Orthodoxe Gottesdienste

Triodion. Sonntag vom Zöllner und Pharisäer. Sonntag.

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1.
Lasst uns nicht beten nach Pharisäerart, ihr Brüder. / Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. / Demütig lasst uns sein vor Gottes Angesicht wie der Zöllner. / Fastend lasst uns rufen: // Gott, sei gnädig uns Sündern.
Der Pharisäer, von seiner Prahlsucht besiegt, / und der Zöllner, in Reue gebeugt, / traten hin zu dir, dem alleinigen Herrn. / Doch jener erging sich im Rühmen und ward des Guten beraubt. / Dieser hingegen verstummte und ward der Gnaden gewürdigt. / In diesen Klagen stärke mich, Christus, Gott, // menschenfreundlicher du.
Ton 8.
Ehre: Herr, Allgewaltiger, / ich weiß, welche Wunder Tränen wirken. / Den Ezechias führten sie heraus aus Todespforten. / Von altgewordenen Sünden befreiten sie die Sünderin, / rechtfertigten den Zöllner vor dem Pharisäer. / Ich bitte, nimm mich auf in ihre Zahl, // erbarme dich meiner.
Stichiren zur Stichovna
Ton 2.
Ehre: Das Gewicht meiner Sünden belastet meine Augen: / Ich kann meinen Blick nicht heben zu den Höhen des Himmels, o Herr. / Nimm mich Reuigen an wie du den Zöllner annahmst, // erbarme dich meiner, o Retter.
Stichire des Fests
Ton 6.
Die Menge der von mir begangenen Missetaten bedenkend, schaudere ich Armseliger vor dem furchterregenden Gerichtstag; aber hoffend auf die Güte Deines Wohlwollens, rufe ich wie David zu Dir: Erbarme Dich meiner, Gott, nach Deinem großen Erbarmen.
Ode 1
Kanon über den Zöllner und den Pharisäer, Ton 6.
Kanon des Georgios
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Durch Gleichnisse alle zur Besserung ihres Lebens weisend, erhöht Christus den Zöllner ob seiner Demut und zeigt, wie der Pharisäer erniedrigt wurde durch Hochmut.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Schaue der Demut erhebende Würde, schaue des Hochmuts bedenklichen Fall. Ahme nach die Tugend des Zöllners und hasse pharisäische Bosheit.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Durch Torheit wird alles Gute vernichtet, durch Demut alle Sünde getilgt. Lasst uns diese lieben, Gläubige, entschieden fürchten der Eitelkeit Art.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Demütigen Sinnes sollen seine Jünger sein. So wollte der es, der aller König ist. Ermunternd lehrte er sie, nachzueifern des Zöllners Klage und Demut.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie der Zöllner, so seufze ich und unter lautem Wehklagen, Herr, nahe ich nun deiner Güte. Erbarme dich meiner, der jetzt sein Leben hinbringt in Demut.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Gedanken, Wille, Erwartung, Leib, Seele und Geist, dir stell ich es, Herrin, anheim. Von lästigen Feinden, Versuchungen mache mich frei, bewahre mich vor dem künftigen Zorn und sende mir Rettung.
Ode 3
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Von der Leidenschaft Unrat steht auf der Gebeugte. Von der Tugenden Gipfel stürzt schändlich jeder zu Tal, der ein hochmütig Herz hat. Seinen sündigen Sinn lasst uns fliehen.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Eitle Gesinnung leert aus der Gerechtigkeit Strom. Der Leidenschaft Fülle zerstreut die Demut. Nach ihr lass uns streben, o Heiland, gib uns des Zöllners Teil.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Mit dem Zöllner schlagen auch wir an die Brust und rufen in Reue: Hab Erbarmen, o Gott, mit uns Sündern, damit wir mit ihm die Verzeihung erlangen.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Lasst eifrig uns werden, Gläubige, lasst uns handeln in Sanftmut, zusammenleben in Demut, mit klagendem Herzen, unter Weinen und Beten, dass wir Verzeihung erlangen von Gott.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Lasst uns den anmaßenden Stolz ablegen, Gläubige, gefährliche Torheit, abscheulichen Dünkel und des Pharisäers garstige Härte, die Gott am meisten missfällt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Auf dich, meine einzige Zuflucht, vertraue ich. Lass mich nicht verlustig gehen der seligen Hoffnung. Nein, lass mich deine Hilfe erlangen, o Reine, du Beschützerin vor jeglicher Bosheit der Feinde.
Sedalen des Kanons
Ton 4.
Die Demut erhöhte den Zöllner, der seiner Sünden wegen sich schämte und unglücklich war und seinem Schöpfer zurief: Sei gnädig. Der Stolz hingegen hat den unseligen Pharisäer ob seines Prahlens von der Gerechtigkeit Thron herabgestürzt. Darum lasst nach Tugend uns trachten, die Sünde verachten.
