geistigen Weisheit und erschienst als reicher Spender des Wortes. Den Reichtum, der aus deinen Lehren quoll, empfingst du, Hierarch, aus der Höhe des Himmels.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Gleich einem Blitze erstrahlte in der ganzen Welt dein Lehren, die Gewalt deiner Worte, Chrysostomos, denn gleich einer lauttönenden Posaune kündetest du auf der ganzen Welt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Seliger, umkleidet wurdest du mit einem Gewände der Tugenden, das im Himmel gewirkt ward. Mit der Schönheit der Sprache gerüstet, erschienst du als gepriesener Zeuge des Glaubens.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Der das All mit allmächtiger Kraft zusammenhaltende Menschenliebende wurde in dir mit dem hilflosen Leibe bekleidet, makellose Jungfrau, zur Erlösung der Menschen.
Kondak
Ton 6.
Du empfingst vom Himmel die göttliche Gnade * und lehrtest alle durch deine Worte, * den einen Gott in der Dreieinigkeit anzubeten, * seliger und ehrwürdiger Johannes Chrysostomos. * Wir loben dich, denn du bist unser Lehrer, * der uns Göttliches offenbart.
Ikos
Ich falle nieder vor dem Schöpfer des Alls, zum ewigen Worte erhebe ich meine Hände, suche Worte des Dankes, zu besingen den Ehrwürdigen, den Du erhöhtest. Durch den Propheten sprach der Ewige: Verherrlichen will ich die mich gläubig Preisenden. Wie einst Samuel, so erhöhtest du nun den Hierarchen. Mit dem Talent, welches du ihm verliehst, hat er weise gewirkt und Früchte dem Herrscher dargebracht. So erhöhte ihn der Allmächtige. Gnade erflehe ich Unwürdiger, die Kraft des Wortes mit zu verleihen, ihn würdig zu besingen, den Lehrer aller Enden der Welt, denn er war der Lehrer, der uns Göttliches offenbart.
Ode 7
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Du wardst berufen zum Vermittler der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, zur Erlösung aller aufrichtig Bußfertigen, die aus tiefster Seele rufen: Gelobt sei der Gott unserer Väter.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Dein Lehren lenkt das Sinnen eines jeden Menschen, Chrysostomos, als Mitleid voller du heilst die Krankheiten der Seele und singst freudig mit den Versammelten: Gelobt sei der Gott unserer Väter.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Erwählt und erhöht warst du, argloser und ehrwürdiger Hierarch, Priester des Höchsten Gottes. Mit Gerechtigkeit wardst du herrlich umkleidet, der du freudig rufst: Gelobt sei der Gott unserer Väter.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Allreine, du empfingst den über das All erhabenen Gott und Herrn, der geruhte, das Menschengeschlecht aus dem Tode und der Verwesung zu erlösen. Ihn preisen wir würdig: Gelobt sei der Gott unserer Väter.
Ode 8
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Wir empfangen deine verständigen Lehren, Chrysostomos, und lernen deine würdige Unterweisung in der Gottesweisheit. Durch diese empfangen wir für Nichtiges das Nützliche und entfliehen dem Argen des Versuchers. Du dientest dem Gott unserer Erlösung und sangst: Erhebet Christum in alle Ewigkeit.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Vater Chrysostomos, bitte liebend, erbarmend und menschenliebend den Gebieter für uns, der du Mitleid mit uns hast: Dich erkennen wir Gläubige als unseren Fürsprecher und erbarmenden Beter, gottweiser und seliger Bischof Johannes.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jugendlichen Widerstand, uneinsichtiges Denken und herrschendes Unrecht klagtest du an, Ehrwürdiger. Bedrängte aber verteidigtest du mit Macht, Waisen, Witwen und Armen warst du ein liebender Vater und sangst: Erhebet Christus in alle Ewigkeit.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: In weltlichen Bildern, vielfältigen Ankündigungen, symbolischen und vorherkündenden Erscheinungen ward dein übernatürliches und wundersames Gebären von Gott verheißen, ? Jungfrau: Deshalb wollen wir jauchzend in Freude Christum besingen, den wir erheben in alle Ewigkeit.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Wahrhaftig empfingst du die Freude des Lebens, Vater, in welchem du dich mit aller Kraft mühtest. Dein Leben auf Erden übertraf die Herrlichkeit des engelhaften. Du gewannst die Wortgewalt Christi und seine sanfte Stimme. Gottkünder, bitte, dass errettet werden alle, die dich gläubig verherrlichen.