Sedalen des Kanons
Ton 4.
Die Demut hat einst den Zöllner, der wehklagend ausrief: Sei gnädig, erhöht und gerecht ihn gemacht. Ihm lasst uns alle nachstreben, die wir in der Sünden Tiefe gefallen, aus Herzenstiefe zum Heiland uns rufen: Wir haben gesündigt, sei gnädig, Menschenfreund du allein.
Sedalen des Kanons
Ton 4.
Jetzt, Theotokion: Gebieterin, eilig nimm auf unsere Bitten und trag sie vor deinem Sohne und Gott, du Herrin, Allreine. Lindere denen, die zu dir eilen, die Not, die Schlingen zerschlage, wirf nieder das Trotzen derer, die gottvergessen wider deine Knechte sich rüsten.
Ode 4
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Als den besten Weg zur Höhe hat das Wort die Demut gezeigt, gedemütigt gar bis zu des Knechtes Gestalt. Jeder, der sie treu nachahmt, wird für seine Demut erhöht.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Es ward erhöht der Gerechte. Der Pharisäer stürzte aus der Höhe herab. Von der Sünden Fülle beschwert, ward jener gedemütigt. Doch erhöht ward der Zöllner, wider die Hoffnung ward er für gerecht erklärt.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Der Armut vertraut, trat aus der Tugenden Reichtum die Torheit hervor, als Gewinn der Gerechtigkeit trat aus dem Gipfel der Armut die Demut hervor. Sie lasst uns gewinnen.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Verheißen hast du, o Herr, den Hochmütigen ganz und gar dich entgegenzustellen, den Demütigen deine Gnade, Heiland, zu schenken. So sende uns Demütigen jetzt deine Gnade hernieder.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Zur heiligen Höhe stets hinauf uns führend, lehrte der Heiland und Herr die hoch erhebende Demut. Denn mit eigener Hand hat er die Füße der Jünger gewaschen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Die du, o Jungfrau, das unzugängliche Licht geboren, zerstreue mit leuchtendem Glanze die Nacht meiner Seele, an deiner Hand führe mein Leben zu den Wegen des Heils.
Ode 5
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Des Pharisäers Tugenden nachzuahmen, lasset uns streben, nachzueifern der Demut des Zöllners, hassend an beiden, was schlecht ist, der Sünden Torheit und Wahn.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Der Pharisäer wurde beschämt. In eitlem Gerechtigkeitslaufe sah er den Wert. Der Zöllner hinwieder hat in hochstrebender Tugend als Gewinn die Demut erlangt.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Als Wagenlenker glaubte der Pharisäer in den Tugenden voranzueilen. Doch zu Fuß laufend neben dem Wagen, gewann der Zöllner einen herrlichen Vorsprung, weil er mit der Klage die Demut verband.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Lasst uns alle das Gleichnis vom Zöllner im Geiste entfalten. Wohlan, lasst uns streben, unter Tränen in Zerknirschung den Geist Gott darzubringen und suchen der Sünden Vergebung.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Des Pharisäers prahlenden, schlimmen, anmaßenden, sicheren, gefährlichen Sinn lasst uns also weise verschmähen, damit wir nicht der göttlichen Gnade verlustig gehen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Den Stab der Macht sende uns allen, o Gute, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen. Verleihe uns, inmitten aller Feinde zu herrschen, und entreiße uns jeglicher Bosheit.
Ode 6
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Der Zöllner, der Pharisäer, sie sind in derselben Rennbahn des Lebens gelaufen. Durch Torheit fiel jener, schimpflich scheiterte er. Doch dieser erreichte durch Demut das Ziel.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Lasst uns ändern des Lebens gewaltsamen Lauf. Nach des Zöllners glücklich zu preisender Klugheit lasst uns streben. Des Pharisäers abscheulichen Stolz lasst uns fliehen. So werden wir leben.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Nachstreben lasst uns Jesu, des Heilandes, Leben, uns seiner Demut ergeben, durch die wir zu erlangen trachten der Wonne ewiges Zelt, uns lagernd in der Lebenden Land.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Gelehrt hast du, Herr, deine Jünger die erhebende Demut. Mit einem Linnen die Lende umgürtend, hast du ihre Füße gewaschen und wolltest, dass wir den Brauch nachahmen.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Im Leben unterschieden sich Pharisäer und Zöllner, jener durch Tugenden, dieser durch Sünden. Doch jener erlag der seinem Dünkel widerstrebenden Demut. Erhöht hinwieder wird dieser, da er demütigen Sinnes erschien.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Nackend in Einfalt ward ich und ungekünstelten Lebens erschaffen. In die Arglist der Sünde hat der Feind mich verstrickt und in des Fleisches Üppigkeit. Nun werde ich, Jungfrau, durch deine Vermittlung gerettet.