Heiliger Vater Johannes, bete zu Gott für uns
Dreimal Seliger, deine Worte waren Worte des Lebens, die uns das ewige Leben erflehen. Dich erwies Christus als strömende Quelle, als Strom der göttlichen Lehren, als Quelle wahrhaftiger Süße, der Vergebung Strom und strahlenden Verkünder der Buße.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Als Fürsprecher der Menschen erschienst du vor Gott, Erster unter den Hierarchen. Ein gotterleuchteter Leuchter der Frömmigkeit und des göttlichen Wissens warst du, aller Barmherzigkeit Vorbild. Deshalb preisen wir dich nun mit herzlicher Liebe, Chrysostomos.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Theotokion: Hochgepriesene, reine Mutter Gottes, rette alle, die liebend dich besingen, tilge barmherzig die Menge aller Versuchungen, denn Gott hast du geboren. Alles ist dir ohne Zweifel möglich nach deinem Wollen. Deshalb verherrlichen wir dich, Jungfrau.
nach 9. Ode
Hell erstrahlt im Lichte deiner goldleuchtenden Predigten die Kirche Christi, Vater Johannes Chrysostomos. Die Seelen der Gläubigen jauchzen und verehren dein heiliges Andenken. Allen warst du zum Lehrer der wahren Buße und Wegweiser ihrer Erlösung.
Ehre: Laut tönte deine Predigt zur Buße, Schutz der Beladenen, goldene und wohlklingende Stimme der Kirche, des geschriebenen Wortes Quelle. So lasst uns den weisen Johannes verehren, der uns im Glauben festigte.
Jetzt, Theotokion: Makellose Jungfrau, Herrin und Gebieterin, bitte gemeinsam mit Chrysostomos deinen Sohn, dass befreit werden aus den Nöten alle dich Besingenden, dass wir der ewigen Herrlichkeit gewürdigt werden. Alles, was du geruhst, ist dir möglich, Allheilige.
Stichiren zum Lob
Ton 4.
Du warst ein würdiges Gefäß des Heiligen Geistes, * der geweihte Hirte, * ein Engel auf Erden, * eine tragende Säule der Kirche, * Lehrer der Dogmen, * Verteidiger der Sünder, * heiliger Trost der Reuigen, * der Armen Hilfe und aller Waisen Trost. Johannes Chrysostomos, * der du für das Heil unserer Seelen betest.
Hellstrahlende Sonne, * du erleuchtetest das All mit deinen Lehren, * gewaltiger denn die Sterne erschienest du * als der Morgenröte aufgehendes Licht. * Alle vom Meer des Lebens Bedrängten * führtest du in den stillen Hafen * der Erlösung durch die Gnade, * wortgewaltiger Chrysostomos, * der du für das Heil unserer Seelen betest.
Als einen Engel auf Erden und einen himmlischen Menschen * preisen dich alle Singenden. * Du glichst einem gewaltigen Strom des Wortes, * einer geistigen Wolke, * aus welcher reich Nahrung spendet * der Lehrer unserer Erlösung, * der Gnadenspender unserer Reue, Johannes Chrysostomos.
Ungerecht wurdest du, ehrwürdiger Vater, * von deiner Herde getrennt. * Leid erfuhrst du in bitterer Gefangenschaft. * In der Verfolgung wurdest du gewürdigt, * deinen Lebensweg als eifriger Märtyrer zu beenden. * Du überwandest den Listigen, * deshalb zierte dich Christus mit der Krone, * Johannes Chrysostomos, * der du für das Heil unserer Seelen betest.
Ton 8.
Ehre: Mit goldenen Worten, * und gottkündenden Worten ziertest du die Kirche Gottes * und vollendetest bergend in ihr den geistigen Reichtum * mit deinen von Gott gespendeten Lehren. * Deshalb werden dir aus unvergänglichen Blüten der Gesänge * zu deinem heiligen Andenken, * deiner hellstrahlenden Seele und Stimme, * gottweiser Johannes, * diese Loblieder dargebracht. * Der du Zutritt hast zum Herren, Ehrwürdiger, * bitte um das Heil unserer Seelen.
Jetzt, Theotokion: Gebieterin, nimm an das Flehen deiner Diener, *und errette uns * aus aller Not und Trauer.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


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Übersetzung: Erzpriester Peter Plank, Würzburg.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
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