Kondak
Ton 4.
Lasset uns fliehen / die hochmütige Prahlerei des Pharisäers / und lernen das demütige Seufzen des Zöllners. / Zu unserem Erlöser lasst uns rufen: // Vergib uns, Allerbarmer.
Anderes Kondak
Ton 3. ( nach: Heut‘ gebiert die Jungfrau )
Die Seufzer des Zöllners lasset uns dem Herrn darbringen / und niederfallen, wir Sünder, vor ihm als dem Gebieter: / denn er will die Errettung aller Menschen und gewährt allen Umgeistenden die Vergebung: / denn um unseretwillen wurde derjenige Fleisch, der Gott ist, // gleichanfanglos mit dem Vater.
Ikos
Wir wollen uns alle demütigen, Brüder. Mit Seufzen und Klagen unser Gewissen schlagen, damit wir alsdann, beim Gericht, in der Ewigkeit drüben, ihr Gläubigen, unschuldig erscheinen, da wir Verzeihung erlangten. Denn dort ist in Wahrheit die Ruhe. Dass wir sie einst schauen, darum lasst uns jetzt flehen. Denn dort ist entflohen die Qual und die Trauer, auch aus der Tiefe die Seufzer, in jenem wundersamen Eden, dessen Erbauer ist Christus, der Gott ist, ursprunglos wie der Vater.
Ode 7
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Der Pharisäer, durch der Gerechtigkeit Werke erhoben, ward durch eitler Prahlsucht Schlingen grausam erwürgt, maßlos im Stolz. Der Zöllner hingegen hat sich geschwinde auf der Demut Schwingen erhoben und Gott sich genaht.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Den Demutsinn wie eine Leiter benutzend, ward der Zöllner zur Höhe der Himmel erhoben. In der Eitelkeit Leichtsinn sich brüstend, kommt der Pharisäer, der Arme, gebrochen zum Kerker des Hades.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Die Gerechten beraubt der Betrüger im Hinterhalt durch der Eitelkeit Sinn. In der Verzweiflung Schlingen fängt er die Sünder ein. So lasst uns, den Zöllner nachahmend, von beiden Übeln frei zu werden bemüht sein.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Lasst uns vor Gott niederfallen bei unserem Gebet, unter heißen Seufzern und Tränen, Gläubige, indem wir nachahmen die erhebende Demut des Zöllners und singen: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Lehrend hast du, Herr, den Jüngern befohlen, nicht nach hohem Range zu streben. Und lehrtest sie, den Demütigen sich bei zugesellen, o Heiland. Darum rufen wir gläubig zu dir: Gott unserer Väter, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als ein Wunderwerk, als eine heilige Leiter, erkennen wir dich, wie Jakob einst sie geschaut, die aus der Tiefe bis zur Höhe sich dehnte, o Reine. Denn du zogst Gott im Fleische aus der Höhe herab. Und die Sterblichen führest du wieder empor.
Ode 8
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Ob seines niedergeschlagenen Sinnes fand seufzend der Zöllner gnädig den Herrn und wurde gerettet. Ob der schlimmen Art der sich brüstenden Rede büßt der Pharisäer die Gerechtigkeit ein.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Des Pharisäers Hochmut, der Reinheit Namen lasst, Gläubige, uns fliehen. Und nachahmen lasst uns edel des Zöllners demütigen Sinn, der Erbarmen gefunden.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Die Worte des Zöllners, Gläubige, lasst uns stammeln im heiligen Tempel: Gott, hab Erbarmen, damit wir mit ihm Vergebung erlangen, vor des stolzen Pharisäers Schande bewahrt.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Des Zöllners Seufzen lasst uns alle nachahmen und im Umgang mit Gott unter heißen Tränen ihm sagen: Menschenfreund, wir haben gesündigt. Mitleidvoller, Erbarmer, sei gnädig und sende uns Rettung.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Dem Seufzen des Zöllners hat Gott sich geneigt und ihn gerecht gemacht. So hat er allen gezeigt, dass immer sich beugen müssen unter Seufzen und Zähren, die Freispruch von ihren Sünden begehren.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Ich weiß außer dir keine andere Hilfe. Auf deine Würde berufe ich mich, Heilige, Allreine, die du Mittlerin bist bei dem, dessen Mutter du bist. Von allen, die mich bedrängen, mache mich frei.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Von Christus erlernten wir die Demut als Merkmal des Heils auf dem Wege zur Höhe. So lasst uns denn des Zöllners Art nachahmen und des Hochmuts Rauch weit von uns halten und also demütigen Sinnes uns mit Gott versöhnen.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Lasst uns verschmähen der Seele Unverstand, nach geradem Sinn in Demut uns trachten. Lasst uns nicht im Ernst für gerecht uns halten. Der Eitelkeit Rauch lasst uns verachten, mit dem Zöllner uns versöhnen mit Gott.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Wie der Zöllner lasst uns dem Bildner Gebete der Klage darbringen, von des Pharisäers undankbaren Gebeten uns abwenden, von seinen hochmütigen Worten, die das Gericht wider den Nächsten verhängen, damit wir den erbarmenden Gott, das Licht, uns verbinden.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Von der großen Masse der Sünden beschwert, übertraf ich im Übermaße der Sünde den Zöllner, erwerb dazu mir noch des Pharisäers hochmütigen Dunst. Allenthalben jeglicher Tugend beraubt, steh ich hier. Schone meiner, o Herr.
Erbarme Dich meiner, o Gott, erbarme Dich meiner.
Deiner Seligkeit würdige jene, die um deinetwillen arm sind im Geist. Denn auf den Rat deines Befehls bringen wir dir dar in Zerknirschung den Geist. Nimm auf, o Heiland, errette, die dich verehren.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Einst hat der Zöllner zu Gott gebetet. Gläubig ist er zum Tempel gewallt und hat Rechtfertigung erlangt. Mit Seufzern und Tränen kam er zu dir, in Herzenszerknirschung. Und die ganze Last seiner Sünden hat er durch Sühne von sich gewälzt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Dich zu besingen, zu rühmen, würdig zu preisen, verleihe uns, die dich verehren, Allheilige, uns, die erheben dein Kind, o einzig Gepriesene. Denn du bist die Wonne der Christen. Willkommene Mittlerin bist du bei Gott.
nach 9. Ode
Ehre: Vom schlimmen Prahlen des Pharisäers wollen wir uns scheiden. Des Zöllners herrliche Demut lasst uns erkennen, damit wir erhöht werden, mit jenem rufen zu Gott: deinen Knechten erweise Erbarmen, der du aus der Jungfrau geboren, Christus, Erretter. Freiwillig hast selbst das Kreuz du erduldet, durch deine göttliche Macht versammelt die Welt.
Jetzt, Theotokion: Der Bildner der Schöpfung, der Gott aller, nahm sterblich Fleisch aus deinem makellosen Leib, Gottesmutter, Allgepriesene. Und unsere Natur, die verdorben, hat er gänzlich wieder neu gemacht, wie vor der Geburt, sie wieder verlassen nach der Geburt. Darum besingen wir gläubig dich alle und rufen: Gegrüßt seist du, Ruhm der Welt.
Stichiren zum Lob
Ton 1.
Lasst uns nicht beten nach Pharisäerart, ihr Brüder, denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Demütig lasst uns sein vor Gottes Angesicht wie der Zöllner. Fastend lasst uns rufen: Gott, sei uns Sündern gnädig.
Der Pharisäer, von seiner Prahlsucht besiegt, und der Zöllner, in Reue gebeugt, traten hin zu dir, dem alleinigen Herrn. Doch jener erging sich im Rühmen und ward des Guten beraubt. Dieser hingegen verstummte und ward der Gnaden gewürdigt. In diesen Klagen mich stärke, Christus, Gott, du Menschenfreund.
Des Zöllners und des Pharisäers Unterschied hast du erkannt, meine Seele. Hasse des Pharisäers hochfahrend Wort. Ahme des Zöllners Reuegebet nach, rufe: Gott, mit mir Sünder sei gnädig und schenk mir Erbarmen.
Des Pharisäers hochfahrend Wort, ihr Gläubigen, lasst uns hassen, nachahmen lasst uns des Zöllners Reuegebet, nicht nach hohem Range lasst uns streben. Nein, demütigen wollen wir uns, wollen rufen in Reue: Gott, mit unseren Sünden habe erbarmen.
Ton 8.
Ehre: Den Pharisäer, der, auf seine Werke stolz, für gerecht sich hielt, hast du verurteilt, o Herr. Und den Zöllner, der Nachsicht übte und unter Seufzern um Gnade bat, hast du gerechtfertigt. Denn hochfahrenden Worten schenkst du kein Gehör, doch zerknirschte Herzen verachtest du nicht. Darum sinken auch wir in Demut nieder vor dir, der gelitten für uns: Vergebung schenke, das große Erbarmen.


ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


Nächster Gottesdienst
Übersetzung: Pater Kilian Kirchhoff.
In den Abflogen können einzelne Textstücke auch von anderer Übersetzern übertragen worden sein.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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